Sicherheit beim Skifahren – 10 Tipps für den Skiurlaub

5. Juli 2017 - Katharina Teudt

Sicherheit geht vor! Für einen sorglosen Skiurlaub gibt es von der gründlichen Urlaubsvorbereitung bis zum Verhalten auf der Piste viele Dinge zu beachten. SnowTrex hat wichtige Tipps für einen sicheren Skiurlaub zusammengestellt.

Sicherheit ist das oberste Gebot – auch im Skiurlaub.

Reisevorbereitung

  • Packliste erstellen
  • Material checken
  • Auto inspizieren

Eine Skireise will gut geplant sein. Gerade beim Packen werden gerne auch mal Dinge vergessen: das Ladekabel fürs Smartphone, die Reiseapotheke mit Schmerzmitteln, Toilettenartikel, die schön warme Ski-Unterwäsche. Es empfiehlt sich daher, zur Vorbereitung eine Packliste zu erstellen. Auch der frühzeitige Materialcheck ist wichtig, gerade bei Familien mit Kindern: passen die Skischuhe noch, sind die Skier zu kurz oder ist mal wieder ein Skiservice fällig? Autofahrer sollten ihren PKW gründlich checken. Stimmt der Reifendruck, sind funktionstüchtige Schneeketten im Gepäck, sitzt der Dachgepäckträger für die Skier fest? Wenn alles passt und das Gepäck vollständig ist, kann es losgehen.

Versicherungsschutz

  • Auslandskrankenversicherung
  • Reiserücktritt oder -abbruch
  • Materialbruch und Ski-Diebstahl

Wer aktiv Ski fährt und hochwertige Sportgeräte benutzt, sollte sich in vielerlei Hinsicht absichern – und zwar privat. Viele Versicherungen zahlen nicht, wenn ein Schaden im Ausland entsteht, elementar ist daher eine Auslandskrankenversicherung. Meist sind es nur ein paar Euro, die Sie zum Reisepaket dazu zahlen, dadurch aber eine ambulante und stationäre Behandlungen, den Rücktransport oder eine nötige Zahnbehandlung geleistet werden. Weiterhin empfehlenswert sind Versicherungen gegen Materialbruch, den Skidiebstahl (etwa vor der Skihütte) sowie den Reiserücktritt oder -abbruch.

>> Mehr über Versicherungsschutz im Skiurlaub

Fitness und Selbsteinschätzung

  • Sportliche Kondition aufbauen
  • Regelmäßig dehnen
  • Rücksichtsvoll fahren

Ein Grund für Skiunfälle ist erfahrungsgemäß mangelnde Fitness des Skifahrers, der sich nach einem Jahr Pause unvorbereitet wieder auf die Bretter stellt. Um dem Vorzubeugen ist es sinnvoll, sich schon frühzeitig mit Ski-spezifischen Übungen zu beschäftigen. Das Thema Fitness begleitet einen jedoch durch den ganzen Urlaub. Viele Urlauber kommen mit so viel Vorfreude auf den Berg, dass sie sich überschätzen und in den ersten Tagen des Skiurlaubs überfordern. Ein langsamer und entspannter Wiedereinstieg gibt dem Körper Zeit, sich an die veränderten äußeren Bedingungen zu gewöhnen. Es ist besser, die ersten Tage langsam zu beginnen und bei Ermüdungserscheinungen die Piste früher zu verlassen.

FIS-Pistenregeln

  • Umsichtig und nicht zu schnell fahren
  • Nur am Pistenrand pausieren
  • Im Notfall Hilfe leisten

Jeder Wintersportler ist dazu angehalten, die 10 goldenen Verhaltensregeln auf der Piste einzuhalten. Rund 41.000 Skifahrer verletzen sich jedes Jahr bei Unfällen auf der Piste. Die Ursachen für die Unfälle sind sehr vielfältig und oftmals, neben eigenem Verschulden, auch auf das Fehlverhalten anderer zurückzuführen. Die Fédération Internationale de Ski (FIS) entwickelte aus diesem Grund zehn Regeln, die zu mehr Sicherheit auf den Skipisten beitragen sollen. Sie gelten als Verhaltenskodex. Jeder Skifahrer sollte diese Regeln kennen und befolgen.

Helmpflicht

  • Skihelm und -brille passgenau aufeinander abstimmen
  • Österreich: Helmpflicht für Jugendliche bis 15 Jahren
  • Italien: Helmpflicht für Jugendliche bis 14 Jahren

Der Skihelm gehört mittlerweile zur Ausrüstung wie Stöcke oder Handschuhe. Die Ausrüstung trägt, neben der körperlichen Konstitution, einen erheblichen Beitrag zu einem sicheren Skiurlaub bei. Ein Skihelm und eine Skibrille gehören daher obligatorisch ins Ski-Gepäck. In den Skinationen Österreich und Italien gibt es für Jugendliche bis 14 Jahren eine Helmpflicht. Erwachsenen wird das Tragen dringend empfohlen. Der Helm ist nicht nur ein Schutz bei möglichen Unfällen, sondern schützt den Körper noch dazu vor dem Auskühlen, da die meiste Wärme über den Kopf verloren geht. Außerdem haben sich die Helme inzwischen von einem zweckmäßigen Kopfschutz zu einem stylischen Kopfschmuck entwickelt. Aus ästhetischen Gründen muss man also nicht mehr auf einen Helm verzichten.

Der passgenaue Sitz von Helm und Brille ist wichtig für Komfort und Sicherheit.

Sicheres Material

  • Regelmäßiger Ski-Service
  • Z-Wert prüfen und Bindung einstellen lassen
  • Skischuhe nicht älter als 8 Jahre

Intaktes Material und guter Skiservice unterstützen eine sichere Fahrt. Laut einer Studie im Auftrag des DSV ist fast jeder fünfte Skiunfall auf fehlerhafte Ausrüstung zurückzuführen. Der Materialcheck sollte also zu den elementaren Vorbereitungen vor bzw. im Skiurlaub gehören. Mindestens einmal pro Jahr sollten Skibesitzer ihrem Material einen guten Skiservice gönnen, ideal ist es ein oder zweimal pro Ski-Woche. Kantenschleifen und Wachsen macht die Skier langlebig und verbessert die Kontrolle über den Ski. Auch die Bindungseinstellung sollte geprüft und ggf. der Z-Wert neu eingestellt werden. Nur sauber und minutiös eingestellt löst die Bindung bei einem Sturz richtig aus und schützt vor Verletzungen.

Eingetragene Skischuhe sind zwar bequem, aber das Material ermüdet mit den Jahren und kann brechen. Daher empfiehlt es sich bei regelmäßigem Gebrauch, alle paar Jahre ein neues Modell anzuschaffen.

Körperschutz

  • Rückenprotektor für Freerider
  • Hand- und Gelenkschoner für Freestyler

Um sich optimal zu schützen, empfiehlt sich das Tragen eines Rückenprotektors. Auch hier entscheidend: die Passform. Der Protektor muss die gesamte Wirbelsäule bis zum Steißbein abdecken. Für Skifahrer, die im Tiefschnee oder durch den Funpark fahren, ist das Tragen eines Rückenprotektors unbedingt empfehlenswert. Für Freestyler sind zudem Hand- und Gelenkschoner sinnvoll. Auch immer mehr Pistenfahrer tragen Rückenschutz, um sich gegen unerwartete Zusammenstöße und Stürze zu wappnen.

Alkoholkonsum

  • Angetrunken Skifahren ist absolutes No-Go!
  • Après-Ski nur im Tal feiern

Im Skigebiet gilt gleiches wie beim Autofahren: Verantwortungsbewusstes Fahren und Alkoholkonsum schließen sich aus. Betrunkene Après-Ski-Fans haben auf der Piste nichts zu suchen. Reaktion und Koordination dieser Risiko-Sportler sind beeinträchtigt und sie gefährden nicht nur sich, sondern alle Verkehrsteilnehmer. Alkohol ist auf den Skihütten allgegenwärtig und häufig geht kein Weg an einem Glas guten Wein zum Essen oder einem Bier zum Anstoßen vorbei. Der intensive Alkoholgenuss sollte jedoch unbedingt auf das Après-Ski im Tal verlegt werden.

Pistennotruf

  • 140 in Österreich
  • 118 in Italien
  • 15 in Frankreich
  • 1414 in der Schweiz

Die Nummer der Pistenrettung sollte jeder im Handy gespeichert haben. Für die Bergrettung in Österreich wäre das die 140, die Schweizerische Rettungsflugwacht REGA erreicht man unter der 1414, die Unfallrettung in Italien unter der 118 und der Notruf in Frankreich ist schlicht 15. Wer sich das alles nicht merken möchte, der kann sich stets an den europäischen Notruf unter 112 wenden, der das Hilfegesuch dann weiterleitet.

Sicher ins Gelände

  • Lawinen-Bericht checken
  • Lawinen-Ausrüstung ins Gepäck
  • Respekt vor der Natur wahren

Geländekenntnis, Lawinen-Ausrüstung, Respekt – das sind die Schlagworte, die sich jeder Freeskier einprägen und im Backcountry auch beherzigen sollte. Der aktuelle Lawinenbericht ist vor jeder Geländefahrt gewissenhaft zu checken. Jeder Freeskier sollte mit LVS-Gerät, Schaufel und Sonde immer das Notfall-Kit dabei haben und die Ausrüstung auch anwenden können. Unabdingbar ist auch der Respekt vor der Natur bei jeder Geländeabfahrt. Bäume beschädigen oder Tiere verschrecken sind hier absolute No-Gos. Sicheres Off-piste-Fahren wird in speziellen Kursen gelehrt und die Lawinenverschütteten-Suche kann in vielen Skigebieten in abgesteckten Lawinensuchfeldern geprobt werden.

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