125 Jahre Skilauf im Schwarzwald – Jubiläums-Winter am Feldberg

10. November 2015 - Katharina Teudt

Die Region Hochschwarzwald und der Liftverbund Feldberg feiern diesen Winter 125 Jahre Skilauf-Tradition im Schwarzwald. Den Jubiläumswinter begleiten zum Teil ausgefallene Events in Feldberg und Umgebung.

Logo zum Jubiläums-Winter

Der Skilauf im Schwarzwald hat eine lange Tradition. Um genau zu sein, eine 125 Jahre lang währende. Der Feldberg und seine Ortschaften atmen regelrecht (Ski-)Geschichte, die diesen Winter wieder intensiv auflebt. Als Einstieg lohnt sich daher ein kurzer Blick in eben diese Geschichte: Alles begann mit einem Abenteurer, der seine aus Norwegen mitgebrachten, neumodischen Holzlatten ausprobieren wollte. Im Februar 1891 stieg der französische Diplomat Dr. Robert Pilet als erster Mensch auf diesen „norwegischen Schneeschuhen“ bis zum Feldberggipfel auf und fuhr von dort ab. Dieser Moment gilt als die Geburtsstunde des Skisports in Mitteleuropa.

Zastlerwächte am Feldbergturm 1930 © Kreisarchiv Breisgau-Hochschwarzwald

Skier gehörten fortan zu den selbstverständlichsten Fortbewegungsmitteln am Feldberg, so fuhren auch Ärzte, Hebammen und Briefträger in die Dörfer ab. Im selben Jahr von Pilets Pionierfahrt wurde auch der 1. SC Todtnau als erster Skiclub in Deutschland gegründet. Durch den Vormarsch des Wintersports geprägt, folgten darauf die Gründung des Skiclubs Freiburg 1895 und des Skiclubs Schwarzwald sowie des Deutschen Skiverbandes 1905. Das „Ski-cksal“ im Schwarzwald nahm seinen Lauf.

Rasanter Aufstieg

Bereits im Jahre 1900 fanden die ersten deutschen Skimeisterschaften auf dem Feldberg statt. 1908 wurde der weltweit erste Skilift im Schollachtal eröffnet und der Tourismus in den bisher so urigen abgelegenen Bergdörfern begann zu florieren. Etwa 90 Jahre später wurde die Feldbergbahn als erste 6er-Sesselbahn Deutschlands errichtet. Mittlerweile hat sich der Feldberg als beliebte Skidestination für regionale und internationale Gäste etabliert. Zu Ehren des Ski-Pioniers Pilet wurde eine Straße in Feldberg nach ihm benannt.

Großer Andrang am Feldberg im Jahre 1959. © Kreisarchiv Breisgau-Hochschwarzwald

Jubiläums-Winter 2015/16

Seit der ersten historischen Skiabfahrt sind nun 125 Jahre vergangen. Dies nehmen der Liftverbund Feldberg und die Hochschwarzwald Tourismus GmbH zum Anlass, den Winter 2015/2016 mit zahlreichen Großveranstaltungen zu feiern. Den ganzen Winter über sind Feldberg, Todtnau, Titisee-Neustadt und Freiburg die Schauplätze für vielseitige Events, darunter Ausstellungen und Vorträge zur (Ski-)Geschichte der Region, Filmvorführungen, Langlauf-Volksläufe, ein historisches Skirennen und spektakuläre FIS-Wettbewerbe.

Vernissage als Eröffnungsevent

Damit sich interessierte Besucher erst einmal einen geschichtlichen Überblick über die Ski-Entwicklung im Schwarzwald verschaffen können, wird der Jubiläums-Winter offiziell mit einer historischen Ausstellung eröffnet. In Bildern, Exponaten, Radioaufnahmen und Filmmaterial wird dort die lange Skigeschichte chronologisch aufgearbeitet. Dabei wird das Thema stets kurzweilig und lebendig vermittelt, sodass man hinterher gut informiert, aber auch staunend oder gar fasziniert hinausgeht. Die Vernissage findet am 13.11.2015 im Haus der Natur in Feldberg statt. Danach ist sie über den ganzen Winter bei freiem Eintritt bis zum 26.03.2016 geöffnet.

Über den Winter finden in Feldberg und Umgebung diverse Veranstaltungen statt, welche die Geschichte und Bedeutung des Skisports für die Region erlebbar machen. Hervorzuheben sind zum Beispiel die „Kamingespräche“ in Hinterzarten, Titisee-Neustadt und Feldberg. In Podiumsdiskussionen mit prominenten Gästen werden unterschiedliche Aspekte des Wintertourismus im Schwarzwald beleuchtet. Auch die Erlebnis-Lesung „Winteräpfel“ mit Schauspieleinlagen und kleinem Ausflug zum Raimartihof wird sicher sehr unterhaltsam.

Laissez-faire am Feldberg 1955.© Willy Pragher, Kreisarchiv Breisgau-Hochschwarzwald

Filmfestival mit Klassikern

Spiel- und Dokumentarfilme sind ein anschauliches Zeitzeugnis und somit fester Bestandteil des Jubiläums-Programms. Vom 06.01. bis 20.03.2016 werden insgesamt acht verschiedene Filme mit Themenbezug zur historischen Entwicklung des Skilaufs gezeigt. Im Krone-Theater in Titisee-Neustadt und im Kino im Alten Wiehrebahnhof in Freiburg sind sogar einige richtige Skifilm-Klassiker zu sehen. Darunter ist auch „Das Wunder des Schneeschuhs“ von den Freiburgern Sepp Allgeier und Arnold Fanck von 1930, die es mit ihrem Stummfilm damals sogar bis an den Broadway geschafft haben. Als Höhepunkt zum Ende der Reihe zeigt das Krone-Theater die neuesten Wintersport-Filme aus dem Schwarzwald, die von einer Jury prämiert werden und anschließend von allen Anwesenden an der Indoor-Schneebar gefeiert werden.

Die Besucher erwartet die einmalige Kulisse des Feldbergs.© Hochschwarzwald Tourismus GmbH

Sportliche Highlights

Bei einer Jubiläumsfeier des Wintersports dürfen natürlich die sportlichen Events nicht fehlen. In den Orten Hinterzarten, Todtnau, Notschrei und Schonach finden mehrere Sport-Events und Wettkämpfe für Jedermann statt: Verschiedene Langlauf-Rennen, „Jugend trainiert für Olympia“ oder die Jubiläumsausgabe des „Todtnauer Hinterwald-Infernos“, dem längsten Ski-Abfahrtsrennen Deutschlands, laden zur Teilnahme ein. Zum Zuschauen warten ebenfalls einige Highlights auf die Besucher. Los geht es im Januar mit dem FIS Snowboardcross Weltcup: Vom 22. bis 24.01.2016 treten die weltbesten Snowboardcrosser am Feldberg in Sechser-Gruppen gegeneinander an. Die spektakulären Parcours-Rennen mit Sprüngen und Überholmanövern in Steilkurven sind bei Zuschauern besonders beliebt. Außerdem werden in Titisee-Neustadt der FIS Weltcup der Skispringer im März 2016 sowie die Deutschen Alpinen Ski-Meisterschaft der Damen und Herren im April 2016 ausgetragen.

Historischer Festtag und Skirennen

Die eigentlichen Jubiläumstage für den Skilauf im Schwarzwald sind jedoch der 20. und 21.02.2016. An diesem Wochenende geht es am Feldberg besonders „historisch“ zu. Am Samstag findet die erste Deutsche Alpine Skimeisterschaft der Hebammen statt. In Reminiszenz an die Hebammen, die damals auf Skiern zu den werdenden Müttern sausten, dürfen bei diesen Meisterschaften tatsächlich nur Hebammen teilnehmen. Der Startschuss fällt um 12 Uhr am Seebuck, die Teilnehmergebühr beträgt 35 €.

Sie dominierte den Skirennsport in den 1930er Jahren: Christl Kranz.© Kreisarchiv Breisgau-Hochschwarzwald

Am Sonntag wird es dann noch eine Spur traditionsbewusster. Dann heißt es Skifahren im Stil von „anno dazumal“ im Look der 20er und 30er Jahre. Bei dem historischen Skirennen dürfen die Skifahrer nur in zeitgemäßer Montur – und nach Zahlung der Startgebühr von 12,50 € – antreten. Danach geht es zum klassischen Tanz-Tee in jenes Hotel, in dem einst der Ski-Pionier Pilet die Geburtsstunde des Skilaufs am Feldberg besiegelte: dem Feldberger Hof. Somit schließt sich der Kreis nach unglaublichen 125 Jahren Skigeschichte.

Wer also noch nicht weiß, wohin er diesen Winter reisen soll – die Jubiläumsevents im Schwarzwald sind definitiv eine unterhaltsame Option!

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