Tipps für Ski- und Snowboard-Anfänger

28. Juli 2016 - Alexandra Arendt

Endlich mal Skifahren lernen? Oder vielleicht doch lieber Snowboard? Ist das überhaupt sinnvoll, wenn man nicht bereits als Kind die ersten Schwünge in den Schnee gesetzt hat? Wir sagen Ja! Jeder kann Skifahren und Snowboarden lernen. Mit unseren Einsteiger-Tipps helfen wir Ihnen bei der Vorbereitung auf den ersten Winterurlaub und zeigen, was man beachten sollte, damit Spaß auf der Piste vorprogrammiert ist.

Aller Anfang kann schwer sein. Muss er aber nicht. Egal ob Kind oder Spätzünder – wer sich richtig vorbereitet, kann den ersten Skiurlaub voll und ganz genießen. Wichtig ist, dass die Vorbereitung bereits frühzeitig beginnt.

Kinder lernen neue Sportarten besonders leicht. © gorillaimages – shutterstock.de

Fitness erleichtert den Einstieg

Wer sich bereits fit hält, wird es deutlich leichter haben mit dem Skifahren oder Snowboarden zu beginnen und kann außerdem Verletzungen vorbeugen. Auch wenn Sie noch nie im Schnee unterwegs waren, Training über das ganze Jahr zahlt sich aus. Mit den Tipps aus unserer Magazin-Serie „Fit für den Winter“ werden Sie fit für die Piste, egal ob Anfänger oder geübter Wintersportler. Vorbereiten kann man sich zum Beispiel mit Nordic Walking, Joggen, Inlineskating, Skateboarden, Radfahren sowie Skigymnastik, Krafttraining oder Yoga.

Das richtige Skigebiet wählen

Die Wahl des Skigebietes trägt maßgeblich zum Spaßfaktor im Urlaub bei. Anfänger sollten kleinere, überschaubare Skigebiete wählen. Wer nicht von Ferienzeiten abhängig ist, sollte die stark frequentierten Schulferien und die Karnevals- bzw. Faschingszeit meiden. Besonders gut für Anfänger sind zum Beispiel die österreichischen Skigebiete Zell am See oder Fügen oder Kaprun geeignet. Über unseren Skigebietsberater können Sie die besten Pisten für Anfänger suchen und Ihren Skiurlaub danach ausrichten – Leihmaterial und Kurse können Sie oft gleich mit reservieren.

Ski oder Snowboard?

Diese Frage stellt sich vielen Neulingen. Für viele Einsteiger ist Skifahren erst einmal leichter zu lernen, weil die Körperhaltung auf Skiern natürlicher ist als auf einem Board. Beim Boarden steht man mit beiden Beinen fest in den Bindungen des Snowboards, was besonders bei weniger sportaffinen Anfängern zu Unsicherheiten führen kann. Skibewegungen sind erstmal weniger fremd, da man die Beine unabhängig voneinander bewegen kann. Wer allerdings bereits Erfahrungen mit Sportarten wie Surfen oder Skaten hat, wird mit dem Einstieg auf dem Snowboard sehr gut zurechtkommen. Ansonsten: Testen Sie einfach einmal beides und schauen, was besser zu Ihnen passt. Snowboard-Neulinge sollten jedoch auch bedenken, dass der Ein- und Ausstieg aus dem Lift erst einmal schwierig sein kann und Übung erfordert.

Ski oder Snowboard? Auch innerhalb der Familie kann jeder wählen, was am besten passt. © SolStock – istockphoto.com

Lernen bei den Profis

Wer schnell Erfolgserlebnisse beim Skifahren oder Snowboarden erzielen will, für den ist ein Kurs sehr empfehlenswert. Hier kümmern sich ausgebildete Lehrer, die individuelle Fehlerquellen schnell erkennen, um die Anfänger. Eine gute Skischule lässt bei Kindern bis 6 Jahren Gruppengrößen von maximal 8 Teilnehmern, bei Anfängern ab 6 Jahren 10 Teilnehmer zu. Ein Qualitätskriterium in Deutschland ist laut Deutschem Skiverband (DSV) das Gütesiegel „Profi-Schule“. In Frankreich stellt sich die Frage der Skischulwahl nicht: Die Lehrer der ESF (école de ski française) haben ein staatliches Diplom.

Bestens informiert

Wer sich auf die Piste wagen möchte, der kann sich bereits vorab mit Ausrüstung,  „Fachvokabular“ und mit den Pistenregeln vertraut machen. Also ruhig im Sportgeschäft oder bei Wintersport-affinen Freunden nachfragen: Welche Ausrüstung brauche ich auf der Piste? Was sollte ich bei der Auswahl des Materials beachten? Wo gibt es Unterschiede? Welche Arten von Liften gibt es eigentlich? Wie lese ich einen Pistenplan?

Kleider machen Leute

Die richtige Wintersportbekleidung hält warm – und trocken. Wichtig ist, dass Hose und Jacken ausreichend Bewegungsfreiheit zulassen. Die Materialien sollten eine Wassersäule von mindestens 5.000 mm haben – die Wasserdichtigkeit von Kleidung wird als Wassersäule in Millimetern angegeben. Als wasserdicht gilt nach europäischer Norm EN 343 eine Wassersäule von 1300 mm. Wintersportler setzen zudem auf atmungsaktive Materialien und Funktionsunterwäsche, die Feuchtigkeit abtransportieren. Sinnvoll ist auf der Piste das Zwiebelprinzip aus mehreren Schichten: So können Wintersportler beispielsweise am wärmeren Nachmittag oder nach intensiven ersten Übungen eine Schicht ausziehen und verhindern zu starkes Schwitzen.

Leihen oder kaufen?

Gerade Anfänger und Gelegenheitsfahrer profitieren von Leih-Material. Ist die Begeisterung für den Sport doch nicht so groß, sind Mietkosten geringer als der Kaufpreis. In den Skiorten gibt es kompetente Anlaufstellen, bei denen man vom Board bzw. den Skiern über Schuhe bis zum Helm alles ausleihen kann. Die Vorteile: individuelle Beratung, die Möglichkeit eines schnellen Ski-Tausches und neuste Technik. Die Möglichkeit der individuellen Beratung sollten gerade Anfänger auch in Anspruch nehmen. Für die Auswahl der richtigen und vor allem bequemen Ausrüstung sollten Sie genug Zeit einplanen.

Im Urlaub angekommen sollten Anfänger folgende Ratschläge beherzigen:

Regelwerk

Auf der Piste gelten die 10 FIS-Regeln. Sie sollte jeder verinnerlicht haben. Denn Unfälle auf der Piste vermeidet, wer Rücksicht auf andere nimmt. Seine Fahrweise sollte jeder Sportler nicht nur auf sein Können abstimmen, sondern auch auf Witterungsverhältnisse und Verkehrsdichte.

Kartenwerk

Um im Skigebiet die Orientierung zu behalten, ist es sinnvoll, einen Pistenplan bei sich zu tragen. Wintersportler müssen die Pistenmarkierungen kennen: Blau steht für leichte Pisten, Rot für mittelschwere und schwarz für schwere Pisten. Anfänger sollten sich also zunächst auf Übungshängen und breiten blauen Pisten aufhalten. Bevor man sich auf eine Piste begibt, sollte das Bremsen unbedingt sicher beherrscht werden.

Safety first!

Vor zwei Dingen sollten sich Winterurlauber schützen: vor Verletzungen und der Sonne. So gehören gerade für Anfänger Protektoren zur Ausrüstung. Ein Helm ist unverzichtbar. Er muss bequem, aber fest sitzen und muss mit der Skibrille zusammenpassen. Auch ein Rückenprotektor macht Sinn. Handgelenksprotektoren, Knieschoner oder Protektorenhosen sind gute Ergänzungen. Zudem gehört Sonnencreme ins Gepäck: Da die Sonne in den Bergen besonders intensiv strahlt, ist ein Lichtschutzfaktor von mindestens 30 auch bei wolkigem Wetter empfehlenswert.

Auch mal Pausen gönnen

Gerade Anfänger sollten ihren Körper nicht überfordern. Daher gilt: Ausgeschlafen und mit einigen Aufwärmübungen in den Tag starten. Die ersten Abfahrten locker angehen. Regelmäßig Pause machen. Viel trinken, denn in der Höhenluft verliert der Körper mehr Flüssigkeit. Bei Ermüdungserscheinungen sollte man den Skitag besser beenden.

Keine Sorge, was sich erst einmal nach aufwendiger Vorbereitung anhört, wird spätestens nach den ersten sonnigen Schwüngen und der Aussicht auf traumhafte Bergpanoramen belohnt. Mit diesen Tipps zur richtigen Vorbereitung wird Ihr Einstieg sicher zum Erfolgserlebnis und riesigen Spaß machen.

Quelle: www.dsv.de

  • Donnerstag, 28. Juli 2016
  • Autor: Alexandra Arendt
  • Kategorie: Wintersport
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