Urlaubsreisen vom Supermarkt: die Aldi-Reisen

28. Februar 2007 - SnowTrex

Nur mal eben schnell Urlaub holen gehen…

Mit dem Eintritt von Aldi in den deutschen Reisemarkt wurde in der Touristik eine Menge medialer Staub aufgewirbelt. Tatsächlich reiht sich Aldi aber lediglich in eine immer länger werdende Reihe von Discounter-Reisen ein. Nach den Fahrscheinen der Deutsche Bahn bei Lidl und Tchibo, den Flugtickets bei Penny oder den Skireisen bei Plus kann man seit ein paar Wochen auch bei Aldi aus einem monatlich wechselnden Programm seinen Urlaub wählen.

Skigebiet in den Alpen.

Eines jedoch haben alle Discounter gemeinsam: Jeder von ihnen arbeitet mit namhaften Reiseveranstaltern zusammen. Lidl kooperiert mit Paneuropa, Penny z. B. mit DERTour, Aldi mit Berge & Meer und Plus u. a. mit SnowTrex. Wie zu erkennen ist, veranstalten die Supermarkt-Ketten in keinem der Fälle selbst die Reisen, sondern vertreiben diese lediglich. Bei Rückfragen, Nachbuchungen etc. können sich die Kunden immer direkt an den jeweiligen Veranstalter wenden.

Das Konzept scheint zu funktionieren, denn sowohl bei Aldi als auch bei Plus waren die angebotenen Reisen sehr gut nachgefragt. Aldi hat laut einem Bericht des Fokus allein im Januar 2007 mehr als 32.000 Buchungen vermittelt. Neu ist die Idee allerdings auch für Aldi nicht: Bereits seit 2003 verkauft Aldi unter seinem österreichischen Markennamen „Hofer“ Urlaubsreisen und steht damit auf Platz drei der Reiseanbieter im Nachbarland, gleich hinter TUI und Neckermann.

Die Verbraucherschützer der Stiftung Warentest loben die Aldi Reisen: Die Reisepreise liegen bis zu 48 % unter den Preisen anderer Veranstalter. Sorge hingegen hat der Bundesverband mittelständischer Reisebüros (ASR). Er kritisiert den wachsenden Direktvertrieb der Reiseveranstalter. ASR-Präsident Stephan Busch meint, dass durch den Verkauf von Reisen in Discountermärkten dem Produkt Pauschalreise ein Imageschaden zugefügt würde und auch die Reisebüros aufgrund der niedrigen Preise stark unter Druck gesetzt werden würden.

Aus Sicht der Discounter ist die Erweiterung der Produktpalette jedoch sinnvoll, da gerade die Ergänzung um emotional besetzte Dienstleistungen wie den Urlaub ein mediales Echo hervorruft und zum anderen Umsatzsteigerungen verheißen. Im hart umkämpften Lebensmittelmarkt scheint ein nennenswertes Wachstum – zudem so risikofrei wie beim Vertrieb von Reisen – nicht mehr erreichbar.

Für Reiseveranstalter ist die Verbreitung der Discounter und ihre Präsenz in der öffentlichen Wahrnehmung interessant. Jede neue Kooperation mit einem großen Vertriebspartner kann ganz neue Absatzmöglichkeiten erschließen – und zum Teil sogar komplett neue Märkte. Denn basierend auf der Kooperation zwischen SnowTrex und Plus Deutschland sind die SnowTrex-Reisen seit Januar 2007 auch in den polnischen Plus-Filialen zu haben – als erstes Reiseangebot in einem polnischen Supermarkt überhaupt.

Durch die für Aldi sehr positiv verlaufene Diskussion um die Qualität der Produkte (Champagner etc.) konnte sich die Discounter-Branche insgesamt vom Image der „Billig-Und-Schlecht-Anbieter“ befreien. Wenn man heutzutage auf den Aldi-Parkplätzen die gesamte Bandbreite der Oberklasse-PKW versammelt sieht, kann man sogar von mehr als nur einer Image-Korrektur sprechen. Insofern gibt es für Reiseveranstalter keinen Grund für Berührungsängste mit den Supermarkt-Ketten.

Skifahren in der Schweiz: Alle Regionen im Überblick

Rund 70 Prozent der Schweiz besteht aus Bergen. 48 davon liegen jenseits der 4.000 m ...

Die 10 größten Skigebiete in der Schweiz

Endlose Pisten und Bergpanoramen, so weit das Auge reicht – die Schweiz strotzt nur ...