Skifahren im Sommer – kann das zusammen passen?

24. Juli 2014 - Katharina Teudt

Das Tal ist schon grün, der Berg noch weiß. Auf dem Gletscher ist auch im Sommer Skibetrieb.

Voraussetzung für das Skifahren im Sommer ist ein Gletscher, da es nur dort das ganze Jahr Schnee und Temperaturen unter 0°C gibt. Zu den wohl bekanntesten Gletscherskigebieten zählen Zermatt, der Stubaier sowie der Hintertuxer Gletscher oder auch Saas Fee und Les Deux Alpes. Dies sind jedoch keineswegs alle. Die Alpen bieten großes Potenzial zum Sommerskifahren. Doch wird dieses Angebot auch genutzt? Wer ist zu dieser Jahreszeit auf den Pisten unterwegs? Wie sieht es im Sommer in einem klassischen Skigebiet aus? Gibt es nicht Unterschiede zum Wintersport Skifahren?

Sommerreise auf den Gletscher Um Antworten auf diese Fragen zu finden, bleibt mir nichts anderes übrig, als das Strandtuch gegen die Ski einzutauschen. Während sich halb Deutschland an den letzten Spätsommertagen erfreut, mache ich mich Ende September auf nach Österreich, zum Hintertuxer Gletscher – zum Skifahren, nicht zum Wandern. Während ich bei Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen an grünen Wiesen vorbeifahre, fällt mir die Vorstellung von verschneiten Bergen sehr schwer. Aber vielleicht schwinden die Zweifel je näher ich meinem Ziel komme… An der Talstation in Hintertux angekommen, erinnert ebenfalls nichts an Wintersport, oder zumindest nicht viel. Die Zahl der Wanderer in kurzen Hosen ist deutlich höher als die der Skifahrer, aber vereinzelt sind tatsächlich welche zu sehen. Auf geht’s: der Berg ruft! In Skianzug und Skischuhen komme ich mir schon etwas komisch vor. Aber vor allem ist mir unglaublich warm. Im Sommer muss man definitiv nicht so viele Schichten anziehen wie im Winter. Das Zwiebelprinzip ist hier überflüssig, zumindest bisher! Mal sehen, welche Unterschiede oder Gemeinsamkeiten mir noch auffallen werden.

Am Hintertuxer Gletscher ist das ganze Jahr über Skibetrieb

Im Gegensatz zu dem Andrang an der Bergbahn, der in den Wintermonaten fast schon an der Tagesordnung ist und lange Wartezeiten verursacht, herrscht im September gähnende Leere, so dass ich direkt in die Gondel steigen kann. Wäre das doch nur immer so! Aber das bleibt wohl Wunschdenken. Von winterlichen Bedingungen ist jedoch weiterhin nichts zu sehen oder zu spüren. Langsam mache ich mir Gedanken, ob Skifahren tatsächlich möglich sein wird oder ich mich eher auf Rasenski einstellen muss. Realistisch gesehen ist zu dieser Jahreszeit mit Schnee tatsächlich erst jenseits der 3.000 m zu rechnen. Da muss ich einfach noch etwas Geduld haben.

Skifahren mit den Profis Je mehr ich mich der Baumgrenze nähere, desto trister wird die Landschaft, die eher einer Mondlandschaft ähnelt als der schönen Winterwelt aus meiner Erinnerung. Wo man hinsieht Steine, Geröll und Schutt. Eine idyllische Bergwelt existiert gerade nur in meinen Gedanken. Nach und nach wird es jedoch winterlich, der erste Schnee und die Ausläufer des Hintertuxer Gletscher sind zu sehen. Die Temperaturen nehmen deutlich ab und ich bin froh, das Zwiebelprinzip zumindest ansatzweise angewandt zu haben. Der Anblick des Gletschers ist spannend. Da er normalerweise von Schnee bedeckt ist, bekommt man so etwas sonst selten zu sehen. Langsam aber sicher erreiche ich auch das Skigebiet beziehungsweise die geöffneten Pisten. In den Sommermonaten ist die Anzahl befahrbarer Pisten natürlich deutlich geringer als im Winter. Noch einmal die Gondel wechseln und ich kann endlich die Ski anschnallen. Je höher ich komme, desto „voller“ wird auch die Gondel. Neben ein paar „Freizeitskifahrern“ entdecke ich jedoch hauptsächlich professionelle Skifahrer. Woran ich das erkenne? Diese Skifahrer haben eine andere Ausrüstung und tragen meist einen professionellen Rennanzug. Ob ich hier wohl richtig bin? Profi bin ich schließlich nicht. Was soll‘s, Augen zu und durch!

Auch Les Deux Alpes bietet durchgehend Schneesport

Die erste Abfahrt ist gemacht und ich stelle mich begeistert und enthusiastisch am Lift an. Endlich wieder Skifahren! Das ist also eine Gemeinsamkeit: Spaß macht es, ob Sommer oder Winter! Nur das man jetzt fahren kann wie man möchte, weil nicht so viele Menschen auf der Piste sind – ein positiver Unterschied. Der Schnee ist sogar ganz in Ordnung, die Auswahl der Abfahrten ist, wie vorhergesehen, überschaubar. Je tiefer man kommt desto schmaler werden die Pisten, bis man eher von einem Streifen Schnee als von einer Piste sprechen könnte. Letztlich fahre ich sogar teilweise über die Gletscherausläufer. Dies ist allerdings eine Erfahrung, die ich nicht zwingend wiederholen muss. Auf blankem Eis hat man nämlich überhaupt keinen Halt. Zum Glück war mein letzter Skiservice nicht allzu lange her, so dass die Kanten greifen. Neben dem eigenen Fahren habe ich die Möglichkeit genutzt, den Profis beim Training zuzusehen. Dabei habe ich versucht mir die beste Fahrtechnik abzuschauen. Die Umsetzung von Theorie zu Praxis war nur leider nicht ganz so einfach…

Talabfahrt mal anders Nach einem doch anstrengenden Skitag mache ich mich wieder auf in Richtung Tal – leider mit der Gondel, denn eine Talabfahrt ist nicht möglich. Ein weiterer Unterschied, der mir persönlich nicht gefällt. Mein Credo lautet immer: Die Gondel ist nur dazu da, um auf den Berg zu kommen, nicht um ihn zu verlassen! Im Tal angekommen, ist es an der Zeit Bilanz zu ziehen. Und die fällt – trotz der genannten Vorteile – eindeutig aus. Wintersport heißt Wintersport, weil man ihn in den Wintermonaten betreibt und nicht das ganze Jahr über! Es war zwar sehr interessant und spannend und ich habe viele neue Erfahrungen gesammelt, eine Alternative für den Sommerurlaub wird Skifahren jedoch nicht werden. Ganz nach dem Motto: Alles zu seiner Zeit! Denn für mich zählt nicht allein das Skifahren, sondern auch die Atmosphäre im Skigebiet, das Winterwetter und der schöne Blick über verschneite Berge und Täler. All das zusammen macht für mich den perfekten Skiurlaub aus. Nichtsdestoweniger kribbelt es seitdem in den Beinen und ich kann es kaum erwarten bis es wieder heißt: Auf in den Skiurlaub!

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