Mitfahren! Seilbahnen der Superlative

10. Juli 2014 - Katharina Teudt

Die Pendelbahn am Klein Matterhorn in Zermatt führt zur höchsten Bergstation Europas © Zermatt Bergbahnen

Skifahren wird immer komfortabler. Angefangen beim Material, das technisch immer ausgefeilter wird, bis zur grenzenlosen Schneesicherheit lässt der Skisport kaum mehr Wünsche offen. Da ist es nicht verwunderlich, dass auch die Aufstiegshilfen ein Format von Superlative annehmen. Ehemalige Luxus-Indizien wie Sitzheizung sind längst Standard. Mittlerweile interessieren vor allem die monströsen Zahlen: Mehr Höhenmeter, mehr Kapazität, mehr Geschwindigkeit. SnowTrex hat für Sie einmal nachgezählt und erstaunliche Fakten zu den außergewöhnlichsten Seilbahnen der Welt zusammengetragen.

Zermatt: Klein Matterhorn-Bahn

Am Klein Matterhorn im schweizerischen Zermatt befindet sich die höchste Seilbahnstation Europas. Die Bergstation im Skigebiet glacier paradise wurde auf 3.883 m Höhe erbaut. Doch damit nicht genug: Von hier aus werden Gipfelstürmer mit einem Schlepper noch ein Stück höher transportiert. Der höchste Punkt ganz Europas, der mit einem Lift erreichbar ist, liegt hier auf 3.899 m.

Die Fleißalmbahn fährt durch einen Tunnel

Heiligenblut: Tunnelbahn Fleißalm

Diese Gondel ist wahrhaft einzigartig. Sie fährt als einzige Seilbahn der Welt durch einen Tunnel. 22 Kabinen für je fünf Personen befördern etwa 500 Personen die Stunde durch einen alten Wasserstollen von der Mittelstation Rossbach hinüber zur Fleißalm und zurück.

Der Glasboden der 3S Bahn gewährt einen ganz besonderen Panoramablick © Bergbahn AG Kitzbühel

Kitzbühel: 3S Bahn Kitzbühel

Die 3S Bahn im Skigebiet Kitzbühel-Kirchberg hat mit 400 Metern über Grund den höchsten Abstand zum Boden in Europa. Nur die Peak2Peak im kanadischen Whistler, ebenfalls eine Dreiseilumlaufbahn, hängt mit 436 m noch höher. Die 3S verbindet die Skigebiete Hahnenkamm / Pengelstein und Jochberg / Resterhöhe miteinander und gilt als Hauptschlagader des Skigebiets Kitzbühel. Um die immense Höhe noch intensiver zu erleben hat eine der Gondeln einen Glasboden. Schwindelfreiheit ist hier geraten!

La Plagne: Vanoise Express

Der Vanoise Express in den französischen Alpen ist die größte doppelstöckige Luftseilbahn der Welt. Sie fasst auf zwei Ebenen unglaubliche 200 Personen inklusive Ski, Stöcke und Gepäck, und benötigt selbst voll beladen für die 1.824 m lange Strecke nur vier Minuten. Damit ist sie nicht nur die größte, sondern auch schnellste Seilbahn der Welt. Ebenso außergewöhnlich ist ihre Beschaffenheit: Es gibt keine Tal- und Bergstation, Start und Ziel liegen beinah auf gleicher Höhe. Beeindruckend ist auch, dass das Seil auf der kompletten Länge von La Plagne rüber nach Les Arcs keine Stützpfeiler benötigt. Mit diesen gigantischen Zahlen hat der Vanoise Express den „Twinliner“ in Ischgl-Samnaun überholt. Vormals war die Gondel in der Silvretta-Arena die größte doppelstöckige Seilbahn, die pro Kabine immerhin 180 Personen fasst.

Die Aussichtsplattform am Aiguille du Midi in Chamonix

Chamonix: Aiguille du Midi

Ohne Stützpfeiler kommt auch die Aiguille du Midi im Französischen Ski-Hot-Spot Chamonix aus. Die Luftseilbahn überbrückt mit 3 km den weltweit längsten Seilbahnabschnitt ohne Zwischenstützen. Die Bahn ist nach dem Gipfelabschnitt benannt, zu dem sie die Fahrgäste transportiert. Der Aiguille du Midi gehört zu den beliebtesten Aussichtspunkten auf dem Mont-Blanc-Massiv, dem höchsten Gebirgszug der Alpen. Nach dem Klein Matterhorn besitzt sie die zweithöchste Bergstation Europas auf 3.777 m Höhe.

Die Eibseebahn auf ihrem Weg zur Zugspitze © Bayerische Zugspitzbahn/Matthias Fend

Zugspitze: Eibsee-Seilbahn

Auch auf deutschem Boden ist eine Rekord-Bergbahn zu verbuchen: Die Eibsee-Bahn im Wettersteingebirge überbrückt als Pendelbahn den größten Höhenunterschied der Welt innerhalb einer Sektion. Konkret sind es 1.949 m! Eine Kabine befördert 44 Personen und legt in neun Minuten knapp 4,5 km zurück. Die Fahrt startet in der Talstation Eibsee und endet an der Bergstation der Zugspitze auf 2.943 m.

Die Bergstation der Wildspitzbahn schmiegt sich geradezu an den Gletscher © Pitztaler Gletscherbahn/Daniel Zangerl

Pitztaler Gletscher: Wildspitzbahn mit Café 3.440

Schon mal einen Fiaker oder Einspänner geschlürft mit Blick auf 3000er-Gipfel wie die 3.774 m hohe Wildspitze? Im höchstgelegenen Café Österreichs ist das ganz entspannt möglich. Die Bergstation der Wildspitzbahn und das Café 3.440, benannt nach seiner Höhe auf 3.440 m, thronen ganz oben auf dem Pitztaler Gletscher und bilden die höchste Seilbahnstation Österreichs. „Tirols neuer Höhepunkt“ bietet 160 Sitzplätze im Café und auf der Terrasse und serviert erlesene Kaffeespezialitäten und Kuchen. Die Doppelmayr-Gondeln mit Sitzheizung bringen jeweils acht Fahrgäste in 5,6 Minuten zu dem außergewöhnlichen Aussichtspunkt.

Halidsor/Armenien: Wings of Tatev

Die Seilbahn „Wings of Tatev“ transportiert zwar keine Skifahrer, stellt jedoch einen wahrlich nennenswerten Seilbahn-Rekord auf. Im Süden Armeniens wurde im Jahre 2010 mit der Tatev die längste Pendelbahn der Welt eröffnet. Mit einer Länge von 5,75 km bringt die Pendelbahn auf der elfminütigen Fahrt bis zu 25 Personen vom Dorf Halidsor über die Worotan-Schluchten hinauf zum historischen Tatew-Kloster. Kurioserweise überwindet sie dabei einen Höhenunterschied von lediglich neun Metern.

Luhua/China: Dagu Glacier Gondola

Die höchstgelegene Gondelbahn der Welt befindet sich in der chinesischen Provinz Sichuan im Dagu-Gletscher-Nationalpark. Die Einseilumlaufbahn führt bis auf schwindelerregende 4.843 m hinauf. In solchen Höhen ist die Luft sehr dünn und kann wortwörtlich zu Schwindel führen, weswegen sowohl die Stationen als auch die Kabinen mit Sauerstoffflaschen und Masken ausgestattet sind. Insgesamt 36 kuppelbare Gondeln für je acht Personen benötigen 9,4 Minuten für eine Fahrt.

Naeba/Japan: Dragondola

Die Einseilumlaufbahn Nabea-Tashiro Gondola im japanischen Nabea Ski Resort, die auch „Dragondola“ genannt wird, überbrückt als einzige 8er-Einseilumlaufbahn der Welt eine Strecke von 5,48 km. Ihre Kabinen sind für acht Personen ausgelegt und benötigt für die Fahrt 15 Minuten. Die wahrhaft drakonische Bahn verbindet die Orte Nabea und Karuga miteinander und macht somit die Skigebiete Kagura, Tashiro und Mitsumata zugänglich.

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