Neue Filmkunst: Die besten Skifilme 2014/2015

29. Januar 2015 - Katharina Teudt

Beeindruckende Freeride-Streifen wie „The Art of Flight“ und „All.I.Can.“ setzten in den vergangenen Saisons eine Bench Mark im Bereich hochwertiger Skifilme. Diesen Winter reichen wieder einige neue Produktionen an deren Maßstäbe heran. Eine Auslese.

Filmplakat

Ein Highlight im Winter 2014 ist sicherlich die neueste Arbeit von Film-Urgestein Warren Miller. “No Turning Back” ist eine Hommage an 65 Jahre Skileidenschaft und filmische Abenteuer am Berg. In Millers 65. Film blickt er jedoch keineswegs wehmütig zurück, sondern zeigt genüsslich die Entwicklung der Skikultur auf. Dafür holt er viele Rider vor die Linse, darunter die bekannten Gesichter aus dem Rennzirkus Ted Ligety und Mikaela Shiffrin. Kulissen sind atemberaubende Spots in Griechenland, Japan, der Schweiz, Frankreich, Norwegen und den USA. Millers aktueller Film sowie die anderen hier vorgestellten belegen eindrucksvoll die Entwicklung des Freeride-Films – es werden nicht mehr bloß spektakuläre Runs mit basslastiger Musik aneinander gereiht, sondern Geschichten von kultureller, sportlicher und emotionaler Tragweite erzählt.

Ein gutes Beispiel hierfür liefert die Kurzfilm-Serie “Sculpted in time“ von Qualitäts-Garant Sherpas Cinema (All.I.Can). Vier Kurzfilme erzählen Geschichten aus dem Banff National Park (u. a. Lake Louise) im kanadischen Alberta. Die Filme „the wise man“, „the charakter“, the artist“ und „the innovator“ liefern anhand von vier Charakteren unterschiedliche Blickwinkel auf die Schönheit der kanadischen Bergwelt und ihrer Bewohner, garniert mit atemberaubenden Fahrten über unmenschliche Steilhänge.

Eine weitere große Produktionsfirma, die Teton Gravity Research, hat mit “Almost ablaze” einen großen Coup gelandet. Dank seiner visuellen Ästhetik und kreativen Runs heimste der Film mehrere Preise ein, darunter die Auszeichnung zum „Besten Film des Jahres“ beim International Freeski Film Festival (IF3). Ebenfalls bei Teton erschienen ist das finale Stück von Jeremy Jones‘ Trilogie: “Higher“. Nach „Deeper“ und „Further“ liefert der 10-fache Big Mountain-Fahrer des Jahres mit dem letzten Teil der Reihe eine Glanzleistung ab. Er und seine Crew tummeln sich darin an Traumsports um das Jackson Hole, in Alaska und im Himalaya. Herrlich!

Über zwei Jahre Drehzeit brauchte die Matchstick Productions für „Days of My Youth“. Der Film zeigt die „jungen Wilden“ wie Richard Permin oder Bobby Brown mit ihrem extrem akrobatischen Freeride-Stil. Auch Mädels wie Michelle Parker gehören zur Crew. Der Film erinnert den Zuschauer daran, dass die Leidenschaft (zum Skifahren) ein Leben lang jung halten kann. Zumindest die tollen Abfahrten sind eine nachhaltige Augenweide.

Kleine Filmperlen Neben den etablierten Studios gibt es viele kleinere Produktionen, die ihren Spaß am Berg professionell festhalten und tolle Filme daraus zaubern. Die Freeski Crew beispielsweise ist schon seit 10 Jahren aktiv im Filmgeschäft und brachte diesen Winter mit „Tribute“ ein Herzstück aus ihrer Innsbrucker Filmschmiede heraus. Der Film ist der Stadt Innsbruck gewidmet, wo die Freundschaften der Crew geknüpft und gefestigt wurden. Zu den heimischen Bildern kommen spektakuläre Sequenzen aus dem Himalaya, den Pyrenäen und den Rocky Mountains hinzu.

Sie rocken die Berge und seit einiger Zeit auch die Skifilm-Szene: Legs of Steel (kurz: LOS). Die Crew um Bene Mayr ist ein heißer Anwärter auf richtig großes Freeski-Kino. Sponsor Red Bull titelte bereits über die Jungs: „Die Metalband unter den Skifilmen“ – und das trifft es ganz gut. Sie haben den Schalk im Nacken, den Stahl in den Ski-Beinen und untermalen ihre Clips mit gepflegtem Gitarrenrock. Nach „Hurt so good“ und „The Lost“ begeisterten die Jungs mit ihrer außergewöhnlichen wie lustigen Mockumentary „Ski good money will come“, die ihnen beim IF3 den Jury’s Pick Award einbrachte. Das Geheimnis um das nächste filmische Highlight der LOS-Truppe (dann wieder als ordentlicher Skiporn) soll noch in 2015 gelüftet werden.

© Vitek Ludvik – shutterstock.de

Ganz frisch auf der Freeride-Bühne zu finden ist das Label „Die Freireiter“. Ihr kreativer Kopf und Profi-Fahrer Andi Prielmaier hat die Produktion jüngst gegründet, von der wir sicher noch einiges hören werden. Schon vor den Freireitern verwirklichte Andi mit seinen Freunden einige Filmprojekte. Seine aktuellen Filme „Now! Powdermountains India“ und „Freeride Haute Route“ liefen unter anderem auf der Alp-Con Cinematour 2014.

Frauenpower Den Preis für den besten Namen einer Produktionsfirma würde definitiv die „Shades of Winter“ gewinnen. Deren neuester Streifen “Pure” zeigt zwölf der weltbesten Frauen auf Ski und Board, wie sie atemberaubende Lines in österreichische, schweizerische, italienische, amerikanische und kanadische Hänge ziehen. Die Frau hinter der Kamera ist Sandra Lahnsteiner, die selbst auch als Akteurin auftritt. Eine super Doppel-Leistung!

Ebenfalls sehenswert ist der Frauen-Skifilm „Pretty Faces” aus dem Hause Unicorn Picnic. Er erzählt laut Untertitel die “Geschichte eines Ski-Mädchens“, in Wirklichkeit zeigen eine ganze Reihe sportlicher Mädels ihr Können und dass sie bei den Runs den Männern keineswegs nachstehen.

Mittlerweile sind die meisten der Filme auf DVD erschienen oder stehen zum Download bereit. Also keine Panik vor dem Winterende, wir werden bestens versorgt sein!

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