Sommer am Berg – Gletschersafari am Pitztaler Gletscher

22. Juli 2014 - SnowTrex

Am Talabschluss ragt der Pitztaler Gletscher auf 3.440 m auf, im benachbarten Kaunertal bildet die Weissseespitze mit 3.518 m den Abschluss des Tals. Genug Territorium, um eine spannende Erkundungstour ins ewige Eis zu machen, wie zum Beispiel die Gletschereis-Safari am Pitztaler Gletscher.

Mondlandschaft oder Gletscher?

Auf Safari im ewigen Gletschereis

Willkommen in der „Welt des Steinbocks“ – so begrüßt das Pitztal seine Besucher. Das gehörnte Ziegentier ist in den Tiroler Bergen allgegenwärtig und somit auch das regionale Wahrzeichen. Beobachten kann man die Tiere auf den zahlreichen Wanderwegen, die sich in einem riesigen Netz um das Pitztal und das benachbarte Kaunertal spinnen. Hier wird jedoch noch eine ganz besondere Disziplin der Bergbegehung geboten: Die Gletschereis-Safari. Hoch oben auf den Höhenwanderwegen geht es auf geführten Touren direkt ins ewige Eis. Sowohl auf der Wildspitze als auch an der Weissseespitze liegen zwei große Gletschergebiete, in denen Aktive wunderbar Eiswandern- und Gletscherklettern können. Zusammen mit der Ferienregion Imst ergeben die Eisriesen beider Täler den „Gletscherpark“, in dem Wander- und Kletterfans in alpinen Höhenstufen von 900 bis 3.440 m ein umfangreiches Areal aus Eis und Stein vorfinden.

 Die Gletscherformationen sind teilweise extrem ausgeprägt.

Faszination Gletscherwelt

Das majestätische Gletschereis hat zu jeder Jahreszeit seinen ganz eigenen Reiz. Wo im Winter die Skiurlauber ihren Fahrspaß finden geht es im Sommer mit Steigeisen, Seilen und Karabiner in eine ganz andere Welt. Eine Gletscherbegehung gleicht ein wenig einem Spaziergang auf dem Mond. Die weite Eisfläche knirscht unter den Wanderstiefeln. Ummittelbar am Gletscher ragen immer wieder Gesteinsflächen mit gleichmäßigen Mustern hervor. Das Gestein wird hier durch das sich darüber bewegende Gletschereis geschrammt und erhält dadurch seine typische rillenförmige Oberfläche, den Gletscherschliff. Durch diese Erosion entstehen tolle Muster auf dem Fels und geben dem Gestein ein schönes Antlitz.

Unter der Oberfläche schimmert das Jahrhunderte lang gewachsene gefrorene Wasser hindurch. Hier und da züngeln große Gletschermoränen Richtung Tal und überall haben sich Gletschermühlen gebildet. Die spiralförmigen Hohlräume im Eis haben sich durch abfließendes Schmelzwasser geformt und geben der Szenerie etwas Mystisches. Mit jedem Schritt über das Gletschereis wird einem bewusster, auf welch mächtigem Naturwunder man da herumläuft.

 Das zerklüftete Gletschereis erstreckt sich über riesige Flächen.

Abenteuer Gletscherspalte

Noch deutlicher wird diese Empfindung, wenn es in die Eingeweide des Gletschers geht, direkt in die Gletscherspalte hinein. Besonders aufregend wird es beim Abseilen, indem man rückwärts an einer steilen Wand hinab in die kalten Katakomben dieses Eis-Kolosses einsteigt. Hier ist alles noch unwirklicher, und doch aufregend. Bei diesem Erlebnis im ewigen Eis vergisst man beinahe, dass man sich auf einer sommerlichen Tour befindet. Das Eisklettern wird auf geführten Touren und unter fachkundiger Anleitung durchgeführt. Man muss nicht unbedingt in die Eishöhlen absteigen, sondern kann auch auf den Kuppen der Gletscherberge einfach das unglaubliche Panorama genießen. Man wird in die Realität zurückgeholt, indem man den Blick vom Eis löst und in die Ferne schweifen lässt. Dann sieht man die steinernen Gebirgsketten rund herum, mit etwas Glück auch die Talsenke des Pitztals und den höchsten Bergsee Österreichs, den Riffelsee auf 2.232 m unter sich liegen.

Das Abenteuer Gletscherspalte kann beginnen.

Weitere Gletscher-Highlights

Auf den Wanderungen im Gletschergebiet gibt es außer Eis noch mehr zu sehen. Nur wenige Gehminuten vom Gletscherrestaurant Kristall am Mittagskogel entfernt steht die „Kapelle des weißen Lichtes“. Der Tiroler Künstler Rudi Wach hat dieses Kunstwerk aus Carrara-Granit erbaut, das 8,5 m hoch in die Gletscherwelt ragt. In der Kirche steht ein 975 kg schwerer Altar, das Türportal besteht aus Titan. Zur Stärkung können mehrere Hütten im Wandergebiet Rifflesee angesteuert werden, beispielsweise die Sunna Alm. Ihre Besonderheit ist die ökologische Energieeffizienz, denn die Hütte ist das höchstgelegene Passivenergie-Haus in Österreich. Das Restaurant bezieht seine Ressourcen aus den alternativen Energiequellen Erdwärme und Solarenergie.

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