Zu alt zum Skifahren? NEIN!

2. Januar 2014 - Katharina Teudt

Mit zunehmendem Alter fragen sich viele Skiläufer, ob es vernünftig ist, sich noch auf die Bretter zu stellen. Einige verzichten bereits seit Jahren auf diesen wunderbaren Wintersport, weil sie sich haben verunsichern lassen. Zu Unrecht! Die nicht mehr ganz so Jungen sollten lediglich einige Grundsätze beachten. Dann aber steht einem uneingeschränkten Skivergnügen nichts mehr im Weg – auch mit 70!

Zum gesundheitlichen Aspekt: Bewegung an der frischen Luft tut immer gut, jedoch ist eine sorgfältige körperliche Vorbereitung unerlässlich. Als ideale Vorbereitung gilt seit eh und je die Skigymnastik. Auch Walking, Aerobic und jede andere Sportart, bei der auch hinreichend gedehnt wird, sind nützlich. Das Skifahren selbst trägt dazu bei, dass sich Gleichgewicht, Kraft und Ausdauer, Geschicklichkeit und Bewegungskoordination verbessern.

Material-Check: Moderne Carving-Ski erleichtern Schwünge

Die alten Bretter im Keller sollten nicht mehr benutzt werden. Im Laufe der Jahre hat sich hinsichtlich Material viel getan. Der moderne Carving-Ski ist durch seine Taillierung und Kürze wendiger. Er entlastet damit insbesondere das Kniegelenk. Die Jethose und die wattierte Jacke dürfen in die Altkleidersammlung. Heute hält hochwertige wind- und wasserdichte Hightech-Kleidung aus Microfaser und Fleece wirklich warm.

Sportliche Vorbereitung ist gemacht, Kleidung und Skimaterial sind auf dem neuesten Stand. Fehlt jetzt nur noch ein geeignetes Skigebiet. Die Ansprüche der Best Ager an ein Skigebiet sind andere als die der jüngeren Generation. Ein übersichtliches Skigebiet mit einem großen Anteil an blauen und roten sowie breiten Pisten ist ideal. Lieber ein kleineres Skigebiet wählen als eins, aus dessen Hütten rund um die Uhr Techno-Musik schallt. Ruhe, herrliche Ausblicke und leckeres Essen – das sind die Ansprüche, auf die die ältere Generation in punkto Mittagspause Wert legt.

Das Skigebiet von Chamrousse.

Skigebiete, die diese Kriterien erfüllen, sind in Österreich z. B. Berwang, Lofer und die Wildkogel-Arena. In Frankreich sind Saint Francois-Longchamp, Chamrousse, Châtel und Super Dévoluy empfehlenswert. In Italien gefallen Kronplatz und Alta Badia besonders gut. Und die Schweiz bietet mit der Schatzalp in Davos einen sogenannten „slow mountain“, ein entschleunigtes Skigebiet, in dem nicht künstlich beschneit wird. Fast alle bieten für Senioren Skipassermäßigungen an. Manche locken auch mit Wiedereinsteiger-Kursen. Übrigens hat sich auch beim Liftkomfort in den letzten Jahren viel getan. Viele Sessellifte haben Wetterschutzhauben und manche sind sogar beheizt.

Wenn man nun endlich (wieder) oben auf dem Berg steht, ist behutsames Vorgehen angesagt. Man muss niemandem etwas beweisen, am wenigsten sich selbst. Falscher Ehrgeiz und unrealistische Selbsteinschätzung sind fehl am Platze. Sich Zeit lassen, Pausen einlegen, die fantastische Bergwelt bewundern – das ist die korrekte Vorgehensweise. So wird das Skilaufen auch für die Nicht-Profis zum außerordentlichen Vergnügen und zum Genuss für alle Sinne.

Im Skigebiet von Super Dévoluy.

Das Skilaufen ist vorbei, aber der Tag ist noch nicht zu Ende. Wie wäre es mit einem Saunagang oder einer Runde schwimmen? Dies ist in einem schönen Wellness-Hotel möglich. Zusätzlich werden meistens wohltuende Massagen, Beautybehandlungen und ausgleichende Fitnessmöglichkeiten angeboten. Für einen Tag Auszeit oder einen Bummel am Abend sollten im Ort schöne Einkaufsmöglichkeiten und gute Restaurants vorhanden sein. Denn die Entspannung und der Genuss nach dem Skilaufen sind genauso wichtig wie das Skilaufen selbst.

Also, auf geht’s!

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