Mehr Abwechslung am Arlberg: Verbindung zwischen Lech Zürs und Warth-Schröcken

4. September 2013 - Nina Vogt

Wir schreiben das Jahr 1937, als in Österreich der erste Skilift eröffnet. Der kleine Ort Lech – einst ein reines Bergbauerndorf – startete damit in eine Zukunft als Tourismus-Destination. Im nahen St. Anton war es die Galzigbahn am Hausberg des Ortes, mit der man Geschichte schrieb. Sie war die erste für den Winterbetrieb konzipierte Seilbahn. Seit jeher gilt die Skiregion am Arlberg als Wiege des alpinen Skilaufs. In der kommenden Wintersaison 2013/2014 wird ein neues Kapitel in der Geschichte dieser traditionsreichen Region geschrieben. Aus insgesamt 280 Pistenkilometern werden 341. Und der Arlberg spielt so mit in der Riege der größten Verbundskigebiete. Möglich macht das der Zusammenschluss der Skigebiete von Lech Zürs und Warth-Schröcken.

 

Mit insgesamt 190 Pistenkilometern und 47 Liftanlagen entsteht dadurch das größte Skigebiet Vorarlbergs. Ein Zusammenschluss, der unter den Wintersportlern vor allem die Freerider sehr freuen wird. Denn galt der Arlberg bereits jetzt als Eldorado für Tiefschneefans, steht diesen nun ein noch größeres Terrain zur Verfügung. Und ein traditionsreiches noch dazu. Auf insgesamt rund 200 km Tiefschneeabfahrten kommt die Skiregion ab sofort. Schon Ende des 19. Jahrhunderts entdeckte ein Mann die Qualitäten des Gebietes Warth-Schröcken. Noch heute kann man den Spuren von Ski-Pionier und Pfarrer Johann Müller folgen. Die Pfarrer-Müller-Tour führt durch die Bergwelt von Warth-Schröcken und Lech und ist eine beliebte Skiroute der Region.

Eine Skifahrerin zeigt auf das Gebiet, in dem die Verbindung entsteht. © Ski Arlberg, Pool West

Aber fangen wir zunächst auf den Pisten an und nicht abseits davon. Möglich ist die neue Verbindung zwischen den Skigebieten durch den Auenfeldjet. 12 Millionen Euro wurden in den Bau dieser 10er-Gondel-Einseil-Umlaufbahn investiert. Eine Verbindung, so „sanft“ wie nur möglich. Denn das Alpgebiet „Auenfeld“ ist ein geschichtsträchtiges Hochplateau zwischen Lech und Schröcken. „Die einzigartige Naturlandschaft ist unser größtes Kapital als Tourismusregion“, erklärte Michael Manhart, Geschäftsführer der Skilifte Lech Ing. Bildstein GmbH. „Es war uns daher von Beginn an wichtig, dass wir eine Lösung für die Verbindung der Skigebiete finden, die nur sehr geringe Eingriffe in die Natur erfordert. Mit dem Auenfeldjet ist uns dies gelungen. Die neue Verbindung entsteht in guter Zusammenarbeit aller Skiliftbetreiber mit den Grundbesitzern, den Behörden und in Übereinstimmung mit dem Vorarlberger Tourismuskonzept.“ So entstanden keine neuen Skipisten, Bäume und hochalpine Vegetation blieben erhalten, Wasser- und Quellschutzgebiete wurden nicht beeinträchtigt. Die Bahn wurde mit möglichst wenigen Stützen am westlichen Rand des Auenfelds angelegt.

Profit aus der neuen Verbindung ziehen Inhaber von gleich 2 Skipässen: Der Pass „Ski Arlberg“ ermöglicht ab sofort den Zugang zu insgesamt 341 Pistenkilometern in den Skigebieten Warth-Schröcken und Lech Zürs sowie St. Anton, St. Christoph, Stuben und Klösterle/Sonnenkopf. Eine direkte Pisten- und Liftverbindung besteht dabei zwischen Warth-Schröcken und Lech Zürs sowie zwischen St. Anton, St. Christoph und Stuben. Inhaber des „3tälerpasses“, der im Bregenzerwald (mit Warth-Schröcken), im Großen Walsertal und dem Tiroler Lechtal gilt, können eine Wechseltageskarte kaufen und haben damit ebenfalls Zugang zum gesamten Gebiet von „Ski Arlberg“.

Ein Einblick ins Skigebiet von Lech.

Was diese Erweiterung für die jeweiligen Gäste bedeutete? Für die Skifahrer in Warth-Schröcken bedeutet die Verbindung zum Beispiel einen Zugang zum Weißen Ring. Die Skirunde in Lech Zürs gehört zu den legendärsten in den Alpen. Sie finden hier jedoch zum Beispiel auch beliebte Freeride-Spots wie den Trittkopf oder die landschaftlich reizvolle Madloch-Abfahrt. Mit Warth-Schröcken kommt für die Arlberger Skifahrer das schneesicherste Skigebiet Europas hinzu. Das hat zumindest die englische Zeitung „Daily Mail“ herausgefunden. Rund 11 m Neuschnee fallen hier pro Jahr. Beste Voraussetzungen für spannende Powder-Abfahrten. Zudem wartet das Skigebiet mit vielen Extras auf: dem LVS-Übungsfeld beispielsweise. Hier können Freerider den Umgang mit Lawinensuchgeräten trainieren. Zudem gewinnt die Skiregion am Arlberg einen weiteren Funpark hinzu. Zum Snowpark Lech und dem stanton park gesellt sich der Saloberpark. Die Funslope mit 2 Lines ergänzt das Freestyle-Programm.

Der Arlberg wird noch abwechslungsreicher. Tiefschnee-Fans freut es, Freestyler ebenso, aber auch Pistenfahrer, die nun noch mehr Auswahl haben. Und selbst Umweltschützer haben kaum Grund sich zu beschweren. Ein neues Kapitel mit Happy End!

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