Immer eine runde Sache: Übernachten im Iglu!

22. Februar 2012 - SnowTrex

Minusgrade im zweistelligen Bereich, Betten aus kristallklarem Eis, Rentierfelle, die als Matratzen dienen und zwei dicke Thermoschlafsäcke – willkommen im Eishotel! Wer die Kälte liebt und sich nach einem ungewöhnlichen Urlaubserlebnis sehnt, für den ist solch eine ungewöhnliche Unterkunft genau das Richtige. Kann man sich hierzulande kaum vorstellen, in einem Raum zu übernachten der kälter ist als das häusliche Gefrierfach, so sind Eishotels in Skandinavien und Nord-Ost-Europa längst keine Seltenheit mehr. In vielen Orten nördlich des Polarkreises wie Finnland, Norwegen, im schwedischen Lappland aber auch im südlichen Skandinavien erfreuen sich die architektonischen Meisterwerke wachsender Begeisterung bei kälteresistenten Touristen aus aller Welt.

Abwechslung ist hierbei garantiert denn die Eishotels sehen jedes Jahr anders aus. Jeden Herbst müssen aufs Neue tausende Tonnen Eis zu einem weiß-glänzenden Palast verbaut werden. Hierzu werden zehntausende Tonnen an Schnee und Eis aus benachbarten Flüssen benötigt. Mit Radladern und Schneekanonen wird der Schnee auf Stahlträger aufgetragen, die nach zwei Tagen entfernt werden können. Mit dieser Bauweise werden mehrere nebeneinanderliegende, tunnelartige Gewölbe errichtet, von denen die einzelnen Zimmer abzweigen.

Die Eröffnung der Eishotels ist meist um den 1. Dezember herum. Bewohnbar sind die Zimmer nur bis in den April hinein, denn bald danach taut das Hotel aufgrund der zu hohen Außentemperaturen ab. Den Feinschliff bekommen die Zimmer von Künstlern, die auf die Bearbeitung von Eis spezialisiert sind – eine Dekoration aus violett-blau-schimmernden Eiskristallskulpturen macht die winterlich-verträumte Atmosphäre in den eisigen Hotelzimmern perfekt. Bevor die Gäste sich abends in ihre eisigen Gemächer zurückziehen, klingt der Abend meist bei einem Glas Wodka aus Eisgläsern aus – denn viele Hotels dieser Sorte haben neben den kalten Zimmern Bars und Aufenthaltsräume aus purem Eis. Das älteste bekannte Eishotel, ca. 200km nördlich des Polarkreises in Schweden gelegen, bietet seinen Gästen sogar eine Kirche aus Eis. Aber auch in manch‘ bekanntem Ort wie z.B. Mayrhofen mit seiner White Lounge finden sich diese Hotels der besonderen Art.

Gebettet auf Rentierfelle und eingekuschelt in dicke Thermoschlafsäcke begeben sich die Winterliebhaber auf eine Traumreise ins zwar nicht ewige, aber kristallklare Eis. Wem es wider Erwarten nachts zu kalt wird, dem steht es frei in ein nahe gelegenes Nachbarhaus umzuziehen. Dort befinden sich außerdem Einrichtungen zum Duschen und häufig ein zum Hotel gehörendes Restaurant – selbstverständlich auch mit warmen Speisen.

Üblicherweise dauert der Aufenthalt in einem Eishotel nicht länger als 1-2 Übernachtungen. Und das nicht nur wegen den vergleichsweise hohen Kosten für eine Nacht im Eis.  Wohl die meisten Besucher werden sich nach spätestens der zweiten Nacht nach einem weichen Bett sehnen – am besten in einer kuschelig warmen Skihütte z.B. in Österreich.

Quellen:

www.welt.de www.skandinavienreisen.de www.nordic-holidays.de www.abenteuerurlaub-online.de www.de.wikipedia.org www.eishotels.info www.spiegel.de

  • Mittwoch, 22. Februar 2012
  • Autor: SnowTrex
  • Kategorie: Wintersport
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