Die steilsten Pisten in den Alpen

2. Mai 2019 - SnowTrex

Geht es um die steilsten Pisten der Alpen, denkt man als erstes vielleicht an die Harakiri in Mayrhofen oder die legendäre Streif in Kitzbühel. Daneben gibt es aber viele weitere, extrem anspruchsvolle Abfahrten, die nur sehr fortgeschrittene Wintersportler oder Profis bezwingen können. SnowTrex stellt die steilsten Pisten in den Alpen vor, sortiert nach Gefälle an den steilsten Teilstücken.

Die Black Mamba am Kitzsteinhorn hat bis zu 63 Prozent Gefälle.

Die steilsten Pisten im Überblick

Name Skigebiet Land Maximales Gefälle
Kandahar Garmisch-Classic Deutschland 92 %
Streif Kitzbühel Österreich 85 %
Lauberhorn Grindelwald/First & Kleine Scheidegg/Männlichen Schweiz 85 %
Lange Zug Arlberg Österreich 80 %
Harakiri Mayrhofen-Hippach Österreich 78 %
Mont Fort 4 Vallées Schweiz 77 %
Chavanette Portes Du Soleil Frankreich 76 %
Gamsleiten 2 Obertauern Österreich 70 %
Diabolo Golm Österreich 70 %
Direttissima Serfaus-Fiss-Ladis Österreich 70 %
Black Mamba Zell am See-Kaprun Österreich 63 %
Pala di Santa Val di Fiemme-Obereggen Italien 58 %
Planai Schladming Österreich 52 %

1. Kandahar in Garmisch-Partenkirchen

Deutschland kann sich in Sachen „steile Pisten“ absolut sehen lassen! Im Skigebiet Garmisch Classic wartet die berühmte Kandahar-Abfahrt auf wagemutige Wintersportler. Das maximale Gefälle liegt hier bei spektakulären 92 %. Rekord! Wenn die Profis hier hinunterbrettern, erreichen sie Spitzengeschwindigkeiten von 130 km/h! Ansonsten ist das Skigebiet aber übrigens auch sehr gut für Familien geeignet.

2. Streif in Kitzbühel

Rund 500 Millionen Zuschauer verfolgen jedes Jahr das berühmte Hahnenkamm-Rennen im Skigebiet Kitzbühel am heimischen Fernseher und noch einmal 50.000 Menschen feiern ihre Skihelden vor Ort direkt an der Piste. Motivation haben die todesmutigen Fahrer auch bitter nötig, wenn sie sich eine Piste hinunterstürzen, die mit bis zu 85 % Gefälle aufwartet. An der Zielschusskante erreichen Profis eine Spitzengeschwindigkeit von bis zu 150 km/h!

Die legendäre „Streif“ im Skigebiet Kitzbühel.

3. Lauberhorn in Wengen

Ein weiteres Extrem mit bis zu 85 % Gefälle liefert die Lauberhornabfahrt in Wengen in der Schweiz. Vor dem Panorama von Eiger, Mönch und Jungfrau geht es 4,5 km abwärts. Damit ist sie nicht nur eine fordernde Aufgabe für erfahrene Skifahrer, sondern gleichzeitig die längste Abfahrt im Ski-Alpin Weltcup.

4. Lange Zug in Lech-Zürs am Arlberg

Ein kniffliger Start erwartet Skifahrer auf der Piste Lange Zug in Lech am Arlberg. Das erste Stück am Rüfikopf ist nichts für Einsteiger, fordert es doch mit satten 80 % Gefälle auch die besten Fahrer gehörig heraus. Etwas „flacher“ führt die präparierte Skiroute über insgesamt 4,7 km bis nach Lech ins Tal.

5. Harakiri in Mayrhofen

Auch die tiefschwarze Harakiri-Piste im Skigebiet Mayrhofen-Hippach verlangt Wagemutigen einiges ab. „Hau di runter“ heißt es auf einem Schild am Eingang und dies ist hier Programm. Diese Piste hat ganze 78 % Gefälle und bringt auch geübte Wintersportler ins Schwitzen. Wer sich traut, sie herunterzufahren, wird nicht nur in die Harakiri-Community aufgenommen, sondern kann diesen Moment jeden Freitag in der Saison während eines Shootings für die Ewigkeit festhalten. Die actionreichen Fotos kann man dann gemütlich am heimischen Rechner herunterladen.

6. Mont Fort in den Schweizer 4 Vallées

Auf dieser Piste fährt der Nervenkitzel immer mit. Der Start der ca. 6 km langen Abfahrt erfolgt in ca. 3.300 m Höhe auf dem Mont Fort in der Skiregion 4 Vallées. Von diesem Punkt aus geht es fast senkrecht in Richtung Mittelstation. Das Gefälle liegt bei bis zu 77 %. Dabei beginnt die Fahrt spektakulär und führt die wagemutigen Skifahrer über eine Passage mit zahlreichen Buckeln. Für alle, die das erste Stück gemeistert haben, geht es über weitere Buckel bis zum Ort Tortin weiter.

Nicht für Anfänger: Blick auf die Mont Fort Piste.

7. Chavanette in Portes du Soleil

Die schwarze Piste Chavanette liegt mitten im Skigebiet Portes du Soleil am Gebirgspass Chavanette, der zwischen dem schweizerischen Champéry und dem französischen Avoriaz verläuft. Sie wird auch ehrfürchtig La Mur Suisse (dt. Schweizer Wand) genannt. Die extreme Abfahrt führt über 1 km an der Ostseite des Passes im Skigebiet Champéry hinunter. Der Steilhang wird nicht präpariert, so dass er immer mit extremen Buckeln gespickt ist. Die Piste weist teilweise ein Gefälle von bis zu 76 % auf und ist wegen der Buckel technisch besonders anspruchsvoll.

8. Gamsleiten 2 in Obertauern

Die imposante Gamsleiten 2 im Skigebiet Obertauern im Salzburger Land ist eine der steilsten Buckelpisten Europas, schon beim Anblick bekommt der eine oder andere es mit der Angst zu tun. Die Piste führt, wie sollte es anders sein, die Kategorie schwarz und ist mit bis zu 70 % Gefälle und dem oft vereisten oberen Bereich äußerst anspruchsvoll. Wem das zu steil ist, der ist hier trotzdem gut aufgehoben. Das Skigebiet hält auch zahlreiche anfängerfreundliche Pisten bereit.

Die Gamsleiten 2 in Obertauern.

9. Diabolo am Golm

Die Teufels-Piste im Skigebiet Golm im Montafon ist mit bis zu 70 % Gefälle bei den Steilsten und Schwersten der Alpen ebenfalls vorne mit dabei. An ihrem Start nahe der Bergstation Golmerjoch gilt das Motto „Aller Anfang ist schwer“. Entscheidend sind nämlich die ersten 312 m, die extrem steil sind. Danach geht es mit vergleichsweise angenehmen Carving-Schwüngen über die restliche Strecke.

Auch am Golm geht es auf der Diabolo steil bergab.

10. Direttissima in Serfaus-Fiss-Ladis

Die Direttissima im Skigebiet Serfaus-Fiss-Ladis ist mit 1,5 km Länge relativ kurz und hat es mit ihrem maximalen Gefälle von 70 % ebenfalls in sich. Sie führt von der Almbahn auf knapp 2.600 m in Richtung Mittelstation Schönjochbahn. Neben dieser steilen Abfahrt zeichnet sich das Skigebiet aber vor allem auch durch seine Familienfreundlichkeit aus.

Start der Direttissima in Serfaus.

11. Black Mamba am Kitzsteinhorn

Die Black Mamba im Skigebiet am Kitzsteinhorn in Zell am See-Kaprun stellt ebenfalls eine enorme Herausforderung für Skifahrer dar. Die schwarze Piste in dem Gletscherskigebiet besitzt bis zu 63 % Gefälle und überwindet auf 1 km Länge ganze 290 Höhenmeter. Sie startet bei der Talstation der Kristallbahn und endet nach giftigen Steilhängen am Langwiedboden.

12. Pala di Santa im Fleimstal

Die größte schwarze Herausforderung im Skigebiet Val di Fiemme-Obereggen liegt am Zanggen (it. Pala di Santa). Die Piste Pala di Santa ist die steilste im Ski Center Latemar und weist bis zu 58 % Gefälle auf. Der erste Abschnitt der 2,3 km langen Abfahrt ist aufgrund vereister Passagen besonders tückisch, hier ist absolute Vorsicht geboten.

Die Pala di Santa weist bis zu 58% Gefälle auf.

13. Planai in Schladming

Die berühmte Weltcup-Piste Planai im Skigebiet Schladming hat vor allem einen extrem steilen Zielhang. Hier müssen 52 % Gefälle bezwungen werden, bevor dann scharf gebremst wird, um sicher im Ziel anzukommen. Darüber hinaus gehört das Skigebiet zum riesigen Skiverbund Ski amadé mit einer unglaublich großen Auswahl an weiteren spannenden Pisten.

Blick auf die Planai in Schladming.

Extra: Die Lieblingspiste von Trexperte Felix Neureuther

„Das ist auf jeden Fall die Kandahar in Garmisch-Partenkirchen. Es ist einfach unglaublich: Man steht am Kreuzjoch, sieht die Zugspitze und dann geht es gnadenlos die 3,5 km lange Abfahrt hinab – das ist einfach geil.“

Wie heißt es so schön: Runter geht es bekanntlich immer irgendwie. Doch diese Pisten werden nicht befahren, sie werden bezwungen!

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