Lustige Bergnamen

21. Februar 2008 - SnowTrex

„Böses Weibl“, „Biberkopf“, „Roßarsch“ oder gar „Arschlochwinkl“: Nein, dies sind keine kreativen Beleidigungen, sondern Bergnamen. Bei manchen Namen ist zu erahnen, woher der Name kommt, aber teilweise bleibt einem nichts übrig als die Stirn zu runzeln und den Kopf zu schütteln. SnowTrex stellt skurrile und lustige Bergnamen und deren Herkunft vor.

Markante Berge verdienen markante Namen. Hier der Blick vom „Roten Knopf“.

Hochunnütze

Die „Hochunnütze“ sind ein Bergmassiv in den Tiroler Alpen. Das Massiv umfasst die drei Gipfel Hinterunnütz (2.007 m), Hochunnütz (2.075 m) und Vorderunnütz (2.078m). Bei dem seltsamen Namen des Bergmassivs runzelt manch einer die Stirn, dabei ist der Ursprung des Namens äußerst logisch: Aus landwirtschaftlicher Sicht war und ist das Bergmassiv tatsächlich unnütz. Für die ansässigen Bauern war es unmöglich, an den zerklüfteten Hängen des Bergmassivs Almwirtschaft zu betreiben – so wurden die Berge „Unnütze“ getauft.

Arschlochwinkl

Ein Wander- und Klettergebiet am Fuße des Dachsteinmassivs in Österreich trägt den Namen „Arschlochwinkl“. An Derbheit ist dieser Name schwer zu übertreffen und manch einer fragt sich, wieso man eine schöne Berglandschaft mit einem solch unschönen Namen betitelt. Verantwortlich dafür, so munkelt man, sind die Bauern, die vor langer Zeit in dieser Region lebten. Es kam die Zeit, in der die Kartografen des Kaisers durch das Land zogen, um alle Berge, Gebirgsketten und Hügel zu benennen. Es gab noch nicht von jedem Gebiet Karten und so wurden die dort ansässigen Bauern ständig mit Fragen zu diesem Berg und jenem Hang bombardiert. So machten sich einige Ansässigen einen Spaß daraus, die absurdesten Namen zu erfinden – die dann auf den Karten festgehalten wurden und teilweise bis heute bestehen.

Böses Weibl

Der Berg „Böses Weibl“ ist 3.119 m hoch und liegt in Osttirol. Der Berg verdankt seinen, zunächst lustig klingenden Namen einer grausamen Sage: Vor langer Zeit lebte eine alte, böse Frau beim Tscharnig in Gaimberg und man sagte ihr nach, eine Hexe zu sein. Als sie starb, weigerte man sich sie in geweihter Erde zu begraben und beschloss sie auf einen mit zwei Ochsen bespannten Wagen zu legen und sie an dem Ort zu begraben, an dem die Ochsen stehen bleiben. Die Ochsen gingen zügig los und da sie so schnell liefen, mussten die Männer, die sie begleiteten, regelmäßig rasten. Die Orte, die sie zum Rasten wählten, tragen heute die Namen „Tscharnigbichl“ und „Rastköfele“. Die Ochsen liefen eine weite Strecke und blieben erst auf der Spitze des Berges stehen. Die Männer vergruben genau an jenem Ort die Hexe. Seit jenem Ereignis trägt der Berg den Name „Böses Weibl“.

Der Berg „Böses Weibl“ zur Rechten des Berges „Roter Knopf“.

Taumatawhakatangihangakoauauotamateaturipukaka-pikimaungahoronukupokaiwhenuakitanatahu

Der „Taumatawhakatangihangakoauauotamateaturipukakapikimaungahoronukupokaiwhenuakitanatahu“ ist der Berg mit dem längsten Namen der Welt. Er befindet sich auf der Nordinsel von Neuseeland und ist 305 m hoch. Der Name ist vielmehr ein Satz in der Sprache des Maori-Volkes. Ins Deutsche übersetzt würde der Name des Berges in etwa wie folgt lauten: „Der Ort, an dem Tamatea, der Mann mit den großen Knien, der Berge hinabrutschte, emporkletterte und verschluckte, bekannt als der Landfresser, seine Flöte für seine Geliebte spielte.“

Bscheisser

Der „Bscheisser“ ist ein 2.000 m hoher Berg in den Allgäuer Alpen an der Grenze zwischen Deutschland und Österreich. Der Berg trug in der Vergangenheit schon mehrere skurrile Namen. Erstmals erwähnt wurde er im 16. Jahrhundert als „Scheißer in Spiz“, später noch als „Scheißer Kopf“. Wie kam er zu diesen komischen Namen? Die Antwort ist recht simpel: Seit jeher gingen regelmäßig Erdlawinen am Berg Bscheisser ab und Brocken aus Geröll landeten auf den Weiden im Tannheimer Tal. Den Bauern gefiel dies gar nicht, denn sie mussten diese braunen Brocken jedes Mal mühsam aufklauben.

Misthaufen

Der „Misthaufen“ ist ein österreichischer Berg auf dem vorarlbergischen Gemeindegebiet von Bludenz und ist 2.436 m hoch. Manch einer fragt sich, wie es dazu kommt, dass ein Berg Misthaufen genannt wird. Es stinkt nicht etwa auf den Hängen des Berges und die Wiesen werden auch nicht von den Bauern zur Entsorgung ihres Mists genutzt. Es ist die Form des Berges, der der Misthaufen seinen Namen zu verdanken hat. Denn in der Regel legten die Bauern vor ihren Höfen ihre Misthaufen in quadratischer Grundform an. Mit der Zeit häufte sich der Mist und es entstand bestenfalls ein würfelähnlicher Haufen. Da der Berg Misthaufen in seiner Form der eines angelegten Misthaufen entspricht, trägt er diesen skurrilen Namen.

Haariger Rücken

Kann auch ein haariger Rücken entzücken? Ja… Zumindest, wenn von den rauen Hängen die Rede ist, welche es zu überqueren gilt, wenn man die „Stallskarspitze“ (2.350m) besteigen möchte. Das raue und wilde Gelände ist anspruchsvoll zu besteigen und nicht für jedermann zu bewältigen. Da das Wandern und Klettern an jenen Hängen auch für Fortgeschrittene zu einer „haarigen Angelegenheit“ werden kann, wurde dieses Terrain nach seinem wilden Fels benannt.

Weitere lustige Bergnamen

Wer Urlaub in den Bergen macht, stößt immer wieder auf lustige und skurrile Bergnamen – das kann man definitiv festhalten. Zu nennen sind beispielsweise noch die Berge mit den Namen „Roter Knopf“, „Kothaufenberg“, „Waschgang“, „Rammelstein“ und „Hundstod“.

Grundsätzlich gilt, dass die Bergnamen von den Einheimischen vergeben wurden, die damit ihre Assoziation zum Massiv ausdrückten. Bergnamen sind meist relativ jung. Bei den älteren Namen lässt sich die Bedeutung häufig aus der Mittelaltersprache ableiten. So stehen „Etz“ und „Ötz“ für das mittelhochdeutsche „ëzzen“, „äsen lassen“, also eine Viehweide. Oder ein „Asten“ vom althochdeutschen „ouwist“, dem Schafstall, also einem Weideplatz. Beispielsweise ist der „Kahle Asten“ in der Nähe von Winterberg in Deutschland zu finden.

Eine Einordnung von Bergnamen kann übrigens an Hand von vier Kriterien erfolgen:

  •  Lagenamen (nach der Form, den Witterungsbedingungen, nach der Planzen- und Tierwelt, z. B. „Tischberg“, „Weinsberg“ und „Hirschberg“)
  • Kulturnamen (nach der wirtschaftlichen Nutzung, z. B. „Saualpe“, „Ochsenkogel“)
  • Religiöse Namen (z. B. „Bischofsmütze“, „Marienberg“, „Predigtstuhl“)
  • Gelehrte Namen (geprägt von Geographen und Bergsteigern)
Der „Kahle Asten“ in Winterberg im Abendlicht.

Also, wenn Sie das nächste Mal im Lift oder auf der Hütte die Karte studieren, halten Sie Ausschau nach originellen Namen – oder fangen Sie ruhig schon mal an sich einen Namen auszudenken. Nur für den Fall, dass Sie auf einen Berg ohne Namen treffen.

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