Gletscherbräune gefällig? Ab auf die Sonnenterrasse!

19. April 2016 - Katharina Teudt

Es ist Frühling und der Sonnenskilauf in vollem Gange. Auf den Gletschern verbinden viele die Hütteneinkehr mit einem ausgedehnten Sonnenbad. Die Hüttenterrassen bieten sich aber nicht nur zum Auffrischen der Gletscherbräune an, sondern sind gleichzeitig auch tolle Aussichtspunkte.

Zum Glücklichsein gehören ganz klar Sonnenstuhl und Bergpanorama. © Difught – shutterstock.de

Der Run auf die Liegestühle ist in diesen Tagen wieder groß. Die Temperaturen am Berg werden milder, die Sonne strahlt kräftig vom Himmel und der weiche Schnee drängt die Pistensportler schon mittags auf die Hütten. Verständlich, schließlich gehört zum Sonnenskilauf der ausgedehnte Einkehrschwung mit Sonnenbad einfach dazu. Gemütliche Sitzgelegenheiten wie Sonnenstühle sind schwer gefragt und wer sich nicht rechtzeitig einen Platz sichert, hat das Nachsehen und landet letztlich am Outdoor-Tresen. Doch keine Sorge: Viele der Hütten besitzen ausladende Terrassen mit zahlreichen Sitzmöbeln.

Stubaier Gletscher

Bergrestaurant Jochdohle Hoch oben am Gletscher sind sowohl die Aussicht als auch die Sonneneinstrahlung am intensivsten. Bräunen und Schauen, am besten mit einem Kaltgetränk in der Hand – was will man mehr? Auf der Sonnenterrasse der Jochdohle kommt ein solches Glücksgefühl auf. Der futuristische Bau steht auf 3.150 m und ist somit das höchstgelegene Bergrestaurant Tirols. Es besitzt eine große Sonnenterrasse mit 400 Sitzplätzen und einen Ausblick, der überwältigt: Über 100 Dreitausender sind ringsum zu sehen, bei klarem Wetter gen Süden sogar bis zu den Dolomiten und der Pala-Gruppe. Und das Beste: Der Liegestuhlverleih ist gratis! Lage: nahe der Bergstation Schaufeljoch Service: Selbstbedienung

Der silberne Bau der Jochdohle mutet futuristisch an.© Stubaier Gletscher

Hintertuxer Gletscher

Spannagelhaus Die ehemalige Schutzhütte aus dem 19. Jahrhundert steht auf 2.530 m im Skigebiet und ist direkt über die Piste erreichbar. Das Haus wurde 2013 aufwendig saniert und ausgebaut und erstrahlt seither im rustikalen Almhüttenstil. Auf der Sonnenterrasse mit etwa 60 Plätzen ist die gemütliche Einkehr gewiss. Das eigentliche Highlight liegt jedoch wenige Meter hinter dem Haus: Dort befindet sich der Eingang zur Spannagelhöhle, der größten bekannten Höhle der Zentralalpen mit einem etwa 10 km umspannenden Höhlensystem. Die faszinierenden Gesteinsgänge können auf Führungen erkundet werden. Lage: Mit dem Gletscherbus 2 bis zur Mittelstation am Tuxer Fernerhaus fahren und dann ein Stück die rote Piste Nr. 2 runter. Service: Bedienung am Tisch

Die renovierte Terrasse des Spannagelhauses ist sehr einladend. © TVB Tux-Finkenberg

Les 2 Alpes

Le Diable au Coeur Entgegen hartnäckiger Vorurteile über die Gastronomie in französischen Skigebieten können wir bestätigen: auch die Franzosen verstehen etwas von gemütlicher Hüttenkultur. Bestes Bespiel ist das Diable au Coeur im Gletscherskigebiet Les 2 Alpes. Die klassische Holzhütte mit Dachgiebel sieht schon von außen einladend aus und bestätigt den Eindruck mit einem freundlichen Ambiente im Innern: Stricklampenschirme, rot-weiße Tischdecken, die Tageskarte auf der Schiefertafel notiert. Auf der großen Sonnenterrasse steht zur Deko eine ausgediente Gondel aus den 70ern und der Ausblick auf die Berge ist sowieso einmalig. Vorsicht: Einmal niedergelassen, kommt ganz schnell das Nie-mehr-aufstehen-wollen-Gefühl auf. Lage: an der Bergstation der Lifte Diable, Thuit und Grande Crêtes auf 2.400 m Service: Bedienung am Tisch

Wer möchte sich hier nicht niederlassen? © Les 2 Alpes – le diable au coeur

Pitztaler Gletscher

Café 3.440 Der Pitztaler Gletscher hat gastronomisch gesehen gleich mehrere Superlative zu bieten: Am höchsten Punkt des Skigebiets am Pitztaler Gletscher befindet sich mit dem Café 3.440 das höchstgelegene Kaffeehaus Österreichs. Hier werden Kaffeespezialitäten und hausgemachte Kuchen serviert, die vor Ort in der höchstgelegenen Konditorei Österreichs gebacken werden. Als wäre das noch nicht genug, eröffnet die freischwebende Terrasse den Blick auf den höchsten Gipfel Tirols, die Wildspitze (3.774 m) und das Haus besitzt sogar den höchstgelegenen kostenlosen WLAN-Hotspot. Nur bei der Größe kann das Höhen-Café keinen Rekord aufstellen: Die beschauliche Sonnenterrasse bietet Platz für maximal 60 Gäste. Das ist jedoch zu verschmerzen, wenn man bedenkt, dass das Gebäude überhängend an einen Felsvorsprung mitten in die unwirtliche Bergwelt gebaut wurde. Lage: in der Bergstation der Wildspitzbahn Service: Bedienung am Tisch

Die Außenterrasse des Café 3.440. © Pitztaler Gletscherbahn

Schnalstaler Gletscher

Ötzi Biwak Wer kennt es nicht: das Glacier Hotel Grand in Kurzras in einer Höhe von 3.212 m, seines Zeichens das höchstgelegene Hotel Europas. Von hier bietet sich ein atemberaubender Ausblick über das Schnalstal und die umliegende Bergwelt der Ötztaler Alpen. Nur etwas niedriger gelegen und noch eine Spur uriger ist die Skihütte „Ötzi Biwak“. Sie liegt auf 3.013 m im Gletscherskigebiet und gehört ebenfalls zum Glacier Hotel. Die neu gestaltete Sonnenterrasse mit Windschutz lädt zur ausgedehnten Einkehr ein. Hier bleibt man gerne länger als nur für den nötigen Toilettengang und ein Skiwasser. Lage: direkt neben der Talstation des Grawand-Sessellifts Service: Selbstbedienung

Die neue Terrasse vom Ötzi Biwak.© Glacier Hotel Grawand
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