Von Abfahrtshocke bis Zirbenschnaps: ein Wintersport-ABC

14. August 2014 - Nina Vogt

Ja, es ist hart. Bis zum Start der nächsten Wintersaison dauert es noch ein wenig. Schnee gibt es gerade wenn überhaupt nur auf den Gletschern. Um das Warten zu verkürzen, wollen wir für Erheiterung sorgen – und Erinnerungen wecken. Aus den Gedanken an den vergangenen Winter habe ich ein persönliches Wintersport-ABC erstellt – vollkommen subjektiv und ohne jeglichen Anspruch auf Vollständigkeit. Aber eben mit viel Augenzwinkern.

– A –

Abfahrtshocke Das ist die Trainingsübung, die die Oberschenkel so brennen lässt wie eine Abfahrt auf der Harakiri-Piste. Zigmal in Telegym-Videos bei Mädels in Glanz-Leggins und Body gesehen und heute immer noch so effizient wie damals.

Après-Ski Französisch, heißt übersetzt „Nach dem Ski“. Hier ist der Interpretationsspielraum groß: von starkem Alkoholkonsum inklusive hemmungslosen Tanzbewegungen und ebenso hemmungslosem Flirten bis hin zum einfachen gepflegten Radler nach der letzten Abfahrt. Kann beides Spaß machen.

Atemlos… … durch die Nacht. Dauerbrenner von Helene Fischer. Durfte in der vergangenen Wintersaison in keinem Après-Ski-Schuppen fehlen.

– B –

Buckelpiste Des einen Traum, des anderen Albtraum. Unpräparierte bzw. ausgefahrene Piste, die der Oberschenkelmuskulatur und den körpereigenen Stoßdämpfern einiges abverlangt. Für Könner kein Problem, für Anfänger ein Grund, den Skitag auf der Stelle zu beenden.

– C –

Carving Die passenden Carving-Skier machen es möglich: Kurvenfahren auf der Skikante, tief in der Hocke. Vor allem auf breiten, perfekt präparierten Pisten ein Genuss. Aber Achtung: Auf der Kante wird’s ganz schön schnell!

– D –

Disco Fox Standardtanz, besonders gerne ausgeführt zu Schlager-Titeln wie dem unter „A“ genannten. Das „Eins-Zwei-Tep“ kriegt auch in schweren Skischuhen jeder hin. Also fast zumindest.

Darth Vader Vater von Luke Skywalker. Und der Zwilling aller Wintersportler, wenn es in die Minus-Grade geht. Denn mit Helm, Skibrille und Gesichtsmaske könnte ein jeder von ihnen für eine Rolle im nächsten „Star Wars“-Film vorsprechen.

Donut Fettiges, amerikanisches Gebäck mit Loch in der Mitte. Hat auf der Piste deswegen nichts zu suchen. Kann aber auch für einen bestimmten Trick von Skifahrern stehen: Die schaffen es dabei auf den Kanten – siehe Punkt „C“ – in einem Schwung einen kompletten Kreis zu fahren.

– E –

Einkehrschwung Dieser Schwung hat nichts mit den Schwüngen auf der Piste zu tun, denn er findet abseits dieser statt. Und zwar auf der Hütte. Am besten in Begleitung eines Heißgetränks und eines landestypischen Mahls.

Einfädeln Hat nichts mit Omas Nähkasten zu tun. Und ist für Sportler wie unseren Trexperten Felix Neureuther oder seinen Kollegen Fritz Dopfer seit den Olympischen Spielen 2014 das Unwort des Jahres. Vornehmlich beim Slalom gerät dabei die Slalomstange zwischen die beiden Latten. Eigentliches Ziel ist es, die Stange mit beiden zu umfahren. Denn sonst heißt es: Disqualifikation.

– F –

Flying Hirsch Englisch, heißt übersetzt „fliegender Hirsch“. In-Getränk der Après-Ski-Gänger seit einigen Jahren. Ein Glas Energydrink mit einem schwimmenden kleinen Kräuterschnaps. Schmackofatz…

Funpark Der Teil des Skigebietes, vor dem der Großteil der Wintersportler staunend stehen bleibt. Spielplatz für große und kleine Kinder, die sich auf diversen Obstacles – Neudeutsch für „Hindernisse“ – austoben. Auf halsbrecherische Art und Weise. Seit Slopestyle in diesem Jahr olympisch geworden ist, kann auch Jedermann benennen, welche Tricks dort in der Luft oder an Rails & Co. ausgeführt werden. Nur den Cracks vorbehalten.

– G –

Germknödel Skiurlaub in Österreich geht eigentlich nicht ohne. Genossen wird er im Optimalfall auf einer urigen Hütte, an einem Plätzchen in der Sonne und mit extra viel Vanillesoße. Ein Traum aus Teig und Pflaumenmarmelade.

© Josef Türk jun. | pixelio.de

Gondel Befördert die Wintersportler auf den Berg. Ist manchmal Schauplatz für Völkerverständigung und Begegnungen mit besonders lustigen Menschen. Und sollte niemals als Transportmittel vom Berg hinab genutzt werden! Es sei denn du willst ein Warmduscher sein. Na gut, oder die Talabfahrt ist nicht vorhanden…

– H –

Helene Fischer Siehe unter„A“. Schlager-Interpretin. Freundin von Florian Silbereisen. Und trotzdem schämt sich niemand mehr, lauthals bei ihren Liedern mitzusingen.

Heliskiing Traum eines jeden Skifahrers oder Snowboarders. Für die Großverdiener unter ihnen sicher auch ein erreichbarer. Für die anderen eher nicht. Die müssen sich eben doch mit dem gemeinen Lift abgeben.

Helm Kopfschutz. Seit Michael Schumachers Sturz wieder in aller Munde. Heutzutage aber auch ein Accessoire – das hat die ISPO gezeigt.

– I –

Icebar Der Name ist Programm: eine Bar komplett aus Eis. Der neuste Schrei und in immer mehr Orten zu finden ebenso wie…

… Iglus Ganze Dörfer davon sind in manchen Skigebieten entstanden. In vielen kann man sogar übernachten, manche sind nur als Bars konzipiert. Back to the roots.

– J –

Jägermeister Kräuterschnaps. Wird im Skigebiet gerne in Verbindung mit Energydrinks getrunken (siehe unter „F“). Macht ihn aber nicht leckerer…

Jethose Eng anliegende Skihose mit Elastan-Anteil. DER Trend der 80er Jahre. Dass die längst vorbei sind, scheint manchem Wintersportler – männlich wie weiblich – entgangen zu sein.

– K –

Kaiserschmarrn Köstliches Teiggericht, das in Österreich als Nachtisch oder auch als Hauptgericht serviert wird. Teigfetzen, Rosinen, Apfelmus oder eine ähnliche süße Beilage – und der gemeine Wintersportler ist glücklich.

Kontrastverstärkend Wer eine Skibrille mit diesem Prädikat trägt, der hat den Durchblick. Auch bei schlechten Sichtverhältnissen. Überraschende Schneehaufen, die man vor lauter Weiß nicht gesehen hat, sind damit Geschichte. Brauche ich unbedingt!

© zefart/shutterstock.de

Kunstschnee Die Rettung für alle Wintersportler in Zeiten von schneearmen Wintern.

– L –

Latten Umgangssprachlich für Skier.

Lumumba Heißer Kakao mit einem Schuss Rum. Beliebtes Après-Ski-Getränk.

© XiXinXing/shutterstock.de

Lebensgefühl Das ist Wintersport für viele, die ihn ausüben. Skifahrer oder Snowboarder ist man mit Leidenschaft – oder einfach gar nicht.

Leberkäs-Semmel Am besten mit warmem Leberkäse und viel Senf. Der beste Snack für den Skitag. Serviert vor allem in Österreich und Bayern.

– M –

Müsliriegel Bester Proviant für die Piste. Passt auch in jede Skihosentasche.

– N –

Neuschnee Verleitet im Urlaub selbst gestandene Männer dazu, sich zu freuen wie ein Kleinkind. Der einzig wahre Grund, um früh morgens aus dem Bett zu kriechen.

Nachtskifahren Skifahren von 9 bis 16.30 Uhr – das reicht den Wintersportlern heute nicht mehr. Deswegen gibt es im Großteil der Skigebiete mindestens eine beleuchtete Piste. Beim Nachtskifahren geht es nicht um die große Auswahl, sondern um das Erlebnis.

– O –

Overall Siehe „Jethose“. Doch der Overall ist heute vor allem dank großer Boarder-Labels wieder salonfähig. Vielleicht nicht unbedingt in den bunt gemusterten Versionen der 80er. Doch auch diese darf man als seltene Exemplare ab und an noch auf den Pisten bewundern. Oder am eigenen Vater, der ihn – entgegen aller Proteste der Angetrauten – noch immer jeden Winter zum Schneefegen rausholt…

Offpiste Weg von der Piste und ab in den Tiefschnee (siehe „Powder“). Die Wintersportgemeinschaft gibt sich längst nicht mehr nur mit dem klassischen Pistenangebot der Skigebiete zufrieden.

– P –

Pommes und Pizza Ja, man kann beides sicher auch auf den meisten Hütten als Mittagessen bestellen. Doch für Snowboarder haben diese beiden Wörter auch noch eine andere Bedeutung als die kulinarische: Denn als Pommes und Pizza bezeichnen diese im ewigen Zwist mit den Skifahrern schlicht und einfach deren Skistellung. Pommes die Parallelstellung und Pizza der Schneepflug.

© mezzotint/shutterstock.de

Powder Feinster, neu gefallener Tiefschnee. Wer seine Kurven hier zieht, der fühlt sich wie auf dem Surfbrett.

Panda Bezeichnung für die im Skiurlaub übliche Markierung, die Sonne in Verbindung mit der Skibrille gerne im Gesicht der Wintersportler hinterlässt.

– Q –

Quiksilver Label für Boarder- und Surfer-Wear und mein persönlicher finanzieller Ruin… Zumindest das Frauen-Label Roxy.

– R –

Radler Das beste Après-Ski-Getränk: kalt, durstlöschend, süß und nur mit kleinem Alkohol-Anteil.

Rocker Der wichtigste Material-Trend der vergangenen Jahre: der Rocker-Ski. Schaufel und teils auch Skienden sind aufgebogen. Der Vorteil: Das Kurvenfahren wird einfacher, das Verkanten schwieriger.

– S –

Schlepplift Eine der ersten Liftformen. Und deswegen heute bei vielen Wintersportlern gegenüber den modernen und mit Sitzheizung ausgestatteten Gondeln und Sesselbahnen als veraltet betrachtet. Besonders beliebt bei Snowboardern – weil der Anker so schön in den Oberschenkel einschneidet…

Schirmbar Die gängigste Form der Après-Ski-Location. Bar, großer Sonnenschirm, Hocker – fertig!

Skihalle Bayern und Österreicher lachen gerne über die Flachland-Tiroler und ihre Skihallen. Und doch gibt es immer mehr dieser Indoor-Pisten. Vorteil für uns Flachland-Tiroler: Wenn wir wollen, können wir so das ganze Jahr über fahren. Auch wenn das Gefühl zugegebenermaßen bei Weitem nicht dasselbe ist…

Saisonopening Das wird in den meisten Skigebieten mittlerweile groß gefeiert. Und dabei versucht man sich gegenseitig mit großen Namen zu übertreffen. Jedes Jahr unter den Siegern dieses Wettbewerbs: Ischgl mit seinen Top of the Mountain Konzerten.

Shredden Einer dieser vielen neudeutschen Ausdrücke, die die Freestyle-Szene eingeführt hat. Heißt aus dem Englischen wörtlich übersetzt so viel wie „Zerkleinern“. Und im übertragenen Sinne bedeutet es, so lange Pisten, Tiefschneehänge und Funparks zu befahren, bis das Board oder die Skier brechen. Das passiert aus Liebe zu den Brettern allerdings in den wenigsten Fällen.

Schneepflug Eine Skistellung, die vor allem den Anfängern bekannt ist. Nicht elegant, aber effektiv beim Vermeiden hoher Geschwindigkeiten.

Skigymnastik Siehe „Abfahrtshocke“ – eine Übung, die zu den Klassikern der Skigymnastik gehören. Sollte ein jeder Wintersportler vor dem Urlaub machen, raten Experten. Vergessen die meisten aber irgendwie jedes Mal. Was nicht selten dazu führt, dass sie sich am zweiten Urlaubstag vor Muskelkater kaum bewegen können…

– T –

Tellerlift Die noch fiesere Variante des Schleppliftes – zumindest für Snowboarder. Ist einfach nicht für die Fahrt auf einem Brett geeignet.

– U –

Unbequem „Das Beste am Skifahren ist das Schuhe ausziehen“, hat mein Vater mal gesagt. Recht hatte er. Denn so schön sie auch durch Hightech-Verfahren an den Fuß angepasst sein mögen – Skistiefel können einfach nicht bequem sein…

– V –

Verbundskipass Eine der genialsten Erfindungen der Wintersportwelt. Mehrere, meist benachbarte Skigebiete tun sich zusammen und verkaufen einen gemeinsamen Skipass. Lohnenswert für jeden, der Abwechslung liebt und sich in einem Skigebiet schnell langweilt. Zu den bekanntesten gehören sicherlich Dolomiti Superski und Ski amadé.

– W –

Whiteout Ein meteorologisches Phänomen und gleichzeitig der Alptraum für jeden Wintersportler. Denn das Ergebnis dieses Wetterphänomens ist weiß. Ein nahtloses Weiß. Die Grenzen zwischen Piste und Horizont, zwischen ebener Fläche und Schneehaufen verschwimmen. Da hilft oft auch die kontrastverstärkende – siehe unter „K“ – Brille nicht mehr…

Wade Neben den Oberschenkeln der Körperteil, der nach den ersten Tagen auf der Piste zumindest bei Skifahrern mit Abstand am meisten schmerzt.

– X –

X-Games Extremsport-Wettbewerb und einer der wichtigsten für die Freestyle-Szene. Sie finden im Sommer und im Winter statt. Im Winter treten die Größen der Szene auf dem Snowboard, auf Skiern und dem Schneemobil an. Action garantiert!

– Y –

Yeti Die Legende vom Schneemenschen. Ob es ihn wirklich gibt? Wir wissen es nicht. Also: Augen auf in den Bergen!

– Z –

Zipflbob Das Trendgerät auf der Rodelbahn. Eine kleine kufenlose Sitzfläche mitsamt einem Haltegriff, der auch als Bremse genutzt wird. Mittlerweile gibt es sogar einen offiziellen Zipflbob Weltverband.

Zirbenschnaps Spezialität aus Österreich. Riecht wie ein Tannenwald oder ein Saunaaufguss. Und schmeckt auch so. Es soll Menschen geben, die das mögen…

© gorillaimages/shutterstock.de

Zauberteppich Dieser liegt nicht auf dem Boden, sondern im Schnee. Und er hat nicht viel mit dem herkömmlichen Bodenbelag zu tun. Denn es handelt sich dabei um ein Fließband, das die kleinen Ski-Zwergerl hoch auf den Berg – bzw. den Anfängerhügel – bringt.

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