Fit auf die Piste – DSLV-Experten geben Fitness-Tipps

3. Dezember 2015 - Katharina Teudt

Wer seinen Körper fit hält, der fühlt sich beim Skifahren oder Snowboarden nicht nur gut, sondern minimiert auch das Verletzungsrisiko. Die Experten des Deutschen Skilehrerverbandes (DSLV) wissen, wie man seine Muskeln für den Wintersport in Form bringt.

Die Skilehrer des DSLV geben hilfreiche Tipps rund ums Skifahren.

Ob im Alltag oder im Urlaub, ein wenig Bewegung und leichte Übungen sind überall durchführbar. Die Möglichkeiten reichen vom Fahrradfahren und Treppensteigen über gezielte Kräftigungs- und Gleichgewichtsübungen bis zum Wandern in Höhenlagen. Dabei spielt das Alter keine Rolle, jeder kann und sollte seinen Körper fit halten, dann macht auch das Skifahren noch mehr Spaß. So das Credo der Experten des Deutschen Skilehrerverbandes (DSLV). Sie raten, sich gezielt für die anstehende Skisaison vorzubereiten.

Kraft und Koordination trainieren

Alois Grabmair ist Mitglied im DSLV-Ausbilderteam Ski Alpin, DOSB-Sportphysiotherapeut und Leiter einer Physiotherapie-Praxis. Sein Ratschlag betrifft die Grundfitness und Muskelagilität: „Wintersportler sollten darauf achten, sich gezielt auf die Saison vorzubereiten. So kann Verletzungen vorgebeugt werden, gleichzeitig steigert man sein Allgemeinbefinden. Die Vorbereitung startet idealerweise schon im Sommer, doch auch jetzt, kurz vor der Saison, ist das Dehnen und Mobilisieren der Muskulatur sehr wichtig. Das geht leicht nebenbei und dabei spielt es keine Rolle, ob jung oder alt, ob Einsteiger oder alter Hase – jeder sollte sich vor dem Winterstart auf seinen Sport vorbereiten.“

Matthias Baier hat ganz einfache Tipps parat. Er ist staatlich geprüfter Snowboardlehrer, Mitglied im DSLV-Ausbilderteam, Koordinator Snowboard sowie Leiter der DSLV Profi-Snowboardschule „Schneesturm“ in Lenggries. Er erklärt, worauf es beim Boarden ankommt: „Snowboarden besteht aus sehr vielseitigen, anspruchsvollen Bewegungsabläufen, was die Koordination betrifft. Viele Bewegungen werden über Kreuz ausgeführt, durch die wechselnde Fahrtrichtung auch auf beiden Seiten. Für die Saisonvorbereitung sind neben allgemeinen Ausdauer- und Kräftigungsformen daher besonders Koordinationsübungen wichtig.“ Baier empfiehlt ganz einfache Übungen: „Es genügt schon, das Butterbrot gelegentlich mit der ‚falschen‘ Hand zu schmieren oder die Kaffeetasse ab und zu über Kreuz in die Hand zu nehmen.“

Wandern ist die beste Vorbereitung

Jegliche Bewegung hilft dem Körper, in Form zu kommen und zu bleiben. Längere Strecken laufen oder radfahren gehören zu den einfachen Anforderungen im Alltag. Um es noch etwas gewissenhafter anzugehen, empfehlen sich zum Beispiel kleine Wanderungen mit Steigungen. Beim Wandern wird neben der Beinmuskulatur auch das Herz-Kreislauf-System trainiert. Besonders effektiv ist daher ein Höhentraining in den Bergen. „Bereits ab einer Höhe von etwa 1.200 m muss der Körper mehr Sauerstoff aufnehmen“, erklärt Grabmair. „Das Herz-Kreislauf-System wird so schonend in Schwung gebracht. Während einer gemütlichen Wanderung trainiert man ganz nebenbei seine Ausdauerfähigkeit – eine wichtige Grundlage nicht nur für den Wintersport. Man kann also schon bei Ausflügen in den Bayerischen Voralpen von Höhentraining sprechen.“

Wandern kurbelt das Herz-Kreislauf-System an.

Übungen in den Alltag integrieren

Nicht jeder findet Zeit für ein umfangreiches Vorbereitungstraining für den Winter. Umso wichtiger ist es, Rituale für kleine Übungen zu schaffen. Grabmair empfiehlt, etwa täglich vor dem Schlafengehen kleine Dehn- und Mobilisationsübungen durchzuführen. Auf einem Bein balancierend, die Ferse des zweiten Beins Richtung Gesäß führend, dehnt man bereits mit minimalem Aufwand die Oberschenkelmuskulatur. Ganz einfach lässt sich auch die Fußsohle mobilisieren: Dazu wird der Fuß auf einen Golf- oder Tennisball gestellt und hin und her gerollt. Die Fußsohlenfaszie hängt mit der Lendenwirbelsäule zusammen – ist sie entspannt, wird auch der Rücken mobiler. „Eine leichte Übung, die sich auch gut während des Kaffeekochens durchführen lässt“, fasst Grabmair zusammen. Die Koordination lässt sich besonders gut schulen, wenn Bewegungen ungewohnt ausgeführt werden. Auch sei es empfehlenswert, Bewegungen regelmäßig „falsch herum“ auszuführen. „Beim Fußballspielen immer wieder mit dem ‚falschen‘ Fuß schießen, hin und wieder einmal einige Minuten rückwärts durch die Wohnung spazieren. Das lässt sich leicht machen, kostet nichts und trainiert die koordinativen Fähigkeiten enorm“, so Baier.

Ganzjährige Aktivitäten für leichten Wintereinstieg

Für einen optimalen Einstieg in die Wintersaison empfiehlt Grabmair, das ganze Jahr über regelmäßigen Sport zu treiben. „Radfahren, Nordic Walken oder Joggen sind gute Tipps für alle, die sich ihre Leistungsfähigkeit erhalten möchten.“ Dabei komme es nicht auf sportliche Höchstleistungen an, auch wer gemütlich seinen Lieblingssport betreibt, tue etwas für seine Gesundheit, so Grabmair.

Trendsportart Slackline

Die Vorbereitung für die Wintersaison ist auch auf anderen Wegen möglich: Slacklinen ist schon seit mehreren Jahren im Trend, und das längst nicht mehr nur unter Kletterern. Vor allem Übungen zum einseitigen Training, beispielsweise Kniebeugen, können auf dem elastischen Seil einfach ausgeübt werden. Einzelne Schwächen können gezielt ausgeglichen werden und nebenbei wird der Gleichgewichtssinn optimal herausgefordert.

Zusammenfasst lässt sich festhalten: Wer sich regelmäßig bewegt und den einen oder anderen Experten-Tipp beherzigt, wird gestärkt und fit in den Skiurlaub starten. Das fühlt sich nicht nur gut an, sondern garantiert auch ein sicheres Wintersportvergnügen.

Quelle: Deutscher Skilehrerverband (DSLV)

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