Michaela Wenig berichtet: WM-Vorbereitung in den USA und Kanada

19. Dezember 2014 - Katharina Teudt

Unsere Trexpertin Michaela Wenig steckt mitten in den Vorbereitungen für die WM im kommenden Februar. Dazu war sie mehrere Wochen in den USA unterwegs. Was sie dort erlebt und wie ihr Trainingsalltag aussieht, berichtet Sie uns exklusiv von unterwegs.

Trainer Speedy mit Michaela, Veronique Hronek und Lena Dürr (v. l. n. r.).

Wer träumt nicht von einer Reise durch die USA? Für Michaela gehört dies zum Trainingsalltag. Im Rahmen ihrer Vorbereitung ging es zunächst in den Bundesstaat Colorado, wo sie mit ihrem Team die ersten beiden Wochen ihres Aufenthalts trainierte. „Wir bezogen in Vail unser Quartier und konnten somit bei besten Bedingungen in Vail und Copper Mountain fahren. Unser Training sah dort ganz unterschiedlich aus. Da in den Gebieten sehr viele Mannschaften unterwegs waren, wurden verschiedene Trainings-Schichten eingeteilt. Die erste begann bereits um 6 Uhr morgens, da hieß es dann früh aufstehen zur Laufbesichtigung im Dunkeln. Am Vormittag wurden dann ein bis zwei weitere Schichten trainiert, entweder Abfahrt oder Super G in Kombination mit Riesenslalom. Nach dem Mittagessen wurde am Nachmittag noch an der Kondition gearbeitet.“ Das klingt nach ganz schön viel Arbeit, doch gute Ergebnisse im Rennlauf kommen nun mal nicht von ungefähr. Das weiß auch Michaela und legt sich in dieser Trainingsphase besonders ins Zeug.

Am Start in Lake Louise.

Zum Glück gab es neben dem sportlichen noch ein „Wohlfühl“-Programm. Konkret bedeutete das die Videoanalyse der Fahrten und die Behandlung bei der Physiotherapeutin.

Leben im Jetset Obwohl man viel herumkommt, steht der Trainingserfolg im Fokus. So kommt das Sightseeing oft zu kurz. „Reisen gehört bei uns natürlich dazu. Hauptsächlich sehen wir nur den Flughafen, die Straßen zum Hotel und den Ort, in dem wir wohnen“, resümiert Michaela. Außer den Skipisten sehen die Nachwuchs-Skifahrer also nicht unbedingt viel auf ihren Touren. Allerdings kann niemand ohne Unterbrechung trainieren. So darf auch Michaela mal einen freien Tag genießen. „Bei längeren Camps versuchen wir an freien Tagen etwas Abwechslung in den Alltag zu bringen, indem wir Ausflüge machen. In der Nähe von Vail ist ein großes Outlet Shopping-Center. Für uns Frauen muss da natürlich immer ein Tag eingeplant werden“, sagt sie mit einem Augenzwinkern.

Kuriose Amerikaner Neben all dem ernsten Sport und vielen neuen Eindrücken erlebt sie auch kuriose Geschichten. Eine gibt sie uns zum Besten: „Dass bei den Amerikanern alles größer ist als bei uns, weiß man ja bekanntlich, aber dieses Jahr wurde uns wieder deutlich, dass es nicht XL, sondern XXL ist. Beim Nachmittagssport vor dem Hotel kam auf einmal ein Hotelgast mit einem Monstertruck angefahren. Da der Hotelchef gerade zur Stelle war, durften wir uns gleich selbst von dem Gefährt überzeugen und eine Runde mitfahren.“

Leben in XXL: Der Monster-Truck.

Neues Rennen, neues Glück Wie Technik und Fitness gehört natürlich auch das Rennen-fahren selbst zur Vorbereitung. Nach dem Stop in Vail ging es weiter nach Kanada, genauer Calgary und schließlich Lake Louise, wo die Weltcup-Rennen in Abfahrt und Super-G warteten. Mit dem Training in den USA war Michaela sehr zufrieden und mit einem Podestplatz konnte sie auch gute Ergebnisse einfahren. „Bei den Weltcuprennen in Lake Louise war dann aber der Wurm drin. Ich konnte meine Leistungen aus dem Training leider nicht umsetzten. Der Kopf wird aber nicht hängen gelassen. Die nächsten Rennen stehen bald an und dort beginnt jeder wieder bei 0. Neues Rennen, neue Chance!“ Damit beweist Michaela ungebrochenen Ehrgeiz, eine der wichtigsten Eigenschaften jedes Leistungssportlers. „Wenn ich meine Trainingsleistungen in den Rennen umsetzten kann, bin ich zuversichtlich, dass ich die Qualifikation für die WM im Februar schaffen kann.“

Kurz vor Rennstart am Copper Mountain.

Europacup on top Die WM steht momentan im Vordergrund, doch auch der Europacup gehört zum Saisonrogramm der 22-Jährigen. Für diese Rennen hat sie zwar keine gesonderte Vorbereitung, doch hilft ihr jede Trainingseinheit natürlich auch für die anstehenden Bewerbe im Cup. „Wenn es zeitlich in den Rennkalender passt, werde ich immer auch Europacup-Rennen fahren mit dem Ziel, dort Top-3-Platzierungen zu erreichen.“ SnowTrex wünscht viel Erfolg!

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