App-gefahren! Die Skigebiete und das Worldwide Web

24. Dezember 2013 - Nina Vogt

Die Wintersaison hat begonnen. Und damit auch die Foto-Flut. Egal ob Facebook, Whats App, Google Plus oder Instagram – jetzt zeigen Freunde und Bekannte wieder, wo sie urlauben, wie hoch der Schnee dort liegt und welche neuen Tricks sie im Funpark ausprobiert haben. Auch im Urlaub möchte man heute seine Erlebnisse direkt mit Freunden und Bekannten teilen. Wer dafür nicht gleich Unmengen an Roaming-Gebühren zahlen möchte, der ist auf W-LAN angewiesen. Das wissen auch Tourismusverbände und Liftbetreiber. Deshalb hat ein Wettrüsten begonnen: In allen großen und beliebten Skigebieten stehen vernetzungswilligen Wintersportlern mittlerweile W-LAN-Hotspots zur Verfügung – und davon immer mehr. Hinzu kommen jede Menge Apps rund um das Thema Wintersport und mehr.

400 W-LAN Access Points gibt es in der Welt von Ski amadé. © ski amadé

Meister im Aufrüsten, was das Web angeht, sind Ski amadé und Laax. In der großen Welt von Ski amadé mit 760 Pistenkilometern gibt es mittlerweile 400 W-LAN Access Points, an denen sich die Wintersportler in einem Umkreis von 50 m umsonst ins Netz einwählen können. Das ist laut Ski amadé das größte Angebot im alpinen Bereich. Und ein einfaches noch dazu. Denn einmal eingeloggt, muss man lediglich die AGB akzeptieren. So einfach halten es viele Skigebiete – die Zillertal Arena etwa, Davos, die Skigebiete rund um Oberstdorf und am Kaunertaler Gletscher. Andere setzen auf eine schnelle kostenlose Registrierung. Die User bekommen dann ein Passwort per SMS zugeschickt. So läuft es etwa in Sölden, im Montafon oder in Kitzbühel.

Flächendeckendes W-LAN-Netz

Laax geht noch weiter. Nicht nur wirbt der Schweizer Ort mit einem nahezu flächendeckenden W-LAN-Netz durch rund 90 Hotspots, sondern auch mit der neu eingeführten App „Laax Inside“. Die soll den Gästen uneingeschränkten W-LAN-Zugang im gesamten Skigebiet, eine tägliche Übersicht über die Frequentierung des Gebietes und die Bilder von geheimen Webcams an den Talstationen liefern, die Aufschluss über die Wartezeiten an den einzelnen Liften geben. Die App ist allerdings nicht kostenlos. Zusätzlich gibt es auch noch den Schneealarm-SMS-Service, der jeden Morgen tagesaktuelle Angaben zur Schneemenge übermittelt.

Flächendeckendes W-LAN, das gibt es bisher selten. Doch viele Skigebiete bieten mittlerweile eine vorzeigbare Anzahl an Hotspots an – in den Bergrestaurants, an Tal- und Bergstationen, vor allem aber natürlich in den Funparks. Denn gerade das spektakuläre Jump-Foto will schnell geteilt werden. In der Zillertal Arena sind es zum Beispiel mehr als 50 Hotspots, in Davos 20, in der SkiWelt Wilder Kaiser mehr als 40, in Saalbach-Hinterglemm über 30, in Obertauern 12. Neu dabei im www sind in dieser Saison auch das SkiJuwel Alpbachtal mit 20 „Hotzones“, die Region Achensee und die Kitzbüheler Alpen. Am Kronplatz in Italien bietet man sogar einen ganz besonderen Service: Denn den Namen der neuen Kabinenbahn,  „Alpen connecting“, hat man wörtlich genommen. Hier besteht nicht nur an Tal- und Bergstation, sondern auch in jeder einzelnen Kabine eine Verbindung zum Internet.

Neue Plattform für Dolomiti Superski

Damit sich die W-LAN-Nutzer auch im Skigebiet zurecht finden, gibt es vielerorts Apps. Sie versorgen einen meist zum Beispiel mit Wetterdaten, Pistenplänen und Highlights des Skigebietes. Die Ski amadé-App zeigt zudem an, wo sich die W-LAN Hotspots befinden. Der Kitzbüheler Snowpark hat sogar eine eigene App – mit News, Eventmitteilungen und Infos über das Set-Up. Manche Entwickler haben sich jedoch noch weitere Features ausgedacht. So können Schreiberlinge etwa über die App von „das Höchste“ – den Skigebieten rund um Oberstdorf – eigene Beiträge für den Bergscout-Blog posten. Im Verbundskigebiet von „Dolomiti Superski“ hat man gar gleich eine ganz neue Plattform entwickelt. „Skibeep“ nennt sich das Social-Loyalty-Projekt. Damit sollen die Nutzer alle wichtigen Infos und Dienste rund um das Skifahren in den Dolomiten greifbar haben. Für den Austausch über tägliche Erlebnisse auf Twitter, Facebook & Co. und andere Aktivitäten wie das Einchecken an verschiedenen Orten werden sie mit Credits belohnt. Über diese App können auch Freunde gefunden und Dolomiti Superski News gezogen werden.

Solche Fotos wollen schnell geteilt sein.

Wer sich bereits im Skigebiet ins Internet einwählen kann, der profitiert zudem direkt von den zahlreichen Gimmicks, die in den letzten Jahren entwickelt wurden. So etwa von „Skiline“, dem System, das mithilfe des Skipasses Höhenmeter, Liftfahrten und Pistenkilometer erfasst, die jeder Wintersportler an einem Skitag zurücklegt. Die Daten kann man anschließend als Höhenmeterdiagramm an Terminals in den Skigebieten abrufen – oder eben im Internet. „Skiline“ gibt es unter anderem in Kitzbühel, Mayrhofen, Saalbach-Hinterglemm, Sölden, Alta Badia, auf der Zugspitze und am Wilden Kaiser. Ebenso spannend: die SkiMovie-Strecken, die es zum Beispiel am Wannenkopf-Lift in Warth-Schröcken gibt, aber auch in zahlreichen anderen Gebieten wie Davos, Gerlos oder Hochfügen. Was dort passiert? Wintersportler starten in einem kleinen Häuschen. Dank des Lifttickets beginnt dann die Videoaufzeichnung ihrer Fahrt. Den Film können sie sich anschließend online herunterladen. Ähnlich funktioniert übrigens auch das „Shoot my Ride“-System im Swatch Snowpark von Tignes. Dort werden allerdings die Freestyler bei ihren waghalsigen Sprüngen am Airbag gefilmt. Den Film gibt es nicht nur zum persönlichen Download im Web. Er wird auch auf dem Großbildschirm in der „Swatch Cool Zone“ übertragen.

Apps helfen bei der Orientierung

Natürlich haben aber nicht nur die Verantwortlichen in den Skigebieten den Web-Trend erkannt. Auch andere Unternehmen sind bereits auf den Zug aufgesprungen und so gibt es viele Apps, die Schneesportler unterstützen. In der Schweiz etwa informiert das Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF mit der „White Risk“-App über Lawinengefahr, Schneedecke, Wetter und mehr. „Spot Digger“ ist eine interaktive App, die Snowboarder bei der Suche nach den besten Spots unterstützt. Sie können ihre Lieblings-Spots auf Karten markieren, teilen und bewerten, können Freunde finden und Fotos teilen. Unterstützt hat die Entwicklung übrigens niemand geringeres als Eero Ettala. Wer mit Wissen angeben möchte, dem hilft „Peakfinder Alps“. Die App zeigt von jedem Ort im Alpenraum ein 360-Grad-Panorama der umliegenden Berge – mit Namen versteht sich! Spannend wird es hingegen mit „MapToSnow“: Mit dieser App erfassen Nutzer sportliche Aktivitäten wie zurückgelegte Höhenmetern oder Top-Speeds. Für jede Leistung gibt es so genannte Pins als Belohnung – das können Rabatte, Gutscheine oder andere Überraschungen sein. Auf Pin-Jagd können Wintersportler in mehr als 300 Skigebieten gehen – gesteuert über GPS.

Wer bei diesem großen Angebot nicht auch im Schnee surft, der ist selbst schuld…

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