Die steilsten Pisten in den Alpen

9. Januar 2018 - SnowTrex

Geht es um die steilsten Pisten der Alpen, denkt man als erstes vielleicht an die Harakiri in Mayrhofen oder die legendäre Streif in Kitzbühel. Daneben gibt es aber viele weitere, extrem anspruchsvolle Abfahrten, die nur sehr fortgeschrittene Wintersportler oder Profis bezwingen können. SnowTrex stellt die steilsten Pisten in den Alpen vor.

Die Black Mamba am Kitzsteinhorn hat bis zu 63 Prozent Gefälle.

Black Mamba am Kitzsteinhorn

Die Black Mamba im Skigebiet am Kitzsteinhorn in Zell am See-Kaprun ist selbst für Experten eine Herausforderung. Die schwarze Piste besitzt bis zu 63 Prozent Gefälle und überwindet auf 1 km Länge ganze 290 Höhenmeter. Sie startet bei der Talstation der Kristallbahn und endet nach giftigen Steilhängen am Langwiedboden.

Harakiri in Mayrhofen

Auch die tiefschwarze Harakiri-Piste im Skigebiet Mayrhofen-Hippach verlangt Wagemutigen einiges ab. „Hau di runter“ heißt es auf einem Schild am Eingang und dies ist hier Programm. Diese Piste hat immerhin 78 Prozent Gefälle und bringt auch geübte Wintersportler ins Schwitzen. Das Gefälle ist damit steiler als das einer Anlaufspur für Sprungschanzen. Alle die verrückt genug sind, sich dieser Herausforderung zu stellen, sollten ausgeprägte Fähigkeiten auf dem Ski oder dem Snowboard aufweisen. Außerdem sollten sie über eine gute körperliche Fitness verfügen. Wer sich traut, wird nicht nur in die Harakiri-Community aufgenommen, sondern kann diesen Moment jeden Freitag während der Saison während eines Shootings für die Ewigkeit festhalten. Die actionreichen Fotos kann man dann gemütlich am heimischen Rechner herunterladen.

Die „schwärzeste“ Piste Österreichs erfordert natürlich auch besondere Maßnahmen. So erfolgt die künstliche Beschneiung mit einem aufwendigen Schichtverfahren, da sonst der Schnee abrutschen würde. Um die Harakiri Piste täglich zu präparieren, haben sich die Bergbahnen Mayrhofens extra einen besonders monströsen Pistenbully mit einer Zugkraft von vier Tonnen zugelegt. Doch selbst dieses Kraftpaket benötigt eine installierte Seilwinde am Rand der Piste. Für alle Skifahrer und Snowboarder gilt, das sie entschlossen aufkanten, damit sie diese Abfahrt unbeschadet überstehen.

Streif in Kitzbühel

Rund 500 Millionen Zuschauer verfolgen das jährliche Hahnenkammrennen im Skigebiet Kitzbühel am heimischen Fernseher und noch einmal 50.000 Menschen feiern ihre Skihelden vor Ort direkt an der Piste. Motivation haben die todesmutigen Fahrer auch bitter nötig, wenn sie sich eine Piste hinunterstürzen, die mit bis zu 85 Prozent Steigung aufwartet. Außerhalb des Rennens haben auch Normalsterbliche Zugang zur Strecke und können sich Herausforderungen wie Sprüngen mit einer Länge von bis zu 80 Metern Länge stellen. Auch der Rest der Piste verlangt dem Körper einiges ab und setzt diesen enormen Fliehkräften aus. An der Zielschusskante erreichen Profis eine Spitzengeschwindigkeit von bis zu 140 km/h. Ein Tempo von dem man in einem alten Kleinwagen nur träumen kann.

Die legendäre „Streif“ im Skigebiet Kitzbühel.

Manni-Pranger in Steinach am Brenner

Die WM Manni-Pranger Piste in der Ski- und Freizeit-Arena Bergeralm ist die steilste präparierte Piste in Österreich. In Wipptal stürzt man sich, zumindest gefühlt, einen Abhang hinunter. Bereits von der Gondel aus sieht die Piste steil aus, doch steht man der Piste mit einem Gefälle von 102 Prozent (etwa 46 Grad Neigung) dann gegenüber, schlottern auch dem mutigsten Fahrer die Knie. Hier hat es schon den einen oder anderen aus seinen Ski- bzw. Snowboardschuhen gehauen. Selbst die Pistenraupe kann hier nur durch eine Seilwinde gesichert ihre Arbeit verrichten. Benannt ist der Hang nach dem Slalomweltmeister Manfred Pranger, der diese Piste zu seinem Liebling auserkoren hat.

Pala di Santa im Fleimstal

Die größte schwarze Herausforderung im Skigebiet Val di Fiemme-Obereggen liegt am Zanggen (2.492 m, it. Pala di Santa). Die gleichnamige Piste Pala di Santa ist die steilste im Ski Center Latemar und weist immerhin 58 Prozent Gefälle (30 Grad Neigung) auf. Der erste Abschnitt der 2,3 km langen Abfahrt ist aufgrund vereister Passagen besonders tückisch.

Diabolo am Golm

Die Teufels-Piste im Skigebiet Golm im Montafon ist mit 70 Prozent Gefälle (ca. 35 Grad Neigung) bei den Steilsten und Schwersten der Alpen ganz vorne mit dabei. An ihrem Start nahe der Bergstation Golmerjoch gilt das Motto „Aller Anfang ist schwer“. Entscheidend sind nämlich die ersten 312 Meter, die extrem steil sind. Danach geht es mit vergleichsweise angenehmen Carving-Schwüngen über die restliche Strecke.

Direttissima in Serfaus-Fiss-Ladis

Die Direttissima im Skigebiet Serfaus-Fiss-Ladis ist mit 1,5 km Länge relativ kurz und hat es mit ihren durchschnittlichen 70 Prozent Gefälle in sich. Der Geheimtipp führt von der Almbahn auf knapp 2.600 m in Richtung Mittelstation Schönjochbahn. Eine weitere Direttissima, eine schnurstracks nach unten führende Piste, gibt es am Katschberg zu bezwingen. Die dort gefürchtete Abfahrt verläuft vom Aineck über 2,5 km und streckenweise mit 100 Prozent Gefälle (45 Grad Neigung).

Lange Zug in Lech-Zürs am Arlberg

Ebenfalls ein kniffliger Start erwartet Skifahrer auf der Lange Zug in Lech am Arlberg. Das erste Stück am Rüfikopf ist nichts für Einsteiger, fordert es doch mit satten 142 Prozent Gefälle (etwa 55 Grad Neigung) auch die besten Fahrer gehörig heraus. Etwas „flacher“ führt die präparierte Skiroute über insgesamt 4,7 km bis nach Lech ins Tal.

Gamsleiten 2 in Obertauern

Die imposante Gamsleiten 2 im Skigebiet Obertauern im Salzburger Land ist eine der steilsten Buckelpisten Europas. Sie führt die Kategorie tiefschwarz und ist mit 100 Prozent Gefälle (45 Grad Neigung) und dem oft vereisten oberen Bereich äußerst anspruchsvoll.

Die Gamsleiten 2 in Obertauern.

Lauberhorn in Wengen

Ein weiteres Extrem liefert die Lauberhornabfahrt im Berner Oberland. Vor dem Panorama von Eiger, Mönch und Jungfrau geht es 4,5 km abwärts. Damit ist sie nicht nur eine fordernde Aufgabe für erfahrene Skifahrer, sondern gleichzeitig die längste Abfahrt im Alpin-Ski Weltcup.

Schweizer Wand in Portes du Soleil

Die schwarze Piste Chavanette liegt mitten im Skigebiet Portes du Soleil am Gebirgspass Chavanette, der zwischen dem schweizerischen Champéry und dem französischen Avoriaz verläuft. Sie wird auch ehrfürchtig Mur Suisse (dt. Schweizer Wand) genannt. Die extreme Abfahrt führt über 1 km an der Ostseite des Passes im Skigebiet Champéry hinunter. Der Steilhang wird nicht präpariert, so dass er immer mit extremen Buckeln gespickt ist. Die Piste weist teilweise ein Gefälle von bis zu 50 Grad auf und ist wegen der Buckel technisch besonders anspruchsvoll.

La Grave bei Les 2 Alpes

Die Hänge oberhalb des kleinen Ortes La Grave (1.450 m) im Skigebiet Les 2 Alpes sind ein wahres Eldorado für Kamikazefahrer. Gefragt sind dort vor allem die schmalen Felsspalten, Couloirs genannt, die sich an den steilen Bergflanken auf knapp 3.600 m hinabwinden. Von La Grave aus bringt eine Gondel über zwei Sektionen in das wilde Gelände hinauf, bis zum höchsten Punkt zieht ein Schlepplift. Hier kann das Abenteuer Off-Piste für erfahrene Freerider beginnen. In der felsigen und schwierigen Umgebung sollte man jedoch nur mit einem Guide fahren!

Mont Fort in den Schweizer 4 Vallées

Auf dieser Piste fährt der Nervenkitzel immer mit. Der Start der Abfahrt erfolgt in ca. 3.300 Metern Höhe auf dem Mont Fort in der Skiregion 4 Vallées. Von diesem Punkt aus geht es fast senkrecht in Richtung Mittelstation. Dabei beginnt die Fahrt spektakulär und führt die wagemutigen Skifahrer über eine Passage mit zahlreichen Buckeln. Stürze sind auf diesem Stück meistens fatal, da der Sturz oft erst am Fuß des Gipfels endet. Für alle, die das erste Stück gemeistert haben, geht es über weitere Buckel bis zum Ort Tortin weiter. Die Abfahrt ist ca. 6 Kilometer lang und der Höhenunterschied beträgt ca. 1.300 Meter.

Sarenne in Alpe d’Huez

In rund 3.00 Metern Höhe am Pic Blanc startend können Skifahrer eine der atemberaubendsten Steilabfahrten der Alpen befahren – die Sarenne-Abfahrt im Skigebiet Alpe d’Huez. Mit ca. 16 Pistenkilometern ist sie eine der längsten Strecken in Europa. Dabei werden 1.860 Höhenmeter bewältigt.

Die Lieblingspiste von Trexperte Felix Neureuther

„Das ist auf jeden Fall die Kandahar in Garmisch-Partenkirchen. Es ist einfach unglaublich: Man steht am Kreuzjoch, sieht die Zugspitze und dann geht es gnadenlos die 3,5 km lange Abfahrt hinab – das ist einfach geil.“

 

Wie heißt es so schön: Runter geht es bekanntlich immer irgendwie. Doch diese Pisten werden nicht befahren, sie werden bezwungen.

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