Reiseziel-Check: 7 gute Gründe für Sulden am Ortler

14. Juli 2015 - Katharina Teudt

Die Sommermonate sind die beste Zeit, um den nächsten Skiurlaub zu buchen. Doch wohin soll die Reise gehen? In unserer Serie geben wir jeweils sieben gute Gründe für Reiseziele, die unbedingt in die Skiurlaubsplanung aufgenommen werden sollten.

Teil 5: Sulden am Ortler

Die lauschige Ortsansicht von Sulden. © Ferienregion Ortler – Frieder Blickle

Mitten im Nationalpark Stilfser Joch in Südtirol, am Fuße des höchsten Gipfels Ortler, liegt das beschauliche Sulden (it. Solda). Das Örtchen in dem engen Tal ist nur über eine serpentinenreiche Straße erreichbar, entlohnt dafür mit einem prächtigen Panorama und einem schneesicheren Gletscherskigebiet. Braucht es überhaupt mehr für ein lohnenswertes Reiseziel? Sulden hat so einige Vorzüge:

1. König Ortler Wenn etwas den Skiurlaub rund macht, dann ein tolles Bergpanorama. In Sulden ist dies die Ortlergruppe. Der Bergstock misst ca. 50 km Länge und besitzt fast 100 Gletscher. Der Ortler ist mit knapp 4.000 m Höhe der höchste Gipfel der Gruppe und die höchste Erhebung in ganz Südtirol. Sulden besitzt also beste Voraussetzungen für ein Wintersport-Eldorado mit Gletscherski vor schönstem Panorama. Den besten Ausblick auf Königspitze (3.851 m), Zebrù (3.735 m) und Ortler (3.905 m) erhascht man auf den Panorama-Pisten im Suldner Skigebiet. Von der Madritschspitze aus ist die Sicht hinüber auf das Dreigestirn nahezu perfekt. Am Fuße des Ortlers liegen die Skidörfer Sulden und Trafoi, die den unkomplizierten Einstieg ins Skigebiet ermöglichen.

Der Blick auf König Ortler.© Vinschgau Marketing – Thomas Grüner

2. Das Skigebiet Im Skigebiet von Sulden ist nicht nur die Bergaussicht ideal. Es gibt drei Skigebiete an Kanzel, Langenstein und Schöntaufspitze, die rund 44 Pistenkilometer versammeln und mit Gondeln und Pistenquerungen durch das Tal miteinander verbunden sind. Zu empfehlen ist vor allem das höchst gelegene Gebiet an der Schöntaufspitze. Die dortigen Genusspisten und anspruchsvollen Könnerabfahrten suchen ihresgleichen. Der höchste Lift führt bis unterhalb der Schöntaufspitze auf 3.250 m. Dort sind die Pisten tiefrot und schwarz, eine herrliche Herausforderung für alle, die sich bislang auf mittelschweren Abfahrten sicher gefühlt haben. Gegenüber, auf einem weiten Plateau, führen hingegen extrabreite blaue Carving-Abfahrten ab. Von der Sonnenterrasse der Madritschhütte lassen sich sowohl die blauen als auch die Ausläufer der roten Pisten entspannt beobachten. Von allen drei Skibergen führen zudem teilweise anspruchsvolle Talabfahrten bis nach Sulden hinunter. Ein Funpark, ein Lawinenübungscamp und ein Wildpark-Erlebnis-Weg für Kinder erweitern das Angebot im Skigebiet und machen es für nahezu jeden Anspruch perfekt.

Genusswedeln auf der Panoramapiste.© Vinschgau Marketing – Thomas Grüner

3. Der Suldner Gletscherweg Der Nationalpark Stilfser Joch ist gespickt mit atemberaubenden Gletschern. Sie können zu Fuß oder mit Schneeschuhen erkundet werden. Eine Tagestour entlang des „Suldner Gletscherwegs“ ist besonders beliebt, da sie recht einfach zu gehen ist und man das Schauspiel des „arbeitenden“ Gletschers hautnah miterleben kann. Der Start liegt an der Bergstation des Langenstein-Sessellifts auf 2.330 m. Vom dortigen Bergrestaurant K2 geht es in ca. 1,5 Stunden bis zur Hintergradhütte auf 2.660 m. Von hier führt der Gletscherweg über ein Moränenfeld zur Schaubachhütte. Der Steig ist nicht befestigt, sondern ein markierter Weg, der direkt unterhalb des Gletscherbruchs und der Nordwand der Königsspitze entlang führt, so dass man einen einmaligen Blick auf diesen markanten Berg bekommt. Nach einer gepflegten Hütteneinkehr kann man zu Fuß bis zur Mittelstation zurücklaufen oder mit der Seilbahn bequem ins Tal schweben. Die reine Gehzeit von ca. vier Stunden ist auch für weniger erfahrene Alpinisten durchaus zu meistern.

4. Das Freeriden Im Skigebiet von Sulden gibt es traumhafte Möglichkeiten, abseits der präparierten Pisten dem Tiefschneespaß zu frönen. Mehrere lange, nicht präparierte Abfahrten führen über den Gletscher, am etwas niedrigeren Langenstein auch durch den Wald. Alle Variantenabfahrten sind über Lifte und teilweise mit kleinen Anstiegen zu erreichen. Die beliebteste Route führt von der Bergstation an der Schöntaufspitze auf 3.400 m bis zur Talstation auf 1.900 m. Da brennen die Oberschenkel! Diese Variantenabfahrt ist so abwechslungsreich wie anspruchsvoll und bereits überregional bekannt. Schon mehrere Male fand hier das Rennen „Freeride Hero“ statt. Daran darf jeder teilnehmen, der die komplette Freeride-Ausrüstung mit Helm, Rückenschutz, LVS-Gerät, Schaufel und Sonde dabei hat.

5. Das Skitourenparadies Das Ortlergebiet mit seinen 14 Dreitausendern, darunter sechs Gipfel über 3.500 m, bietet Skitourengehern jede Menge schöner Bergtouren. Es gilt als das schönste Skitourengebiet Südtirols. Verschiedene Bergsportanbieter und Skischulen in Sulden, Trafoi oder Stilfs bieten geführte Touren an, bei denen kleine Gruppen zu den schönsten Aussichtspunkten und Gipfeln der Region aufsteigen. Zu den Highlights gehört sicherlich die Besteigung des „weißen Riesen“ Ortler von Drei Brunnen aus (im Talschluss bei Trafoi), die in zwei Etappen über die Berglhütte zum Gipfel führt. Die 7-stündige Tour ist allerdings nur für gut konditionierte, technisch versierte Skitourengeher geeignet, die Eispickel, Steigeisen und Seil zu ihrer Ausrüstung zählen. Nicht zu vergessen ist die Abfahrt, die es ebenfalls in sich hat.

Skitour mit Blick auf den Ortler-Hauptkamm mit Königspitze, Zebrú und Ortler. (v. l. n. r.) © Vinschgau Marketing – Thomas Grüner

6. Das Eisklettern Abgesehen vom Skitouring kann man in Sulden die Skier und Stöcke auch gegen Pickel und Steigeisen eintauschen. Wie es sich für ein Gletschergebiet gehört, wird hier nämlich die Faszination Eisklettern intensiv ausgelebt. Kletterer können sich an künstlichen Eistürmen oder natürlich gefrorenen Wasserfällen probieren. Für Einsteiger ist der 25 m hohe Eisturm direkt in Sulden ideal, an dem sie die Besonderheiten des Eiskletterns kennenlernen. Ein beliebtes „natürliches“ Ziel ist der gefrorene Wasserfall Legerwand, an dem das Klettern in freier Wildbahn zum Erlebnis wird. Sowohl am Turm als auch an Wasserfällen bietet die Alpinschule Sulden Schnupper- und Fortgeschrittenen-Kurse an.

7. Das Messner Mountain Museum Ortles Sulden gilt als zweite Heimat des Extrem-Bergsteigers Reinhold Messner, der hier seine geliebten Yaks weiden lässt. Seit 2004 befindet sich im Ort eines der sechs Messner Mountain Museen (MMM), die sich der Faszination Berg aus verschiedenen Blickwinkeln nähern. Das MMM Ortles ist dem Thema Eis gewidmet. Dargestellt werden die Erlebnisse von Bergsteigern, Skifahrern, Polfahrern und Eiskletterern im Angesicht dieser besonderen Materie.

Polarforscher im ewigen Eis – Zeichnung im Messner Mountain Museum.

Ausgestellt sind Malereien, Zeichnungen, Tonband- und Videoaufnahmen, dazu Exponate wie Eisgeräte und ein kleines Zeltlager. Außerdem hängt hier die weltweit größte Sammlung von Ortler-Bildern. Um das Erlebnis „am Berg“ noch zu verstärken, ist das Museum teilweise unterirdisch in den Fels eingebettet. Der raue Stahlbeton und die Decke, die einer beleuchteten Gletscherspalte nachempfunden ist, suggerieren dem Besucher, selbst im Eis eingeschlossen zu sein. Im Winter ist das MMM Ortles vom 2. Sonntag im Dezember bis 1. Mai jeweils von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Weitere Artikel der Serie: Teil 1: Rauris Teil 2: Winterberg Teil 3: Engelberg Teil 4: Valfréjus

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