Skigebiet zu verschenken Teil 2

1. April 2008 - SnowTrex

Im Mai 2007 berichteten wir über ein Inserat in der „Neuen Züricher Zeitung“, in dem ein Schweizer Skigebiet verschenkt werden sollte. Als Auflage für den potenziellen neuen Besitzer des Skigebietes wurde der Erhalt des kurz vor dem Ruin stehenden Betriebes mit seinen zwölf Mitarbeitern, einer Sesselbahn, drei Schleppliften und einer Schneekanone festgelegt. Nun sind einige Monate vergangen und es stellt sich die Frage, was wohl aus dem Skigebiet im Schweizer Kanton Wallis geworden ist?

Majestätische Berglandschaft in der Schweiz.

Die New York Times berichtete Anfang Februar 2008 über den Verbleib des Skigebietes Ernen. Laut der New Yorker Zeitung hat der britische Unternehmer Bruno Prior die Anzeige der Erner Galen AG (Betreiberin des Skigebietes) in einer Londoner Zeitung gesehen und zeigte sofort Interesse. Für den unglaublichen Betrag von 1 Schweizer Franken (umgerechnet ca. 60 Cent) bekam der Brite schließlich den Zuschlag. Er konnte sich auf Grund seines überzeugenden Konzeptes gegen potenzielle Investoren aus Asien, den Vereinigten Staaten und den Niederlanden durch- setzen.

Heinz Seiler, der Chef des Skilift-Unternehmens „Sportbahnen Erner Galen“ in Ernen sieht Bruno Prior als Glücksbringer und Retter der 560-Seelen-Gemeinde. Denn seit den frühen 90er Jahren hat sich die Zahl der Übernachtungen in Ernen mit 90.000 im letzten Winter fast halbiert. Die stetig sinkende Zahl der Übernachtungsgäste und die zunehmende Schneeunsicherheit schlugen in schlechteren Jahren auch schon mal mit Minus 200.000 Schweizer Franken (ca. 121.000 Euro) zu Buche. Aus dieser Not heraus entschied sich die Gesellschaft dafür, die Skilifte der Person zu überlassen, die dem Ort den größten Nutzen bringen würde. Das Investitionskonzept von Bruno Prior überzeugte die Anwohner durch seine nachhaltige Ausrichtung. Denn der Brite möchte das gesamte Skigebiet wiederbeleben und nicht nur sein gerade erworbenes Eigentum an Hoteliers weiter verkaufen, was wiederum das Bild des Ortes beträchtlich verändern würde.

Nachdem Herr Prior mehr als 300.000 Euro in die laufende Skisaison und die Durchführung einer Studie investiert hat, plant er nun eine weitere Investition von 30,7 Mio. Euro für den Neubau von zwei Liften und zwei Hotels mit zunächst 300 Betten. Seine Hoffnung ist, dass die Hotels und die modernen Liftanlagen viele Skifahrer anziehen und dass neue, höher gelegene Pisten genügend Schnee garantieren.

Die Einwohner Ernens und die ortsansässigen Unternehmen hoffen nun auf mehr Skifahrer, insbesondere aus England. Mal sehen, was tatsächlich aus Ernen wird, vielleicht nehmen wir es ja sogar eines Tages mit ins Programm auf. Und Gäste aus England haben wir inzwischen auch schon eine ganze Menge.

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