Willkommen in Mayrhofen – im gemütlichen Zillertal!

13. Februar 2013 - Gudrun Schlösser

Der vielleicht schönste Sportplatz der Welt, ein Pfarrer, der die innere Ruhe auf der Piste findet und ein englisches Pub in einer alten Villa, deren Geschichte bis in die Zeit des Goldrausches zurückgeht  – das ist Mayrhofen!

Bei einem Besuch von Mayrhofen wird direkt deutlich, dass hier Vergangenheit und Moderne aufeinander treffen. In diesem lebendigen Ort bummeln Touristen durch exklusive Boutiquen, entspannen in einem der zahlreichen, schicken Cafés und präsentieren sich frei nach dem Motto: Sehen und gesehen werden! Auf dem Weg in das Skigebiet kann man von der Gondel aus seinen Blick über das gesamte Tal mit seiner traditionellen Architektur und den malerischen Häusern schweifen lassen. Diese sind nämlich alle im typisch tirolerischen Stil erbaut: ein schräges Dach mit Balkon und natürlich Geranien. Damit dieses schöne Ortsbild weiterhin erhalten bleibt, ist die Bebauung der Grundstücke gesetzlich geregelt und verhindert so, dass in Mayrhofen die ersten Wolkenkratzer entstehen. Trotzdem kann man hier den Wolken ein bisschen näher sein, erzählt Marion Pepeunig, Pressesprecherin des Tourismusverbandes Mayrhofen-Hippach. Man muss nur mit der Gondel gen Berge fahren…

Kurz vor unserem Treffen hat gerade der alljährliche „Almabtrieb“ stattgefunden. Bei der Wanderung der Bauern, die ihre, mit Blumen und Glocken geschmückten, Kühe von der Alm ins Tal führen, wird Tradition gelebt. Zahlreiche Besucher begleiten den Zug. Durch das Bewahren alter Bräuche kann es gelingen, den ursprünglichen Charakter des Dorfes dauerhaft zu erhalten. In unserer schnelllebigen Welt, in der Effizienz und Wirtschaftlichkeit eine sehr wichtige Rolle spielen, ist dies fast schon erstaunlich. In solch einer Atmosphäre besinnt man sich für einen Moment vielleicht auf die tatsächlich wichtigen Werte.

Natürlich leben Mayrhofen und die Menschen im Zillertal hauptsächlich von den Touristen, die zu mancher Jahreszeit die Zahl der Einheimischen bestimmt übersteigen. Das Angebot für die Bewohner ist aber nicht zu unterschätzen. Gerade in der Vorweihnachtszeit umgibt den Ort eine besondere Stimmung. Im Advent treffen sich die Menschen gerne in einer der vielen Holzhütten, genießen am offenen Kamin einen Glühwein und singen gemeinsam Weihnachtslieder. „Die Musik, die in dieser Jahreszeit gespielt wird, wird in den meisten Fällen mit akustischen Instrumenten und ohne elektrische Verstärkung gespielt, so dass eine sehr besinnliche Stimmung herrscht“, sagt Marion Pepeunig. Das Zillertal blickt aber allgemein auf eine sehr lange musikalische Tradition zurück. Das Weihnachtslied Stille Nacht, heilige Nacht verdankt seine weltweite Bekanntheit zum Beispiel den Geschwistern Strasser, die es vom Zillertal ausgehend in der Welt verbreiteten.

Neben Musik- und Schützenvereinen hat Mayrhofen auch einen Fußballverein zu bieten. Der SVG Mayrhofen spielt zwar „nur“ in der sechsten Spielklasse, aber es gibt nicht viele Spieler, die vor so einem Panorama trainieren dürfen. Der vielleicht schönste Sportplatz der Welt liegt im Talkessel umgeben von Bergen. Wer nach dem Skifahren oder Wandern noch nicht müde ist, sollte einmal auf dem Sportplatz vorbeischauen.

Ruhe und Besinnung kann man in Mayrhofen aber nicht nur zur Weihnachtszeit finden. Die Kirchengemeinde nimmt in dem kleinen Ort ebenfalls eine wichtige Rolle ein. Die Gemeinde sieht in der Kirche einen Ort, an dem man die Hektik des Alltags hinter sich lassen kann. Nur durch ihre Unterstützung war die notwendige Renovierung der Kirche möglich. Durch das Engagement der Gemeinde können außerdem die religiösen Traditionen bewahrt werden. Aber auch der Pfarrer Alois Moser, der seit 14 Jahren in Mayrhofen tätig ist, trägt viel zum aktiven Gemeindeleben bei. Neben dem Messangebot am Wochenende, engagiert er sich u. a. in der Jugendarbeit.

Gibt es denn in Mayrhofen auch außerhalb der Kirche einen Ort, an dem man zur Ruhe kommen kann? Wer könnte diese Frage besser beantworten als Pfarrer Moser, der selbst im Zillertal geboren ist. Ohne lange zu zögern kommt die Antwort ganz spontan. „Wenn ich im Lift Richtung Ahorn sitze, meinen Helm ausziehe, für einen Moment auf der Sitzbank entspanne und über das sonnige Tal blicke – dann spüre ich eine ganz besondere Stille.“ Als Einheimischer kennt er das Skigebiet wie seine Westentasche. „Besonders belohnt wird man, wenn man morgens früh aufsteht. Denn dann ist man fast alleine auf der Piste“, so Moser. Ein weiteres, gut bewahrtes Geheimnis ist die Fahrt mit der Gerentbahn ins Skigebiet. Der Andrang ist in den meisten Fällen überschaubar und die Bahn hat eine sehr hohe Kapazität. Pfarrer Moser ist glücklich und dankbar in dieser besonderen Umgebung seine Tätigkeit ausüben zu dürfen. „Ich bin froh hier zu sein und es ist schön jährlich wiederkehrende Gäste in den Messen zu sehen und zu treffen.“ Viele kommen besonders gerne zu den Messen hoch in den Bergen, zu denen die Gemeinde gemeinsam wandert. Die Besucher haben dort die Möglichkeit zu sich selbst zu finden und den anderen Besuchern nahe zu sein. Auf solch einer Wanderung, ähnlich dem Pilgern, kommen ganz andere Gespräche auf. Man geht einen Teil des Weges gemeinsam, unterhält sich oder wandert in Stille alleine. Jedes Jahr am zweiten Sonntag im September treffen sich beispielsweise rund 300 Zillertaler und Südtiroler auf dem Hundskeljoch, um gemeinsam eine Bergmesse zu feiern. Für das gemütliche Beisammen sein im Anschluss an die Messe, bringen die Menschen Käse, Butter und Speck mit.

Es gibt in Mayrhofen aber auch noch einen anderen Ort, an dem man – zwar auf etwas andere Art und Weise – zur Ruhe kommen kann. Bereits von außen wird einem klar, um was für eine Art Kneipe es sich handeln muss. Eine rote Telefonzelle – typisches Symbol für Großbritannien – lässt einen erahnen, das man vor einem Pub steht. Spätestens, wenn man den Namen Scotland Yard liest, ist jeder Zweifel beseitigt. Peter Krenslehner und Manuela Kircher betreiben in dieser alten Villa ein typisch britisches Pub: Die Einrichtung ist eher düster, dunkle Wände und Holztische. In der Ecke wird Dart gespielt und es gibt renommierte Sorten Bier vom Fass. Auch das Haus hat eine besondere Geschichte, die bis in die Zeit des Goldrauschs zurückgeht. Nach seiner erfolgreichen Rückkehr aus dem nordamerikanischen Klondike lies Johann Kröll 1905 die Villa erbauen. Seitdem hat die Villa schon viele Zwecke erfüllt. Lange Zeit wurde sie als Pension betrieben, bevor sie im zweiten Weltkrieg vielen Menschen als Zufluchtsort diente. 1966 wurde sie sogar in eine Polizeidienststelle umgewandelt, bevor der jetzige Besitzer die Villa 1985 kaufte und das Pub einrichtete. Seither ist das Scotland Yard ein beliebter Treffpunkt für Ski- und Snowboardfahrer, die den Tag mit netten Leuten, einem guten Bier und einer frisch gebackenen Pizza gemütlich ausklingen lassen möchten. Neben zahlreichen englischsprachigen Gästen, kommen die Leute von überall, viele jedoch aus Russland, Schweden oder den Niederlanden, sagt Steve Coleman, Mitarbeiter des Scotland Yard. Wir möchten unseren Gästen einen Ort bieten, an dem man entspannen kann. Es gibt genug bunte Après-Ski und Sportsbars in Mayrhofen, in denen man feiern kann. Bei uns ist es möglich sich in aller Ruhe zu unterhalten und die Zeit zu genießen, so Coleman.

Seit sechs Jahren kommt Coleman ins Zillertal, vor drei Jahren entschied er sich einfach dort zu bleiben. Dem gebürtigen Engländer war eine Woche Snowboardurlaub im Jahr zu wenig. Während eines Urlaubs in Mayrhofen stellte er sich vor, wie es wäre, hier zu leben. Da ihm das Scotland Yard während seiner Urlaube sehr gut gefallen hatte, bewarb er sich und bekam kurze Zeit später ein Jobangebot. Seitdem genießt er es morgens früh mit der Penkenbahn ins Skigebiet zu fahren und mit etwas Glück super Pulverschnee und damit beste Bedingungen für Snowboarder vorzufinden.

Ein anderes Highlight, das man nicht verpassen sollte, findet jedes Jahr im April statt. Beim sogenannten Snowbombing ist in Mayrhofen eine Woche Party angesagt. Dann treten zahlreiche berühmte Künstler wie z. B. Grandmaster Flash, Prodigy und Dizzee Rascal auf und verwandeln den kleinen Ort in eine einzige Bühne.

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