Heliskiing – Die Freiheit auf unberührtem Powder spüren

11. September 2017 - Carla Meyer

Durch glitzernden Pulverschnee carven, die Freiheit auf weiten Gletscherflächen und den Wind im Gesicht spüren, Wälder durchfahren, die vielleicht noch nie ein Mensch vorher betreten hat – was sich wie der Traum eines jeden leidenschaftlichen Skifahrers anhört, ist mittlerweile fester Bestandteil des Wintersports: Helisskiing.

Mit dem Heli geht es hoch hinauf auf den Gipfel.

Mit der nötigen Erfahrung, entsprechender Kondition und einer Portion Mut kann sich jeder Skifahrer diesen Traum erfüllen. „Heliskiing“, wie dieses außergewöhnliche Naturerlebnis genannt wird, wurde in den 1960er Jahren in Kanada von einem österreichischen Skilehrer erfunden und ist in den vergangenen Jahrzehnten nicht nur in Nordamerika, sondern auch bei uns in Europa stetig populärer geworden.

Hoch hinauf mit dem Helikopter

Beim Heliskiing werden die Teilnehmer mit einem Helikopter hoch ins Gebirge oder auf einen Gletscher geflogen, wo sie in der „Wildnis“ abgesetzt werden und von da aus eine Talfahrt antreten, wie sie sie vermutlich noch nicht erlebt haben. Schon beim Flug breitet sich eine ganz besondere Stimmung im Helikopter aus, weiß Julie May zu berichten. Die 30-Jährige gehört zu den wenigen Schweizer Helipilotinnen. Neben Rettungseinsätzen und Transporten fliegt sie von Gstaad aus regelmäßig Freeride-Fans auf die Gipfel des Berner Oberlands. „Heliskiing ist auch für mich speziell“, sagt Julie May. „Die Vorfreude der Passagiere steckt an, der Heli ist derart mit guter Energie gefüllt, dass er wie von selbst fliegt.“ Um möglichst früh im Pulver-Eldorado anzukommen, stehen alle Beteiligten in dunkler Nacht auf – schließlich ist das Fahren in den ersten Sonnenstrahlen des Tages Hochgenuss pur.

Julie May fliegt die Skifahrer in die Berge.

Ins Tal hinab mit dem Guide

Begleitet werden die Skifahrer von einem sogenannten „Guide“. Diese sind erfahrene, professionelle und vor allem ortskundige Skilehrer oder Bergführer, die speziell auf das Skifahren in der Wildnis geschult sind. Sie achten sowohl auf die Sicherheit der Teilnehmer als auch darauf, dass die Natur keinesfalls durch die Skifahrer in Mitleidenschaft gezogen wird.

Vor jeder Tour bekommen die Teilnehmer eine Sicherheitsschulung, das „safety-briefing“, bei dem sie unter anderem über das Verhalten während des Helikopterfluges, während der Abfahrt und über den Umgang mit einem Lawinenverschütteten-Suchgerät aufgeklärt werden. Denn so erfahren die Guides auch sind, letztendlich ist die Natur eine unberechenbare Gewalt und die Sicherheit auf den unpräparierten Pisten ausnahmslos das vorrangige Gebot.

Auf dem „Run“ ins Tal, bei dem die Sportler oftmals über 1000 Höhenmeter zurücklegen, sind weit und breit keine Lifte, Seilbahnen oder Skihütten zu sehen, vielmehr sind Begegnungen mit einheimischen Wildtieren wie dem Adler, Gämsen oder Murmeltieren keine Seltenheit.

Weit und breit nur Gipfel.

Auch für „Nicht-Profis“ geeignet

Entgegen vieler Erwartungen ist Heliskiing nicht nur etwas für Profis, sondern für jeden Skifahrer, der schon Erfahrungen auf anspruchsvolleren roten und schwarzen Pisten gemacht hat und über Schnelligkeit und Wendigkeit verfügt. Auch eine gewisse Kondition ist klar von Vorteil. Doch sobald diese Voraussetzungen erfüllt sind, steht einem unvergesslichen Urlaubserlebnis nichts mehr im Wege – Adrenalinkick inklusive.

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