Faszination Skitourengehen

18. Januar 2017 - Alexandra Arendt

Aus eigener Kraft den Berg erklimmen, und sich das Abfahrtserlebnis selbst verdienen, hat für viele Skifahrer einen besonderen Reiz. Fernab von Pisten und Menschenmassen genießen Skitourengeher nicht nur den Einklang mit der Natur, sondern schonen damit auch noch die Umwelt. Ganz alleine und ohne Vorerfahrung sollte man sich jedoch nicht auf den Weg machen.

Der Weg ist das Ziel! Das gilt insbesondere bei Skitouren.

Skitouren gehen boomt, mittlerweile ist aus dem traditionsreichen Skibergsteigen geradezu ein Trendsport geworden. Ob an der Piste oder klassisch weit abseits des Liftbetriebes, der faszinierende Bergsport hat sich in den letzten Jahren enorm weiter entwickelt. Immer mehr begeisterte Ski- und Naturliebhaber folgen dem Trend und erklimmen die Berge und Gipfel aus eigener Kraft.

Im Deutschen Alpenvereins (DAV) waren in 2013 bereits rund 280.000 Skibergsteiger gemeldet – Tendenz steigend. Zählt man die Hobby-Pistengeher hinzu, erhöht sich die Anzahl nochmals um ein Vielfaches. Die meisten Skitourergeher steigen jedoch nicht mit dem Ziel auf, eine präparierte Piste hinab zufahren, sondern sind vielmehr auf der Suche nach naturbelassenen, unverspurten Abfahrten im Tiefschnee.

Purer Genuss und völlige Ruhe in der Natur. © Skitourenwinter.com

Gerade die Ruhe in der freien Natur, fernab der Pisten und Menschenmassen, steht bei der Vielzahl der Tourengeher im Vordergrund. Der Aufstieg und die Abfahrt im Gelände ist eine besonders reizvolle und schöne Art den Berg zu bezwingen. Das Bewegen im freien Gelände ist allerdings auch nicht ganz ungefährlich. Im ungesicherten Gelände ist die Lawinengefahr besonders hoch, daher ist eine optimale Vorbereitung, das Studieren des aktuellen Lawinenberichts sowie Kenntnisse des Geländes und große Vorsicht das oberste Gebot. Wie jede alpine Sportart ist Skitourengehen eng mit Risiken verbunden. Eine entsprechende Ausbildung, Erfahrung, die richtige Ausrüstung und Sicherheitsausstattung sind deswegen obligatorisch.

Skitouren-Camps mit SnowTrex und Skitourenwinter.com

Anfänger sollten sich auf keinen Fall alleine auf den Weg machen, denn neben technischen Kenntnissen sollte man immer auch das Gelände kennen, in dem man sich bewegt, sowie die Lawinengefahr und das Gelände einschätzen können! Zum Glück gibt es zahlreiche Anbieter, wie zum Beispiel den DAV oder Skitourenwinter.com, die geführte Skitouren und -Camps durchführen. Sie ermöglichen zum einen auch weniger erfahrenen Skitourengehern, Neulingen und Naturbegeisterten, den einzigartigen Natursport zu erleben. Zum anderen können erfahrene Skitourengeher die Touren mit Gleichgesinnten genießen.

Eine breite Angebotspalette gibt es bei Skitourenwinter.com: Hans-Peter Kreidl und sein Team bieten verschiedene Skitourencamps, Tages- und Mehrtagestouren, Alpenüberquerungen sowie Sicherheitstage für alle Skitouren-Begeisterte an. Zum Programm zählen Material- und Lawinenkunde, Tipps von Tourenprofis und geführte Touren von geprüften Ski- und Bergführern in verschiedenen Regionen in Österreich. Neben der Vermittlung von Sicherheitsaspekten steht die Freude am Naturerlebnis stets im Vordergrund.

Lawinenrettungstraining ist ein Bestandteil der Skitourencamps. © Skitourenwinter.com

Neu bei uns im Programm sind die SnowTrex Skitouren-Camps, die in Kooperation mit Skitourenwinter.com stattfinden. 3,5 Tage Führung und Praxisausbildung mit Betreuung durch staatlich geprüfte Berg- und Skiführer warten auf die Teilnehmer. Die beiden Camps finden in Neukirchen am Großvenediger im Salzburger Land statt. Übernachtet wird in der urigen Berghütte Trattenbachalm auf 1.287 m Höhe, die den Weitblick über das Pinzgau, die Kitzbüheler Alpen und die Hohen Tauern ermöglicht. Die gemütliche Hütte ist inmitten der Natur gelegen und nur auf Skiern erreichbar – Naturerlebnis pur!

Die Trattenbachalm in idyllischer Lage. © Skitourenwinter.com

Skitouren – nicht ohne die richtige Ausrüstung

Neben guter Planung und Vorbereitung einer Skitour ist die richtige Ausrüstung von entscheidender Bedeutung und kann überlebenswichtig sein! LVS-Gerät, Schaufel und Sonde sind ein Muss auf jeder Geländetour – und nicht nur bei der Abfahrt, sondern auch beim Aufstieg essentiell. Was viele Touren-Neulinge nicht wissen: Auch beim Aufstieg im Gelände herrscht hohe Lawinengefahr. Zusätzlich kann ein Rucksack mit Lawinenairbag im Zweifel Leben retten und sollte neben einem Handy und einem Erste-Hilfe-Set mit zur Tourenausrüstung gehören.

Das Skitouren-Equipment variiert je nach Anforderung des Tourengehers. Es gibt aufstiegs- und die abfahrtsorientierte Skitourengeher und entsprechend Skitourenequipment, das eben diese besonderen Anforderungen in beiden Fällen in spezieller Weise erfüllt. Für ein angenehmes Aufsteigen sollten Ski und Bindung möglichst leicht konzipiert sein und trotzdem für die sichere Abfahrt robust genug sein, denn schließlich müssen Ski und Bindung auch auf der Tiefschneeabfahrt bestehen. Das Gewicht spielt in allen Ausrüstungs-Segmenten, insbesondere bei den Skiern, eine große Rolle.

Eine leichte Bindung unterstützt den Aufstieg ungemein. © Skitourenwinter.com

Aber auch die Tourenbindung ist ein wichtiger Bestandteil des Equipments. Hersteller wie Salomon oder Marker haben ihre Tourenbindungen auf die Abfahrtsperformance ausgelegt und sind auf sehr hohe Z-Werte einstellbar. Der Z-Wert, der Auslösewert einer Skibindung, richtet sich nach Körpergröße und -gewicht sowie der Krafteinwirkung. Bei diesen Freeride-Bindungen ist allerdings der Rahmen am Schuh fixiert und muss bei jedem Schritt mit angehoben werden, was den Anstieg deutlich erschwert. Demnach sollten sich Tourengeher bei der Wahl ihres Equipments bewusst sein, worauf sie besonderen Wert legen – einen angenehmen und möglichst leichten Aufstieg oder maximale Performance auf der Abfahrt.

Wer einen genussvollen und weniger kräfteraubenden Aufstieg einer rasanten Tiefschneeabfahrt vorzieht, kann eine leichtere Bindung mit einem niedrigeren Z-Wert wählen. Ultraleichte Modelle besitzen keine Rahmen und bestehen nur noch aus Vorder- und Hinterbacken mit der Pintech. Bei dieser Technologie wird der Skischuh nur von zwei Metallstiften, den Pins, gehalten, so dass sich die Ferse völlig frei bewegen kann und erst zur Abfahrt eingerastet wird. Diese speziellen Bindungen setzten jedoch geeignete Schuhe voraus. Je nach Modell kommen diese Bindungen gerade einmal auf ein Gewicht von etwa 350 Gramm, was den Aufstieg deutlich angenehmer macht.

Tourenschuhe müssen Flexibilität gewähren und trotzdem robust sein. © Skitourenwinter.com

Auch bei Schuhen gilt das Gebot des möglichst geringen Gewichts gepaart mit ausreichender Stabilität für die Abfahrt. Dabei ist beim Aufstieg die Beweglichkeit besonders wichtig, bei den meisten Touren- oder Freeride-Schuhen ist daher ein Ski-Walk-Mechanismus integriert. Manche Modelle können mit einem zusätzlichen Hebel den Schaft im geschlossenen Zustand lockern und sogar rotieren. Für die anschließende, sichere Abfahrt sollte ein Flex von 130 nicht unterschritten werden.

Tourenstöcke, Skifelle und die richtige Kleidung

Nicht zu unterschätzen sind die Skistöcke. Sie sollten etwas länger sein als bei Alpinfahrern, damit die Schubkraft beim Aufstieg optimal genutzt wird, da ein guter Tourenskistock einen großen Teil des Kraftaufwandes übernimmt und so den Aufstieg erleichtert. Optimal sind längenverstellbare Teleskopstöcke aus Aluminium oder Carbon, damit gleichzeitig auch gute Abfahrtsperformance gewährleistet ist. Breitere Teller haften außerdem besser im Tiefschnee.

Wer hoch auf den Berg möchte, kommt nicht um Skifelle herum. Skifelle fungieren als Steighilfen und verhindern das Abrutschen am Hang. Sie bestehen meist aus Bergziege-Haar (Mohair) mit besseren Gleiteigenschaften oder einer weichen Synthetikfaser aus Polyamid für besseren Griff. Früher wurden die Skifelle aufgeklebt, heute sorgen bei einigen Herstellern neue Materialtechnologien dafür, dass sie durch eine spezielle Oberflächenstruktur am Ski haften. Tourenski besitzen im Normallfall eine Aussparung an der Skispitze, in denen das Skifell zusätzlich eingehakt wird.

Ebenfalls nicht zu vernachlässigen ist die richtige Kleidung. Sowohl Auskühlung und Überhitzung müssen vermieden werden. Gar nicht so einfach, wenn man die Anstrengung des Aufstieges und den frischen Fahrtwind bei der Abfahrt bedenkt. Am besten greift man daher auf Funktionskleidung im Zwiebelprinzip zurück. Die Kleidung sollte wasserdicht, atmungsaktiv und nicht zu schwer sein. Für die Beweglichkeit der Beine bietet sich eine Softshell-Hose aus leichtem Material an. Wasserdichte bzw. winddichte Membrane, ein Schneefang und ein ausgeklügeltes Ventilationssystem sind bei den meisten Produkten obligatorisch. Unbedingt im Gepäck sollte ein Funktionsshirt zum Wechseln vor der Abfahrt sein.

Ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist gerade beim Aufstieg enorm wichtig. © Skitourenwinter.com

Für den Aufstieg sollte man zudem eine Sonnenbrille mit UV-Schutz, eine Kopfbedeckung gegen die Sonne und dünne Handschuhe tragen. Für die Abfahrt dagegen werden eine Skibrille, eine warme Mütze, dicke Handschuhe sowie wärmedämmende und windabweisende Kleidung benötigt. Auch ausreichend Flüssigkeit sowie energiebringende Snacks sollten auf der Tour dabei sein.

Wer das richtige Equipment an den Füßen hat, seine Tour im Vorfeld gut plant oder sich den Profis anschließt und vor allem die Gefahren im Gelände achtet, dem steht einem unvergesslichen Abenteuer und Naturerlebnis am Berg nichts mehr im Wege.

  • Mittwoch, 18. Januar 2017
  • Autor: Alexandra Arendt
  • Kategorie: Wintersport
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