Aktuelle Wintersporttrends: Skitourengehen

9. Dezember 2010 - SnowTrex

Auf der Suche nach einer sportlichen Herausforderung aber keine Lust auf langes Anstehen am Lift und auf überlaufene Pisten? Dann ist vielleicht diese Sportart das richtige: Skibergsteigen oder auch Skitourengehen. Während es üblicherweise in den Skigebieten darum geht, möglichst viele Skifahrer in kurzer Zeit auf die Gipfel der Skipisten zu bringen, nehmen sich Skitourengeher Zeit, um aus eigener Kraft die Hänge zu bezwingen. Belohnt wird diese Anstrengung dann mit Abfahrten abseits der Pisten und einem Naturerlebnis ohne Massentourismus.

Skitouren werden zumeist von Alpenvereinen, privaten Bergführern und teilweise auch von Skischulen angeboten. Anfänger sollten sich auf keinen Fall alleine auf den Weg machen, denn neben technischen Kenntnissen sollte man immer auch das Gelände kennen, in dem man sich bewegt.

Da sich Skitourengeher nicht in den üblichen Bereichen der Skigebiete aufhalten und sich in unpräparierten Gegenden bewegen, gibt es einiges zu beachten. Unbedingt erforderlich sind sicheres Skifahrenkönnen, eine gute Ausrüstung, Risikobewusstsein sowie ein rücksichtsvoller Umgang mit der Natur. Zur Ausrüstung gehören immer Tourenskier, die etwas kürzer und breiter sind als klassische Bretter sowie sogenannte Skifelle. Diese werden bei Aufstiegen für einen besseren Grip auf die Skier geklebt. Skitourengeher setzen sich einem deutlich höheren Lawinenrisiko aus als Pistenfahrer. Daher sollte man immer ein Lawinenverschütteten Suchgerät (LVS), eine Lawinenschaufel sowie eine Lawinensonde dabeihaben. Empfohlen ist auch, ein Lawinentraining zu absolvieren – manche Tourenveranstalter bieten dies im Vorfeld der Touren in einem Paket an. Der deutsche Alpenverein hat zum Thema Skibergsteigen einige informative Broschüren veröffentlicht.

Auch auf Pisten werden an einigen Wintersportorten Skitouren angeboten – dies ist jedoch mit einigen Schwierigkeiten verbunden. Viele Skitourengeher nutzen die Möglichkeit Pistentouren abends, wenn der Skibetrieb nachlässt, zu unternehmen. In vielen Skigebieten ist das jedoch mittlerweile verboten, da es hier leicht zu Unfällen mit Pistenraupen kommen kann. Um weder den Skibetrieb noch die abends stattfindende Pistenpräparierung zu stören, gibt es in den meisten Skigebieten genaue Regeln für das Skitourengehen auf Pisten und oft festgelegte Zeiten und Strecken. Tolle Touren findet man vor allem in Deutschland und Österreich z. B. rund um Innsbruck, im Berchtesgadener Land und im Stubaital.

Seinen Ursprung hat das Skitourengehen aus der Zeit, bevor die ersten Lifte errichtet wurden. Schon im 12. Jahrhundert dienten Skier dazu, auch im Winter sicher Schneelandschaften und Berge durchqueren zu können. Die Wiederentdeckung dieses Konditionssportes stammt ungefähr aus den 90er Jahren. Besonders im Leistungssport entwickelt sich das Skibergsteigen stark, Deutschland hat z. B seit. 2001 eine Nationalmannschaft in dieser Disziplin und auch Österreich und die Schweiz nehmen an internationalen Wettbewerben teil.

Für erfahrene Alpinisten sind Skitouren eine tolle Möglichkeit, die sportliche Herausforderung mit einem echten Bergnaturerlebnis zu verbinden. Wer die alpine Flora und Fauna abseits der Skigebiete ebenfalls erleben will, aber noch weniger geübt ist, kann auch erst einmal auf eine Schneeschuhwanderung zurückgreifen. Diese werden mittlerweile überall angeboten und erfordern weitaus weniger Vorbereitung, Können und Kondition.

Quellen:

www.alpenverein.de www.alpenverein.at www.gipfeltreffen.at www.schneeschuhwandern-allgaeu.de www.skitourentraining.de www.tourentipp.de www.allalpinesports.com www.vorarlberg.com

  • Donnerstag, 09. Dezember 2010
  • Autor: SnowTrex
  • Kategorie: Wintersport
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