Wintersport im Alter – Infos und Tipps

5. September 2017 - Carla Meyer

Mit zunehmendem Alter fragen sich viele Schnee-Liebhaber, ob es vernünftig ist, sich noch auf die Bretter zu stellen. Einige verzichten bereits seit Jahren auf Ski- oder Langlauf, weil sie sich haben verunsichern lassen. Zu Unrecht! Wenn aus medizinischer Sicht nichts dagegen spricht (abchecken!) und man ein paar Grundsätze beachtet, dann steht dem Wintersport auch im Alter nichts im Weg.

Top-fit: Françoise Stahel ist die älteste Teilnehmerin beim Engadiner Ski Marathon.

Den Körper vorbereiten

Zum gesundheitlichen Aspekt: Bewegung an der frischen Luft tut immer gut, jedoch ist eine sorgfältige körperliche Vorbereitung unerlässlich. Als ideale Vorbereitung gilt seit eh und je die Skigymnastik. Auch Walking, Aerobic und jede andere Sportart, bei der auch hinreichend gedehnt wird, sind nützlich. Das Skifahren selbst trägt dazu bei, dass sich Gleichgewicht, Kraft und Ausdauer, Geschicklichkeit und Bewegungskoordination verbessern.

Vorbilder suchen

Vorbilder sind immer ein Ansporn – wie zum Beispiel Françoise Stahel. Sie ist wohl die Vorzeige-Sportlerin was Wintersport im Alter betrifft. Seit 1969 ist die mittlerweile 80-Jährige bei jedem Lauf des Engadiner Skimarathons dabei. Keine andere Frau auf der Welt hat öfters an diesem Langlauf-Wettkampf teilgenommen als sie. Sie sagt ganz deutlich: „Ich spüre das Alter schon, besonders am Morgen fühle ich mich manchmal etwas steif». Doch ihre glühende Leidenschaft für den Wintersport ist stärker und so trainiert die gebürtige Französin nach wie vor regelmäßig. Schließlich steht 2019 das Jubiläum des Engadiner Skimarathons an – dann wird Françoise Stahel 82 Jahre alt sein und vermutlich wie heute noch behaupten: „Nach jedem Lauf fühle ich mich in einem unglaublichen Hoch.“

Material-Check

Im Laufe der Jahrzehnte hat sich hinsichtlich des Materials viel getan. Der Alpin-Ski ist durch seine Taillierung und Kürze deutlich wendiger als früher. Er entlastet damit insbesondere das Kniegelenk. Auch der Langlauf-Ski ist kürzer geworden: Früher oftmals noch über 3 m lang orientiert er sich heute an der Körpergröße des Langläufers. Zur optimalen Ausstattung gehören dann neben einem Helm (zumindest beim Alpin-Ski) noch eine hochwertige wind- und wasserdichte Hightech-Kleidung aus Microfaser und Fleece.

Die richtige Ausrüstung ist extrem wichtig.

Das passende Ski- und Loipengebiet

Die Ansprüche der Best Ager an ein Skigebiet sind andere als die der jüngeren Generation. Ein übersichtliches Skigebiet mit einem großen Anteil an blauen und roten sowie breiten Pisten ist beim Alpin-Skifahren ideal. Lieber ein kleineres Skigebiet wählen als eines, aus dessen Hütten rund um die Uhr Techno-Musik schallt. Ruhe, herrliche Ausblicke und leckeres Essen – das sind die Ansprüche, auf die die ältere Generation in punkto Mittagspause Wert legt. Skigebiete, die diese Kriterien erfüllen, sind in Österreich z. B. Berwang, Lofer und die Wildkogel-Arena. In Frankreich sind Saint Francois-Longchamp, Chamrousse, Châtel und Super Dévoluy empfehlenswert. In Italien gefallen Kronplatz und Alta Badia besonders gut. Und die Schweiz bietet mit der Schatzalp in Davos einen sogenannten „slow mountain“, ein entschleunigtes Skigebiet, in dem nicht künstlich beschneit wird. Fast alle bieten für Senioren Skipassermäßigungen an. Manche locken auch mit Wiedereinsteiger-Kursen. Übrigens hat sich auch beim Liftkomfort in den letzten Jahren viel getan. Viele Sessellifte haben Wetterschutzhauben und manche sind sogar beheizt.

Das Skigebiet Châtel bietet sich für ein entspanntes Skifahren an.

Auch für Langläufer, die es nicht allzu ambitioniert angehen lassen möchten, bieten sich eine Menge Möglichkeiten: In Deutschland ist zum Beispiel das Berchtesgadener Land und die Region Oberstdorf zu empfehlen. In Österreich kommen gemütliche Langläufer beispielsweise im Stubaital und in der SkiWelt Wilder Kaiser-Brixental auf ihre Kosten. Und auch die italienische Langlaufregion Nr. 1 im Hochpustertal mit über 200 Loipenkilometern ist eine Reise wert.

Nicht übertreiben

Wenn man nun endlich (wieder) am oder auf dem Berg steht, ist behutsames Vorgehen angesagt. Man muss niemandem etwas beweisen, am wenigsten sich selbst. Falscher Ehrgeiz und unrealistische Selbsteinschätzung sind fehl am Platz. Sich Zeit lassen, Pausen einlegen, die fantastische Bergwelt bewundern – das ist die korrekte Vorgehensweise. So wird das Ski- oder Langlaufen auch für die Nicht-Profis zum außerordentlichen Vergnügen und zum Genuss für alle Sinne.

Immer wichtig: Pausen einlegen!

Den Tag entspannt ausklingen lassen

Das Skilaufen ist vorbei, aber der Tag ist noch nicht zu Ende. Wie wäre es mit einem Saunagang oder einer Runde schwimmen? Dies ist in einem schönen Wellness-Hotel möglich. Zusätzlich werden meistens wohltuende Massagen, Beautybehandlungen und ausgleichende Fitnessmöglichkeiten angeboten. Für einen Tag Auszeit oder einen Bummel am Abend sollten im Ort schöne Einkaufsmöglichkeiten und gute Restaurants vorhanden sein. Denn die Entspannung und der Genuss nach dem Skilaufen sind genauso wichtig wie das Skilaufen selbst.

 

Mehr erfahren zu den Themen Welcher Ski passt zu mir? & Wellness im Skiurlaub.

  • Dienstag, 05. September 2017
  • Autor: Carla Meyer
  • Kategorie: Wintersport
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