Arosa und Lenzerheide: Eine neue Liebe, die begeistert

3. September 2013 - Nina Vogt

Jahrzehntelang sind sie umeinander herumgetänzelt. Der Gigi von Arosa und die Lenzer Heidi. Die Anziehungskraft war da, man flirtete immer wieder miteinander. Doch irgendwie wollte es nichts werden mit der Liebesbeziehung zwischen den beiden. Doch wie sagt man? Was lange währt, wird endlich gut. Denn nach rund 40 Jahren haben die beiden doch noch zueinander gefunden. Und die Schweiz hat ein neues Traumpaar. Eines, das vor allem Wintersportler begeistern wird. Denn die Rede ist natürlich von den beiden Skigebieten Arosa und Lenzerheide – bisher jeweils mittelgroß und ab Mitte Dezember das größte zusammenhängende Skigebiet Graubündens. Das Verbundskigebiet Arosa-Lenzerheide wird zu den Top 10 Regionen des Landes gehören.

 

Die Baustelle an der Urdenbahn im Sommer. © Arosa Tourismus

Der Beschluss des Richtplans 2003 machte nach jahrzehntelangen Diskussionen endlich den Anfang für das Projekt. Baubeginn war nach jahrelangen Verhandlungen über die Ausgestaltung schließlich in diesem Jahr. 3 neue Liftanlagen machen den Zusammenschluss möglich: Auf Aroser Seite entsteht eine neue 1,7 km lange stützenlose Doppelpendelbahn zwischen dem Hörnli und dem Urdenfürggli – das Herzstück der Verbindung. Die Bahn überbrückt das innere Urdental. „Es bahnt sich was an“ lautete deshalb auch der Werbeslogan der beiden Tourismusverbände. Auf Lenzerheider Seite mussten die ehemalige Sesselbahn Schwarzhorn und der Skilift „Weisshorn II“ weichen, um Platz zu machen für 2 neue kuppelbare 6er-Sessellifte. Einer führt von der Bergstation Heimberg hinauf zur Mottahütte. Die 2. Sektion verbindet die Talstation am Schwarzhorn mit dem Urdenfürggli. Allein in die Doppelpendelbahn investierte man 20 Millionen Schweizer Franken.

 

Eine Investition, die sich für Wintersportler definitiv auszahlt. Denn sie können ab der kommenden Wintersaison auf 3 Talseiten fahren – und auf insgesamt 225 km Pisten, erschlossen durch 42 Lifte. Das Beste dabei: Die Sonne haben Skifahrer und Snowboarder eigentlich immer auf ihrer Seite. Denn besonders das Skigebiet von Lenzerheide hat einen Vorteil: Hier fahren sie auf beiden Seiten des Tals. Vormittags an den Hängen des Stätzerhorns und des Piz Scalottas im Westen sonnige Abfahrten genießen und nachmittags im Osten am Rothorn fahren – kein Problem. Zwischen den beiden Seiten gibt es eine Verbindung beim Obertor in Parpan, aber auch ein kostenloser Skibus bringt die Wintersportler von einer auf die andere Seite.

 

In Lenzerheide: Blick von der Ost- auf die Westseite.

Was die Zielgruppe betrifft, passen die beiden Skigebiete gut zusammen. Denn in beiden Hochtälern fühlen sich Anfänger und Familien ebenso wohl wie fortgeschrittene Fahrer. Kinderländer machen beiderorts den Kleinsten den Einsteig in den Wintersport leicht. In Arosa stehen ihnen zudem vor allem die Pisten am Tschuggen offen, aber auch die weiten Pisten am Hörnli und Brüggerhorn sind größtenteils von leichtem oder mittlerem Schwierigkeitsgrad. In Lenzerheide sind es die großzügigen Hänge zwischen Stätzerhorn und Piz Scalottas, die sich für die ersten Schwünge eignen.

Wem  hingegen der Aroser Steilhang zur Carmennahütte oder die langen steilen Pisten am Stätzerhorn nicht ausreichen, der hat in Lenzerheide die Chance, auf den Spuren der Weltcup-Sieger zu wandeln. Denn regelmäßig trifft sich die Elite des alpinen Skisports an der Rennstrecke „Silvano Beltrametti“ zum FIS Weltcup Finale – 2014 übrigens wieder vom 12. bis 16. März.

 

Olympisch wird es hingegen für Snowboarder: Am Tschuggen in Arosa können sie in der Trainings-Halfpipe von Olympiasieger Gian Simmen an ihren Tricks feilen. Über eine fehlende Infrastruktur können sich Freestyler in dem neuen Verbundskigebiet jedoch sowieso nicht beschweren: Gleich 3 Funparks stehen ihnen zur Verfügung. Angefangen beim Arosa Snowpark mit Kickern, Jib-Elementen und Rails auf 3 unterschiedlichen Lines über den Audi Skicross Gold Park in Lenzerheide bis hin zum kleinen Lenzerheide Snowpark an der Alp Stätz.

Als Favoriten unter den Freeridern gelten die Westseite des Rothorns und der Nordhang des Parpaner Schwarzhorns auf Lenzerheider sowie das Brüggerhorn und die Flanke des Weisshorns auf Aroser Seite.

 

Wintersportler-Herz, was willst du mehr? Diese neue Liebe wird unter ihnen mit Sicherheit auf Gegenliebe stoßen.

Print Friendly and PDF
Heiligenblut – Skigebiet Großglockner-Heiligenblut

Das Skigebiet Großglockner-Heiligenblut umfasst 55 Pistenkilometer erschlossen durch ...

Zauchensee, Flachau, Wagrain, St. Johann – Skigebiet Salzburger Sportwelt

Die Salzburger Sportwelt zählt 240 Pistenkilometer, ist somit das größte Skigebiet ...