Mit dem Hund in den Skiurlaub – was beachten?

9. Juli 2015 - Katharina Teudt

Die Begleitung eines Hundes kann den Skiurlaub für die ganze Familie bereichern. Es gibt beim Reisen mit Vierbeinern einige Dinge zu beachten, doch ist alles gut vorbereitet, wartet ein ganz besonderes Urlaubserlebnis auf Mensch und Tier.

Hunde lieben Schnee – und Menschen lieben Hunde, die im Schnee herumtollen.

Beim Reisen mit Hund gibt es einiges zu bedenken – das weiß jeder Hundebesitzer. Doch der Winter birgt ganz besondere Herausforderungen für Halter und Tier: Schnee und Kälte, eingeschränkter Auslauf, lange Stunden ohne Herrchen oder Frauchen und überall Menschen mit diesen komischen Brettern an den Füßen. Es gilt, den Hund gut auf diese Bedingungen vorzubereiten.

Richtig ausgerüstet für die Reise

Geht der Skiurlaub ins Ausland, muss der Halter bei der Einreise ins Urlaubsland einige wichtige „Dokumente“ vorweisen. Hunde benötigen generell eine Tierkennzeichnung, um sie eindeutig zu identifizieren bzw. ihrem Besitzer zuzuordnen. Diese Kennung erfolgt meist in Form einer Marke am Halsband oder eines elektronischen Transponder-Chips, der unter die Haut implantiert wird. Für Auslandsreisen ist diese Kennung ebenso obligatorisch wie der EU-Heimtierausweis, in den z. B. Tollwutimpfungen eingetragen werden. Den blauen Ausweis stellt der Tierarzt für ein paar Euro aus. Für die Einreise zum Beispiel nach Österreich oder Frankreich gehören auch eine Leine und ein Maulkorb ins Gepäck. Reisen Sie mit dem Auto an, muss das Tier ausreichend gesichert sein, zum Beispiel mit einem Hundegurt oder in einer Transportbox. Auf der Fahrt sollte immer genug frisches Wasser zur Verfügung stehen und dazu mehrere Pausen mit Auslaufmöglichkeit eingelegt werden.

Die richtige Unterkunft wählen

Wer seinen Fellfreund mit ins Hotel oder in die Pension nehmen möchte, sollte sich vorab genau über die Bedingungen vor Ort informieren. Viele Hotels erlauben zwar Haustiere, der Aufenthalt des Hundes kostet aber mancherorts extra und Futter ist i. d. R. nicht im Preis inkludiert. Also muss genügend Chappi für den gesamten Aufenthalt eingepackt werden, denn auch der örtliche Supermarkt führt im Zweifel nicht alle Futtersorten – wenn überhaupt welche. Die Unterkunft sollte also mit Bedacht gewählt werden. Tipp: SnowTrex bietet in der Detailsuche den Filter „Haustiere“ an, durch den sofort alle verfügbaren Unterkünfte angezeigt werden, in denen Hunde und Co. willkommen sind.

Ist der Filter gesetzt, werden nur haustierfreundliche Unterkünfte angezeigt. Sie sind zusätzlich mit einem Pfoten-Symbol gekennzeichnet.

Zusätzlich ist es ratsam, vorab beim Gastwirt nachzufragen, ob der Hund allein im Zimmer oder Appartement bleiben darf. Auf Anfrage könnte man Glück haben, dass der Vermieter das Tier sogar betreut. Das ist aber eher eine seltene Ausnahme. Falls das nicht geht, muss eine alternative Betreuung her.

Hundesitter im Urlaubsort

Da Hunde auf Skipisten verboten sind, lässt sich Skifahren mit Haustierbegleitung schwerlich kombinieren. Wenn Frauchen und Herrchen zum Skifahren wollen, bedeutet das für den Hund, einerseits mehrere Stunden allein oder unter Fremden auszuharren, andererseits darf er meist nicht allein in der Unterkunft bleiben. Die einzige Alternative ist ein privat engagierter Hundesitter, den ggf. das Hotel vermittelt oder den man selbst über das Internet recherchiert hat. Ein Angebot an richtigen Hutas (Hundetagesstätten) hingegen ist in den Skigebieten praktisch nicht vorhanden. Wer Ski- und Hundeurlaub verbinden möchte, sollte also am besten mit dem Partner oder Freunden reisen, so dass man sich bei der Betreuung des Tieres abwechseln kann. Oder man entscheidet sich für andere Schneesportarten, die man gemeinsam mit dem Hund erleben kann.

Draußen unterwegs

Glücklicherweise gibt es alternativ zur Piste diverse andere Wintersportaktivitäten, bei denen Hunde dabei sein dürfen. Spazieren, Wandern, Rodeln, Reiten, Langlaufen – es gibt da viele Möglichkeiten. Weite Spaziergänge oder Schneeschuh-Wanderungen durch verschneite Landschaften unternehmen, während Bello im Schnee herumtollt und Schneebällen hinterher jagt – das ist erholsam für Hund und Halter. Doch auch auf Spaziergängen und Wandertouren gibt es einiges zu beachten: Der Weg sollte nicht zu steil oder unwegsam sein. Nicht jede Rasse kann stundenlang mühelos durch Tiefschnee rennen. Auch auf Wegmarkierungen und eventuelle Wildtier-Beschilderungen ist zu achten. Beim Spazieren in bewaldetem Gebiet sollten generell alle Hunde an der Leine geführt werden, da sie Wild verschrecken oder sich zum Jagen verleiten lassen könnten.

Ausgedehnte Winterspaziergänge mit Hund gehören zum Winterurlaub dazu.

Beim Laufen im Schnee kann es passieren, dass zwischen den Ballen der Hundepfoten Schnee- und Eisklumpen kleben bleiben, die den Hund beim Laufen stören oder ihm sogar Schmerzen bereiten. Am besten immer mal wieder checken, ob die Pfoten noch frei von Eis sind. Um die Ballen vor Verletzungen durch Kälte, Eis oder Streusalz zu schützen, empfiehlt sich auch das Eincremen mit Vaseline oder Melkfett. Für bereits rissige oder sehr empfindliche Ballen gibt es Hundeschuhe, damit auch der nächste Spaziergang im Schnee noch Spaß macht. Zusätzlich kann man Hunden mit langem Fell die Zotteln am Bauch stutzen, um eine allzu große Dreck- und Eis-Ansammlung zu vermeiden. Tipp: Ein Hundehandtuch bereitlegen, um das nasse Tier bei der Heimkehr trocken zu rubbeln.

Hunde-Gondeln

Ein tolles Erlebnis ist ein Ausflug auf Höhenwege und zu Berggipfeln, die teilweise nur mit der Seilbahn erreichbar sind. In manchen Skigebieten dürfen die Vierbeiner auch mit in die Gondel – allerdings nur mit Leine und Beißkorb. So gelangen Hund und Herrchen zum Beispiel auf die Zugspitze, auf das Nebelhorn in Oberstdorf oder den Krippenstein im Salzkammergut Dachstein und somit zu wunderschönen Aussichtspunkten, die als ideale Kulisse für ein hübsches Erinnerungsfoto dienen.

Langlaufen mit Hund

Da Hunde auch auf Loipen nicht gern gesehen und vielerorts sogar verboten sind, haben sich vor allem in der Schweiz und Österreich eigens für Hundebesitzer angelegte Hundeloipen etabliert. Hier dürfen die Vierbeiner neben der Spur mitlaufen, vorausgesetzt, sie flippen nicht völlig aus und stören andere Läufer. Zum Service der Hundeloipen gehören auch Spenderboxen mit Hundekotbeuteln, so dass der Besitzer die Hinterlassenschaften schnell und sauber entfernen kann.

Für Langläufer mit Hund gibt es ausgewiesene Hundeloipen.

Um auf Nummer sicher zu gehen und sich Ärger mit anderen Nordic-Sportlern zu ersparen, sollten Sechs-Beiner idealerweise nur ausgewiesene Hundeloipen nutzen.

Loipentipps

In Pertisau am Achensee wurde zum Beispiel ein schöner 1-km-Rundkurs für Hundefreunde angelegt, im steirischen Leutasch gibt es einen über 1,5 km Länge. Außergewöhnlich ist die 1,9 km lange Hundeloipe über die Lenerwieser in der Olympiaregion Seefeld, da sie sogar für Skater geeignet ist. In Saalfelden im Pinzgauer Saalachtal können sich Hund und Herrchen über ganze 10 km Strecke austoben. Ebenfalls sehr viele Hundeloipen kann die Schweiz vorweisen. Gut zwei Dutzend Spezialstrecken ziehen sich überwiegend durch die Ferienregion Graubünden und das Berner Oberland. Die längste Spur bei Davos misst ganze 15 km. Ob ein Mitführen des Hundes auch auf normalen, als „hundefreundlich“ geltenden Loipen möglich ist, muss im Einzelfall vor Ort geprüft werden. Ob man mit dem Hund auf die Loipe gehen kann hängt aber letztlich immer von seinem Temperament ab und davon, wie gut er gehorcht. Fest steht: Für Hundebesitzer, die ihren tierischen Begleiter nicht alleine lassen wollen, ist der Langlauf eine tolle Alternative zum Alpinski.

Fazit

Auch wenn das Betreuungsangebot für Hunde in den Skigebieten noch ausbaufähig ist, lohnt es sich allemal, den besten Freund auf vier Pfoten in den Winterurlaub mitzunehmen. Zu einer Auswahl unserer haustierfreundlichen Unterkünfte geht es hier entlang.

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