SnowTrex-Mitarbeiter testen Skigebiete zum Saisonabschluss

10. April 2013 - SnowTrex

Das Maurienne-Tal – Skifahren auf der Sonnenseite des Lebens

Die Tage werden endlich wieder länger und auch die Sonne zeigt sich, so dass man den Skitag voll auskosten könnte. Gutes Wetter und langes Fahrvergnügen sind aber nicht die einzigen Faktoren, die einen gelungenen Skitag ausmachen. Die Qualität des Schnees und der Zustand der Pisten sind für einen ambitionierten Skifahrer die entscheidendsten Kriterien. Perfekt wird der Urlaub natürlich erst, wenn all diese Aspekte zusammen kommen…

Nur wo hat man die Chance diese Traumbedingungen zum Ende der Saison vorzufinden? SnowTrex Mitarbeiter haben den Test gemacht und waren im Süden Frankreichs, genauer gesagt im Süden Savoyens unterwegs. Durch die Lage in den französischen Westalpen, nahe der italienischen Grenze, eilt dem Maurienne-Tal der Ruf einer sonnenverwöhnten Region voraus. Dies war bestimmt mit ein Grund, warum die Region für den Skibetrieb touristisch erschlossen wurde. Valfréjus und Valmeinier sind nur zwei der bekannten Skistationen. Diese beiden Orte wurden von uns näher unter die Lupe genommen.

Mit dem Bau des ersten Sessellifts von Modane zum Weiler von Charmaix, dem heutigen Valfréjus, wurde der Grundstein für das jetzige Skigebiet gelegt. Damals gab es dort nur einige, kleine Almen. Der eigentliche Ort entstand mit dem Bau der ersten Gebäude und Unterkünfte Anfang der 1980er Jahre. Von da an entwickelte sich eine kleine Erfolgsgeschichte, von der die Region heute noch lebt.

Valfréjus vermittelt jedoch nicht den Eindruck einer geplanten Skistation. Der kleine, beschauliche Ort liegt auf 1.550 Metern abseits des Massentourismus. Mit ein paar Cafés, Bars und Restaurants hat Valfréjus genau den Charme, den ein typischer Skiort braucht.

Dies hat auch uns überzeugt: Holzverkleidete Häuschen mit süßen Laternen, eine Bärenstatue von der man am Ortseingang begrüßt wird – eigentlich kitschig, hier gefallen uns jedoch diese niedlichen Details. Knisternder Neuschnee, herrlich blauer Himmel und Sonnenschein haben sicherlich zu dieser unvergesslichen Atmosphäre beigetragen!

Aufgrund der hohen Lage ist man im Endeffekt für den gesamten Aufenthalt nicht auf sein Auto angewiesen. Morgens kann man direkt von der Unterkunft zum Lift gehen, abends führt die Piste fast bis vor die eigene Haustür. Dies ist ein Luxus, den auch das SnowTrex Team zu schätzen weiß und genießt. Das Skigebiet mit seinen 65 Pistenkilometern ist hauptsächlich von leichten bis mittelschweren Pisten geprägt, auf denen sich gerade Anfänger und Familien sehr wohl fühlen werden. Durch die Breite der Pisten und nur wenige schmale Abschnitte hat Jeder viel Freiraum seine “eigenen” Bögelchen zu fahren, ohne Sorge haben zu müssen andere Skifahrer oder Snowboarder zu bedrängen oder gar bedrängt zu werden. Die überschaubare Größe des Skigebietes erleichtert gerade ungeübten Skifahrern die Orientierung und minimiert die Angst, sich zu “verfahren” und eventuell falsche oder zu schwere Abfahrten zu nehmen. Skifahren lernen oder verbessern ist also in entspannter Atmosphäre möglich!

Aber nicht nur für Skifahrer ist das Gebiet von Valfréjus attraktiv, auch Snowboarder werden ihre wahre Freude haben. Denn hier gibt es kaum flache Ziehwege, so dass man ohne lästiges Abschnallen voran kommt. Ein Juwel unter den Pisten ist die Piste “Le Jeu”, die wir nur jedem empfehlen können. Bei der Abfahrt durch Waldabschnitte, an einem kleinen Bach entlang und an Berghütten vorbei, kann man die Landschaft genießen und völlig entspannen.

Zum höchsten Punkt des Skigebietes sollte definitiv jeder einmal fahren – ganz gleich, ob Skineuling oder Fortgeschrittener. Der Blick vom Punta Bagna über die verschneiten Gipfel und das Panorama sind nämlich einmalig! Wer sich die Abfahrt mit Ski noch nicht zutraut, der nimmt einfach wieder den Sessellift nach unten. Das ist gar kein Problem, wie auch Einige von uns feststellen konnten.

Nicht nur Anfänger werden auf den Pisten von Valfréjus ihren Spaß haben, auch Fortgeschrittene können auf zahlreichen Tiefschneepisten auf ihre Kosten kommen. Waghalsige Abfahrten zwischen Felsen und Bäumen hindurch oder einfach Tiefschneefahren direkt neben der Piste – die Auswahl ist schier unbegrenzt und hält für jegliche Ansprüche das Richtige bereit.

Durch Schneekanonen sind bis Saisonende gute Pistenbedingungen garantiert. Das haben auch wir so empfunden. Trotz Sonne und wärmeren Temperaturen waren die Pisten bis in die Nachmittagsstunden gut präpariert. Alles in allem ist Valfréjus ein prima Gebiet für Familien und Einsteiger, was zudem ein paar nette Ausgehmöglichkeiten bietet. Und dies nur einen Steinwurf entfernt!

Valmeinier-Valloire

Das zweite Ziel unserer Tour war die Region Valmeinier-Valloire, die auch als kleine Ausgabe der berühmten Trois Vallées bekannt ist. Ursprünglich sollte der Einstieg in dieses Riesen-Skigebiet tatsächlich hier gelegt werden. Die Bewohner Valmeiniers entschieden sich jedoch 1946 bewusst dagegen, da sie dem touristischen Trubel aus dem Weg gehen wollten. Ganz funktioniert hat dies, wie man sieht, nicht – das Skidorf ist jedoch deutlich überschaubarer ausgefallen und die Atmosphäre gemütlicher.

Durch die Abwanderung der Bevölkerung in die größeren Städte war der Ort Valmeinier Mitte des 20. Jahrhunderts so gut wie ausgestorben. Mitte der 1970er Jahre beschließt die Kommune daher eine Wiederbelebung der Region und ihre touristische Nutzung. Die Umsetzung des Beschlusses dauerte jedoch bis 1986. Mit Valmeinier 1800 entsteht dann die höchste Skistation im Mauriennetal und damit die heutige 3-Täler-Skischaukel unter den Gipfeln des Gros Crey, Crey du Quart und La Setaz. Somit ist das Skigebiet Galibier-Thabor das jüngste Skigebiet der Alpen.

Durch die Berücksichtigung traditioneller Gesichtspunkte während der Bauphase hat man, selbst vom “Tal”, einen traumhaften, unverbauten Blick über die Berggipfel und den Nationalpark Valloise/ Ecrin. Der Zusammenschluss der Gebiete von Valmeinier und Valloire stellt eine zusätzliche Aufwertung dar und ermöglicht dem Skifahrer Zugang zu 150 Pistenkilometern, von denen 70% über 2.000 Metern liegen. Dadurch sind sensationelle Schneebedingungen bis zum Ende der Saison gewährleistet.

Zu Beginn braucht es ein wenig Zeit einen Überblick über das Gebiet zu bekommen, danach fällt die Orientierung, auch Dank der guten Beschilderung, nicht schwer. Der Skitag lässt sich problemlos planen. Je nach “Fahrkönnen” bietet sich die Möglichkeit alle drei Täler an einem Tag abzufahren.

Auch sonst gibt es hier alles, was das Wintersportlerherz begehrt: Fantastische Tiefschneehänge, abwechslungsreiche Pisten für jedes Niveau sowie der täglich geshapte Snowpark am Crey du Quart erfüllen alle Wünsche. Auf der Piste “Selles”, auf der Bergseite von Valloire gelegen, überwindet man 1.050 Höhenmeter, bevor einen der Lift wieder nach oben bringt. “La Cascade” und “l’Olympique” sind sehr anspruchsvolle Pisten und daher nur für gute Skifahrer zu empfehlen. Als ganz besonderes Highlight sollte man die tolle Aussicht von der “Génépi” über das Arctal nicht verpassen. Um die Schönheit der Natur und das Panorama in vollen Zügen genießen zu können, dürfen die Ski ruhig für einen Moment still stehen. So viel Zeit muss sein!

Die Snowboarder unter den SnowTrex-Mitarbeitern sind von Valmeiner und seinem Skigebiet Galibier-Thabor ebenfalls restlos begeistert: Die Pisten und Lifte sind optimal miteinander verbunden – keine flachen Zieh- oder schmale Verbindungswege, sondern breite Pisten, viel Platz und selbst Ende März noch immer sehr gute Bedingungen! So lautet ihr Fazit!

Für Erheiterung sorgte der Lift “Armera”, der die Talseite von Valloire mit Valmeinier und umgekehrt verbindet. Es ist einer der wenigen Lifte, mit dem man zunächst bergab fährt, um schließlich auf der anderen Seite wieder bergauf zu fahren. Noch dazu ist es ganz normal diesen Lift in beide Richtungen zu benutzen. Für die Planung der Abfahrten und die komplette Nutzung des Skigebietes ist dieser Lift in jedem Fall Gold wert!

Wem das Angebot nicht ausreicht, sollte unbedingt einen Tagesausflug ins größte Skigebiet der Welt, in die Trois Vallées, machen. Der Einstieg in Orelle ist nur etwa eine Autostunde entfernt. Dort werden definitiv alle Ansprüche zufrieden gestellt!

Abseits der Skipisten werden die Urlauber mit schönen Appartements, die direkt an der Piste liegen, einer guten Infrastruktur und zahlreichen Cafés, Bars und Restaurants sowie vielfältigen Freizeitmöglichkeiten verwöhnt. Auch in Valmeinier ist man man nicht auf das Auto angewiesen, sondern kann alles zu Fuß erreichen. Ein deutlicher Pluspunkt für die französischen Skigebiete, wie wir finden. Durch die gute Shuttleverbindung zwischen den Ortsteilen Valmeinier 1500 und 1800, ist es problemlos möglich auch den “älteren” Teil von Valmeinier zu erkunden.

Valmeinier mit seiner 3-Täler-Skischaukel ist in jedem Fall eine Reise wert! Der Ort punktet mit Gemütlichkeit und vielfältigem Angebot. Das Skigebiet bietet traumhafte, abwechslungsreiche Pisten und sorgt durch hervorragende Schneequalität für pures Schneevergnügen bis weit in die Saison hinein.

Wie fällt nun unser Gesamtfazit aus: Hält die Region, was sie verspricht?

Uneingeschränkt können wir unsere Zustimmung geben. Hier macht Skifahren und Snowboarden auch Ende März noch richtig Spaß und die Bedingungen sind unheimlich gut. Toller Schnee, Sonne satt, abwechslungsreiche Pisten und das französische Savoir-Vivre – einfach Leben und Skifahren wie Gott in Frankreich!

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