Mit dem Auto in den Skiurlaub: Maut in Alpenländern

20. Dezember 2018 - SnowTrex

Die meisten Winterurlauber planen ihre Anreise ins Skigebiet nach wie vor mit dem eigenen Auto. Dabei bestehen oft Unsicherheiten im Hinblick auf die Mautgebühren: Muss ich auf der Strecke in meinen Skiurlaub Mautgebühren zahlen? Und wenn ja, kann ich dies bereits vorab regeln, sodass ich während der Fahrt keinen Stress habe? SnowTrex kennt sich mit der Maut in Alpenländern aus und klärt auf.

Reist man mit dem Auto in Alpenländer, sollte man sich über die dortige Maut informieren.


Was sind Mautgebühren?

Mautgebühren werden auch Straßenbenutzungsgebühren genannt und sind territorial gebundene Gebühren für die Nutzung von Verkehrsbauwerken wie Straßen, Brücken, Landstraßen, Autobahnen und Tunnel. In Deutschland gibt es Mautgebühren nur sehr selten, jedoch müssen Urlauber bei einer Reise ins Ausland darauf achten, welche Mautgebühren sie in welchem Land erwartet.

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Arten von Mautgebühren: die zugangsbezogene, zeitliche Gebühr und die nutzungs- und streckenabhängige Gebühr. Bei der ersten Art bekommen Autofahrer das Recht auf Zugang für die Nutzung bestimmter Verkehrsbauwerke, ohne dass es auf die tatsächliche Nutzung ankommt. Der Zugang zu den Verkehrsbauwerken ist in der Regel zeitlich beschränkt und wird meist per Autobahnvignette erhoben, wie beispielsweise in Österreich. Bei der nutzungsabhängigen Gebühr zahlt der Autofahrer abhängig von der tatsächlich erfolgten Nutzung an z.B. einer Mautstation. Die Maut ist hier meist räumlich definiert, also unter anderem nach zurückgelegter Entfernung oder nach durchfahrenen Abschnitten. Diese Art der Mautgebühren kennen viele Urlauber beispielsweise von französischen Autobahnen.

Mautgebühren unterscheidet man in die zugangsbezogene, zeitliche Gebühr und die nutzungs- und streckenabhängige Gebühr.

Die Länder verfolgen mit der Erhebung von Mautgebühren verschiedene Ziele. Unter anderem dienen die Gebühren der Finanzierung bestehender oder zukünftiger Straßeninfrastrukturen, der Entlastung der Umwelt durch eine erhoffte Verringerung der motorisierten Verkehrsteilnahme und der Generierung von zusätzlichen Einnahmen für die öffentlichen Haushalte.

Maut in Österreich

Österreich gehört zu den beliebtesten Reisedestinationen europäischer Wintersportler. Wer mit dem Auto nach Österreich anreist, sollte allerdings die Vignettenpflicht auf den Autobahnen beachten. Es gibt verschiedene zeitliche Gültigkeiten: zehn Tage, zwei Monate und ein Jahr. Das „Pickerl“, wie die Österreicher die Vignette auch nennen, kann auf zweierlei Wegen erstanden werden. Die klassische Variante ist ein Aufkleber, der gut sichtbar auf der Windschutzscheibe des Autos angebracht wird. Eine weitere, recht neue Variante ist die elektronische Vignette. Ebenso wie man die klassische Vignette vorab kaufen kann, lässt sich auch die digitale Variante vorab buchen. Hierbei sollten Autofahrer aber beachten, dass die Gültigkeit des elektronischen „Pickerls“ frühestens 18 Tage nach der Buchung beginnen kann. Grund dafür ist das österreichische Recht.

Die Österreicher nennen ihre Vignette auch „Pickerl“.

Für beide Vignettenvarianten gilt der gleiche Preis, welcher bei der Jahres-Vignette für Kraftfahrzeuge bis zu 3,5 t im Jahr 2021 bei 92,50 EUR liegt. Wer sich für eine 10-Tages-Vignette entscheidet und ein Kraftfahrzeug von bis zu 3,5 t fährt, muss 2021 mit einem Preis von 9,50 EUR rechnen. Die Vignettentarife werden jährlich gemäß der gesetzlichen Vorschriften an den harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) angepasst, was jedes Jahr zu einer Preissteigerung von ca. zwei Prozent führt.

Ebenfalls wichtig zu wissen für die Autoreise nach Österreich: Neben den vignettenpflichtigen Strecken, die übrigens direkt nach der Grenze beginnen, gibt es auch Sondermautstrecken wie den Arlbergtunnel oder die Brennerautobahn. Hier müssen separate Gebühren gezahlt werden – oder man weicht auf eine kostenfreie Route aus.

Maut in Italien

Während es in Österreich und der Schweiz zeitlich gebundene Vignetten gibt, hat Italien ein streckenabhängiges Mautsystem. Hier kommt es also ganz genau darauf an, welche Strecke Winterurlauber mit dem Auto befahren. Die Gebühren bemessen sich demnach auch nach den tatsächlich gefahrenen Kilometern. Autofahrer kaufen also vorab keine Vignette oder ähnliches. Stattdessen sind die Autobahnen in Italien immer wieder mit Mautstationen bestückt, an denen die Fahrer ein Ticket ziehen, welches sie an der Station bezahlen, an der sie die Autobahn wieder verlassen. Verpassen kann man die Stationen nicht, denn es gibt keine andere Möglichkeit, als sie zu passieren.

Da Italien ein streckenabhängiges Mautsystem hat, müssen Gebühren nur für die Strecken gezahlt werden, die auch tatsächlich mit dem Auto befahren werden.

Bezüglich der Kosten, können Autofahrer mit einem Preis von rund 7 Cent pro Kilometer rechnen (Stand 2021). Um die genauen Mautgebühren für eine Fahrt zu ermitteln, können sie einen Mautrechner aus dem Internet verwenden. Als Bezahlmethode bieten die Mautstationen Barzahlung, Kartenzahlung oder Zahlung per Telepass an. Letzterer ist eine elektronische Mautbox im Fahrzeug, die sich nicht nur für sehr regelmäßige Italien-Fahrer rechnet, sondern auch als Kurzzeit-Variante erhältlich ist. Telepass-Nutzer haben zudem den Vorteil, den Staus auf den Spuren für manuelle Zahlung an den Mautstationen ausweichen zu können. Für Telepass-Nutzer wurden nämlich speziell reservierte Spuren eingerichtet.

Maut in Frankreich

Ebenso wie in Italien gibt es auch in Frankreich ein streckenabhängiges Mautsystem und Autobahnen, die mit beschrankten Mautstationen versehen sind. Daher gibt es keinen im Vorhinein bekannten Festpreis wie bei einer Vignette. Trotzdem können Autofahrer mithilfe von Mautrechnern aus dem Internet die genauen Mautgebühren für ihre Fahrt bestimmen. Auch die Bezahlmethoden sind mit Barzahlung, Kartenzahlung oder Zahlung per Telepeage (PKW-Mautboxen) die gleichen, wie in Italien. In Frankreich heißen die PKW-Mautboxen Liber-t und TIS-PL. Auch mit diesen können Autofahrer Zeit sparen, da sich die Schranken automatisch für sie öffnen.

Anders als in beispielsweise der Schweiz lohnt es sich in Frankreich aber durchaus auch nach alternativen, mautfreien Routen zu schauen. Oftmals ist der Zeitverlust hier nicht allzu groß und gleicht die Kostenersparnisse aus.

In Frankreich kann es durchaus lohnenswert sein, auch nach alternativen und mautfreien Routen zu schauen.

Maut in der Schweiz

Die Schweiz wartet ebenso wie andere europäische Alpenländer mit atemberaubenden Bergpanoramen und tollen Skigebieten auf. Doch auch hier gilt Vignettenpflicht. Anders als in Österreich oder Frankreich ist der Kauf einer Vignette in der Schweiz gerade bei weiteren Strecken kaum zu vermeiden, es sei denn, Autofahrer haben sehr viel Zeit für kostenfreie, aber recht lange Umgehungsstrecken.

In der Schweiz gilt Vignettenpflicht.

In der Schweiz gibt es nur eine Jahresvignette, die insgesamt 14 Monate gültig ist. Die Schweizer unterschieden bei dieser in Sommer- und Winterpreis. Der Sommerpreis gilt von Mai bis November, während man für den Winterpreis eine Vignette erhält, die von Dezember bis April gültig ist. Die Jahresvignette für Kraftfahrzeuge bis zu einem höchstzulässigen Gesamtgewicht von 3,5 t kostet seit 2015 konstant 40 CHF – je nach Wechselkurs liegt der Preis für die Vignette also zwischen 35 EUR und 40 EUR.

Nur wenige Strecken wie beispielsweise der Großer-St.-Bernhard-Tunnel sind bei der Jahresvignette nicht eingeschlossen und müssen extra bezahlt werden.

Maut in Deutschland

In Deutschland gibt es nur kleine Mautstrecken. Zum Beispiel auf dem Weg ins Skigebiet Sudelfeld auf der sogenannten Tatzelwurm-Straße. Der Preis für einen PKW beträgt hier 3 EUR. Wenn man von Bayrischzell oder Oberaudorf aus zum Sudelfeld fährt, kann man die Mautstation allerdings umgehen.

In Deutschland gibt es nur kleine Mautstrecken, die meist einfach zu umgehen sind.

Maut in Tschechien

Nur unweit der deutschen Grenze liegen viele tschechische Skigebiete. Um zu diesen zu gelangen, müssen gebührenpflichtige Straßen passiert werden, auf denen eine Vignette Pflicht ist. Es gibt Vignettentarife für zehn Tage, einen Monat und ein Jahr. Die tschechischen Klebevignetten wurde Ende 2020 eingestellt und 2021 durch ein elektronisches Vignettensystem ersetzt. Die digitalen Vignetten (Elektronická dálniční známka) sind im Internet, an Verkaufsstellen sowie an Automaten vor Ort erhältlich. Zudem sind die Vignetten an das Autokennzeichen gebunden und können frühestens drei Monate im Voraus gekauft werden.

Trotz des neuen digitalen Vignettensystems sind die Preise gleich geblieben. Umgerechnet hat eine Vignette je nach Gültigkeitsdauer einen Preis zwischen 12 und ca. 60 EUR.

Nicht-mautpflichtige Abschnitte gibt es zwar wenige, allerdings sind diese durch eine durchgestrichene Vignette oder der Beschilderung „BEZ POPLATKU“ gekennzeichnet.

Um zu den tschechischen Skigebieten zu gelangen, müssen gebührenpflichtige Straßen passiert werden.

Maut in Slowenien

Auch über den Norden Sloweniens erstrecken sich Alpin- und Mittelgebirge sowie einige eher kleine Skigebiete. Wer entspannte Skitage in den Skigebieten erleben möchte, den erwarten auf dem Weg dorthin ebenfalls Mautgebühren bzw. eine Vignettenpflicht auf den Autobahnen und Schnellstraßen. Autofahrer mit einem Kraftfahrzeug bis zu einem höchstzulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen haben die Auswahl zwischen Vignettentarifen für eine Woche, einen Monat, sechs Monate oder einem Jahr. Für den günstigsten Tarif zahlt man seit Jahren konstant 15 EUR und für den teuersten fallen 110 EUR an. Es ist empfehlenswert die Vignette bereits vor der Einreise nach Slowenien an einer Verkaufsstelle zu erwerben.

Auf den slowenischen Autobahnen und Schnellstraßen gilt ebenfalls eine Vignettenpflicht.

Da slowenische Landstraßen eher eng und schlecht ausgebaut sind, sollte an einer Vignette nicht gespart werden. Zudem erhöht sich die Reisedauer bei Umwegen oft um mehrere Stunden, Beschilderungen sind meist unübersichtlich und Navigationsgeräte helfen kaum weiter.

Strafen bei Missachtung

In den einzelnen Alpenländern wird die Maut unterschiedlich kontrolliert und auch die Strafen bei Missachtung der jeweiligen Maut fallen unterschiedlich hoch aus.

Wenn Autofahrer auf einer österreichischen Autobahn ohne Vignette erwischt werden, dann müssen sie keine Strafe, sondern eine „Ersatzmaut“ zahlen. Diese „Ersatzmaut“ ist jedoch deutlich teurer, als die Vignette und Urlauber müssen mindestens einen dreistelligen Betrag locker machen. Die „Ersatzmaut“ ermöglicht es den Fahrern nach sofortiger Bar- bzw. Kreditkartenzahlung für den Rest des Tages und den darauffolgenden Tag alle österreichischen Autobahnen ohne eine Vignette zu befahren. Die Kontrolle der Vignette erfolgt manuell durch den Service- und Kontrolldienst (SKD), aber auch mithilfe von Kameras durch die Automatische Vignettenkontrolle (AVK).

Die Maut wird in den Alpenländern unterschiedlich kontrolliert und die Strafen bei Missachtung fallen ebenfalls unterschiedlich hoch aus.

In Italien und Frankreich ist eine Missachtung der Mautgebühren schwieriger. Grund dafür ist, dass man um auf eine Autobahn zu gelangen und um sie wieder zu verlassen eine Mautstation passieren muss. Es ist im Grunde unmöglich eine Autobahn mit Mautpflicht zu nutzen, ohne sie zu passieren. Zudem sind die Mautstation mit Kameras und teils mit Personal ausgestattet, die für die Kontrolle verantwortlich sind.

Auch in der Schweiz, in Tschechien und in Slowenien sollten Verkehrsteilnehmer sich lieber nicht ohne eine gültige Vignette auf Autobahnen und Nationalstraßen erwischen lassen. In allen drei Alpenländern erfolgt eine strenge Kontrolle der Vignetten durch die Polizei. Wer ohne Vignette fährt und in einem dieser Länder von der Polizei angehalten wird, drohen in der Regel Bußgelder in Höhe von mindestens 150 Euro. In Slowenien fallen sogar teilweise Bußgelder in Höhe von bis zu 800 EUR an. Zudem kontrolliert die Polizei hier besonders streng, weshalb sich eine Vignette allemal lohnt.

In der Schweiz, in Tschechien und in Slowenien sollten sich Autofahrer nicht ohne eine gültige Vignette auf Autobahnen und Nationalstraßen erwischen lassen, denn das könnte teuer werden.

Da es in Deutschland nur wenige kleine Mautstrecken gibt, ist die Kontrolle wie in Frankreich und geregelt. Es gibt meist am Anfang und am Ende der Strecke Mautstationen, die passiert werden müssen, damit die mautpflichtige Strecke befahren werden kann. Es ist nahezu unmöglich die Strecken ohne das Zahlen der Maut zu passieren und wer es doch schafft, der muss mit der jeweils individuell festgelegten Bußgeldstrafe rechnen.

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FAQs

Was sind Mautgebühren?

Mautgebühren sind territorial gebundene Gebühren für die Nutzung von Verkehrsbauwerken wie Straßen, Brücken, Autobahnen und Tunnel. In Deutschland werden nur sehr selten Mautgebühren für z.B. einzelne Tunnel erhoben.

Wo kann ich eine Vignette kaufen?

Vignetten können je nach Land auf verschiedenen Wegen erstanden werden. Meistens werden sie in grenznahen Orten bei der Post und bei Tankstellen angeboten. Zudem bietet der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) in seinen Filialen und auf seiner Internetseite die Vignetten für alle Alpenländer an.

Wie hoch sind die Mautgebühren in der Schweiz?

In der Schweiz werden die Mautgebühren mit einer Jahresvignette erhoben. Für Kraftfahrzeuge bis zu einem höchstzulässigen Gesamtgewicht von 3,5 t kostet die Vignette seit 2015 40 CHF, woraus sich je nach Wechselkurs ein Preis zwischen 35 EUR und 40 EUR ergibt.

Wie hoch sind die Mautgebühren in Österreich?

In Österreich werden die Mautgebühren mit Vignetten erhoben. Es gibt drei Vignettentarife mit Gültigkeiten von zehn Tagen, zwei Monaten oder einem Jahr. Die 10-Tages-Vignette kostet für Kraftfahrzeuge bis zu einem höchstzulässigen Gesamtgewicht von 3,5 t im Jahr 2021 9,50 EUR und die Jahresvignette 92,50 EUR. Die Vignettentarife werden jährlich gemäß der gesetzlichen Vorschriften an den harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) angepasst. Dies führt jedes Jahr zu einer Preissteigerung von ca. zwei Prozent.

Wie kann ich die Mautgebühren für meine Fahrt berechnen?

Bei der Berechnung der Mautgebühren, die auf einer bestimmten Strecke anfallen, können Mautrechner behilflich sein. Bei diesen gibt man Start- und Zielort seiner Reise an, wählt seine entsprechende Route sowie die Fahrzeugklasse und erhält dann die Kosten, die man einplanen muss.

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