Mitfahren! Seilbahnen der Superlative

10. August 2023 - SnowTrex

Einfach den Berg hoch? Hauptsache ankommen? Das war gestern. Heute haben die Skigebiete mehr zu bieten. Jedes Jahr übertrumpfen sie sich mit den modernsten Entwicklungen im Hinblick auf Skilifte. Einige Projekte stechen da besonders hervor, weil es bei ihnen nicht mehr nur um die reine Fahrt auf den Berg geht. Hier wird der Weg zum Ziel. Oder zumindest zum absoluten Erlebnis. Und genau die sind Grund genug für SnowTrex einmal spektakuläre und außergewöhnliche Skilifte und berühmte Seilbahnen der Superlative zu präsentieren.

SnowTrex zeigt außergewöhnliche Skilifte und berühmte Seilbahnen der Superlative.


Weltberühmte Seilbahnen im Überblick

SeilbahnLandSkiresort
VIP-Gondel „Die erste schwebende Limousine“ÖsterreichSkigebiet Hochzillertal-Hochfügen-Spieljoch
WildspitzbahnÖsterreichSkigebiet Pitztaler Gletscher & Rifflsee
EisgratbahnÖsterreichSkigebiet Stubaier Gletscher
Tunnelbahn FleißalmÖsterreichSkigebiet Großglockner-Heiligenblut
Kitz 3S-BahnÖsterreichSkigebiet Kitzbühel-Kirchberg
Vanoise ExpressFrankreichSkigebiet La Plagne
Titlis RotairSchweizSkigebiet Engelberg-Titlis
Matterhorn Glacier RideSchweizSkigebiet Zermatt
Stuckli RondoSchweizSkigebiet Sattel Hochstuckli
Porsche-Sessellift „Lavadinas-Furcla“SchweizSkigebiet Flims Laax Falera
Solar-Skilift TennaSchweizSkigebiet Tenna
Cabri0-BahnSchweizStans
ZugspitzbahnDeutschlandSkigebiet Garmisch-Classic/Zugspitze
PredigtstuhlbahnDeutschlandSkigebiet Region Berchtesgaden
Silver-Queen-GondelUSASkigebiet Aspen Mountain
Peak2PeakKanadaSkigebiet Whistler-Blackcomb
Sauna-GondelFinnlandSkigebiet Ylläs
Wings of TatevArmenienHalidsor
Dagu Glacier GondolaChinaLuhua
DragondolaJapanNabea Skiresort
Genting SkywayMalaysiaGohtong Jaya
Mi TeleféricoBolivienLa Paz und El Alto

Geschichtlicher Hintergrund

Als vor mehr als 100 Jahren die ersten touristischen Seilbahnen in Europa in Betrieb genommen wurden, war die Idee an sich einfach, die Konstruktion dafür umso komplexer. Doch dank fortschrittlicher Technik war es möglich, in kürzester Zeit Berghöhen zu erreichen, die sonst nur mühsam erklommen werden konnten. Die Kohlererbahn in Bozen in Südtirol ist eines dieser frühen Beispiele. Sie gilt als erste reine Personenseilbahn der Alpen.

Mit dem Aufkommen des Skitourismus und seiner raschen Verbreitung ab den 1950er-Jahren setzte sich dann ein neues Leitbild im Seilbahnbau durch. Es ging nicht mehr nur darum, den Urlaubern die Berge zugänglich zu machen, sondern darum, wie viele Menschen man in möglichst kurzer Zeit befördern konnte. Schließlich wollte niemand Schlange stehen. Das gilt heute im 21. Jahrhundert mehr denn je, denn Jahr für Jahr strömen Millionen von Wintersportlern in die Skigebiete der Welt. Längst sind Seilbahnen zu Hochleistungs-Transportmitteln geworden. Allein in der österreichischen Zillertal Arena können so 80.000 Skiurlauber befördert werden – in einer Stunde! Und das mit Geschwindigkeiten von teilweise 10 Metern pro Sekunde (m/s) und mehr. Dagegen sehen die vor einem Jahrhundert erreichten Maximalwerte eher bescheiden aus: 24 Personen pro Stunde und eine Fahrgeschwindigkeit von 1,6 m/s schaffte etwa die Kohlererbahn.

Die Seilbahngesellschaften können sich heute also kaum mehr durch Schnelligkeit oder höhere Beförderungskapazitäten unterscheiden. Die einen befördern ihre Gäste zügig, die anderen schnell. Damit aber nicht nur das Pistenerlebnis danach, sondern auch die Fahrt selbst wieder zu einem besonderen Erlebnis wird, haben sich einige Betreiber mit ihren Seilbahnen und Liften einiges einfallen lassen.

„Die erste schwebende Limousine“ im Skigebiet Hochzillertal-Hochfügen-Spieljoch (Österreich)

Mit einem besonders exklusiven Angebot lockt das Skigebiet Hochzillertal-Hochfügen-Spieljoch seine luxusliebenden Gäste. Als „erste schwebende Limousine“ bezeichnen die Macher die VIP-Gondel, die die Wintersportler hier auf 2.500 m Höhe bringt. Entwickelt wurde sie von Leitner ropeways in Zusammenarbeit mit BMW Individual. Der Seilbahnbauer lieferte dabei die moderne Sigma Diamond Kabine. Der bayerische Autobauer dagegen das Interieur und das kann sich sehen lassen: edle braune Ledersitze inklusive Massagefunktion und Sitzheizung, eine Mittelkonsole mit Klimabedienteil und das aus der BMW 7er-Limousine bekannte Multimediasystem.

In der vorderen Konsole finden die Gondelgäste zudem eine Flasche Champagner und zwei Gläser. Für die musikalische Untermalung sorgt ein Soundsystem. Dieses Vergnügen gibt es natürlich nicht umsonst. Es können verschiedene Pakete gebucht werden. So gibt es unter anderem das „Early Bird“-Paket für alle, die schon um 8 Uhr auf den Berg wollen. Dabei parken zwei Personen auf einem reservierten Parkplatz, werden mit Champagner empfangen, fahren mit der VIP-Gondel auf den Berg und genießen im Anschluss noch ein Frühstück auf einer Almhütte. Die Skipässe sind inklusive.

Wildspitzbahn im Skigebiet Pitztaler Gletscher & Rifflsee (Österreich)

Wer schon immer einmal einen Fiaker oder Einspänner mit Blick auf Dreitausender wie die 3.774 m hohe Wildspitze schlürfen wollte, der ist im höchstgelegenen Café Österreichs genau richtig. So thronen die Bergstation der Wildspitzbahn und das Café 3.440, benannt nach seiner Höhe von 3.440 m, hoch oben auf dem Pitztaler Gletscher und bilden die höchstgelegene Seilbahnstation der Alpenrepublik. „Tirols neuer Höhepunkt“ bietet 160 Sitzplätze im Café und auf der Terrasse und serviert erlesene Kaffeespezialitäten und Kuchen. Die Doppelmayr-Gondeln mit beheizten Sitzen bringen jeweils acht Personen in 5,6 Minuten auf den einzigartigen Aussichtspunkt.

Die Wildspitzbahn am Pitztaler Gletscher führt zur höchsten Seilbahnstation Österreichs.

Eisgratbahn im Skigebiet Stubaier Gletscher (Österreich)

Im Skigebiet Stubaier Gletscher befindet sich die spektakuläre Eisgratbahn. Die hochmoderne Bahn ist mit einer Schräglänge von 4.686 m die längste 3S-Bahn der Alpen. Die gläserne, futuristisch anmutende Talstation liegt auf knapp 1.700 m, die Bergstation „Eisgrat“ auf rund 2.900 m. Das spektakuläre Bauprojekt begann im Juni 2015 und schon knapp 16 Monate später, am 22. Oktober 2016, stand die Jungfernfahrt der Eisgratbahn an. Seither befördern 48 moderne Kabinen mit je 32 Sitzplätzen bis zu 3.000 Wintersportler pro Stunde. Bei einer Geschwindigkeit von rund 25 km/h dauert die Fahrt nur rund 12 Minuten und die Zeit vergeht in dieser Bahn buchstäblich wie im Flug. Denn die Kabinen bestechen neben dem schicken Design aus der Edelmanufaktur Pininfarina mit Echtledersitzen, Panoramaverglasung und kostenlosem WLAN.

Tunnelbahn Fleißalm im Skigebiet Großglockner-Heiligenblut (Österreich)

Im Skigebiet Heiligenblut können Wintersportler bei der Auffahrt mit der Tunnelbahn kein Bergpanorama genießen. Dafür geht es von der Mittelstation Roßbach durch einen alten Wasserstollen zur Fleißalm und wieder zurück. In rund 7 Minuten Fahrzeit überwinden die Wintersportler hier einen Höhenunterschied von 63 m. Das ist zwar nicht wirklich steil, aber es bieten sich Eindrücke, die man sonst von keinem Lift aus bekommt.

Kitz 3S-Bahn im Skigebiet Kitzbühel-Kirchberg (Österreich)

Die 3S-Bahn im Skigebiet Kitzbühel-Kirchberg ist mit 400 m über Grund die höchste in Europa. Nur die „Peak2Peak“-Bahn im kanadischen Whistler, ebenfalls eine Dreiseilumlaufbahn, ist mit 436 m noch höher. Die 3S-Bahn verbindet die Skigebiete Hahnenkamm/Pengelstein und Jochberg/Resterhöhe und gilt als Hauptschlagader des Kitzbüheler Skigebietes. Um die immense Höhe noch intensiver zu erleben, ist eine der Gondeln mit einem Glasboden ausgestattet. Schwindelfreiheit ist hier also angeraten!

Vanoise Express im Skigebiet La Plagne (Frankreich)

Der Vanoise Express in den französischen Alpen ist die größte Doppelstockseilbahn der Welt. Sie fasst auf zwei Ebenen unglaubliche 200 Personen inklusive Ski, Stöcken und Gepäck und benötigt selbst voll beladen nur vier Minuten für die 1.824 m lange Strecke. Außergewöhnlich ist auch die Streckenführung: Es gibt keine Tal- und Bergstation. Daher befinden sich Start und Ziel fast auf gleicher Höhe. Beeindruckend ist auch, dass das Seil auf der gesamten Länge von La Plagne bis Les Arcs ohne Stützpfeiler auskommt. Mit diesen gigantischen Zahlen hat der Vanoise Express nach seiner Inbetriebnahme den „Twinliner“ in Ischgl-Samnaun überholt. Die Gondelbahn in der Silvretta-Arena war bis dahin die größte Doppelstockbahn mit immerhin 180 Plätzen pro Kabine.

Der Vanoise Express ist die größte doppelstöckige Luftseilbahn der Welt.

Titlis Rotair im Skigebiet Engelberg-Titlis (Schweiz)

Auch im Skigebiet Engelberg-Titlis wartet eine Seilbahnfahrt der besonderen Art auf Wintersportler. Die Titlis Rotair ist nämlich die erste drehbare Luftseilbahn der Welt. Sie befördert Skifahrer und Snowboarder von der Mittelstation Stand bis zur Gipfelstation in 3.020 m Höhe. Und wie der Name der Gondel schon verrät, geht es dabei rund! Schließlich dreht sie sich auf jeder Fahrt um genau 360 Grad. So können Schneeliebhaber während des fünfminütigen Aufstiegs einen sagenhaften Rundumblick auf schneebedeckte Gipfel, tiefe Gletscherspalten und schroffe Felswände genießen. Die alte Titlisbahn wurde übrigens in ihrer ursprünglichen Form zwischen 1988 und 1992 erbaut, bevor die Rotair-Gondeln seit der Wintersportsaison 2014 dem Gipfel entgegen sausen.

Die erste drehbare Luftseilbahn der Welt dreht sich bei jeder Fahrt um genau 360°.

Matterhorn Glacier Ride im Skigebiet Zermatt (Schweiz)

Am Klein Matterhorn im schweizerischen Zermatt befindet sich die höchste Seilbahnstation Europas, und zwar die Bergstation der 3S-Bahn mit dem Namen „Matterhorn Glacier Ride I“. Die Bergstation liegt in der Skiregion Matterhorn glacier paradise auf einer Höhe von sage und schreibe 3.883 m. Der aufwendige Bau der höchsten 3S-Bahn der Welt wurde im Herbst 2018 abgeschlossen. Bis zu 2.000 Personen werden stündlich zur Bergstation auf dem Klein Matterhorn transportiert. Und das 365 Tage im Jahr! Das gigantische Bauprojekt verursachte Kosten in Höhe von ca. 60 Millionen Franken. Am Bau waren unter anderem der Seilbahnhersteller Leitner Ropeways sowie das Designstudio Pininfarina, welches man von Ferrari oder Maserati kennt, beteiligt. Von der Bergstation haben Wintersportler einen fantastischen Blick auf 14 Gletscher und beeindruckende 38 weitere Alpenriesen.

Einige Gondeln der 3S-Bahn zum Kleinen Matterhorn sind sogar mit einem Glasboden ausgestattet.

Der Matterhorn Glacier Ride II komplettiert das „Matterhorn Alpine Crossing“

Doch die spektakuläre Seilbahn im Schatten eines der berühmtesten Berge der Welt war nur der Anfang eines nicht minder beeindruckenden Projekts: dem Matterhorn Alpine Crossing. Wie der Name schon sagt, sollte die neue Gondelroute die Alpen überqueren – und nicht nur das. Denn mit der Eröffnung des „Matterhorn Glacier Ride II“ im Juli 2023 können Urlauber auch die Landesgrenze zwischen der Schweiz und Italien überqueren. Die Seilbahn der Superlative verbindet die Bergstation am Kleinen Matterhorn mit der Talstation Testa Grigia (3.458 m) über Cervinia im Nachbarland und bildet damit den höchsten Grenzübergang der Alpen. Wie der erste Teil des Megaprojekts kostete auch der zweite Streckenabschnitt 60 Millionen Schweizer Franken. Die beiden Gondeln können bis zu 1.300 Personen pro Stunde befördern. Und die müssen für eine Hin- und Rückfahrt pro Person bis zu 240 Schweizer Franken, umgerechnet stattliche 246 Euro (Stand: 6. Juli 2023), bezahlen!

Wie das einzigartige Seilbahnprojekt zwischen der Schweiz und Italien aussieht, zeigt die Zermatt Bergbahnen AG in einer aufwändigen Animation:

Matterhorn Alpine Crossing 2022

Stuckli Rondo im Skigebiet Sattel Hochstuckli (Schweiz)

Im schweizerischen Sattel spielt es keine Rolle, wo man in der Achtergondelbahn sitzt. Denn die Stuckli Rondo dreht sich während der achtminütigen Fahrt unabhängig von der Geschwindigkeit zweimal um die eigene Achse. So kommt jeder Winterurlauber in den Genuss eines Rundum-Panoramas. Nur wer den Blick ins Tal nicht so gut verträgt, muss aufpassen:

Cabinovia panoramica rotante Stuckli Rondo Doppelmayr

Porsche-Sessellift „Lavadinas-Furcla“ im Skigebiet Flims Laax Falera (Schweiz)

Im Winter 2012/2013 ging in Laax eine Weltneuheit in Betrieb. Die 6er-Sesselbahn Plaun Lavadinas – Fuorcla da Sagogn präsentiert sich im schnittigen Porsche-Look. Und das ist auch kein Wunder, schließlich wurde der Lift von der Bartholet Maschinenbau AG in Zusammenarbeit mit den Designstudios des Autobauers aus dem schwäbischen Zuffenhausen entwickelt. So erinnert das einzigartige Design – schwarze Sessel mit roten Applikationen – sofort an die Ausstattung eines Supersportwagens. Aber das ist noch nicht die einzige Besonderheit. Denn durch ein Gelenk an der Seilaufhängung lassen sich die Sessel um 45 Grad drehen. Dadurch haben die Fahrgäste freie Sicht auf das Bergpanorama, statt auf den Rücken des Vordermanns schauen zu müssen. Die rund 600 Höhenmeter werden auf der Fahrt zur Bergstation mit einer Geschwindigkeit von 6 m/s zurückgelegt. Ein Solarpanel an der Rückseite der Sitze deckt zudem den Strombedarf der integrierten Sitzheizung.

Das Konzept der Weiße Arena Gruppe umfasste neben dem Design des schicken Sessellifts auch die Tal- und Bergstation der neuen Anlage. Nachhaltigkeit und die Verwendung umweltfreundlicher Materialien waren den Betreibern auch hier wichtig. So wurden beide Stationen teilweise aus alternativen, umweltfreundlichen Materialien gebaut. Schon von Weitem fällt die Bergstation daher durch ihren hohen Holzanteil auf. Eine Liftfahrt sieht dann so aus:

Die Schwenk-Sesselbahn Lavadinas - Fuorcla da Sagogn | Flims-Laax-Falera

Solar-Skilift Tenna im Skigebiet Tenna (Schweiz)

Umweltschutz ist auch in vielen Skigebieten längst ein Thema. Viele Wintersportorte suchen hier nach Möglichkeiten, die Natur und die Landschaft, in und von der sie leben, aktiv zu schützen und zu erhalten. Die Idee zum Ankerlift der besonderen Art in Tenna, der tatsächlich ausschließlich mit Solarstrom betrieben wird, entstand, nachdem der alte Lift an gleicher Stelle nach 41 Jahren im Betrieb ausgedient hatte. Daher waren zwei Dinge direkt klar: Es musste Ersatz her und die Bedingungen für die Finanzierung einer neuen Anlage durch die Genossenschaft Skilift Tenna waren auch gegeben. Weil das Projekt umwelt- und ressourcenschonend sein sollte, entschied man sich schließlich für einen weltweit einzigartigen Ansatz.

So entstand eine hochmoderne Solaranlage, deren Paneele an einer Seilkonstruktion über dem konventionellen Ankerlift montiert sind. Die Anlage versorgt nicht nur den Ankerlift mit Strom, sondern produziert auch einen Überschuss. Dank modernster Technik werden die Photovoltaik-Zellen immer nach dem Sonnenstand ausgerichtet – in einer perfekten Südneigung von 30 Grad. So kann die Anlage bis zu 90.000 kWh pro Jahr produzieren. Für den Liftbetrieb werden aber nur rund 22.000 kWh benötigt. Das bedeutet: Die Genossenschaft Skilift Tenna kann den darüber hinaus produzierten Strom an das örtliche Elektrizitätswerk verkaufen – und so den Lift schrittweise refinanzieren. Wie die Konstruktion genau aussieht, zeigt der folgende Clip:

Solarskilift Tenna, Safiental

CabriO-Bahn in Stans (Schweiz)

Eine Bahn nur für Schwindelfreie: Die CabriO-Bahn am Stanserhorn in der Schweiz ist zwar lediglich in der Sommersaison (April bis November) in Betrieb, soll hier aber trotzdem erwähnt werden. Denn die doppelstöckige Pendelbahn verfügt als erste weltweit über ein offenes Oberdeck, sodass man das fantastische 360°-Panorama der umliegenden Bergwelt bewundern kann. Sie bietet Platz für bis zu 30 Personen, die die Fahrt von der Mittelstation bis auf 1.900 m Höhe unter freiem Himmel genießen können.

Das einmalige Erlebnis in der CabriO-Bahn in Stans.

Zugspitzbahn im Skigebiet Garmisch-Classic/Zugspitze (Deutschland)

Das Skigebiet Garmisch-Classic/Zugspitze hat mit 60 Pistenkilometern und 29 Liftanlagen einiges zu bieten. Zu den Highlights des Skigebiets zählt zweifelsohne die Zugspitzbahn, die auf ihrer rund zehnminütigen Fahrt gleich drei Weltrekorde aufstellt: Sie hält die höchste Stahlstütze der Welt (127 m) für Pendelbahnen und überwindet mit 1.945 m den größten Gesamthöhenunterschied in einer Sektion. In dieser Sektion befahren die beiden Gondeln der Bahn auch das mit 3.213 m längste freie Spannfeld der Welt. In den Kabinen selbst umgeben die Wintersportler bodentiefe Panoramafenster und ermöglichen somit einen atemberaubenden Blick auf die deutschen Alpen. An der Bergstation (2.720 m) angekommen, öffnen sich die beliebten, eher flachen Pisten des Zugspitzplatts sowie ein wahres Tiefschnee-Eldorado für Abenteuerlustige.

Toller Blick auf die Seilbahn Zugspitze und das umliegende Panorama.

Predigtstuhlbahn im Skigebiet Region Berchtesgaden (Deutschland)

Eine Zeitreise der besonderen Art können Wintersportler im Skigebiet Region Berchtesgaden erleben. Die Zeitmaschine ist in diesem Fall die Predigtstuhlbahn, die auf den gleichnamigen Berg Predigtstuhl (1.614 m) führt. Die erste Fahrt fand am 1. Juli 1928 statt, die Bahn ist also fast 100 Jahre alt und immer noch in Betrieb. Ungeduldig sollten Skifahrer und Snowboarder allerdings nicht werden, denn der Lift ist offensichtlich nicht mehr der Jüngste und schon gar nicht der Schnellste. Auf jeden Fall ist die Gondelfahrt in Bad Reichenhall aber eine wunderbare Erfahrung:

Die Predigtstuhlbahn in Bad Reichenhall | Nostalgie von 1928

Silver Queen-Gondel im Skigebiet Aspen Mountain (USA)

Skifahrer und Snowboarder, die in Aspen mit der Silver Queen-Gondel auf den Aspen Mountain fahren, sollte dort unbedingt eine der roten Kabinen wählen. Denn hier bestimmen die Wintersportler selbst die Musik: Dadurch, dass die Gondeln mit einer Dockingstation für das Smartphone ausgestattet sind, wird die Bergfahrt auch zum musikalischen Erlebnis. Und das, ohne dass Kopfhörer aufgesetzt oder in die Ohren gesteckt werden müssen. Wer also in der richtigen Stimmung ist, kann so schon im Lift eine kleine Party feiern.

Bei der Silver Queen-Gondel in Aspen (USA) sollte man immer versuchen, eine der roten Kabinen zu ergattern.

Peak2Peak im Skigebiet Whistler-Blackcomb (Kanada)

Die Peak2Peak-Seilbahn befindet sich in Kanada und verbindet die beiden Skigebiete Whistler Mountain und Blackcomb Peak. Dabei sind nur wenige Stützpfeiler notwendig, um einen problemlosen Aufstieg zu ermöglichen. Insgesamt schweben die Stahlseile auf einer Länge von 3 km in der Luft über dem Tal, was die Anlage zu einer der längsten freitragenden Seilbahnen der Welt macht. Zudem ist die Peak2Peak-Seilbahn die höchste ihrer Art, denn sie schwebt an einer Stelle in schwindelerregenden 436 m über dem Boden.

Sauna-Gondel im Skigebiet Ylläs (Finnland)

Die Finnen sind für ihre Liebe zur Sauna bekannt. Und genau diese Leidenschaft haben die Liftbetreiber am Yllästunturi in der Skiregion Kolari auf die Spitze getrieben. Oder besser gesagt: auf den Gipfel. Denn nahe der schwedischen Grenze in der Provinz Lappland liegt das Skigebiet Ylläs, dessen höchster Punkt der gleichnamige, 718 m hohe Berg ist. Und um diesen zu erreichen, nutzen die Wintersportler – wie es sich gehört – die dafür vorgesehenen Liftanlagen. Einzigartig ist jedoch, dass einer der Kabinen schon von Weitem durch seine Holzverkleidung auffällt und sich bei näherer Betrachtung als Schwitzkabine der besonderen Art entpuppt: als erste Sauna-Gondel der Welt!

Bis zu vier Personen finden in der Saunakabine Platz und kommen bei eisigen Außentemperaturen satte 15 bis 20 Minuten ins Schwitzen, denn so lange dauert eine Fahrt. In der Bergstation wird die Gondel elektrisch auf die optimale Temperatur aufgeheizt. Dann beginnt die rund zwei Kilometer lange Fahrt. Die warme Skikleidung muss allerdings draußen bleiben, denn geschwitzt wird, wie es sich gehört, nackt. Angst, von anderen Skifahrern beobachtet zu werden, muss niemand haben, denn die Kabine ist mit verdunkelten Scheiben ausgestattet. Oben angekommen wartet dann das „Café Gondel“ mit Duschen, Whirlpool und weiteren Saunen auf die Saunagänger.

In Ylläs können bis zu vier Personen für ca. 15 bis 20 Minuten gemeinsam in der Sauna-Gondel schwitzen.

Aber nur wegen der Sauna wird kaum jemand nach Ylläs kommen. Das Skigebiet hat seinen Gästen natürlich noch viel mehr zu bieten. Es beeindruckt zwar nicht durch schiere Größe, wie die Mega-Skigebiete in Frankreich oder Österreich. Dennoch lohnt es sich, hier Skifahren und Wellness gekonnt zu verbinden. Auf immerhin 55 Pistenkilometern können Ski-Asse vor oder nach dem schweißtreibenden Saunagang ihre ganze Coolness unter Beweis stellen. Unzählige Loipenkilometer dürfen in der Langlaufnation Finnland natürlich auch nicht fehlen. Und zum krönenden Abschluss eines gelungenen Skitages sollten sich die Wintersportler auch die magischen Nordlichter am Himmel nicht entgehen lassen!

Wings of Tatev in Halidsor (Armenien)

Die Seilbahn „Wings of Tatev“ transportiert zwar keine Skifahrer, stellt aber einen echten Seilbahnrekord auf. Im Süden Armeniens wurde 2010 mit der Tatev die weltweit längste Pendelbahn eröffnet. Auf einer Länge von 5,75 km befördert die Seilbahn bis zu 25 Personen auf einer elfminütigen Fahrt vom Dorf Halidsor über die Worotan-Schlucht hinauf zum historischen Kloster Tatev. Dabei überwindet sie allerdings nur einen Höhenunterschied von 9 m. Ein Clip zeigt, wie eine Fahrt in einer der Gondeln aussieht:

Doppelmayr/Garaventa 25-ATW "Halidzor - Tatev", Armenien (2010)

Dagu Glacier Gondola bei Luhua (China)

Die höchste Seilbahn der Welt steht in der chinesischen Provinz Sichuan im Dagu-Gletscher-Nationalpark. Die Einseilumlaufbahn führt auf schwindelerregende 4.843 m. In dieser Höhe ist die Luft so dünn, dass einem im wahrsten Sinne des Wortes schwindelig werden kann, weshalb sowohl die Stationen als auch die Gondeln mit Sauerstoffflaschen und -masken ausgestattet sind. Insgesamt 36 kuppelbare Kabinen für je acht Personen benötigen für eine Fahrt 9,4 Minuten:

Zhangjiajie's Tianzi Mountain cable car 🚠 FULL RIDE, China 🇨🇳 张家界天子山缆车

Dragondola im Nabea Skiresort (Japan)

Die Einseilumlaufbahn Nabea-Tashiro Gondola im japanischen Nabea Ski Resort, auch „Dragondola“ genannt, ist eine 8er-Einseilumlaufbahn mit einer Länge von 5,48 km. Eine Fahrt mit den Kabinen, die für acht Personen ausgelegt sind, dauert 15 Minuten. Die Seilbahn verbindet die Ortschaften Nabea und Karuga und ermöglicht so den Zugang zu den Skigebieten Kagura, Tashiro und Mitsumata.

Genting Skyway in Gohtong Jaya (Malaysia)

Der „Genting Skyway“ ist mit 21,6 km/h die weltweit schnellste Seilbahn. Mit einer Länge von über 3,5 km ist sie auch die längste in Südostasien. Die Seilbahn führt durch dichten Urwald und dient als Zubringer zu den Genting Highlands. Auf dem Gipfel des Berges befindet sich ein Resort mit zahlreichen Hotels und einem Vergnügungspark. Es ist der einzige Ort in Malaysia, an dem Glücksspiel offiziell erlaubt ist. Der Weg dorthin ist im folgenden Video dokumentiert:

Genting Skyway cable car Journey (from Resort Hotel to Gohtong Jaya)

Mi Teleférico zwischen La Paz und El Alto (Bolivien)

Einen schnellen und zuverlässigen Transport zwischen den wichtigsten Sehenswürdigkeiten von La Paz und El Alto in Bolivien bietet das Seilbahnnetz „Mi Teleférico“. Mit 25 Stationen und ca. 27 km Länge ist es das größte der Welt. Mit der Inbetriebnahme der Seilbahnen in dem südamerikanischen Land wurde die Fahrtzeit durch die Stadt von einer Stunde auf gerade einmal 10 Minuten verkürzt. Damit erfüllt das Seilbahnnetz seinen ursprünglichen Zweck: die Verkehrsprobleme und die damit verbundenen Umweltbelastungen zu reduzieren. Und so sieht es aus:

Doppelmayr/Garaventa 10-MGDs "Mi Teleférico"" La Paz/El Alto, Bolivien (2014-2019)

Also dann: Gute Fahrt!

Das waren die längsten, schnellsten, spektakulärsten Seilbahnen der Welt. Auf der Suche nach weiteren Weltrekorden im Bereich Wintersport? Hier geht es zu den 20 spektakulärsten Alpen-Rekorden.

FAQ zu Seilbahnen der Superlative

Wann entstanden die ersten Seilbahnen in den Alpen?

Vor über 100 Jahren wurden in Europa die ersten Seilbahnen für touristische Zwecke gebaut. Als erste alpine Seilbahn für den reinen Personentransport gilt die Kohlererbahn in Bozen in Südtirol. Diese Pendelbahn wurde bereits 1908 in Betrieb genommen. Mit der Entwicklung des Skitourismus in den Alpen gewannen Seilbahnen ab den 1950er-Jahren zunehmend an Bedeutung.

Welche ist die höchste Seilbahn in Europa?

Die höchstgelegene Seilbahn Europas ist die 3S-Bahn „Matterhorn Glacier Ride“ am Klein Matterhorn im Schweizer Skigebiet Zermatt. Die Bergstation der 3S-Bahn liegt auf 3.883 m. Die hochmoderne Bahn befördert an 365 Tagen im Jahr bis zu 2.000 Personen pro Stunde.

Welche ist die längste Seilbahn der Welt? 

Die „Wings of Tatev“ ist mit einer Länge von 5,75 km die längste Pendelbahn der Welt. Sie liegt im Süden Armeniens, wurde 2010 eröffnet und befördert bis zu 25 Personen pro Fahrt vom Dorf Halidsor über die Worotan-Schlucht hinauf zum historischen Kloster Tatev. Eine Fahrt mit der weltweit längsten Seilbahn dauert rund 11 Minuten, in denen lediglich 9 Höhenmeter überwunden werden.

Welche Rekorde hält die Zugspitzbahn im Skigebiet Garmisch-Classic/Zugspitze?

Die Zugspitzbahn im deutschen Skigebiet Garmisch-Classic/Zugspitze hält gleich drei Weltrekorde. Während der zehnminütigen Fahrt mit der Pendelbahn werden die Urlauber von der weltweit höchsten Stahlstütze (127 m) für Pendelbahnen getragen und überwinden den größten Gesamthöhenunterschied (1.945 m) in einer Sektion. Außerdem überwinden die Gondeln der Bahn in dieser Sektion das längste freie Spannfeld der Welt (3.213 m).

Wo können Fahrgäste per Gondel eine Landesgrenze überqueren?

Im Jahr 2023 wurde der „Matterhorn Glacier Express II“ eröffnet. Das Besondere an dieser Bahn ist, dass sich die Bergstation oberhalb von Zermatt auf dem Klein Matterhorn (3.883 m) und damit in der Schweiz befindet, während die Talstation auf der Testa Grigia (3.458 m) in Italien liegt. Doch die spektakuläre Seilbahn ist nicht die einzige ihrer Art, die in den Alpen eine Landesgrenze überquert. Seit 1957 verkehrt zwischen der Aiguille du Midi (3.778 m) und der Pointe Helbronner (3.466 m) die Kleinkabinenbahn Vallée Blanche. Das Besondere: Die Bergstation liegt auf französischer Seite, die Talstation auf italienischer.

  • Donnerstag, 10. August 2023
  • Autor: SnowTrex
  • Kategorie: Top 10
  • Schlagwort: Aspen
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