Damit der Pistenspaß nicht abrupt endet: Verletzungen vorbeugen

11. Februar 2014 - Nina Vogt

Wintersport, das ist Bewegung, Naturerlebnis und vor allem Spaß – alles auf einmal. Damit dieser Spaß auch anhält, gilt es jedoch, sich gut auf den Urlaub in den Bergen vorzubereiten. Denn trotz aller gesundheitsfördernden Wirkung bringen Ski- und Snowboardsport auch immer ein Verletzungsrisiko mit sich. Das lässt sich reduzieren. Und zwar durch einfache Mittel, wie Priv.-Doz. Bernd Wolfrath, der leitende Verbandsarzt des deutschen Skiverbandes (DSV), weiß. Er sagt: „Neben der skifahrerischen Technik, der richtigen Ausrüstung und dem Verhalten des Skifahrers spielt vor allem seine körperliche Verfassung eine wichtige Rolle.“

Das bedeutet: Schon während der schneefreien Zeit sollten sich Wintersportler durch entsprechendes Training für den Skiurlaub in Form bringen (Tipps für die Skigymnastik gibt es zum Beispiel in unserem Magazinartikel „Fitmacher für Freizeitsportler“). „Eine gut trainierte Muskulatur schützt die Strukturen des passiven Bewegungsapparates wie Knochen, Knorpel und Bänder“, erklärt Wolfrath. „Zum einen stabilisiert die Muskulatur die Gelenke und zum anderen führt Krafttraining zu einer Anpassung dieser Strukturen und erhöht deren Belastbarkeit.“ Studien haben laut dem DSV belegt: Das Risiko, eine der häufigsten Verletzungen im Skisport zu erleiden (Ruptur des vorderen Kreuzbands), sinkt mit einer kräftigen Muskulatur im hinteren Oberschenkel.

© DSV aktiv Ski- & Sportmagazin

Bei der Stärkung der Muskulatur kommt es laut dem DSV-Experten jedoch nicht nur auf die Maximalkraft an, sondern auch auf die Kraftausdauer. Das bedeutet, die Muskeln sollten auch fähig sein, submaximale Kraftleistungen über einen längeren Zeitraum zu erbringen. Schließlich ereignen sich die meisten Verletzungen nachmittags, wenn nach einem langen Skitag die Ermüdung einsetzt. Eine gute Kraftausdauer hingegen kann eine frühzeitige Ermüdung verhindern. Auch nach einer langen Abfahrt oder am Ende des Skitages ist so noch ausreichend Kraft vorhanden, um gut koordinierte und technisch saubere Schwünge zu fahren und somit das Sturz- und Verletzungsrisiko zu mindern.

Eine weitere Komponente, die zur optimalen Vorbereitung auf den Skiurlaub dazu gehört, ist das Ausdauertraining. „Gut Ausdauertrainierte verfügen über eine bessere Erholungsfähigkeit“, erklärt Bernd Wolfrath. Das führt dazu, dass sie in den kurzen Erholungspausen beispielsweise während der Liftfahrt schneller zu Kräften finden. „Somit steht ihnen bei jeder Abfahrt ein größerer Teil ihres Leistungspotenzials zur Verfügung“, sagt der Sportmediziner. Eine gute Grundlagenausdauer verbessert zudem die Konzentrationsfähigkeit. Die Sportler können besser und schneller auf unvorhersehbare Ereignisse wie beispielsweise Bodenwellen, veränderte Schneebedingungen oder Hindernisse reagieren.

Koordinationstraining für Sicherheit auf der Piste

Neben den konditionellen Faktoren Kraft, Kraftausdauer und Ausdauer sind es aber natürlich auch die koordinativen Fähigkeiten, die im Wintersport eine große Rolle spielen. Bernd Wolfrath: „Koordinationstraining auf einer instabilen Unterlage wie MFT-Disks und Ballkissen oder Slacklining schulen die im Skisport so wichtige Gleichgewichtsfähigkeit.“ Gleichzeitig wird auch die muskuläre Koordination verbessert – das heißt das Zusammenspiel der Muskeln, die an einer Bewegung beteiligt sind. „Die beste Voraussetzung für eine gute Skitechnik“, sagt der DSV-Experte.

Priv.-Doz. Bernd Wolfrath hält weitere Tipps bereit: Anfängern beispielsweise rät er, ihre technischen Fähigkeiten in Skikursen oder Vereinen zu verbessern – unter Anleitung ausgebildeter Übungsleiter. „Denn die meisten Verletzungen resultieren aus Stürzen und damit aus Fahrfehlern. Eine gute Skitechnik ist also ein entscheidender Faktor zur Verletzungsvorbeugung.“

Die Bindung muss richtig eingestellt sein. © DSV aktiv Ski- & Sportmagazin

Aber natürlich spielt auch die richtige Ausrüstung eine Rolle. Zur obligatorischen Schutzausrüstung auf der Piste gehören Helm und Brille sowie wenn möglich auch ein Rückenprotektor. Die Bindung sollte von einem Fachmann individuell eingestellt werden, das Skimodell dem persönlichen Können angepasst sein. Wichtig sei außerdem funktionelle, dem Wetter angepasste Kleidung, sagt Bernd Wolfrath. „Bereits eine leichte Unterkühlung kann zu deutlichen Einschränkungen der Leistungs-, Koordinations- und Konzentrationsfähigkeit führen“, erklärt er. Warme, wasserdichte und atmungsaktive Kleidung ist damit besonders bei Kindern entscheidend, denn diese verfügen im Vergleich zu Erwachsenen über eine geringere Fähigkeit zur Temperaturregulation.

Last but not least sind es einfache und eigentlich selbstverständliche Verhaltensregeln, die das Risiko von Verletzungen auf der Piste mindern. Ein kurzes Aufwärmen von wenigen Minuten bringt den Körper zu Beginn des Tages auf „Betriebstemperatur“. Die Fahrweise sollte jeder Sportler an sein persönliches Können und den Trainingszustand anpassen. Besondere Vorsicht gilt generell bei den ersten und letzten Abfahrten. „Ausreichend Nachtschlaf und Erholungspausen während des Tages steigern zusätzlich die Konzentrations- und Koordinationsfähigkeit“, sagt Bernd Wolfrath. „Alkoholgenuss hingegen ist bei schnellen und koordinativ anspruchsvollen Sportarten wie dem Skifahren und Snowboarden tabu.“

Viele Tipps, die vermeiden können, dass der Traumurlaub jäh endet. Denn gerade, wer nur 1 oder 2 Wochen im Jahr in den Bergen verbringt, der will doch jeden Tag im Schnee bis zur letzten Sekunde genießen!

Quelle: www.deutscherskiverband.de

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