Skigymnastik: Aufwärmen auf der Piste

27. April 2007 - SnowTrex

So, etwas Zeit ist ins Land gegangen. Ich war unterwegs auf unserer Infofahrt, von der ich wie versprochen Text und Bilder von der Pre-Ski-Gymnastik mitbringe. Direkt darauf folgte die Pressereise, zu der wir einige Journalisten eingeladen hatten und schließlich war ich privat im Skiurlaub in Andorra. Auch das ein sehr interessanter Fleck zum Skifahren und Boarden, aber dazu ein anderes Mal mehr an dieser Stelle. Auch zur Pressereise werde ich noch einige Worte verlieren, war ja eine ganz neue Aktion von uns.

Aber jetzt erstmal zur Skigymnastik, im ersten Artikel „Skigymnastik: Skiunfälle müssen nicht sein, ein verletzungsfreier Skiurlaub schon!“ ging es um die Vorbereitung in den Tagen oder bestenfalls den Wochen vor Antritt des Skiurlaubs. Hier nun also einige Vorschläge, was man an den Skitagen umittelbar vor der ersten Abfahrt machen kann. Die Bilder unten sind Ende März im Schneetreiben von SuperDévoluy entstanden. Damit zumindest etwas Kontrast in die weißen Bilder kommt, habe ich uns vor einer Hütte an der Bergstation des Sesselliftes „Les Chaumettes“ platziert.

Der Rote Faden an allen Tagen war die Abdeckung von drei Bereichen:

  1. Muskeln aufwärmen
  2. Muskeln dehnen
  3. Balancegefühl trainieren

Das Extra zum Schluss: Motivation, Teamgeist und Spaß für den Skitag hervorrufen.

Das fachliche Rüstzeug für die Übungen, die ich vortanzen durfte, habe ich z. B. vom Deutschen Skiverband.

1. Muskeln aufwärmen

Hierzu bieten sich einige Spielchen an, die zu Beginn der ungeliebten Skigymnastik schon mal etwas mentale Auflockerung versprechen, was bei so widrigen Witterungsbedingungen wie an diesem Tag in SuperD ein guter Nebeneffekt ist. Man kann Fangen spielen, was in Skischuhen für viele sicher ungewohnt ist und eine erste koordinative Herausforderung darstellt. Genauso gut: Die Leute tun sich in 2er-Gruppen zusammen; die erste Person läuft vorweg und macht, was ihr gerade einfällt (Sidesteps, Purzelbaum, Schneeball werfen, …). Genau das muss von der nachlaufenden Person nachgemacht werden; Rollenwechsel nach 1 Minute. Wenn dann noch Kräfte vorhanden sind: Meist ist ein kleiner Hügel nicht weit, dessen Gipfel von der „Expeditionstruppe“ unter Zuhilfenahme der Stöcke erklommen werden kann.

Etwas gewöhnlicher und in jedem Lehrbuch zu finden: Ohne Skier aber wahlweise mit Stöcken aufstellen und das rechte Knie an den linken Ellenbogen ziehen, danach das linke Knie an den rechten Ellenbogen – so wie rechts auf dem Bild zu sehen.

2. Muskeln dehnen

Damit die Muskelsehnen auf einen plötzlichen Spannungsaufbau, z. B. bei einem Reflex zur Vermeidung eines Sturzes, vorbereitet, d. h. vorgedehnt sind, sind diese Übungen besonders wichtig.

Klassiker – Fuß mit der Hand ans Gesäß ziehen:

Auch leicht zu machen – sich auf einem Knie abstützen, das andere Bein strecken und schließlich die Fußspitze mit der freien Hand berühren.

Hier legt man einen Stock hinter dem Kopf über die Schultern und greift mit den Händen darüber. Dann die Schultern erst zur einen Seite „bis zum Anschlag“ drehen – natürlich langsam – dort einige Sekunden halten und dann zur anderen Seite drehen:

Unsere Reiseleiterin Pia macht es vor – auch der Körperlängsseite soll eine gepflegte Dehnung nicht verwehrt bleiben:

3. Balancegefühl trainieren

Klar, dass es beim Skifahren und Boarden sehr auf das Balancegefühl ankommt – gerade auch bei sich plötzlich ändernden Fahrsituationen, die bei Untrainierten zu einem unkontrollierten Sturz führen können. Wer vorbereitet ist, hat einfach bessere Chancen, die Situation auszubalancieren und damit den Sturz zu vermeiden oder kontrolliert zu stürzen. Diese Übungen machen durchaus Spaß und sind teilweise als Partnerübungen durchzuführen.

Ein Balance-Akt mit der Kollegin von SnowTrex Polen – Knie angehoben und leicht gegeneinander gedrückt:

Auch für die Balance – sich mit sicherem Stand aufstellen und dann wie Anja und Jenny wechselseitig die Hände des Gegenübers wegdrücken:

Schwieriger als es aussieht – auf einem Bein stehen, Knie anziehen und dann die Augen schließen:

Das Extra zum Schluss

Wir haben die Skigymnastik immer mit den selben zwei Aktionen beendet, die bald zu einem Ritual wurden: Der „Stuhlkreis ohne Stühle“ gefolgt vom kräftigen Handschuhapplaus und einem gegenseitigen Abklatschen mit High Five.

So sitzt es sich temporär bequem – einfach im Kreis aufstellen und sich auch die Knie des Hintermanns fallen lassen:

Jetzt kann es losgehen – Applaus, Gib-mir-Fünf, der Berg ruft:

Wenn man jeden Tag die drei Punkte mit leicht varriierten Übungen durchführt, kann Skigymnastik durchaus eine kurzweilige Angelegenheit sein. Kurz ist sie jedenfalls: Mehr als zehn Minuten haben wir uns von der Gymnastik nicht aufhalten lassen – und alle acht Leute sind frei von Verletzungen an den Arbeitsplatz zurückgekehrt. Misson erfüllt!

  • Freitag, 27. April 2007
  • Autor: SnowTrex
  • Kategorie: Wintersport
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