Umweltfreundliches Skifahren: Eco-Urlaub im Schnee

22. August 2018 - SnowTrex

In Zeiten des Klimawandels liegt vielen Wintersportlern das Thema umweltfreundlicher Skiurlaub am Herzen. Doch worauf sollte geachtet werden? SnowTrex kennt einige Tipps und Tricks, mit denen ein Skiurlaub umweltfreundlich und nachhaltig gestaltet werden kann:

Auf in den klimafreundlichen Skiurlaub!


Klimafreundliches Reiseziel

Wohin reist man, um einen umweltschonenden Skiurlaub zu verbringen? Dies ist eine Frage, mit der sich vor allem Winterliebhaber beschäftigen, die bereits im Alltag Wert auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz legen und während ihres Urlaubs nicht darauf verzichten wollen. Deshalb, und weil viele Skigebiete auch von sich aus gegen die klimatischen Veränderungen ankämpfen wollen, werden Maßnahmen wie das Stoppen von Pisten- und Lifterweiterungen oder die ausschließliche Verwendung von Ökostrom für Lifte und Schneekanonen immer populärer. Weitere Maßnahmen, die in den Skigebieten und -regionen zunehmend umgesetzt werden, sind das sogenannte Snowfarming, die Reduzierung bzw. der Verzicht auf Kunstschnee und somit auf Schneekanonen und auch die Umstrukturierung zu autofreien Skiorten.

 Berchtesgadener Land: Traumkulisse mit See und Bergen.

Um bei der Buchung seiner Winterreise nicht kategorisch jedes Skigebiet auszuschließen, welches nicht alle diese Maßnahmen umsetzt, sollten Winterfans den Tipp befolgen, immer nach dem optimalen Skigebiet für sich und seinen Mitreisenden Ausschau zu halten. Wer beispielsweise mit der Familie verreist oder noch Anfänger ist, dem reicht gegebenenfalls ein kleines oder mittelgroßes Skigebiete aus, welches seinen Fokus nicht auf die Neuerschließungen von Pisten legt, wie das Skigebiet Region Berchtesgaden.

Wenn es doch ein größeres Skigebiet sein soll, kann ein Skigebiet wie das Skigebiet Arosa Lenzerheide oder das Skigebiet Tignes-Val d’Isère gewählt werden. Diese sind mit 225 bzw. 300 Pistenkilometern zwar groß, beschneien aber nicht mehr als 60 Prozentihrer Pisten, wodurch Energie und Wasser gespart wird.

Das Skigebiet Arosa Lenzerheide bietet Winterurlaubern 225 Pistenkilometer, von den aus Umweltschutzgründen aber nur 60 Prozent aktiv von Schneekanonen bescheint werden.

Ein weiterer Tipp ist, auf die Entfernung zwischen dem Reiseziel und dem eigenen Heimatort zu achten. Wer beispielsweise aus Berlin kommt, muss nicht unbedingt nach Italien reisen, sondern kann auch in Polen oder Tschechien erholsame Skitage verbringen.

Umweltfreundliche Skiunterkunft

Die Art der Skiunterkunft spielt natürlich auch eine entscheidende Rolle für einen umweltfreundlichen Skiurlaub. Immer mehr Unterkünfte setzen deshalb auf Nachhaltigkeit und versuchen mit verschiedensten Maßnahmen wie dem Wechsel zu einem nachhaltigen Stromerzeuger umweltfreundlicher zu werden. Mit der ausschließlichen Verwendung von lokalen, biologischen Lebensmitteln kann beispielsweise auch der CO₂-Ausstoß beim Transport verringert und die regionale Wirtschaft unterstützt werden.

Kuschliges Winterfrühstück im Ökohotel.

Sogenannte Eco-Unterkünfte sind also perfekt, um einen nachhaltigen Lebensstil mit einem erholsamen Urlaub zu verbinden. Erkennen können Schneefans sie meist durch ein Zertifikat oder Siegel, das auf Energie- und Wasserersparnis, Ressourcenschonung und/oder Abfallvermeidung hinweist. Davon gibt es verschiedene wie das deutsche Zertifikat Viabono, das Steinbock-Label aus der Schweiz oder das Österreichische Umweltzeichen, welche es leicht machen, bei der Wahl der Unterkunft auf Nachhaltigkeit Acht zu geben.

Wir haben bereits unsere besten Eco-Unterkünfte für Sie herausgesucht!

Umweltfreundliche Anreise

Sobald Winterfans sich für einen Ort entschieden haben, geht es an die Planung der Anreise. Und auch bei dieser gibt es viele Aspekte, die bei Beachtung einen Skiurlaub nachhaltiger gestalten können. Auf den häufig langen An- und Abfahrtsstrecken mit dem Auto wird viel CO₂ ausgestoßen, was der Umwelt bekanntlich mehr schadet, als guttut. Trotzdem bleibt es für die meisten das praktischste Transportmittel, um ferne Destinationen zu erreichen.

Mit dem vollbesetzten Auto in den Skiurlaub.

Um den Schaden möglich gering zu halten, gibt es hilfreiche Tipps und Tricks. Beispielsweise können Urlauber immer versuchen, mit vollbesetztem Auto zu reisen und gleichzeitig beim Packen darauf achten, nur das mitzunehmen, was auch wirklich benötigt wird. Zu Zeitpunkten zu vereisen, an denen nervenaufreibende und kraftstofffressende Staus unwahrscheinlicher sind, sowie auf Dachboxen und Co. zu verzichten, sind auch Maßnahmen, die dabei helfen, den CO₂-Ausstoß möglichst gering zu halten.

Wer sich dazu entscheidet, mit dem Zug zu fahren, hat im Vorhinein die nachhaltigste Variante gewählt. Zudem gibt es viele weitere Vorteile für Winterurlauber, die mit dem Zug anreisen: Beispielsweise fällt die lästige Parkplatzsuche vor Ort aus, genauso wie das Montieren von Schneeketten in den höheren Alpenregionen. Wichtig zu wissen ist auch, dass man mittlerweile mit der Bahn teils direkt in den Skiort fahren kann und vor Ort dann den hauseigenen Shuttle der Unterkunft oder einen Linienbus nehmen kann, um direkt zu Beherbergung zu gelangen.

Umweltfreundlicher Skiurlaub: Mit dem Zug in die Berge anreisen.

Die ganz toughen Wintersportfans, die es abseits der Pisten etwas länger aushalten, können sich vielleicht auch vorstellen, anstatt mehrfach im Winter den Alpen nur ein oder zweimal einen Besuch abzustatten. So ersparen sie sich einige nervenzehrende und umweltschädliche An- und Abreisen. Als Ausgleich zu den „verlorenen“ Skitagen können die Ski- und Snowboardfahrer dann vor Ort gleich ein paar Tage länger bleiben, um den Akku an Skispaß wieder komplett aufzuladen.

Umweltfreundliches Verhalten auf der Piste

Auf seine Umgebung und insbesondere auf die Natur zu achten ist eine Maßnahme, die viele Menschen bereits in ihrem Alltag umsetzen und welche auch den meisten Ski-Fans recht einfach fallen wird. Schließlich ist es eine Leichtigkeit darauf zu achten, dass die Jacken- und Hosentaschen auf den von Schnee bedeckten Hügeln geschlossen sind. Genau wie die Tatsache, nach kleinen Verschnaufpausen noch einmal einen Blick hinter sich zu werfen, um sicherzustellen, dass Verpackungen von etwa von Bonbons oder Müsliriegeln nicht unabsichtlich in der Schneelandschaft verloren gegangen ist. Auch darauf zu achten, auf den Pisten zu fahren und das Off-Pistenfahren zu vermeiden, hilft, um Wildtiere vor Stress und sich selbst bzw. andere Skifahrer und die Natur vor zum Beispiel Schneelawinen zu schützen.

Wer die Natur schützen will, sollte nicht abseits der Piste fahren, um dort lebende Wildtiere zu schützen.

Nachhaltige Skikleidung und -ausrüstung

Skikleidung muss vielen Ansprüchen gerecht werden. Sie soll warm halten, wasser- und schneeabweisend sein und meistens auch noch gut aussehen. Dabei darf sie weder schnell kaputtgehen, noch teuer sein. Um auf all diese Ansprüche bei seiner Skikleidung zählen zu können, sollten Skifahrer bereits beim Kauf auf die Qualität der Outdoorkleidung achten. Wer zusätzlich noch die Umwelt schützen möchte, kann hierbei einen Hersteller wählen, welcher seine Kleidung nachhaltig produziert, also seine Artikel beispielsweise aus recycelten bzw. umweltfreundlichen Materialien herstellt oder bei der Produktion auf nachhaltigen Strom zurückgreift. Dabei können Labels und Zertifikate wie das der Fair Wear Foundation, das bluesign-Siegel, der Zusatz „PFC-frei“ und viele weitere Hinweise, welche umwelt- und sozialverträgliche Produkte kennzeichnen, hilfreich sein. Falls im Laufe der Zeit dann doch mal was kaputtgehen sollte, muss nicht gleich neu gekauft werden. Häufig reichen Nadel und Faden schon aus, um vieles zu flicken.

Skikleidung sollte lange und oft nutzen werden.
 

Auch das Verschenken von alter Skikleidung trägt zu einem nachhaltigeren Skifahren bei. Insbesondere bei Kindern, die ihre Skikleidung nur ein bis zwei Jahre tragen können. Wenn sie aus Skijacke, Skihose und Co. herausgewachsen sind, ist es sinnvoll, die Kleidung nach dieser Zeit an jüngere Geschwister, Verwandte oder Freunde weiterzugeben, die sich dann weiterhin an ihr erfreuen können.

Beim Kauf der eigenen Skiausrüstung gibt es ebenso einige Aspekte, die Wintersportler beachten können, um das Skifahren nachhaltiger zu gestalten: Bevor Ski- und Snowboardfahrer sich eine eigene Ausrüstung zulegen, sollten sie immer erstmal abwägen, ob es sich überhaupt lohnt, die komplette Ausrüstung zu besitzen oder ob es nicht auch ausreicht, dass Material vor Ort zu leihen. Speziell für Wintersportler, die nur einmal im Jahr auf die Pisten gehen, kann es viele Vorteile beispielsweise beim Transport und bezüglich der Kosten haben, sich die nötigen Materialien mit anderen Wintersportlern zu teilen. Zusätzlich kommt das eigene Skimaterial auch in die Jahre, was nicht passiert, wenn man sich die Skiausrüstung ausleiht.

Auch beim Kauf der Ausrüstung können Wintersportler umweltfreundlich handeln.

Wenn es doch die eigene Ausrüstung sein soll, sollten Ski- und Snowboardfahrer beim Kauf darauf achten, dass sie unter fairen Bedingungen und ohne gifte Chemikalien hergestellt wurde. Mittlerweile gibt es auch Ski- und Snowboardhersteller wie Dynafit, Nordica, Nitro und Burton, die gezielt immer mehr Wert auf die nachhaltige Produktion ihrer Artikel legen. Auch bei der Pflege von Skiern und Snowboards kann darauf geachtet werden, dass erdölfreie Wachsprodukte oder Biowachse verwendet werden.

Und wenn das Leben der eigenen Pistengefährte nach einer langen Zeit dann doch einmal vorbeigeht, gibt es verschiedenste Möglichkeiten, um sie weiterleben zu lassen oder ihnen einen neuen Verwendungszweck zu geben.

FAQs

Was ist Eco-Urlaub?

Eco-Skiurlaub unterscheidet sich insofern von normalem Skiurlaub, indem bewusst ein Fokus auf die Umwelt gelegt wird. Während der Reise wird versucht, dass das natürliche Gleichgewicht möglichst wenig beeinträchtigt wird. Meist ist bei Eco-Skiurlauben die Wahl der Unterkunft am wichtigsten, da hier am besten auf nachhaltiges Verhalten geachtet werden kann.

Woran erkenne ich klimafreundliche Skigebiete?

Grundsätzlich gibt es kein Zertifikat oder Siegel, welches klimafreundliche Skigebiet markiert. Unter anderem informieren Skigebiete allerdings oftmals auf ihren Webseiten über die von ihnen umgesetzten Maßnahmen zum Klimaschutz. Zudem gibt es auch Kooperationen zwischen Skigebieten wie den „Alpine Pearls“, bei denen sich die teilnehmenden Skigebiete mit verschiedenen Maßnahmen gemeinsam dem sanften und klimaschonenden Tourismus verschreiben.

Muss nachhaltige Skikleidung immer neu sein?

„Nein!“ ist hier die einfache Antwort. Da Kleidung und insbesondere Skikleidung so lange und oft wie möglich getragen werden sollte, ist es sogar noch besser für die Umwelt, sie aus zweiter Hand zu kaufen. Fündig wird man dabei ganz einfach auf Flohmärkten oder bei Online-Shops, in denen kostengünstig Kleidung in verschiedenen Zuständen weiterverkauft wird.

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