Serie: Sommer am Berg – im Tiroler Oberland

15. Juli 2014 - Katharina Teudt

Eine Etappe der TransAlp führt über den traumhaft schönen Reschenpass. © Hotel Central/Nauders

Vor den Toren der Tiroler Hauptstadt Innsbruck liegt ein riesiges Alpenparadies für aktive Radfahrer: das Oberinntal. Das Tiroler Oberland ist für seine Vielseitigkeit bei Bikern jeder Couleur bekannt und beliebt. Eine riesige Rennrad- & Mountainbike-Arena erstreckt sich über drei Regionen und umfasst insgesamt 400 Kilometer Radwege.

Bike-Paradies über drei Regionen Das Obere Inntal, Nauders am Reschenpass und das Kaunertal bilden gemeinsam eine der beliebtesten Radlerregionen der Alpen. Ob mit dem Mountainbike über Stock und Stein, mit heißer Pedale auf dem Rennrad über die Bergpässe oder bequem mit hybridem Motorantrieb auf dem E-Bike – den Zweiradfans sind keine Grenzen gesetzt, wie und wo sie sich fortbewegen. Bester Ausgangspunkt für Touren ist das beschauliche Ried im Oberinntal, da es sehr zentral im Tal liegt. Stürzen wir uns also hinein ins Vergnügen und schauen, wo die schönsten Radwege hinführen.

Bevor es losgeht Bei der Ankunft im Tal führt der erste Weg zum Gastwirt. Denn der gibt die kostenlose Summercard für seine Gäste aus. Sie ist ein Must-have für jeden aktiven Urlauber, denn sie gewährt Ermäßigungen und viele Vorteile bei der Freizeitgestaltung in der Region. Danach geht es um die Auswahl des passenden Fahrgefährtes. Wer bevorzugt neben asphaltierten Passstraßen fährt, steigt am besten aufs Mountainbike. Inhaber der Summercard können beispielsweise kostenfrei an geführten Mountainbike-Touren teilnehmen. Die Touren werden von geprüften Guides geleitet.

Ausgewählte Touren rund um Ried Vom Dorfplatz in Ried geht es bei schönstem Sonnenschein in stetiger Steigung über Schotterpisten hinauf zur Stalanzer Alm auf knapp 2.000 m. Nach etwa zwei Stunden gibt es eine frische Abkühlung und für hungrige Mägen eine Mahlzeit an der Alm, bevor es auf demselben Weg wieder runter geht. Einige kulturelle wie landschaftliche Sehenswürdigkeiten gibt es auf der „Römertour“ zu sehen. Die 2,5-stündige Rundtour führt auf dem historischen Römerwegs hinauf nach St. Georgen, wo man mittelalterliche Kirchen besuchen und einiges über die Geschichte der Region lernen kann. Über das Sonnenplateau Serfaus-Fiss-Ladis geht es dann zurück nach Ried. Der letzte Abschnitt der Route eignet sich übrigens gut zum „Ausradlen“. Weitere interessante Routen sind die „Fisser Runde“ von und nach Ried, die „Plateaurunde“ und die „Obere Alm Tösens“.

Naturnähe auf der Biketour © TVB Tiroler Oberland/Daniel Zangerl

Anspruchsvolle Routen um Faggen Rund 4 km von Ried entfernt liegt das beschauliche Faggen. Um den Ort und seinen Weiler Prutz ranken sich mehrere anspruchsvolle Routen, die mit einer herrlichen Aussicht über Kaunertal und Inntals belohnen. Die „Wiesele Tour“ etwa führt auf 22 km über steile Steigungen und bringt in knapp drei Stunden auch geübte Fahrer ins Schwitzen. Eine schöne Rundtour von und nach Prutz ist die „Runsegger“, die rauf nach Ladis eine Steigung mit bis zu 20 Prozent aufweist. Gemütlich und auf flacher Strecke geht es durch den Runsegger Wald und dann zurück nach Prutz. Weitere Touren sind die „Aifner Alm“, das Schönjoch“ und der „Gacher Blick“.

Touren mit kulturellem Plus Radtouren eignen sich bestens, um die Umgebung zu erkunden. Die Rundtour Tschingels – St.Ulrich ist so eine Tour, die aufgrund ihrer Einfachheit und sanften Steigungen ideal für Familien geeignet ist. Die insgesamt 250 Höhenmeter Steigung sind auf den überwiegend Asphalt- und befestigten Forstwegen gleichmäßig verteilt. Aufpassen sollten ungeübte Fahrer auf der Abfahrt von St. Ulrich nach Pfunds. Mit 17 Prozent Gefälle wird es hier ein wenig anspruchsvoller. Rund um die kleinen Dorfgemeinden Pfunds und Spiss führen Touren zur Gschneier Alm und Kobler Alm, die „Eggele“ und die Zanderswiesen in Spiss sowie die „Tscheyrunde“. Landschaftlich besonders reizvoll ist die Tour von Pfunds aus durch das Radurschltal. Durch den größten zusammenhängenden Zirbenwald der Ostalpen führt ein Forstweg zum Ende des Tals, wo auf der Radurschlalm ein Skulpturenpark mit hölzernen Kunstwerken zum Pausieren einlädt.

Trendsport E-Radeln Mountainbiken ist etwas für abenteuerlustige Fahrer mit starken Armen und Beinen. Eine schöne Alternative hat sich in den letzten Jahren immer mehr etabliert: das E-Biken. Der Trend zum elektrifizierten Radfahren hat sich auch im Tiroler Oberland verbreitet. Mittlerweile gibt es elf Verleihstationen für die akkubetriebenen Velos sowie acht Akkuwechselstationen. Damit ist das Land bestens vernetzt, um E-Biker auf Ihren Touren auch über längere Strecken zu versorgen. Auch weniger sportliche Urlauber kommen so in den Genuss einer Radtour mit Ausblick.

Vorteile beim E-Biking Radeln ohne Treten ist was für faule Socken? Nichts da, denn trotz Motor können E-Biker auch selbst in die Pedale treten. Es wird dem Fahrer lediglich ein Teil der Beinarbeit abgenommen. Der große Vorteil ist, dass ein E-Bike auch das Befahren von steilen Routen möglich macht, ohne in frühzeitiger Erschöpfung und Schweißausbrüchen auszuarten. Außerdem bleibt während der Fahrt mehr Zeit für den Blick auf die umliegende Bergwelt, schließlich ist nicht nur der Weg das Ziel, sondern auch das herrliche Panorama. Ein weiterer Vorteil des Nachhelfens durch Motorenantrieb ist der konditionelle Ausgleich zwischen unterschiedlich fitten Fahrern. So können auf einer gemeinsamen Tour alle Beteiligten die Fahrt gleichermaßen genießen und kommen vor allem gleichschnell ans Ziel. Allen Umweltfreunden sei gesagt, dass die Elektromotoren nahezu geräuschlos und 100 Prozent abgasfrei sind.

Mountainbiken auf saftig grünen Almwegen. © TVB Tiroler Oberland/Daniel Zangerl

Radwandern ist Inn Für E-Biker mit viel Sitzfleisch, aber natürlich auch für alle anderen Radlfreunde sind die Fernradwege „Inntalradweg“ und die „Via Claudia Augusta“ sehr zu empfehlen. Für diese längeren „Radwanderungen“ gehören Kleidung und Vorräte für mehrere Tage ins Reisegepäck. Die Via Claudia Augusta ist eine der beliebtesten Routen der Deutschen und führt über 700 km unter anderem durch das Tiroler Oberland bis runter nach Venedig. Der Inntalradweg verläuft über 530 km am Inn und manchmal auf Schotterwegen, weswegen sich am ehesten Touren- oder Trekkingräder für die Fahrt eignen. Auf beiden Touren zeigt sich die Tiroler Berwelt von ihrer schönsten Seite und ist auf jeden Fall eine Reise wert.

Shuttle für die Alpenüberquerung Mittlerweile muss man jedoch keineswegs die gesamte Strecke per Pedal zurücklegen. Der Busshuttle-Service „Via Claudia Huckepack“ transportiert Radfahrer mit samt fahrbarem Untersatz über die anstrengendsten Passagen an der Norbertshöhe und den Reschenpass. Wer die Ehre wahren möchte und doch selbst fährt, kann zumindest sein Gepäck beim Bikeshuttle abgeben.

Mountainbiken auf saftig grünen Almwegen.

Veranstaltungstipp

Ende Juli dreht sich im Tiroler Oberland rund um Nauders (mal wieder) alles ums Biken. Denn am 21. Juli kommen die Teilnehmer der Craft Bike Transalp hier vorbei. An dem Radrennen nehmen rund 1.200 Bergradler teil, die eine anspruchsvolle Streckenführung mit sportlichen Höhepunkten und intensivem Naturerlebnis erwartet. 600 Teams fahren in sieben Etappen von Oberammergau bis nach Riva del Garda am Gardasee. Am 21. Juli treffen die Mountainbiker in Nauders ein, übernachten dort und fahren am 22. Juli weiter. Besucher und Schaulustige können die taffen Radler anfeuern und bei der Gegenheit gleich selbst die ein odere andere Traumstrecke befahren. Bei diesem umfangreichen Rad-Angebot im Tiroler Oberland bleibt Ihnen nur eines übrig: Vorbeikommen, staunen und selber fahren!

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