Sicherheit beim Skifahren – das A und O für Spaß auf der Piste

21. Mai 2013 - Gudrun Schlösser

Der Winter rückt immer näher und man macht sich die ersten Gedanken über den nächsten Skiurlaub. Im Vordergrund steht dabei natürlich die Frage wann, wohin und mit wem man fahren möchte. Ist der Skiurlaub in trockenen Tüchern und das Abfahrtsdatum steht kurz bevor, sollte man sich spätestens auch Gedanken über die Sicherheit beim Skifahren und eng damit verbunden über die Ausrüstung machen.

Obwohl der Deutsche Skiverband von Saison zu Saison einen Rückgang der Skiunfälle verzeichnen konnte, werden sich die rund 41.000 Skifahrer, die sich dennoch bei Unfällen verletzt haben, mit dieser Statistik nur wenig trösten können. Die Ursachen für die Unfälle sind sehr vielfältig und oftmals, neben eigenem Verschulden, auch auf das Fehlverhalten anderer zurückzuführen. Die Fédération Internationale de Ski (FIS) entwickelte aus diesem Grund zehn Regeln, die zu mehr Sicherheit auf den Skipisten beitragen sollen. Sie gelten als Verhaltenskodex. Jeder Skifahrer sollte diese Regeln kennen und befolgen.

Die 10- FIS-Verhaltensregeln:

  1. Rücksichtnahme auf die anderen Skifahrer und Snowboarder
  2. Beherrschung der Geschwindigkeit und Fahrweise unter Berücksichtigung der Witterungs-, Gelände- und Schneeverhältnisse sowie dem „Verkehrsaufkommen“
  3. Wahl der Fahrspur ohne Gefährdung Anderer
  4. Überholen nur, wenn für andere Fahrer ausreichend Raum ist
  5. Einfahren, Anfahren oder wechseln der Fahrtrichtung lediglich, wenn die Piste „frei“ ist
  6. Anhalten ausschließlich an übersichtlichen Stellen
  7. Auf- und Abstieg zu Fuß nur am Pistenrand
  8. Beachtung der Markierungen und Signale
  9. Hilfeleistung bei Unfällen ist verpflichtend
  10. Ausweispflicht im Falle eines Unfalles

Um die Unfallrate weiter zu senken und der eigenen Sicherheit zu Liebe, gibt es jedoch weitere Tipps, die man vor und während des Skiurlaubs beherzigen sollte.

Die meisten Urlauber beschäftigen sich vor dem Skiurlaub mit der bereits angesprochenen Frage zu welchem Zeitpunkt, in welches Skigebiet und mit wem man reisen möchte. In direktem Anschluss an die allgemeine Planung und Organisation beziehungsweise am besten schon weit im Voraus, sollte man mit der körperlichen Vorbereitung auf das Skifahren starten. Ein häufiger Grund für Unfälle ist erfahrungsgemäß mangelnde Fitness des Skifahrers, der sich nach einem Jahr Pause unvorbereitet wieder auf die Bretter stellt. Um dem Vorzubeugen, ist es sinnvoll sich schon frühzeitig mit skispezifischen Übungen und der Verbesserung der allgemeinen Sportlichkeit zu beschäftigen. Das Thema Fitness begleitet einen jedoch durch den ganzen Urlaub. Viele Urlauber kommen mit so viel Vorfreude auf den Berg, dass sie sich überschätzen und in den ersten Tagen des Skiurlaubs überfordern. Ein langsamer und entspannter Wiedereinstieg gibt dem Körper Zeit sich an die veränderten äußeren Bedingungen wie Höhe, Luft, Sonne, Temperatur etc. und die ungewohnte Bewegung zu gewöhnen. Es ist besser, die ersten Tage langsam zu beginnen und bei Ermüdungserscheinungen die Piste früher zu verlassen, als den nächsten Arzt aufsuchen zu müssen. Statistisch erwiesen passieren die meisten Unfälle nämlich in den Nachmittagsstunden. Dann lassen Fitness, Konzentration und Reaktion allmählich nach. Noch dazu kommt der häufige Konsum von Alkohol, der für viele zu einem gelungenen Skiurlaub dazu gehört. In Form von Après-Ski ist das in Maßen sicherlich in Ordnung, doch sollte dieser tatsächlich erst nach Verlassen der Piste beginnen. Die Auswirkungen von bereits geringen Mengen Alkohol auf den eigenen Körper sind nicht zu unterschätzen. Neben dem negativen Einfluss von Alkohol auf das eigene Sehvermögen, die Konzentration und Koordination, werden zudem die Reaktionsfähigkeit und das Risikobewusstsein vermindert und damit die Gefahr der Selbstüberschätzung sowie der Fehleinschätzung von Situationen erhöht. Dieser Gefahr sollte man sich stets bewusst sein und im Zweifel lieber die Gondel zurück ins Tal nehmen.

Die Ausrüstung kann, neben der körperlichen Konstitution, ebenfalls einen erheblichen Beitrag zu einem unfallfreien Skiurlaub leisten. Dabei beschränkt sich die Ausrüstung nicht nur auf gut sitzende Skischuhe und dem eigenen Können entsprechende Ski. Ein Skihelm und eine Skibrille gehören heute zusätzlich in jede Skitasche. Insbesondere durch das inzwischen sehr weit verbreitete Tragen von Skihelm und –brille sind die Zahlen schwerer Unfälle deutlich zurückgegangen. Der Helm ist nicht nur ein Schutz bei möglichen Unfällen, sondern schützt den Körper noch dazu vor dem Auskühlen, da die meiste Wärme über den Kopf verloren geht. Außerdem haben sich die Helme inzwischen von einem zweckmäßigen Kopfschutz zu einem stylischen Kopfschmuck entwickelt. Aus ästhetischen Gründen muss man also nicht mehr auf einen Helm verzichten. Beim Kauf sollte man sich jedoch in jedem Fall professionell beraten lassen und einige wichtige Dinge beachten. Allgemeinen ist es sinnvoll Skihelm und Skibrille aufeinander abzustimmen, da die eine Passform die andere bedingt. Ein guter Sitz des Helmes und der Brille ist die Grundvoraussetzung, da man das eine oder andere sonst als störend empfindet und nicht tragen wird. Ein Helm oder eine Brille, die im Schrank liegen bleibt, nützt einem jedoch im Falle wenig weiter.

Die europäische Union hat für Skihelme eine Prüfnorm (EN 1077) entwickelt, die eine ausreichende Stoßdämpfung und Durchstoßfähigkeit garantiert. Es empfiehlt sich in jedem Fall beim Kauf auf diese Norm zu achten. Außerdem spielen, wie bereits erwähnt, Passform und Gewicht eine wichtige Rolle. Der Helm darf nicht zu locker sitzen, da er sonst verrutschen könnte. Ein zu schwerer Helm wirkt sich negativ auf die Nackenmuskulatur aus. Gute Belüftungsmöglichkeiten sowie ein weicher und angenehmer Kinnriemen sind ebenfalls Kennzeichen eines guten Skihelmes.

Die Lebensdauer eines Skihelmes ist jedoch auch begrenzt. Durch die Witterung und die erhebliche UV-Strahlung im Gebirge verliert die Schale ihren Schutz. Daher sollte ein Helm nach 3-5 Jahren ausgetauscht werden. Nach einem Sturz oder Unfall ist ein sofortiger Austausch angeraten, auch wenn keine Beschädigungen sichtbar sind, da kleine Risse etc. oftmals mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind.

Wie bereits erwähnt sind Skihelm und –brille untrennbar miteinander verbunden. Beim Kauf der Brille gibt es ebenfalls Einiges zu beachten. Eine professionelle Beratung ist in jedem Fall ratsam. Die Grundvoraussetzung ist auch bei der Skibrille eine gute Passform, welche individuell abhängig von der Kopfform ist. Das Sichtfeld sollte groß genug sein und die Brille am Rand gut abschließen. Essentiell ist ein guter UV-Filter, da die UV-Belastung in den Bergen viel höher ist. Schnee- und Eiskristalle reflektieren die Sonnenstrahlen vielfach, wodurch, neben der Haut, auch die Augen geschädigt werden können. Qualitätsgeprüfte Produkte weisen daher das CE-Zeichen auf. Die Skibrille schützt aber nicht alleine vor der UV-Strahlung, sondern auch vor Zugluft, Schneeverwehungen oder allgemeinem Niederschlag. Daher sollte eine Skibrille bei jedem Wetter getragen werden und immer eine klare Sicht garantieren. Im Optimalfall verfügt man – je nach Wetterlage – sogar über unterschiedliche Brillen. Durch eine gute Brille lässt sich die Unfallgefahr in jedem Fall zusätzlich reduzieren. Bei schlechtem Wetter oder diffusem Licht fährt man selbst sicherer und nimmt sein Umfeld uneingeschränkt wahr, wenn man über eine beschlagfreie und klare Sicht verfügt.

Um sich ganz optimal zu schützen, empfiehlt sich das Tragen eines Rückenprotektors. Auch hier entscheidend: die Passform. Der Protektor muss die gesamte Wirbelsäule bis zum Steißbein abdecken. Er sollte ebenfalls eine gute Luftzirkulation ermöglichen, da der Körper durch zu starkes Schwitzen auskühlen könnte. Für Skifahrer, die Tiefschnee fahren oder den Funpark nutzen wollen, ist das Tragen eines Rückenprotektors unbedingt empfehlenswert. Dennoch ist er natürlich auch für alle anderen sinnvoll, da er im Falle eines Unfalles zusätzlichen Schutz bietet.

Wenn jeder Skifahrer diese Tipps ernst nimmt und sich dementsprechend verhält, wird die Unfallrate hoffentlich weiter zurückgehen und der eigene Skiurlaub ein voller Erfolg werden. Man will doch schließlich nur mit schönen Erinnerungen und nicht mit einem gebrochenen Bein nach Hause zurückkommen…

 

Quelle:

http://www.fis-ski.com

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