Skifahren im Wilden Westen – Teil 3: Lake Tahoe

24. September 2015 - Katharina Teudt

Kalifornien steht für Sommer, Sonne, Sunstrip – und für exzellenten Skigenuss. Am Lake Tahoe an der Grenze von Kalifornien und Nevada warten neun Skigebiete mit feinstem Powder.

Von der Piste blickt man direkt auf den Tahoe-See.

Weitläufige Kiefernwälder, massige Gebirgslandschaft, das tiefblaue Wasser eines riesigen Bergsees – willkommen am Lake Tahoe. Die Region um den berühmten See versammelt mehrere Skigebiete, in denen man unter der milden kalifornischen Sonne besonders genussvoll durch den Powder gleitet. Der rund 500 m² große See bildet die natürliche Grenze zwischen den Bundesstaaten Kalifornien im Westen und Nevada im Osten. Insgesamt gruppieren sich neun Skigebiete um den See, die zur Region „Ski Lake Tahoe“ zählen: Heavenly (94 km) und Mount Rose (100 km) auf der Nevada-Seite; Squaw Valley (100 km), Alpine Meadows (100 km), Northstar (97 km), Kirkwood (65 km), Sierra-at-Tahoe (46 km), Sugar Bowl (90 km), Homewood Mountain (20 km) und Diamond Peak (30 km) in Kalifornien. Eine so große Region mit so vielen Skigebieten muss sinnvoll unterteilt werden. So trennen die Tourismusverbände fein säuberlich in Nord und Süd, genauer von den Uferstädten North Lake Tahoe und South Lake Tahoe:

NORTH LAKE TAHOE

Im Norden des Sees liegen die großen, wilden kalifornischen Skigebiete wie Squaw Valley, Alpine Meadows, Northstar, aber auch kleine Perlen wie Homewood oder das etwas abseits gelegene Sugar Bowl.

Einzigartige Abendstimmung in Squaw Valley. © Keoki Flagg

Squaw Valley

Die 8. Olympischen Winterspiele 1960 wurden in Squaw Valley ausgetragen. Spätestens seitdem ist es bei Wintersportlern mehr als präsent, vor allem bei Extremskifahrern. Über 270 Abfahrten von ca. 100 km Länge, davon etwa 30 Prozent für „Experts“, also Könner, zeichnen das Gebiet aus. Hier gibt es sechs Gipfel bis 2.760 m Höhe sowie 33 Lifte, darunter den einzigen Funitel in ganz Amerika! Moderne Großraumgondeln scheinen ebenfalls nicht so en vogue zu sein, denn auch die 120er-Kabinenseilbahn gilt als Besonderheit. Neben den haarsträubenden Profi-Runs bietet Squaw Valley aber auch einfachere Hänge für Genussfahrer, z. B. am High Camp Mountain auf 2.500 m.

Die Gondelbahn in Squaw Valley. © Ryan Salm

Alpine Meadows

Gleich im Nachbartal von Squaw Valley liegt das Skigebiet mit dem hübschen Namen „Alpine Wiesen“. Alpine Meadows reicht bis auf 2.630 m und ist mit 100 Abfahrten und 13 Liften etwas kleiner als Squaw Valley. Mit wohl gepflegten Pisten und mehreren Bowls ist es familienfreundlich und vielseitig.

Kinder finden in Alpine Meadows auch flachere Pisten. © Alpine Meadows

Homewood

Etwa 20 Meilen südlich von Alpine Meadows und direkt am Seeufer liegt das kleine Skigebiet Homewood. Es hat acht Lifte, 20 km Abfahrten und noch einmal ebenso viele Geländerouten, die durch dichte Wälder führen. Stets mit dabei: der unmittelbare klasse Blick auf den See. Hier hat man regelrecht das Gefühl, am Ende der Piste mit den Skispitzen im Wasser zu landen.

Northstar

Die Infrastruktur von Northstar ist mit der in europäischen Skidörfern vergleichbar: Das Northstar Village liegt am Fuße der Pisten, wo sich um die Talstation die gemütlichen Wohnanlagen, Gastronomie und viele Geschäften versammeln. Überhaupt ist das Village gut zum Shoppen geeignet. Mit ca. 97 km Pisten, 19 Liften, sieben Terrainparks, einem Funpark, einer Snowtubing-Bahn und einem Adventurepark für Kinder hat es für jeden Geschmack etwas zu bieten.

Sugar Bowl

Vielleicht hat dieses Skigebiet seinen Namen von den Puderzucker-gleichen Tiefschneehängen erhalten, jedenfalls trifft der Name auf diesen Bowl absolut zu: 90 km feinster Pisten an vier Skibergen plus 50 km Skirouten und steilen Double Diamonds am Mount Lincoln (2.555 m) machen diesen Kessel zu einem rundum attraktiven Skigebiet für jedes Fahrniveau. Besuchenswert sind außerdem die drei Snowparks “Golden Gate”, “Coldstream” und “Caboose”, die in Einsteiger- bis Profi-Lines unterteilt sind und über zahlreiche Obstacles und sogar einen Mini-Boardercross verfügen.

Mount Rose

Auf der Nevada-Seite befindet sich mit dem Mount Rose eine weitere Perle in der nördlichen See-Umgebung. Von allen Tahoe-Skigebieten liegt es Reno und somit dem Tahoe-Flughafen am nächsten. Eine weitere Besonderheit: Als einziges Tahoe-Skigebiet kann man hier von den Bergkuppen, die bis auf 2.957 m reichen, über die Glücksspiel-Metropole Reno und gleichzeitig über den See blicken. Außerdem sind die Geländeabfahrten berüchtigt: In den sogenannten „Chutes“ liegen die steilsten und längsten Pisten in ganz Nordamerika. An den Nordhängen warten bis zu 55 Grad Gefälle auf Off-piste-Cracks.

Steile Waldabfahrten wie die am Pacific Crest Bowl in Alpine Meadows finden sich überall um den See. © Jeff Engerbretson

Diamond Peak

Ebenfalls klein aber ein echter Rohdiamant sind die Hänge am gleichnamigen Berg. Mit überwiegend blauen Pisten sind die 30 km Abfahrten in Höhenlagen bis 2.602 m beliebt bei Familien, auf mehreren Black Diamonds kommen aber auch Snowboarder auf ihre Kosten.

SOUTH LAKE TAHOE

Im Süden des Sees liegen weniger, aber dafür wirklich traumhafte Skiberge, allen voran das beliebte Heavenly.

Heavenly

Der Name ist Programm, ein einfach himmlisches Skigebiet. Hier eröffnet sich nicht nur ein riesiges Skiterrain mit dem größten Höhenunterschied (1.154 m), sondern auch ein einzigartiges Panorama zwischen Wüste und Bergsee. Heavenly liegt am Südende des Lake Tahoe auf kalifornischer Seite. Vom Village aus fährt eine Gondelbahn ins Skigebiet, etwas weiter oben liegt in der California Lodge ein weiterer Lifteinstieg. Mit dem höchsten Punkt auf 3.060 m ist Heavenly das höchstgelegene und abgesehen von Squaw Valley auch das größte Skigebiet am Tahoe-See. Mit 94 km Abfahrt und vielen schwierigen Pisten und Geländerouten ist es vor allem für Könner ein Genuss.

Sierra-at-Tahoe

Klein aber fein lässt sich das Gebiet am Huckleberry Mountain (2.698 m) beschreiben. 15 Minuten Fahrtzeit von South Lake Tahoe warten 46 Pistenkilometer sowie etwa 50 km Skirouten auf versierte Skifahrer und Tree Skiing-Fans. Die Talstation liegt auf 2.225 m und somit in schneesicheren Höhen. Es gilt als Familiengebiet mit vielen anfängertauglichen Liften und Abfahrten. Aber auch für Geländefans wartet ein tolles Off-piste-Revier im Huckleberry Bowl. Ein Highlight ist der Star-Wars-Snowpark, in dem Yoda die Freestyle-Anfänger begrüßt und die Obstacles unter dem Motto der berühmten Weltraum-Saga gestaltet ist.

Kirkwood

Das mit 65 km Abfahrten etwas kleinere Kirkwood liegt eine gute halbe Stunde südlich von South Lake Tahoe entfernt und ist eher den Könnern vorbehalten. Fast ein Drittel der Pisten sind schwarz markiert. Hier hinauf kommen vor allem Wintersportler mit einem ganz bestimmten Ziel: Harakiri-Abfahrten in den Steilwänden der offenen Bowls meistern.

Besonderes Ausflugsziel

Neben all den tollen Skigebieten hat hier ein ganz anderes Laster eine Namen: das „Gambling“. In Nevada, wo das Glücksspiel erlaubt ist, tummeln sich die Casinos. Neben Las Vegas ist auch Reno eine beliebte „Gamblertown“, die nur knapp 48 Meilen (77 km) von North Lake Tahoe entfernt liegt. Noch näher dran sind die Casinos gleich hinter der Grenze bei Heavenly. So können die Gäste aus South Lake Tahoe dem Glücksspiel-Vergnügen frönen und gleichzeitig in einem der beliebtesten Skigebiete am Tahoe-See Ski fahren.

Auch Freizeitaktivitäten wie Eislaufen – wie hier in Squaw Valley – stehen hoch im Kurs. © Ben Davidson

Tipp

Wer in mehreren Tahoe-Gebieten Skifahren will, dem empfehlen wir den „Epic Pass“. Heavenly, Northstar und Kirkwood gehören zu dem Liftverbund, der beinahe alle wichtigen Skigebiete im Mittleren Westen abdeckt – und zumindest auch drei der vielen tollen Reviere rund um den Lake Tahoe.

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