Skifahren im Sommer

1. März 2018 - Carla Meyer

In vielen Skigebieten endet die Skisaison Ende April. Das heißt für wahre Pistenfans aber nicht, dass sie gar nicht mehr skifahren oder boarden können. Für alle, die ihre Bretter über die Sommermonate nicht an den Nagel hängen wollen, hat SnowTrex weltweit Skigebiete zusammengestellt, die ihre Lifte gar nicht oder nur für eine kurze Zeit abstellen.

Sommer heißt nicht, dass man aufs Skifahren verzichten muss.

Dank der großen Höhenlage und der günstigen Wetterbedingungen gibt es vor allem auf den eisigen Gebirgszügen dieser Welt beinahe das ganze Jahr über präparierte Pisten, die zum außergewöhnlichsten Skilauf des Jahres einladen. Ski fahren im Sommer ist insofern ein ganz spezielles Erlebnis, da der Schnee anders beschaffen ist, die Temperaturen viel milder als im Winter sind und der Schnee schneller sulzig wird. Sehr praktisch also, dass am Nachmittag zudem die Sommeraktivitäten im Tal warten. So können Wintersport-Fans vormittags Ski fahren oder boarden und nachmittags klettern, wandern oder im See baden gehen. Über den April hinaus geöffnete Skigebiete zum Skifahren im Sommer:

Hintertuxer Gletscher/Österreich

Der Hintertuxer Gletscher ist in Österreich landesweit das einzige Skigebiet, das an 365 Tagen im Jahr für den Skispaß zugänglich ist. Bei optimaler Wetterlage sind über den Sommer bis zu 22 Pistenkilometer bis auf 3.250 m Höhe befahrbar, die von neun Liften bedient werden. Im Betterpark kommen zudem Freestyle-Liebhaber auf ihre Kosten, wenn es in der Halfpipe, zahlreichen Boxes, Table-Tops und Rails heißt: höher, schneller, weiter.

Die Olperer-Lifte am Hintertuxer Gletscher mit Blick auf die Gefrorene Wand.

Kitzsteinhorn/Österreich

Am Kitzsteinhorn oberhalb von Kaprun im schönen Salzburger Land steht dem Pistenspaß auch im Sommer – mit einer kleinen Unterbrechung – nichts entgegen. Bekannt geworden ist der Ort als erstes Gletscherskigebiet Österreichs und erfreut sich vor allem bei Genussskifahrern großer Beliebtheit. Der Snowpark hat zwar ebenfalls nicht durchgängig geöffnet, wird jedoch bis Ende Mai und ab Oktober täglich geshaped.

Dachsteingletscher/Österreich

18 Kilometer präparierte Pisten und der Horsefeather Superpark laden am Dachsteingletscher zum Schnee-Spaß im Sommer haben ein. Das Trainingsleistungszentrum für Biathlon und Langlauf ist bei vielen internationalen Sportlern sehr beliebt. Daher sollte man stets die Augen offen halten, ob man nicht dem einen oder anderen Profi über den Weg läuft. Eine Alternative zum Skilaufen sind auch der Dachstein Skywalk, der Dachstein Eispalast und das Gletscherrestaurant. Sie sollten in jedem Fall mit auf der To-Do Liste stehen.

Kaunertaler Gletscher/Österreich

Auch auf Tirols jüngstem Gletscher gibt es ein kleines aber feines Sommerski-Gebiet. Hier dauert die Nebensaison in der Regel mindestens bis Mitte Mai. Sehr praktisch ist die Straße, auf der man bis zum Gletscherrestaurant auf 2.750 m hinauf fahren kann. Vor dem Panorama der Weißseespitze (3.535 m) schlängeln sich rund 21 km Pisten überwiegend leichten Niveaus von Karlesspitze und Falgingjoch hinab. Mit einem Snowpark und einem großzügigen Trainingsgelände ist das Gletschergebiet zudem bestens in Sachen Funfaktor ausgestattet.

Mölltaler Gletscher/Österreich

Das Motto am „Mölli“ lautet: vom See zum Schnee. Hier kann man am selben Tag oben auf dem Gletscher Ski fahren und später entlang der wunderschönen Bergseen wandern. Grundsätzlich gibt es neun Abfahrten mit insgesamt rund 17 km Länge. Die aktuell geöffneten Pisten werden über die eigene Website angekündigt.

Les 2 Alpes/Frankreich

Am Mont-de-Lans Gletscher in den französischen Hochalpen liegt eines der größten Sommerskigebiete in Europa. Die Pisten reichen bis auf 3.566 m Höhe, damit gehört dieses Gletscherskigebiet zu den höchstgelegenen der Welt. Klar, dass hier auch im Sommer gute Pistenbedingungen herrschen. Acht Abfahrten warten auf Anfänger und Fortgeschrittene, dazu gibt es das Deluxe-Panorama mit La Meije, Ecrins-Massiv und natürlich dem mächtigen Mont Blanc inklusive. Auch ein Snowpark mit Superpipe ist bei guten Schneeverhältnissen geöffnet. Einziges Manko: Der Fahrspaß währt im Sommer nicht lange, da die Lifte nur bis mittags laufen. Zum Glück wartet in Les 2 Alpes nach dem Skivergnügen ein volles Programm von Gletscherwandern über Downhill-Biken bis zum Planschen im Badeteich. Erfüllter kann ein Aktivurlaub im Sommer kaum sein.

Tignes/Frankreich

Tignes – ein Superlativ der französischen Alpen. Das dortige Skigebiet ist nicht nur für die Profis, die hier trainieren, attraktiv. Durch die Möglichkeit, fast das komplette Jahr Ski fahren zu können, ist das Gebiet am Vanoise-Massif bei vielen Winterbegeisterten beliebt. Guter Schnee ist durch die Höhenlage bis auf 3.456 Meter nahezu garantiert. Die Pisten am Grande Motte Gletscher öffnen in der Regel von Juni bis August. Wintersportler aller Niveaustufen können dann hier auf blauen, roten und schwarzen Pisten ihrenSpaß haben. Auch Snowboarder und Freestyle-Fans kommen auf ihre Kosten. Der Gletscher-Snowpark mit einer Halfpipe, Rails und Obstacles lässt keine Wünsche offen und bietet genug Abwechslung.

Zermatt/Schweiz

Gleich 38 Viertausender umgeben die Region Zermatt-Matterhorn im Herzen der Walliser Alpen. Am Theodulgletscher im Skigebiet Matterhorn Glacier Paradise sind die auch über den Sommer geöffnet. Die Bergstation liegt auf 2.939 m, von der die Sommerskifahrer direkt in das Matterhorn Glacier Paradise einsteigen. Hier oben läuft der Skibetrieb fast das ganze Jahr über durchgehend auf 21 Pistenkilometern. Bei ausreichend Schnee ist sogar der Snowpark Zermatt geöffnet.

Saas-Fee/Schweiz

Am Allalin-Gletscher warten im Sommer 20 km Gletscherpisten auf Sommer-Skifahrer. Auch viele internationale Skiteams nutzen das Gebiet als Trainingsareal, sodass es für die übrigen Skigäste immer etwas zu sehen gibt. Wer nicht selbst Ski fahren oder Halfpipe, Rails und Boxes testen möchte, kann es sich in einer großzügigen Chill-Out Zone mit Musik oder im Gletscherrestaurant gut gehen lassen. Eingerahmt von 18 Viertausendern ist das Saastal ohnehin schon eine Reise wert und ermöglicht den Blick auf ein überwältigendes Panorama.

Stilfser Joch/Italien

Das Gletscherskigebiet am höchsten Gebirgspass Italiens hat ausschließlich im Sommer geöffnet. Die Passstraße mit ihren 48 Spitzkehren hinauf zur Passhöhe auf 2.760 m ist die einzige Zugangsmöglichkeit zum Stilfser Joch. Sie ist zwar durchgängig asphaltiert, jedoch im Winter für den Verkehr gesperrt. So ist das Ski fahren am dortigen Gletscher nur im Sommer möglich. Dieser wird allerdings von vielen Trainingsgruppen bevölkert, die sich die 9 km Pistenlänge mit den übrigen Skigästen teilen – immerhin ist das Training ein interessantes Spektakel für Schaulustige.

Whistler/Kanada

Whistler, British Columbia in Kanada kann gleichzeitig das Ziel von Sommer- und Wintersportlern sein. Im Sommer laufen auf dem Horstman Glacier die Skilifte und ermöglichen allen Schneebegeisterten ihrer Leidenschaft nachzugehen. Sogar ein Snowpark am Gletscher wartet darauf entdeckt zu werden. Um das herrliche Panorama über dem Whistler Valley nicht zu verpassen, sollte man einen Moment inne halten oder sich gar am Gipfel des Blackcomb Mountain eine Verschnaufpause gönnen, bevor es am Nachmittag vielleicht auf eine Tour mit dem Mountainbike geht. Die Kombination von Ski fahren und Biken an einem Tag ist hier problemlos möglich!

Perisher Valley/Australien

Das größte Skigebiet Australiens und der südlichen Hemmisphäre ist Perisher in New South Wales. Das Skigebiet setzt sich aus vier Orten zusammen und ist in der Regel von Mitte Juni bis Anfang Oktober geöffnet. Perisher Valley, Blue Cow, Simiggins Holes und Guthega bieten für jede Zielgruppe – von Anfänger bis Freestyler – die richtige Piste unterhalb der sieben Gipfel. Auch für Snowboarder und Freestyle Fans gibt es das richtige Angebot.

Coronet Peak/Neuseeland

Das Skigebiet von Coronet Peak ist das wohl Beliebteste in Neuseeland und in der Regel von Juni bis Oktober geöffnet. Die Lage nahe der Stadt Queenstown (ca. 20 Minuten mit dem Auto) macht es auch für Tagesbesucher interessant. Die Möglichkeit des Nachtskifahrens macht Coronet Peak zum Skigebiet mit den längsten Öffnungszeiten in Neuseeland. Die abwechslungsreichen Pisten halten für jeden Geschmack etwas bereit, ganz gleich ob Skifahrer oder Snowboarder, Anfänger oder Fortgeschrittener.

Treble Cone/Neuseeland

Treble Cone ist das größte Skigebiet auf der Südinsel Neuseelands. Während des europäischen Sommers laufen hier die Lifte täglich. Das Gebiet teilt sich in zwei Bassins: das Saddle Bassin und das Home Bassin. In beiden Teilen gibt es tolle Freestyle-Hänge – ein Eldorado für Tiefschneefans. Geübte Skifahrer sollten sich auf keinen Fall eine geführte Tour zu den Motatapu Chutes entgehen lassen. Aber auch alle anderen werden in Treble Cone auf ihre Kosten kommen. Die traumhafte Aussicht kann man schließlich immer genießen.

Portillo/Chile

Das „Ski Portillo“ in Chile ist ein Hotel mit 400 Betten auf 2.880 Metern, sonst nichts! Doch genau das ist es, was den Reiz ausmacht. 45 Pistenkilometer und die zahlreichen Freeride-, Heli-Skiing- und Touren-Möglichkeiten machen das Gebiet attraktiv. Wartezeiten an den Liften wird es hier in jedem Fall keine geben. Das Skiresort limitiert die Anzahl der Lifttickets. So kann jeder Gast die Pisten ausgiebig genießen.

Valle Nevado/Chile

Das Valle Nevado in der Nähe von Santiago umfasst 37 Pistenkilometer und überzeugt mit modernsten Liften und einem der besten Snowparks Südamerikas. Die erste Gondelbahn Chiles wurde ebenfalls hier errichtet. Mit den Skiorten El Colorado und La Parva bildet Valle Nevado die „3 Täler der Anden“. Ob der Vergleich mit den berühmten Trois Vallées ernst gemeint ist? Wohl eher nicht. Mit 107 Kilometern präparierter Pisten kann es sich aber dennoch sehen lassen.

Cerro Catedral/Argentinien

Cerro Catedral liegt ca. 20 Kilometer von der Stadt Bariloche in Argentinien entfernt. Mit 103 Pistenkilometern und 40 Liften hat dieses Gebiet schon eher die Ausmaße eines europäischen Skigebietes. Sogar einen modernen 6er-Hauben-Lift gibt es hier. Im Snowpark wird viel getan, damit sich die Freestyler wohl fühlen. Dadurch werden hier auch zahlreiche Freestyle-Events ausgetragen.

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