Schweizer Währungskrise: Skiurlaub trotz starkem Franken

5. Februar 2015 - Katharina Teudt

Nach der Hiobsbotschaft über die Aufwertung des Schweizer Franken zögern viele Urlauber vor der Buchung einer Schweizreise. Darauf reagieren Tourismusverbände und Bergbahnen vielerorts mit angepassten Wechselkursen und Sparangeboten. Das Preisniveau bleibt somit überwiegend stabil.

Wintersportler sollen auf Traumausblicke wie diesen über Arosa nicht verzichten müssen. © skiresort.de

Seit die Schweizer Nationalbank (SNB) Mitte Januar die Loslösung des Schweizer Franken vom Euro verkündet hat, steht die Wirtschaft der Eidgenossen Kopf. Bislang war der Wechselkurs an den Mindestkurs von 1,20 Franken je Euro gebunden. Diesen hat die Schweizer Nationalbank nun aufgehoben, so dass es künftig weniger Franken für den Euro gibt – genau gesagt nur rund 1 Franken für 1 Euro. Nicht nur, dass dem Land eine Deflation droht und das Wirtschaftswachstum laut Experten gedrosselt werde – die neue Währungspolitik der SNB schlägt sich auch auf den Tourismussektor aus. Die Franken-Preise sind nun im Schnitt rund 20 Prozent teurer für die Euro-Länder, was den ohnehin nicht günstigen Schweizurlaub für ausländische Gäste noch teurer macht. Sogleich dramatisierten die Medien, dass sich der deutsche Urlauber auf der Schweizer Skihütte statt eines leckeren Käsefondues nur noch ein Gläschen Rivella leisten könne. Es mag sein, dass das Preisniveau in der Gastronomie zugunsten der internationalen Gäste nicht spürbar gesenkt werden kann. Doch es wurden an anderer Stelle Möglichkeiten des Kursausgleichs eröffnet und vielerlei Sonderangebote entwickelt, die dem Gast das „Mehr“ für sein Geld versprechen.

Zusatzangebot als Aufwertung In Anbetracht der Lage sind die Schweizer Ferienregionen recht schnell kreativ geworden, um ihren Gästen einen Mehrwert zum bestehenden Angebot zu bieten. Die Skigebiete Arosa-Lenzerheide und Saas-Fee etwa stellen auf einer neu lancierten Internetseite gebündelte Informationen zu speziellen Angeboten in beiden Gebieten bereit. Die Zusatzleistungen reichen von Gratis-Heißgetränken an der Piste über Skischulvergünstigungen für Kinder und Jugendliche bis zu kostenlosen Freizeitangeboten und zusätzlichen Annehmlichkeiten in der Hotellerie.

Angepasste Skipasspreise Auch an den Liftkassen ist man um den Preisausgleich bemüht. Manche Bergbahnen werben mit dem unveränderten Wechselkurs zwischen 1,20 und 1,35 Franken je Euro, so dass die Kosten für Liftkarten ungefähr gleich bleiben. Das grenzüberschreitende Skigebiet Samnaun/Ischgl hatte den Vorteil, dass die Skipasspreise schon immer in Euro angegeben waren, so bleibt der Preis mit 45 Euro für die Tageskarte (mit Gästekarte) unverändert. Viele Hotels und Geschäfte nennen zudem einen Vorzugskurs von 1,10 Franken und legen Rabatte bis zu 10 Prozent oben drauf, so dass das Preisniveau von vor dem Kursfall gehalten werden kann. Im schweizerisch-französischen Skigebiet Portes du Soleil wurden die Preise um 15 Prozent gesenkt, um mit den französischen Stationen konkurrenzfähig zu bleiben.

Ausblick Wie sich die Schweizer Wirtschaft angesichts der aktuellen Lage entwickeln wird, ist noch ungewiss. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Preissteigerung mittelfristig auf die Ski-Regionen auswirkt, zumal die Schweizer selbst lieber in die Nachbarländer reisen, da sie mit dem starken Franken dort deutlich günstiger urlauben können. Es ist zu erwarten, dass sich die Tourismusverbände weitere Maßnahmen einfallen lassen, sowohl für die einheimischen als auch für ausländische Gäste. Eines steht jedoch fest: Die Schweiz ist nach wie vor ein landschaftlich und kulturell äußerst attraktives Land, in das sich eine Reise vor allem für Wintersportler lohnt.

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