Skifahren in … Osteuropa – Vielfalt von Polen bis Bulgarien

28. Oktober 2014 - Katharina Teudt

Es gibt Orte, an denen man nicht direkt ein tolles Skigebiet vermutet. Doch jenseits der großen Skiarenen in Österreich, der Schweiz oder Frankreich gibt es kleine Skigebietsperlen, die ideale Bedingungen für Familien und Genussfahrer bieten. Versteckt sind sie in den Karpaten, im Riesengebirge und der Hohen Tatra. Willkommen im Skidorado in Osteuropa!

Traumaussicht über Bad Flinsberg © Ski & Sun Swieradow Zdroj Spa

Polen – schneereicher Nachbar Noch weitgehend unberührt vom Massentourismus sind die osteuropäischen Skigebiete nicht nur günstig, sondern auch keineswegs überlaufen und dazu schneesicher. Ein gutes Beispiel wäre die Hohe Tatra in Polen, ein für Deutschland nahes und beliebtes Reiseziel. Die Hohe Tatra ist das höchste Bergmassiv der Karpaten und wird auch als das „kleinste Hochgebirge der Welt“ bezeichnet. Der höchste Gipfel der polnischen Tatra und zugleich der höchste Berg Polens ist der Rysy (dt. Meeraugspitze) mit 2.500 m Höhe. Am Fuße des Berges liegt der wohl bekannteste Skiort und DAS Wintersportzentrum Polens: Zakopane. Auf rund 16 Pistenkilometern vergnügen sich hier viele Einheimische, aber auch Familien und Paare aus unterschiedlichen Ländern, die den Service und die Gastfreundschaft der Polen zu schätzen wissen. Das Land ist nicht nur durch ruhige Skizentren, sondern auch durch eine reiche Kultur geprägt. Sehenswert sind vielerorts architektonische Relikte, wie z. B. im Kurort Bad Flinsberg (pol. Świeradów-Zdrój). Dort befindet sich die längste Lärchenwandelhalle Niederschlesiens – und mit dem kleinen Ski & Fun ein feines Familienskigebiet mit 4 Pistenkilometern.

Traumaussicht im Skigebiet Zakopane © skiresort.de

Ein weiteres großes Gebirge, welches sich auch über Polen erstreckt, sind die Sudeten. Sie verlaufen von Schlesien bis Böhmen und verbinden das Erzgebirge mit den Karpaten. Eines der Bergmassive in den Sudeten ist das Riesengebirge. Im polnischen Teil des Riesengebirges ist die Schneekoppe (1.602 m) die höchste Erhebung, an deren Hängen ein kleines Skigebiet mit 7 km Abfahrt liegt. Zu den größten und beliebtesten Skizentren zählt die SkiArena Szrenica in Schreiberhau. Die Pisten hier sind zweigeteilt, im Ortsbereich befinden sich die kurzen und leichten Pisten, weiter oben am Reifträger (1.362 m) fahren die erfahreneren Skisportler. Langläufer sollten in die Region Szklarska Poreba-Jakuszyce reisen. Der Ort gilt als Mekka des Langlaufsports in Mitteleuropa. Insgesamt stehen dort 250 km Loipen zur Verfügung, die teilweise die höchste FIS-Einstufung besitzen.

Gemütliches Hüttenflair im polnischen Bialka © skiresort.de

Eines der modernsten Skizentren in den Sudeten liegt am Czarna Góra (dt. Schwarzer Berg, 1.205 m). Am schwarzen Berg führen über 9 km Piste über sanfte Kuppen und wildromantische Waldschneisen zu Tale, die das Gebiet für Familien und Genussfahrer prädestiniert.

Tschechien – von Böhmerwald bis Riesengebirge Der deutsch-polnische Nachbar hat ebenfalls moderne Skigebiete zu bieten. Einige wunderschöne Areale liegen im Böhmerwald. Die Bergkette erstreckt sich über 200 km entlang der deutsch-tschechisch-österreichischen Grenze, wodurch auch ihr Name je nach Landessprache variiert. Auf deutscher Seite spricht man vom Bayerischen Wald, auf tschechischem Boden heißt er Šumava und in Oberösterreich nennt man ihn Böhmerwald. Železná Ruda (dt. Markt Eisenstein) mit seinen 8,5 km Piste liegt zum Beispiel gleich hinter der deutschen Grenze und ist eines der Skizentren im Šumava. Auch Stachy (dt. Stachau) liegt unweit des deutschen Böhmerwalds im Südwesten Tschechiens und bietet rund 5 km Piste auf bewaldeten Hängen.

Železná-Ruda im tschechischen Böhmerwald © skiresort.de

Das höchste und bekannteste Gebirge Tschechiens ist jedoch das Riesengebirge. Es beheimatet das mit 26 Abfahrtskilometern größte Skigebiet Spindlermühle, in dem durch das internationale Publikum immer etwas los ist. Weitere, etwas kleinere Skigebiete mit 5 km bis 15 km Abfahrt sind Harrachov, Pec pod Snezkou, Janske Lasne und Rokytnice nad Jizerou.

Bulgarien – Tradition und Moderne Die Wintersportzentren in Bulgarien liegen hauptsächlich in den Hochgebirgen Pirin, Rila und Rhodopen, deren Ausläufer bis vor die Tore der Hauptstadt Sofia reichen. Die höchsten Gipfel des Nationalparks Pirin ragen wiederum bis auf 2.914 m hinauf und eröffnen von ihren Hochebenen einen herrlichen Ausblick auf die umliegenden Berge. Das Skifahren ist hier jedoch nicht nur landschaftlich reizvoll. Südlich von Sofia liegt das Skigebiet Bankso, das mit seinen 75 Pistenkilometern und 14 Liftanlagen als einer der modernsten Wintersportorte in Osteuropa gilt. Familien und sportliche Fahrer kommen hier gleichermaßen auf ihre Kosten.

Der Snowpark im bulgarischen Bansko © Vectra Travel

Unterhalb des höchsten Gipfels Bulgariens, dem Musala (2.925 m), liegt das ebenfalls sehr beliebte Skigebiet Borovets. Es ist das älteste Skiresort des Landes und bei ausländischen Touristen ebenso gefragt wie bei Einheimischen. Es bietet 56 km Abfahrt und gehört somit zu den größten Skigebieten der Region. Mit 36 Abfahrtskilometern etwas kleiner, aber nicht weniger abwechslungsreich, gestaltet sich das Skigebiet bei Pamporovo. Es liegt in der Region Smolja, die zu den Rhodopen gehört, und zählt somit zu den südlichsten Skiresorts Europas.

Slowakei – sportliches Tal der Hohen Tatra Die Hohe Tatra ist auch auf slowakischem Terrain das Hauptreiseziel für Wintersportler. Sie gehört immerhin zu zwei Dritteln zur Slowakei und ist Garant für schneeweiße Winter mit einer Auswahl an kleinen bis mittelgroßen Skigebieten für jedes Fahrniveau. Ein Hotspot befindet sich am südlichen Rand der Hohen Tatra, in dem die Skizentren Starý Smokovec, Tatranská Lomnica und Štrbské Pleso entlang eines Tals in Abständen von jeweils 30 km Entfernung zueinander liegen. Der höchstgelegene Ort der dreien und zugleich der gesamten Hohen Tatra ist der Kurort Štrbské Pleso (dt. Tschirmer See) auf 1.346 m Seehöhe. Mit 9,3 Pistenkilometern gehört er zu den größeren der dortigen kleinen Skiareale. Etwas mehr Pisten bietet Tatranská Lomnica mit etwa 12 km Abfahrt. Mit dem vielseitigen Bar-Restaurant Humno befindet sich hier auch eine tolle Location für gepflegtes Après-Ski.

Moderner Lift in der slowakischen Hohen Tatra © www.vt.sk

Das Hochgebirge Niedere Tatra liegt direkt gegenüber der Hohen Tatra, ebenfalls in den Karpaten. Hier ist vor allem das Demänovská-Tal interessant für Skifahrer. Denn es ist nicht allein durch seine Eishöhlen bekannt und ein beliebtes Tourismusziel. Der Skiort Jasná gibt sich traditionell, herzlich und liefert dank des Skigebiets mit 45 km Piste auch Skifahrern und Snowboardern ein sportliches Highlight.

Fazit Egal ob Hohe Tatra, Riesengebirge oder Böhmerwald, bei unseren tschechischen und polnischen Nachbarn sowie in Bulgarien oder der Slowakei finden sich tolle Gebirgspanoramen, eine reiche Kultur und beste Bedingungen zum Skifahren für die ganze Familie!

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