Was ist eigentlich Boardercross?

5. Oktober 2017 - Carla Meyer

Seit einigen Jahren bei versierten Snowboardern sehr beliebt und auch spannend mit anzuschauen ist das sogenannte Boardercross, auch „Snowboardcross“ genannt. Die Abfahrtsform bietet maximalen Fahrspaß für all diejenigen, die actionreich die Piste runter wollen, und ist zugleich ein spektakulärer Wettkampfsport. SnowTrex zeigt, worauf es ankommt.

Boardercross-Weltcup in Schruns.

Für fortgeschrittene Snowboarder gibt es kaum eine spannendere Abfahrtsform als das Crossfahren, auch SBX oder BoarderX genannt. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Hindernisparcours und Abfahrtsrennen, bei dem mehrere Snowboarder eine begrenzte Spur mit Freestyle-Elementen durchfahren. Auf den speziell präparierten Strecken in den Skigebieten wird nicht nur trainiert, sondern auch ernsthaft um den Sieg gekämpft: Seit 2006 ist der Sport unter anderem Olympische Disziplin.

Actionreiche Herausforderung im Skigebiet

Wer als Snowboarder die Herausforderung sucht, der begibt sich jenseits der „normalen“ Pisten am besten einmal auf eine Boardercross-Strecke. Boardercross ist eine Abfahrtsform, bei der sich mehrere Boarder gleichzeitig in Fahrkönnen- und Geschwindigkeit messen. Um den Sport einmal auszuprobieren, muss man kein Voll-Profi sein: In den Skigebieten gibt es oft Beginner-Cross-Strecken, die dank einer einfachen Fahrlinie für jedermann befahrbar sind. So können auch weniger Erfahrene einmal über die Wellen und durch die Steilkurven düsen. Wer fortgeschritten ist und sich etwas besser auskennt, für den gibt es schwierigere Spuren, auf denen man neben der Schnelligkeit auch das Fahrgeschick und das Stehen von Tricks auf Hindernissen unter Beweis stellen kann. Dazu liegen kleine Sprünge, Buckel oder Tunnel auf dem Weg, die es geschickt zu um- oder überfahren gilt. Ziel dabei ist es, die Gegner, die gleichzeitig mit einem selbst starten, zu überholen. Auf Boardercross-Strecken tummeln sich übrigens auch Skifahrer, die Skicrosser. Für sie gelten die gleichen Regeln wie für Snowboarder. Beide Varianten, Skicross und Boardercross, dienen nicht nur als besonderer Pistenspaß im Skigebiet, sondern sind zugleich ein actionreicher Wettkampfsport.

Boardercross als Wettkampfsport

Beim Boardercross treten vier oder sechs Snowboarder gleichzeitig an und fahren gegeneinander einen Parcours, der mit Schanzen, Kurven, Senken, Absätzen und Toren gespickt ist. Dabei zeigen die Profis all ihr Trickreichtum, um die Hindernisse schneller und galanter als ihre Mitstreiter zu bewältigen. Da es quasi keine Einschränkungen gibt, ist die Verletzungsgefahr nicht unerheblich. Die Fahrer tragen daher ausreichend Körperschutz in Form von Protektoren und einen Motocross-ähnlichen Sturzhelm mit Kinnschutz. Snowboardcross ist eine Disziplin beim Snowboard-Worldcup, bei der Ski- und Snowboard-WM sowie seit 2006 bei den Olympischen Winterspielen. Außerdem gibt es unter anderem den Snowboardcross-Weltcup sowie den FIS Ski- und Snowboardcross Europacup.

Boardercross und Skicross in Les Menuires.

Beliebte Boardercross-Strecken

Frankreich

Das französische Les 2 Alpes gilt als Paradies für Snowboarder. Die unzähligen Freeride-Möglichkeiten und der riesige Funpark sprechen für sich. Da darf natürlich auch der Boardercross nicht fehlen, der hier gleich mit zwei Fun-Strecken vertreten ist. Die eine Strecke ist sehr freestyle-lastig mit vielen Sprüngen und Rails, die andere ein Family-Cross mit moderateren Elementen. Ein weiterer Anlaufpunkt für Boardercrosser in Frankreich ist außerdem das riesengroße Skigebiet Les Trois Vallées. Hier wimmelt es nur so von Cross-Strecken: Im Family Park in Courchevel sind Snowpark und Boardercross zusammen angelegt, so dass Einsteiger die leichte Wellenbahn nehmen können und Fortgeschrittene auch mal auf die Kicker und Rails nebenan wechseln. Auch im BK Park in Les Menuires warten in 2.500 m Höhe am Sessellift La Becca zwei Strecken für Rookies und Pros. Im Parcours von Val Thorens legen die Boardercrosser auf einer Länge von 1,4 km über 350 Höhenmeter zurück und nehmen dabei Whoops, Tables, Sprünge und erhöhte Kurven mit.

In Les 2 Alpes kommen Boardercrosser auf ihre Kosten.

Italien

Im italienischen Livigno geht es auf zwei Boardercross-Lines besonders bunt zu. Im Carosello-Skigebiet gibt es mit dem Boarder Zoo einen Funpark mit Boardercross für Familien. In dem kinderfreundlichen Cross-Parcours stehen lebensgroße Tiersilhouetten auf der Piste. Gleich nebenan, beim Snowpark Carosello, wartet der Boarder Banzai, in dem sogar große Schaumstoffhindernisse zum Hindurchfahren sowie Geschicklichkeitstests aufgebaut sind. Die Strecke besitzt außerdem viele Steilkurven, Bodenwellen und starkes Gefälle.

Österreich

Im Skicircus von Saalbach-Hinterglemm wartet am Bernkogel ein moderner Ski- und Boardercross. Ausgeklügelt und erbaut hat ihn Boardercross-Profi Mario Fuchs. Hier kommen gerne mal Profi-Snowboarder zum Training vorbei und auch offizielle Wettkämpfe finden hier statt. In der Olympia Skiworld Innsbruck, genauer gesagt in Kühtai am Alpenrosenlift, liegt der KPark. Auch hier darf der Boardercross mit dem üblichen Setup nicht fehlen. Die Strecke befindet sich oberhalb der Superpipe (die übrigens eine Höhe von 7,2 m hat), auf der ab und an auch Snowboardcross-Events stattfinden. Gleich neben der Skiregion Innsbruck liegt das Stubaital mit seinem beliebten Familien-Gletscher. Hier lädt an der Murmelbahn der BIG Family Boardercross alle Kinder und deren Eltern auf eine abwechslungsreiche Strecke mit Wellenbahnen und Steilkurven ein.

Schweiz

Auch in der Schweiz lässt man sich in Sachen Boardercross nicht lumpen. Ein Beispiel ist der Boardercross im Skigebiet Toggenburg im Kanton St. Gallen. Hier geht es ab der Startrampe rund 700 m durch sichelförmige Steilwandkurven, über Doppel- und Dreifach-Wellen, Step-ups, Corner Jumps und RS-Schwünge. Diese Line wird täglich präpariert, von den Betreibern allerdings nur für Fortgeschrittene empfohlen. Auch in Laax gibt es am Crap Sogn Gion (2.252 m) einen Beginnerpark mit Kidscross sowie einen ausgewachsenen Boardercross im Ils Plauns Snowpark.

 

  • Donnerstag, 05. Oktober 2017
  • Autor: Carla Meyer
  • Kategorie: Wintersport
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