Skischule mal anders – der Weg zur persönlichen Ideallinie!

1. Februar 2012 - Katharina Teudt

Hüftbreite Skistellung! In die Knie gehen! Talski belasten! Oberkörper talwärts beugen! Arme vor dem Körper anwinkeln … Öha … aufpassen! Jetzt sei doch nicht so verkrampft! – So stellt man sich den Skikurs vor, so haben ihn viele erlebt. Oft mit dem Fazit: Drill im Urlaub macht wirklich keinen Spaß! Es geht auch anders. In Nicola’s Kurvenschule. Die ehemalige Weltcup-Läuferin plädiert für ‚Entdecken statt Üben‘ und hilft Anfängern wie Profis am Weg zur persönlichen Ideallinie.

Nicola Spieß, war in den 1970er Jahren erfolgreich im Alpinen Ski-Rennzirkus unterwegs. Mit dem dritten Platz im Abfahrtsweltcup 1975/76 und dem vierten Platz in der Olympia-Abfahrt 1976 zeigte sie bereits als Teenager ein feines Gespür für schnelle Linien im Schnee. Nach dem Ende der Rennlauf-Karriere hängte die gebürtige Zillertalerin ihre Skis aber keineswegs an den Nagel.

„Ich hatte schon mit drei Jahren vor Skilehrerin zu werden.“ erzählt Nicola, die schon längst Werdenigg heißt und noch länger staatlich diplomierte Skilehrerin und Skiführerin ist. „Allerdings,“ so setzt sie mit einem leichten Kopfschütteln fort „konnte ich mit den traditionellen Unterrichtskonzepten nie etwas anfangen.“ Die ‚Methoditis‘ des Skilehrwesens nimmt sie auch in ihrem Skimagazin „Kunstpiste“ scharf aufs Korn. „Es geht nicht ums einfach und effektiv Skifahren lernen. Der Unterricht wird in den Lehrplänen zum Selbstzweck. Wenn Eltern ähnlich vorgehen würden wie die linientreuen Skilehrer, dann würden die Kinder weder sprechen noch aufrecht gehen lernen.“

Dass sich beim lockeren Skifahren eventuell Blockaden oder gar Schmerzen im Schnee auflösen könnten, dieser Gedanke drängt sich bei einem genaueren Streifzug durch die Website der Ski-Philosophin auf. Nicola, die Ski-Workshops veranstaltet und auch Individual-Coaching anbietet, verbindet den Skisport mit modernen, ganzheitlichen Lern- und Bewegungs-Konzepten. „Seit ich vor mehr als zwanzig Jahren die Feldenkrais-Methode entdeckte, hat sich mein Zugang zum Bewegungslernen stark erweitert.“, meint Nicola lächelnd. „In meiner Kurvenschule ist organisches Lernen die Grundlage. Entdecken statt üben. Einfach selbst herausfinden wie etwas leichter fällt. Richtig Skifahren ist wenn es leicht geht. Falsch ist alles was weh tut.“

Nicola geht den Sachen auf den Grund: Sie stellt ihre Erfahrung und ihr fundiertes Ski-Wissen auf der Kunstpiste der Allgemeinheit zur Verfügung. Der interessierte Leser erfährt wie und warum Skis um die Kurve fahren und wie wichtig umfassende Wahrnehmung ist. Er findet Artikel über “zentrisch und exzentrisch positioniertes Skifahren”, über Motivation, den “Energiefluss als Trägerfrequenz für Botschaften”, die „Grenze des Skifahrers zur Außenwelt“ – ein ganzes Repertoire von Lösungsansätzen sowohl im Grob- als auch im Feinstofflichen.

„Mit New-Age hat das aber nichts zu tun!“, meint Nicola entschieden, „Mich hat schon immer interessiert, wie etwas wirklich funktioniert. Zum Skifahren braucht es keine Räucherstäbchen sondern eine ordentliche Kantenfeile. Und im Schnee wird ohnehin mehr gefahren und gelacht als geredet.“ Nicola’s Motto? „… Dass jeder ‚Kurvenschüler‘, egal ob Anfänger oder Rennläufer, seinen ganz persönlichen Stil findet. So fährt wie er sich sicher, wohl und frei fühlt!“ Und am Ende des Tages? „Wenn’s richtig läuft haben meine ‚Schüler‘ dann die ‚Lehrerin‘ vergessen. Kurven grinsend durch den Schnee. Dann bleibt ein wenig Zeit für meine eigenen Schwünge …“

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