Der Sonne entgegen: Tipps zum Skifahren im Frühjahr

25. März 2014 - SnowTrex

Keine einzige Wolke am Himmel, die Sonne wärmt, die Temperaturen sind mild und man gleitet über butterweichen Firn. Das Bergpanorama liegt den Wintersportlern ungetrübt von Nebel oder dichten Wolken zu Füßen. Nicht nur für die so genannten Schön-Wetter-Fahrer eine Traumvorstellung. Natürlich, Skitage im Frühjahr sind mehr als angenehm. Allerdings bringen sie auch Tücken mit sich.

Denn im Frühling herrschen oft extrem wechselhafte Schneebedingungen. Die Sonnenhänge sind am Morgen noch hart gefroren, während die Sonne am Nachmittag den Schnee schmelzen lässt. Die Schneedecke wird stark durchfeuchtet. In der Nacht hingegen lassen die kalten Temperaturen den Schnee wieder anziehen. Durch diesen Kreislauf entsteht laut den Experten vom Deutschen Skiverband (DSV) eine kompakte, glatte Piste und eine immer festere Schneedecke, die spätestens ab Mittag jedoch jeden Tag ihr hässliches Gesicht zeigt. Der von der Sonne aufgetaute und von vielen Wintersportlern zusammengeschobene Sulzschnee macht die Abfahrten immer beschwerlicher.

Scharfe Kanten sind bei eisigen Pisten Pflicht

Eine große Bedeutung kommt bei diesen Bedingungen dem Servicezustand der Skier und des Snowboards zu. Für die eisigen Verhältnisse am Morgen sind scharfe Kanten Pflicht, ein ordentlich gewachster Belag erhöht hingegen im nassen Schnee am Nachmittag die Drehfreudigkeit. Die Empfehlung des DSV: die tägliche Behandlung der Kanten mit einem Schleifstein oder -gummi sowie das tägliche Nachwachsen mit einem Flüssigwachs.

Doch auch die körperliche Fitness kann an schönen Frühlingstagen entscheidend sein. Denn bei wechselnden Pistenverhältnissen sind die Wintersportler extrem gefordert. Auf hartem, glattem Schnee benötigt es viel Kraft, um die Schwünge richtig zu setzen. Im weichen Sulzschnee hingegen wird das Drehen immer schwieriger. Zur Vorbereitung auf diese Belastung empfiehlt der Deutsche Skiverband Skigymnastik, Kraft- und Ausdauertraining. Frühzeitige Ermüdungserscheinungen lassen sich so verhindern. Wer jeden Tag ausgeschlafen und aufgewärmt auf den Berg startet, der beugt zusätzlich Verletzungen vor.

© Nelu Goia / shutterstock.de

Wer die Konzentration verlängern und neue Kraft schöpfen will, der setzt auf regenerierende Pausen. Doch Vorsicht: Wer die Sonne genießen möchte, für den sollte nicht nur eine schützende Sonnenbrille zur Pflichtausstattung gehören, sondern auch eine Mütze oder ein Stirnband. Oft täuschen die wärmenden Sonnenstrahlen über den Luftzug hinweg, der in den Bergen herrscht. Auch im Frühjahr ist niemand vor Erkältungen geschützt. Ein weiterer wichtiger Punkt: regelmäßiges Trinken! In der Höhe und bei Bewegung benötigt der Körper mehr Flüssigkeit. Die DSV-Experten empfehlen Tee oder Saftschorlen. Alkohol hat am Berg nichts zu suchen – den sollte es nur zum Après-Ski im Tal geben.

Früh in den Skitag starten, um optimale Verhältnisse auszunutzen

Die sulzigen Pisten am Nachmittag sind nicht Jedermanns Sache. Wer sie meiden will, der startet bereits früh in den Skitag, nutzt die noch optimal präparierten Pisten und die harten Schneeverhältnisse aus. Einen Überblick über geöffnete Pisten und Lifte liefern die Pistenpläne und Panoramakarten an den Talstationen. Denn durch den Rückgang der Schneehöhen sind mancherorts im Frühjahr nicht mehr unbedingt alle Hänge befahrbar.

Ein letzter Punkt, den Wintersportler nicht außer Acht lassen sollten, ist der Sonnenschutz. Die Strahlungsintensität der Sonne auf 2.500 m Höhe ist um 33 Prozent höher als auf 300 m Höhe. Eine wasserfeste Sonnencreme mit höchstmöglichem Lichtschutzfaktor gehört also unbedingt ins Gepäck. Der DSV empfiehlt, sich bereits morgens im Hotel einzucremen. Wer stark schwitzt sollte regelmäßig nachcremen. Ein Lippenpflegestift mit pflanzlichen Wachsen oder Ölen schützt zusätzlich die Lippen vor dem Austrocknen und vor Blasenbildung.

Wer all diese Tipps beachtet, der sollte jedoch vor allem eins tun: Das wunderschöne Frühlingswetter genießen und die letzten Skitage des Jahres richtig auskosten!

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