Schwitzend und turtelnd auf den Berg: Lifte der besonderen Art

6. Januar 2014 - Nina Vogt

Einfach irgendwie den Berg rauf, Hauptsache ankommen – das war gestern. Heute haben die Skigebiete mehr zu bieten. Jedes Jahr übertrumpfen sie sich mit den modernsten Entwicklungen in Sachen Skilifte. Einige Projekte stechen da besonders heraus – weil es dabei eben nicht mehr nur um die reine Fahrt auf den Berg geht. Nein, hier wird der Weg zum Ziel. Oder zumindest zum absoluten Erlebnis.

© LEITNER ropeways

„Schwebende Limousine“ im Zillertal

Mit einem besonders exklusiven Angebot lockt man seit dieser Saison im Skigebiet „Ski Optimal Hochzillertal Kaltenbach“ verwöhnte Gäste. Als die „erste schwebende Limousine“ bezeichnen die Macher die VIP-Gondel, die Wintersportler auf 2.500 m Höhe bringt. Entwickelt wurde sie von Leitner ropeways in Kooperation mit BMW Individual. Leitner ropeways lieferte die moderne Sigma Diamond Kabine, BMW die Innenausstattung. Und die kann sich sehen lassen: edle braune Ledersitze inklusive Massagefunktion und Heizung, eine Mittelkonsole mit Klimasteuerung und das Multimedia-System, das man aus der BMW 7er Limousine kennt. In der Frontkonsole finden die Gondelgäste eine Flasche Champagner und 2 Gläser. Umsonst ist dieses Vergnügen natürlich nicht. Möglich ist es, verschiedene Pakete zu buchen. So gibt es beispielsweise das „Early Bird“-Paket für alle, die bereits um 8 Uhr auf den Berg wollen. Für 150 Euro parken 2 Personen auf einem reservierten Parkplatz, werden mit Champagner empfangen, gelangen in der VIP-Gondel auf den Berg und genießen auf einer Almhütte ein Frühstücksbrunch. 2 Skipässe sind ebenfalls inklusive.

Porsche-Design in Laax

Im Winter 2012/2013 nahm in Laax eine Weltneuheit Fahrt auf. Im schnittigen Porsche-Look präsentiert sich die 6er-Sesselbahn Plaun Lavadinas – Fuorcla da Sagogn. Kein Wunder, wurde sie doch von der Bartholet Maschinenbau AG auch in Zusammenarbeit mit den Porsche Design Studios entwickelt. Doch ihr einzigartiges Design – die schwarzen Sessel mit roten Applikationen muten wie die Sitze eines Rennautos an – ist nicht die einzige Besonderheit. Durch ein Gelenk an der Seilaufhängung sind die Sessel um 45 Grad schwenkbar. Fahrgäste haben so freie Sicht auf das Bergpanorama statt auf den Rücken des Vordermannes. Ein Solarpanel auf der Rückseite der Sitze deckt den Strombedarf der eingebauten Sitzheizung. Und was den Namen Porsche trägt, das glänzt natürlich auch durch Geschwindigkeit: 6 m pro Sekunde macht der Lift – und ist damit der „Sportwagen unter den Beförderungsanlagen“.

© Solarskilift.ch

Solarenergie für Tenna

Ein kleines Schweizer Dorf schrieb im Winter 2011/2012 Geschichte. Und das quasi aus der Not heraus. Der Skilift in Tenna hatte nach über 40 Jahren ausgedient und man machte sich Gedanken über eine sinnvolle Alternative. Man fand sie. Und zwar in Form eines Solarskilifts – genauer gesagt des ersten Solarskilifts weltweit.  Nur 450 m lang ist der Skilift Tenna und doch eine Sensation. Durch eine spezielle Seilkonstruktion werden die Fotovoltaikzellen stets nach dem Sonnenstad ausgerichtet – in perfekter Südneigung von 30 Grad. So kann die Anlage bis zu 90.000 kWh pro Jahr produzieren. Für den Liftbetrieb werden nur rund 22.000 kWh benötigt. Heißt: Die Genossenschaft Skilift Tenna kann den darüber hinaus produzierten Strom an das örtliche Elektrizitätswerk verkaufen – und so den Lift nach und nach refinanzieren.

Diese finnische Gondel ist heiß!

Die Finnen sind bekannt für ihre Liebe zur Sauna. Diese Liebe haben die Liftbetreiber am Yllästunturi in der Skiregion Kolari auf die Spitze getrieben. Oder besser gesagt auf den Gipfel. Denn hier verkehrt die weltweit erste Sauna-Gondel – mit einem echten Holzofen. 80 bis 100 Grad herrschen hier drinnen. Die Scheiben sind verdunkelt. So kann niemand reinschauen, die Gäste können aber im Gegenzug das Panorama der Fjäll-Landschaft Lapplands genießen.  15 Minuten dauert die Fahrt auf den 718 m hohen Berg und zurück ins Tal. 4 Personen haben pro Runde Platz in der Gondel, die sich mit ihrer Holzverkleidung auch optisch von den restlichen schwarz-roten abhebt. Gemietet werden kann sie ganzjährig. Das ist allerdings nicht ganz billig. Die Gondel gehört zum Café Gondola 718 auf dem Gipfel. Gruppen bis zu maximal 12 Personen mieten das Café, das eine weitere Sauna, einen Whirlpool, Duschen, Umkleideräume und ein Kaminzimmer bietet, und die Gondel. Kosten: 1.500 Euro.

Der iPod macht die Musik

Wer in Aspen die Silver Queen Gondel auf den Aspen Mountain nimmt, der sollte eine der roten wählen. Denn hier bestimmen die Wintersportler selbst die Musik: Die Gondeln verfügen über eine Dockingstation für den eigenen iPod.

© Arber-Bergbahn

Turteln, was das Zeug hält

Mehrere Themengondeln bringen die Wintersportler auf den Großen Arber, den höchsten Gipfel des Bayerischen Waldes. 2 stechen besonders heraus. Denn wenn die Hochzeitsgondel in weißer Kutschenoptik eingehängt wird, dann läuten die Hochzeitsglocken. Dann geht es hoch zur Eisensteiner Hütte, wo es ein Trauzimmer gibt. Und zurück ins Tal geht es natürlich auf Skiern… Oder aber in der Kuschel-Gondel. Hier kann das frisch getraute Ehepaar bei einem Glas Sekt die Zweisamkeit in roten Ledersesseln genießen.

Kurvenreich

Schlepplifte können mittlerweile auch Kurven, das wissen wir. Der Schlepplift Tierhörnli auf der Engstligenalp im Skigebiet Adelboden ist trotzdem einer der herausragenden Vertreter seiner Art. Immerhin überwindet er ganze 5 Kurven!

Die Cabrio-Gondel

Zu guter Letzt noch eine nur für Schwindelfreie: Sie läuft zwar nur im Sommer (April bis November), trotzdem muss die Cabrio-Bahn am Stanserhorn in der Schweiz hier Erwähnung finden. Die doppelstöckige Pendelbahn verfügt als erste weltweit über ein offenes Oberdeck. Darauf finden bis zu 30 Personen Platz, die die Fahrt von der Mittelstation bis auf 1.900 m Open-Air genießen können.

Also dann: Gute Fahrt!

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