Welterbe-Regionen: Skifahren vor einmaliger Kulisse

9. Oktober 2013 - Nina Vogt

Seit 1972 gibt es das „Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt“ der UNESCO, 190 Staaten haben diese Konvention bereits unterschrieben. 981 Natur- und Kulturdenkmäler hat eine Expertenkommission seitdem zu Welterbestätten ernannt. Natürlich ist es oft auch die Bergwelt, die die Experten fasziniert und die sie daher für besonders schützenswert halten. Einige wenige dieser Weltnaturerbe-Regionen können Wintersportler sogar auf Brettern erkunden. Ein Ski-Erlebnis der Extraklasse!

Allen voran rangieren bei uns natürlich die italienischen Dolomiten. Wegen ihrer einzigartigen Schönheit wurden sie 2009 zum Weltnaturerbe ernannt. Typisch für diese Gebirgslandschaft sind die Wechsel zwischen sanft gewellten Almen und darauf sitzenden steilen Riffen. Die vielfältigen Naturskulpturen beheimaten gleich eine Vielzahl an Skigebieten. Allein der Verbundskipass „Dolomiti Superski“ fasst 12 Skiregionen zusammen. Dazu gehören so traditionsreiche Gebiete wie der Olympia-Ort Cortina d’Ampezzo mit seinen 115 Pistenkilometern oder der Weltcup-Austragungsort Alta Badia mit 130 Pistenkilometern. Hinzu kommen Stationen der berühmten Sella Ronda, der Umrundung des Sella-Massivs – Gröden und das Fassatal beispielsweise – und auch das Skigebiet zu Füßen des wunderschönen Rosengartens, dessen Felshänge in der Dämmerung glühen. Das mondäne Madonna di Campiglio liegt ebenfalls in den Dolomiten.

Piste am Rosengarten

Weltnatur- und –kulturerbe zugleich ist die historische Kulturlandschaft Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut. Es war hier nicht nur die Schönheit der Natur, die die UNESCO dazu bewegte, die Region 1997 in die Liste mit aufzunehmen. Auch die kulturelle Bedeutung Hallstatts und seiner Salinenwirtschaft spielte eine Rolle. Von der einzigartigen Natur können sich Wintersportler in der Freesports Arena Dachstein Krippenstein am Dachsteinplateau ein Bild machen. Zwar können sie sich hier auch auf Pisten vergnügen, im Vordergrund steht aber der Genuss von 30 km Tiefschnee-Abfahrten durch die unberührte Natur. Ein absoluter Hotspot der Szene.

© Freesports Arena Dachstein Krippenstein Leo Himsl

Von Ramsau aus gelangen Wintersportler aber natürlich auch in das „klassische“ Skigebiet am Dachsteingletscher. Schon die Auffahrt mit der Dachsteinseilbahn ist ein Erlebnis. Stützenlos werden 1.000 Höhenmeter, vorbei an steil abfallenden Dachsteinsüdwänden, in nur 8 Minuten überwunden. Oben angekommen warten noch einmal 4 Liftanlagen und sogar ein Funpark.

Das legendäre Dreigestirn: Eiger, Mönch und Jungfrau

Es ist ein besonderer Berghang in der Alpenregion Jungfrau, der die Menschen ganz besonders fasziniert: Berühmt-berüchtigt ist die Eigernordwand vor allem unter Bergsteigern. Doch es ist viel mehr, was den Reiz der Region ausmacht. Es ist der längste Gletscher der Alpen, der Große Aletschgletscher mit seinen 23 km, und es ist auch das Dreigestirn aus Eiger, Mönch und Jungfrau mit dem Jungfraujoch. Mit 824 qkm Fläche nimmt die UNESCO-Weltnaturerbe-Region fast die gesamten Berner Hochalpen ein. Dass da gleich mehrere Skigebiete zusammenkommen, ist keine Überraschung. Da wäre zunächst einmal die Aletsch Arena, die auf 104 Pistenkilometern die Skigebiete von Bettmeralp, Riederalp und Fiescheralp verbindet. Und da wären die Skigebiete zu Füßen des zentralen Dreigestirns: Grindelwald-First, Mürren-Schilthorn und Kleine Scheidegg-Männlichen. Hier findet jährlich auch das berühmte Lauberhorn-Rennen statt.

Doch warum nicht auch einmal in die Ferne schweifen? Nach Kanada beispielsweise. Seit 1984 gehören die Canadian Rocky Mountains Parks zum UNESCO-Weltnaturerbe. 4 Nationalparks sowie 3 Provincial Parks sind darunter zusammengefasst: der Banff Nationalpark, der Jasper Nationalpark, Kootenay Nationalpark und Yoho Nationalpark sowie der Hamber Provincial Parks, Mount Assiniboine Provincial Park und Mount Robson Provincial Park. Aufgenommen wurden sie aufgrund ihrer einzigartigen Mischung aus Berggipfeln, Gletschern, Wasserfällen, Canyons, Höhlensystemen und Eisfeldern. Während im Mount Robson Park nur Heli-Skier ihr Revier finden, gibt es im Jasper Nationalpark und natürlich im bekannten Banff Nationalpark auch Skigebiete. Marmot Basin im Jasper Nationalpark verfügt über 86 Pisten auf einer Höhe zwischen 1.698 und 2.612 m.

Blick ins Skigebiet von Lake Louise © Henry Georgi

Im Banff Nationalpark gibt es sogar gleich 3 Skigebiete. „BIG 3“ nennen sich diese. Dazu gehören Lake Louise, Mount Norquay sowie Sunshine Village – zusammen ergibt das rund 3.300 Hektar Skiterrain und 274 Pisten. Das größte Resort der kanadischen Rockies ist Lake Louise, das zwischen 991 und 2.637 m 145 Pisten bietet. 28 Pisten gibt es am Mount Norquay, 107 in Sunshine Village. Auf Skitouren im Backcountry beschränkt sich hingegen das Angebot im Waterton-Glacier International Peace Park, seit 1995 Weltnaturerbe und der erste „Friedenspark“ der Welt. Der grenzübergreifende Park ist aus dem kanadischen Waterton-Lakes-Nationalpark und dem US-amerikanischen Glacier-Nationalpark entstanden.

Great Smoky Mountains: Eines der ältesten Gebirge der Welt

In den USA zählt der Olympic Mountains Nationalpark seit 1981 zum UNESCO-Weltnaturerbe. Beeindruckt hat die Expertenkommission die Vielfalt an Ökosystemen in dem Nationalpark. Gemäßigter Regenwald trifft hier auf Strände, Seen, Flüsse und sogar Gletscher. Im Nationalpark lockt die Hurricane Ridge Ski & Snowboard Area mit 10 Pisten auf 1.463 bis 1.676 m Höhe. 2 weitere Skigebiete verteilen sich in den Great Smoky Mountains, die zu den ältesten Gebirgen der Welt zählen und zudem mit einem der ältesten Wälder der Welt bedeckt sind. Starke Höhenschwankungen zwischen 250 und 2.000 m haben hier zu einer unglaublichen Artenvielfalt geführt. 1983 wurden die „Smokies“ auf die Welterbe-Liste gesetzt. Die Cataloochee Ski Area wartet mit 17 Pisten auf, der Amusement Park Ober Gatlinburg mit 9 Pisten.

Der Stoff, aus dem Winterträume gemacht sind!

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