Gut geschützt auf die Piste – Helm und Protektoren kaufen

30. Juli 2013 - Nina Vogt

Die Zahl der jährlichen Skiverletzungen hat sich seit der Wintersaison 1979/1980 halbiert. Das geht aus den Statistiken der Auswertungsstelle für Skiunfälle (ASU) der ARAG Sportversicherung und der Stiftung Sicherheit im Skisport (SIS) hervor. Auch die Zahl der Schädelhirntraumata ist demnach zurückgegangen. Ein Grund dafür: Protektoren und Helme gehören mittlerweile für viele Wintersportler selbstverständlich zur Ausrüstung. So hat der Deutsche Skiverband (DSV) ermittelt, dass rund 75 Prozent der erwachsenen und 96 Prozent der unter 15-jährigen Alpinskifahrer mit Helm unterwegs sind. Nach dem Kopf sind Wirbelsäule, Schulter- und Lendenbereich die nächsten lebenswichtigen Körperteile, die Wintersportler schützen sollten.

Wer eine neue Schutzausrüstung kaufen möchte, dem gibt der DSV einige Ratschläge an die Hand:

 

Helmkauf

Nur ein Helm, der optimal sitzt, aber auch gefällt, wird auch getragen. Deswegen spielt beim Kauf die Optik eine Rolle, entscheidendes Kriterium ist jedoch die Passform. Der Helm muss also auf jeden Fall anprobiert werden  – und zwar zusammen mit der eigenen Skibrille. Die Brille sollte im Stirnbereich bündig mit dem Helm abschließen und nicht auf das Nasenbein drücken. Wer sich unsicher ist, sollte Helm und Brille ruhig einige Minuten tragen, um herauszufinden, ob wirklich nichts stört.

Gute Helme verfügen laut DSV über einen Nackengurt, der sich mithilfe einer Drehschraube individuell anpassen lässt, über ein Isoliersystem und eine gute Luftzirkulation. So kann der Helmträger je nach Temperatur die Einstellungen anpassen. Der Kinnriemen des Helms sollte insbesondere im Kinn- und Verschlussbereich gut gepolstert und natürlich längenverstellbar sein. Als Orientierung dient Käufern die DIN-Norm EN 1077, die einem Helm ausreichenden Schutz für Wintersportler auf der Piste attestiert.

Wichtig: Ist der Helm nach einem Sturz defekt, muss er unbedingt ausgetauscht werden.

 

Zum Helm gehört die passende Brille

Nicht nur der Kopf benötigt Schutz, auch die Augen – wenn auch nicht in erster Linie vor Verletzungen. Eine gute Skibrille schützt vor UV-Strahlen und vermeidet starke Blendungen. Zudem hält sie Fahrtwind und Schnee vom Auge fern. Neben der Bündigkeit mit dem Helm sollten Wintersportler auf einen dichten Abschluss am Gesicht achten. Das A und O ist jedoch ein ausreichendes Sichtfeld: Die Polsterung der Brille darf dieses nicht einschränken.

Das Glas – optimaler Weise eine Doppelverglasung aus Kunststoff – sollte eine Antibeschlag-Beschichtung haben und einen UV-Schutz bis 400 nm.

Die Farbe der Brillengläser beeinflusst auch das Sehvermögen – gerade bei schlechten Wetterbedingungen. So machen Gläser in Orange oder mit Blaufilter bei Schneefall oder Nebel Sinn, da sie die Kontraste verstärken. Bei starkem Sonnenschein empfiehlt der Deutsche Skiverband dunkle (eventuell verspiegelte) Gläser. Mittlerweile bieten einige Hersteller sogar Varioscheiben an, deren Tönung sich bei abrupt wechselnden sonnigen und schattigen Pistenabschnitten binnen Sekunden auf das neue Licht einstellt.

 

© Deutscher Skiverband

Den Rückenprotektor kaufen

Die Wirbelsäule ist neben dem Kopf eine der empfindlichsten Stellen des Menschen. Aus diesem Grund ist ein Rückenprotektor eine wertvolle Anschaffung. Wichtig ist es, ihn beim Kauf anzuprobieren – und dabei seinen Sitz bei Bewegungen zu testen. Abfahrtshocke, Rumpfdrehungen – der Protektor sollte dabei möglichst wenig rutschen. Ob es eine Weste oder ein reiner Protektor sein soll, ist Geschmackssache. Bedenken sollten Sportler, dass eine Weste auch immer ein zusätzliches Kleidungsstück ist – also eher suboptimal für alle, die schnell schwitzen. Wer sich für eine Weste entscheidet, sollte darauf achten, dass sie waschbar ist.

Eine Hilfe bei der Auswahl bietet laut dem DSV die PSA-Richtlinie 89/686/EWG. Der TÜV Süd hat damit – zusätzlich zu der für Motorsport-Protektoren geltenden CE-Norm EN 1621-2 – für Ski-Protektoren ein spezielles Prüfprogramm entwickelt.

Nach einem Sturz sollte der Protektor ersetzt werden, da die Dämpfungswirkung vermindert ist.

 

Noch mehr Schutz durch Crash Pants

Gerade für Freestyle-Anfänger, die erstmals im Funpark auf Rails und Boxen unterwegs sind, ist die Anschaffung einer Protektorhose – oder Crash Pant – sinnvoll. Sie schützt Hüfte, Becken, Gesäß, Steißbein sowie Vorder- und Rückseite des Oberschenkels. Wichtigstes Kriterium beim Kauf ist der Tragekomfort – die Hose darf den Fahrer nicht in seinen Bewegungen einschränken. Es gibt Crash Pants, bei denen relevante Stellen mit einem Softprotektor aus Schaummaterial geschützt werden, und solche, die an den wichtigsten Stellen noch durch Kunststoffplatten verstärkt sind. Diese Platten sollten herausnehmbar sein.

Da die Protektorhose direkt über der Skiunterwäsche sitzt, sollte sie aus atmungsaktivem Material bestehen – und aus hygienischen Gründen waschbar sein.

 

Derart ausgerüstet kann es mit gutem Gewissen ab auf die Piste gehen. Aber nicht vergessen: Kein Protektor dieser Welt schützt vor übermütigem Verhalten. Rücksicht, Vorsicht und eine gesunde Selbsteinschätzung sind noch immer die wichtigsten Begleiter auf der Piste.

 

Quelle: www.dsv.de

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