SkiArena Andermatt-Sedrun – neue Liftverbindung für nachhaltigen Tourismus

16. April 2015 - Katharina Teudt

In der „SkiArena Andermatt-Sedrun“ entsteht ab diesem Jahr das bislang größte Seilbahnprojekt in der Schweiz. Die beiden Skigebiete Andermatt und Sedrun sollen über den Oberalppass und somit kantonübergreifend miteinander verbunden werden. Ziel ist es, den nachhaltigen Tourismus in der Region zu stärken.

Die Skizze der neuen Skiverbindung. Die neuen Lifte sind rosa eingezeichnet.

Dank eines gemeinsamen Skipasses sind die Skigebiete Andermatt-Nätschen im Kanton Uri sowie Sedrun-Oberalp im Kanton Graubünden längst zu einer Skiregion zusammengewachsen. Gemeinsam bilden sie die SkiArena Andermatt-Sedrun, die bislang 20 Transportanlagen, zwei Pendelbahnen, sieben Sesselbahnen und elf Skilifte zählt. Einzig das nahtlose Skifahren von einem zum anderen Talort ist noch nicht möglich. Die Matterhorn Gotthard Bahn verbindet die Skigebiete miteinander. Diese “Pistenlücke” soll nun geschlossen werden. Nach mehreren Jahren Verhandlung und Planung wurde das Bauvorhaben im Juli 2014 genehmigt. Im Frühjahr 2015 soll mit dem Ausbau begonnen werden. Um das große Vorhaben gemeinsam in die Tat umzusetzen, haben sich die Bergbahngesellschaften von Andermatt und Sedrun unter dem Dach der Firma Andermatt-Sedrun Sport AG (ASS) zusammengeschlossen.

Die neue Verbindung

Die beiden Skigebiete erwartet eine Rundum-Erneuerung. Dank der neuen Verbindung werden 120 km Piste nahtlos erschlossen. Insgesamt sollen 15 neue Anlagen gebaut werden, von denen acht bestehende Anlagen ersetzen. Die entscheidende Lift-Verbindung verläuft über den Oberalppass. Hier werden neue Pisten zu beiden Seiten des Schneehüenerstocks (2.773 m) hinabführen. Somit ist ein durchgehendes Skifahren von Andermatt bis Sedrun möglich. Bis es soweit ist, müssen sich die Gäste jedoch noch gedulden. Die skitechnische Verbindung wird voraussichtlich erst im Winter 2017/2018 fertiggestellt.

Luxusresort für Andermatt

Hinter dem Großprojekt steckt mehr als nur die Erneuerung der Skilifte. Eigentlicher Wirtschaftsantreiber ist die Andermatt Swiss Alps AG des ägyptischen Investors Samih Sawiris. Unter dem Namen „Andermatt Swiss Alps“ baut Sawiris seit mehreren Jahren auf einem ehemaligen Militärgelände in Andermatt ein umfangreiches Ferienresort auf. Im Dezember 2013 eröffnete dort bereits das 5-Sterne Deluxe Hotel The Chedi Andermatt, außerdem kommen nach und nach Ferien- und Appartementhäuser, ein 18-Loch-Golfplatz sowie Sport- und Wellnessanlagen hinzu. Ein solches Angebot im Tal fordert ein modernes Skigebiet, das viele Pistenkilometer zu bieten hat. Dazu gehört eine neue Ski-Verbindung in der SkiArena Andermatt-Sedrun.

Die Bauabschnitte

Es sind mehrere Bauetappen geplant. In der ersten Bauphase in 2015 sollen folgende Lifte gebaut werden: die Sesselbahn Oberalp-Calmut und die Sesselbahn Gurschen-Gurschenalp. Dazu kommen die Beschneiungsanlagen für die Talabfahrt Gurschen am Gemsstock. Voraussichtlich kann mit den Arbeiten für die Gondelbahn Andermatt – Nätschen sowie Nätschen – Gütsch begonnen werden. Die Matterhorn Gotthard Bahn verschiebt den Bahnhof am Nätschen. Diese Arbeiten beginnen ebenfalls noch in diesem Jahr. Im Jahr 2016 werden die Sesselbahnen Unter Stafel – Gütsch, Hinterbördli – Strahlgand und eventuell die Sesselbahn Vordere Felli-Schneehüenerstock gebaut, zudem die erste Etappe der Beschneiungsanlagen zwischen Oberalp und Andermatt. Im Jahr 2017 sind dann die Gondelbahn Oberalp – Schneehüenerstock sowie die zweite Etappe der Beschneiungsanlagen zwischen Oberalp und Andermatt dran.

Nachhaltiges Bauprojekt

Gemeinsames Ziel der ASS sowie der Andermatt-Urserntal Tourismus GmbH ist es, durch den Ausbau der Infrastruktur sowohl im Ort als auch im Skigebiet den nachhaltigen Tourismus in der Region voranzutreiben. Das erweiterte Pistenangebot macht die Skiregion für die Gäste attraktiver, so dass sie länger bleiben und der verkehrsintensive Tagestourismus eingedämmt wird. Das Skigebiet wird dabei in größtmöglicher Übereinstimmung mit den Umweltorganisationen und unter deren Mitwirkung realisiert. Auch die Entwicklungen im Ort beruhen auf einem nachhaltigen Konzept. In den Statuten der Andermatt Swiss Alps heißt es: „Alle Appartements und Hotels entsprechen dem MINERGIE-Standard, einem anerkannten Schweizer Qualitätslabel für nachhaltig und ökologisch konzipierte Gebäude mit stark reduziertem Energiebedarf.“ Auch Strom und Wärme werden aus erneuerbaren Quellen generiert und sorgen so für eine CO2-neutrale Energieversorgung. Beim Ausbau der Infrastruktur werden nach Möglichkeit regionale Unternehmen beauftragt, was letztlich auch noch neue Arbeitsplätze schafft.

Malerisches Andermatt © Andermatt-Urserntal Tourismus GmbH

So wird die SkiArena Andermatt-Sedrun durch die Verbindung der 120 Pistenkilometer nicht nur attraktiver für Skifahrer, sie kurbelt die regionale Wirtschaft an und belebt den Tourismus in den Bergdörfern – und das erfreut letztlich alle Parteien.

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