Skifahren mit James Bond – 007-Schauplätze in den Alpen

2. Dezember 2015 - Katharina Teudt

Diesen Herbst sprach jeder darüber: Hollywoodstar Daniel Craig drehte Szenen für den aktuellen James Bond-Streifen im Skigebiet von Sölden. Das Ötztal ist seither im Agenten-Fieber. Dabei waren die verschneiten Alpen schon öfter beliebte Kulissen für 007-Filme.

Wilde Verfolgungsjagden durch den Tiefschnee und spektakuläre Stunts auf Skiern oder Schneemobilen gehören zum obligatorischen Repertoire vieler Bond-Filme. Die einzigartigen Panoramen der imposanten 3.000er in Österreich, Frankreich, Italien und der Schweiz bilden die perfekte Kulisse für besondere Actionszenen – so auch im neuesten Streifen, der in Sölden spielt.

Daniel Craig als James Bond in “Spectre”. © 2015 Sony Pictures Releasing GmbH

Spectre (2015)

Drehort: Sölden Der mittlerweile 24. James-Bond-Film läuft derzeit in den deutschen Kinos. Viele Szenen des Action-Epos wurden im Ötztal gedreht, genauer im Ski- und Party-Hotspot Sölden. Am Gaislachkogl mitten im Skigebiet, aber auch auf der Gletscherstraße mit dem höchsten Straßentunnel Europas, fand die Filmcrew die perfekten Schauplätze, um dramatische Zweikämpfe, actionreiche Verfolgungsjagden und den bedrohlichen Bösewicht in Szene zu setzen. „Tirol hatte alles, was wir brauchten, um solche Sequenzen zu drehen“, schwärmte Co-Produzent Gregg Wilson schon vor den Dreharbeiten im Ötztal. Auch Regisseur Sam Mendes nannte Sölden einen „fantastic place“. Besonders ein zentraler Schauplatz hat es den Amerikanern angetan: das Gipfelrestaurant Ice Q in 3.000 m Höhe über Sölden. Der futuristische Bau fungiert als Klinik des Bond-Widersachers Franz Oberhauser (gespielt von Christoph Waltz). Der kühle Kubus mit seinen Glasfronten bildet mit seiner puristischen Architektur das ideale Setting. „Und was wäre aufregender, als ganz oben zu sein, on top of the world?“ findet auch Dennis Gassner, Produktions-Designer und Location-Scout. Dieses Sinnbild des Bondschen Universums trifft es hier oben auf über 3.000 m Höhe auf den Punkt.

Das Ice Q-Restaurant am Gaislachkogl. © Bergbahnen Sölden – Rudy Wyhlidal

Das Ice Q-Restaurant wurde in London sogar nachgebaut, um dort ein paar Actionszenen nachzudrehen. Im fertig geschnittenen Film ist das Double allerdings nicht vom Original zu unterscheiden. Auch im kleinen Obertilliach in Osttirol wurden mehrere Szenen gedreht. Ein Kirchlein umringt von alten Bauernhäusern, dazu ein kleiner Skihang mit einer Handvoll Liftanlagen. Das ist Tiroler Charme in Reinform. Die authentische Kulisse des ursprünglichen Dorfs bildet den scharfen Kontrast zum modernen Glasbau am Gaislachkogel und zeigt einmal mehr das Variantenreichtum der österreichischen Schauplätze.

Der Hauch des Todes (1986)

Drehort: Weißensee Die Gemeinde mit dem kleinen See nördlich von Hermagor in Kärnten ist besonders idyllisch gelegen. Im weißen Winterkleid wird die Gegend um den See geradezu mystisch. Hier diente unter anderem der zugefrorene See als Drehort für 007-Verfolgungsszenen. Bond, damals gespielt von Timothy Dalton, wird bei dem Versuch, mit der hübschen Kara unbemerkt über die Passhöhe zu gelangen, von der Grenzpolizei entdeckt und gejagt.

In tödlicher Mission (1981)

Drehort: Cortina d’Ampezzo Wilde Verfolgungsjagden auf Skiern und Motorrädern durch die Dolomiten lieferte sich Roger Moore im Film von 1981. Das mondäne Cortina d‘Ampezzo mit seinem tollen Skigebiet und umringt von majestätischen 3.000er Gipfeln bildete hierfür die perfekte Kulisse. Die Szenen wurden an mehreren Orten gedreht, darunter auf dem Eislaufplatz, in der Bobbahn, im Observatorium und im prächtigen Miramonti Majestic Grand Hotel. Entsprechend gefragt ist der Ort bei eingefleischten Bond-Fans.

Der Spion, der mich liebte (1977)

Drehort: St. Moritz Das Engadin ist als Hochtal in Graubünden nicht nur schneesicher, sondern auch durch seine Landschaft mit Seen, Gletschern und Wäldern äußerst vielseitig. Ein idealer Drehort für einen Bond-Streifen mit Alpenflair. Die Eröffnungsszene des Films von 1977 wurde ganz in der Nähe des mondänen Ski-Hotspots St. Moritz gedreht. Bond wird – mal wieder – verfolgt und flieht auf Skiern über die verschneiten Hänge. Die Skifahrerszenen entstanden übrigens unter der Leitung des Münchner Unternehmers Willy Bogner. Der Ex-Skirennläufer wirkte bereits bei mehreren Bond-Filmen hinter der Kamera mit, da er wie kein anderer die Action im Schnee in Szene setzen konnte.

Im Geheimdienst Ihrer Majestät (1969)

Drehort: Schilthorn Ein weiterer Bond-Fixpunkt, der bis heute zahlreiche Touristen und Fans anzieht, befindet sich bei Mürren in der Jungfrau-Region – genauer auf dem Gipfel des 2.970 Meter hohen Schilthorns. Im Film ist das Gipfelplateau das Hauptquartier und Forschungsinstitut des Bösewichts Blofelds. Die fiktive Festung ist in Realität ein modernes 360°-Drehrestaurant, in dem sich heute ein kleines Bond-Museum mit einer interaktiven Ausstellung zum Filmdreh befindet. Hier können Besucher im Helikoptersimulator eine Flugstunde nehmen oder Filmausschnitte im hauseigenen Kino anschauen. Überall im Restaurant prangt das 007-Logo und auf der Speisekarte finden sich etwa der „Cappuccino 007“, die „Spaghetti James Bond“, der Eisbecher „Coupe 007“ und natürlich der „Martini 007“.

Weitere Drehorte in der Schweiz

Die Jungfrau-Region scheint ein besonders beliebter Schauplatz für die Bond-Regisseure zu sein. So war etwa das kleine Mürren, Talort am Schilthorn, ebenfalls ein zentraler Drehort. Im Film entkommt Blofeld in der Bobbahn und Bond versucht vergeblich, ihn zu stoppen. Auch in Grindelwald wurde eine rasante Fluchtszene auf Skiern gedreht. Zu einer rasanten Autojagd kommt es zwischen Stechleberg und Lauterbrunnen auf dem Eisring, am Furka Pass und in Andermatt wurden weitere Autoszenen gedreht.

All diese Orte wird kaum jemand bemerken, wenn er den fertigen Film ansieht. Doch wie steht es mit markanten Kulissen wie dem Ice Q-Restaurant oder dem düsteren Bergdorf Obertilliach im Lesachtal? Der Hype um die aktuellen Drehorte ist voll entbrannt und wird sicher noch viele Bond-Fans ins Ötztal ziehen. Ob letztlich auch die Speisekarte im Ice Q im Sinne 007 umgeschrieben wird, bleibt abzuwarten.

Actionszene in Obertilliach. © Sony Pictures Releasing GmbH

Quellen:

– Tirol Werbung – www.sölden.com – „Der große James Bond-Atlas: alle Filme, Schauplätze & Hintergründe“, Bertelsmann Lexikon Institut, Wissen Media Verlag GmbH, Gütersloh/München 2008.

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