Reiseziel-Check: 7 gute Gründe für Obsteig

28. Juli 2015 - Katharina Teudt

Die Sommermonate sind die beste Zeit, um den nächsten Skiurlaub zu buchen. Doch wohin soll die Reise gehen? In unserer Serie geben wir jeweils sieben gute Gründe für Reiseziele, die unbedingt in die Skiurlaubsplanung aufgenommen werden sollten.

Teil 6: Obsteig

Auf dem Mieminger Sonnenplateau zwischen Nassereith und Telfs liegt Obsteig, der Erholungsort schlechthin. Klein, beschaulich und umgeben von der herrlichen Landschaft des Inntals bietet es sportive wie kulturelle Aktivitäten für einen abwechslungsreichen Winterurlaub. Warum sich eine Reise nach Obsteig lohnt:

1. Das Sonnenplateau Die weite Hochebene im Bezirk Imst ist mit besonders viel Sonne gesegnet. Ein tiefblauer Himmel und Sonnenstrahlen, die auf der weißen Schneedecke dieses herrliche Glitzern erzeugen, liefern die perfekten Voraussetzungen für verschiedenste Ausflüge in die Natur. Es gibt vielerlei Möglichkeiten, das weitläufige Plateau zu erkunden. Für ausgedehnte Spaziergänge, Rodelpartien oder Kutschfahrten zum Beispiel ist dieser Landstrich ideal geeignet. Schöne Ziele für Wanderer und Schneeschuhtourer sind die umliegenden Gipfel im Mieminger Gebirge, wie Hochplattig, Sonnenspitze oder Hohe Munde. Von dort lässt sich das Panorama des Mieminger Gebirges in seiner ganzen Pracht überschauen.

Romantische Pferdeschlittenfahrten gehören in Obsteig zum Programm. © Innsbruck Tourismus

2. Der sanfte Wintertourismus Die Region setzt voll und ganz auf sanften Wintertourismus, also den Einklang von Wintersport und den schonenden Umgang mit der Natur. Das behutsame Entdecken der Umgebung findet hier somit ohne Gondelauffahrten oder aufwendiger Infrastruktur am Berg statt. Dafür braucht es mehr Muskelkraft, wenn beim Schneeschuhwandern oder dem Skitouring die Bergrücken erklommen werden. Allein das Gefühl, einen Aussichtspunkt aus eigener Kraft erreicht zu haben, ist unglaublich befreiend. Natürlich gehören auch die „Klassiker“ wie Rodeln, Langlaufen, Eislaufen, Curling oder Kutschenfahrten zum umweltfreundlichen Freizeitprogramm. Empfehlenswert ist zum Beispiel die Naturrodelbahn am Lehnberg mit 4,5 km Länge – ein echtes Schlitten-Schmankerl. Gänzlich auf den Abfahrtsskilauf verzichten muss der Wintersportler in Obsteig aber nicht. Das Pistenerlebnis spielt sich hier an einem zentralen Hang ab.

Die Naturrodelbahn am Lehnberg. © Innsbruck Tourismus

3. Der Grünberg Der Grünberg ist das Hausskigebiet von Obsteig direkt am Ortsrand und lebendiger Treffpunkt für Skifahrer, Rodler und Skitourengeher. Das „Familienland“ ist ein klassischer Familienberg, der ganz auf Kinder und Fahranfänger ausgelegt ist. Das Angebot konzentriert sich auf einen Schlepplift und eine Hauptabfahrt. Das Herzstück ist jedoch die große Winterspielwiese, die mit drei Zauberteppichen, zahlreichen Hindernissen und Übungsstationen bestückt ist. Mittägliche Stärkung gibt es an der Grünberg Alm, von wo auch das Kinderland gut einsehbar ist. Überhaupt ist der große Vorteil am Grünberg die Überschaubarkeit. Eltern haben ihre Kinder immer im Blick, ob sie gemütlich vor der Hütte in der Sonne sitzen oder auf der Piste nebenan abschwingen. Wer mehr Pistenkilometer sucht, findet diese in 20 bis 45 Minuten Fahrtzeit in den umliegenden Tälern. Eltern können ihre Kinder in einer der zwei Skischulen am Grünberg betreuen lassen und sich auf den Weg ins nahe Ötztal oder Pitztal machen. Darüber hinaus liegen weitere Skigebiete in Seefeld, Hochoetz und Kühtai. Wer sich hingegen abseits der präparierten Abfahrt am Berg auspowern möchte, kann direkt vom Grünberglift auf eine Skitourenroute starten.

4. Das Skitourengebiet Auf dem Sonnenplateau gibt es keine riesigen Skigebiete mit unzähligen Liftanlagen, die Täler und Almen sind nicht überlaufen und die Natur ist unberührt und sagenhaft schön. Nicht zuletzt deswegen hat sich das Skitourengehen hier stark etabliert. Die Region bietet die perfekte Kulisse für ein entspanntes Entdecken auf Tourenskiern. Am Grünberg führt beispielsweise eine 3-Stunden-Route für gut Konditionierte auf den Simmering (2.096 m), vorbei an der Simmering Alm auf 1.813 m, wo eine gemütliche Einkehrmöglichkeit wartet. Vom Gipfel haben die Tourer einen herrlichen Ausblick auf das Inntal und die Mieminger Kette. Auch der Grünberg selbst lässt sich auf Skiern besteigen, in etwas mehr als einer Stunde schafft jeder halbwegs versierte Geher den Aufstieg zum 1.497 m hohen Gipfel. Die Abfahrt erfolgt über die Piste.

Auch Schneeschuhwandern geht um Obsteig besonders gut. © Innsbruck Tourismus

5. Die Burg Klamm In dem beschaulichen Landschaftsbild um Obsteig ragt eine mittelalterliche Burg mit hohen Turmzinnen zwischen den Baumwipfeln auf. Die Burg Klamm ist ein restauriertes Schätzchen aus dem 13. Jahrhundert, das auf einem Felsen lagert, der auf drei Seiten steil abfällt. Die Burg ist auch bekannt aus der Fernsehserie „Der Bergdoktor“, wo sie als „Schloss Sonnenstein“ vorgestellt wird. Sie besitzt sozusagen Kultstatus. Zwar ist die Anlage in Privatbesitz und kann nicht von innen besichtigt werden, doch allein der Anblick von außen und der abenteuerliche Abstieg in die Klamm sind einen Besuch wert. Für Familien ist die Wanderung auf dem insgesamt 6 km langen Rundweg von Obsteig zur Burg und zurück ideal.

6. Die Schnapsbrennereien Tirol ist das Land der Schnapsbrennereien. Es zählt rund 4.000 Brennrechte und allein auf dem Sonnenplateau und in Tirol Mitte gibt es ein Dutzend Brennereien, die jeweils ihren ganz individuellen edlen Tropfen herstellen. Einige Schnapsbrenner sind sogar preisgekrönt. Aus regional angebautem Obst wie Äpfeln, Birnen, Zwetschgen aber auch Nüssen werden Schnäpse und süße Liköre hergestellt, die man in Hofläden oder direkt vom Erzeuger kaufen kann. Auf der berühmten Tiroler Schnapsroute können Besucher in Schaubrennereien unter anderem in Mieming mehr über die Destillierkunst erfahren und auch mal einen Schluck der flüssigen Köstlichkeiten probieren.

Das Sonnenplateau ist auch ein ideales Terrain für Langläufer. © Innsbruck Tourismus

7. Die Friedensglocke Im Inntal gibt es viele kulturell wichtige Schauplätze zu entdecken. Einer davon liegt im Ortsteil Mösern oberhalb von Telfs (ca. 20 km von Obsteig entfernt). Hier steht die Friedensglocke, die größte freistehende Glocke des Alpenraums. Sie misst 2,51 m Höhe und einen Durchmesser von 2,54 m und wurde im Jahr 1997 zum 25-jährigen Jubiläum der Arge Alp (Arbeitsgemeinschaft Alpenländer) errichtet. Täglich um 17 Uhr schallt der Glockenschlag durch das Oberinntal, um die Menschen zum Innehalten aufzurufen und an den Zusammenhalt im Alpenraum zu erinnern. Besinnung auf das Wesentliche und ein schönes Naturerlebnis erwartet einen schon auf dem Weg dorthin, dem Friedensglocken-Wanderweg. In ca. 1,5 Stunden Gehzeit gelangen Wanderer vom Parkplatz Seewald-Alm über einen Pfad mit sieben Besinnungsstationen zum Aussichtspunkt an der Glocke.

Weitere Artikel der Serie: Teil 1: Rauris Teil 2: Winterberg Teil 3: Engelberg Teil 4: Valfréjus Teil 5: Sulden

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