Reiseziel-Check: 7 gute Gründe für Vars

11. August 2015 - Katharina Teudt

Die Sommermonate sind die beste Zeit, um den nächsten Skiurlaub zu buchen. Doch wohin soll die Reise gehen? In unserer Serie geben wir jeweils sieben gute Gründe für Reiseziele, die unbedingt in die Skiurlaubsplanung aufgenommen werden sollten.

Teil 7: Vars

Das Tiefschneeparadies ist eines der Highlights in Vars. © Jérome Kelagopian

In den südlichen Seealpen, nahe der Grenze zu Italien, liegt die französische Skiregion La Forêt Blanche. Sie verbindet die Skigebiete der Ortschaften Vars (1.320 m) und Risoul (1.850 m) zu einer großen Wintersport-Domäne mit 185 Pistenkilometer bis auf 2.750 m Höhe, in der ein und derselbe Skipass gilt. Dank der trockenen Seeluft ist die Schneequalität dort besonders gut und dazu scheint verhältnismäßig häufig die Sonne. Die beiden Orte trennen zwar ein Bergrücken und rund 16 km Weg entlang der Talstraße, doch sind sie über Lifte eng miteinander verbunden. Wer im einen der beiden Dörfer urlaubt, kommt nicht an einem Besuch im jeweils anderen vorbei – zu sehr lockt das vielseitige Angebot. Es folgen einige Vorzüge des größeren der beiden Orte, Vars:

1. La Forêt Blanche Der Name „weißer Wald“ umschreibt diese herrlichen Skiregion ziemlich präzise: Üppige Lärchenwälder, bedeckt mit einer dicken Schneeschicht, säumen die Pisten. Der Baumbestand reicht bis auf 2.200 m hinauf, der höchste Punkt im Skigebiet am Pic de Chabrières liegt jedoch noch höher, auf 2.750 m. Sowohl die Hänge oberhalb von Vars als auch vom Nachbarort Risoul sind überwiegend leicht befahrbar und somit bestens für Familien geeignet. Insgesamt warten 21 grüne, 45 blaue, 40 rote aber auch 10 schwarze Pisten auf Wintersportler. Zusammen zählt das Gebiet 185 Pistenkilometer, dazu kommen unzählige Freeride-Routen, die teilweise sogar mit dem Lift erreichbar sind sowie eine ganze Reihe an Funparks. Auch Nachtskifahren ist einmal wöchentlich auf der Piste „Les Ecrins“ bis 19:30 Uhr möglich. Zum Wintersportangebot im Forêt Blanche gehören außerdem 34 km Wander- und Schneeschuhpfade sowie 10 km Loipen.

2. Die Ortschaften Das touristische Zentrum der Region ist der Ort Vars mit seinen vier hübschen Ortsteilen St. Marcellin, St. Marie, St. Catherine sowie Les Claux. Die älteste Siedlung ist St. Marcellin, die mit der Ruine eines ehemaligen Schlosses und einer alten Kirche ihre lange Historie erahnen lässt. Auch das kleine St. Catherine ist altehrwürdig und besteht überwiegend aus traditionellen Bauernhäusern, die den Charme des Ortes unterstreichen. Im ehemaligen Hauptort St. Marie befinden sich administrative Gebäude wie das Rathaus und die Post. Zugleich ist er das Tor zum eigentlichen Skiresort: Der Großteil des winterlichen Treibens spielt sich in Les Claux ab. Hier dominieren traditionelle Architektur und moderne Infrastruktur für Wintersportler, so befinden sich auch die Talstationen der Gondel und Sessellifte hier. Es gibt einen Eislaufplatz zum Schlittschuhlaufen, ein Kino mit zwei Sälen und einige nette Shopping-Möglichkeiten. Auch das Wellness-Angebot in diversen Spas mit Massage-Treatments, Shiatsu oder Yogakursen kommt nicht zu kurz. Nicht zu vergessen sei das Après-Ski, das in Les Claux in Bars wie dem „L’Après-Ski“, „La Zizane“ oder „La Marmotte“ startet. Die Party-Nacht geht dann in der Diskothek „Le Lynx“ weiter.

Im gemütlichen Ortsteil Vars St. Catherine © Rémi Morel

3. Die Kinderfreundlichkeit Kinder erleben in Vars einen abwechslungsreichen, auf ihr Alter zugeschnittenen Winterurlaub. Die Skischulen bieten Kinderkurse für alle Altersstufen an, darunter auch Snowboardkurse und Schneeschuhtouren. Während der französischen Schulferien bietet das Freizeitcenter außerdem eine unterhaltsame Kinderbetreuung für den Nachwuchs ab sechs Jahren an. Im Freestyle-Areal „Vars Park“ sind zwei der zahlreichen Snowparks speziell auf Kinder ausgelegt. Zum spielerischen Austoben abseits der Pisten lädt der „Chabri’Aire“-Snowtubing-Park am Plateau du Caribou ein. Hier geht es u. a. mit Gummireifen den Hang hinunter. Noch mehr Schlitterstrecke bietet die 2 km lange Rodelbahn, die nach Liftschluss im Skigebiet eröffnet wird. Hier kann Groß und Klein auch das spaßige Snake-Gliss-Fahren in der Gruppe ausprobieren. Ein richtig außergewöhnliches Angebot ist das „Scoot Paradize“ nahe der Rodelbahn, in dem Kinder von 5 bis 13 Jahren auf Snowscootern fahren dürfen. Bei so viel Actionsport rücken die „Standards“ wie der Eislaufplatz oder die zweite, kleinere Rodelbahn am Ortsrand glatt in den Hintergrund.

4. Der Freestyle-Himmel Im Forêt Blanche gibt es nicht nur einen Wald aus Lärchen, sondern auch einen Wald aus Kickern. Freestyler erwartet im „Vars Park“ ein Obstacle-Eldorado mit ganzen sieben Funparks und insgesamt 110 Modulen! Der l’Eyssina Park ist einer der besten Slopestyle-Parks in Europa – und zwar für jedes Fahrlevel. Der Escondus Park ist aufgebaut wie ein Skatepark und eher für erfahrene Rider geeignet. Der Totem Park ist im Wild-West-Stil mit Holz-Elementen bestückt und die Hindernisse im Girly Park erstrahlen in Rosa. Der Écrins Park ist eher Fortgeschrittenen vorbehalten und auch ein- bis zweimal pro Woche für abendliche Sessions geöffnet. Der Kids Park ist für die ganz kleinen Fahrer ab drei Jahren gedacht und der Super Kids Park mit vier Lines für junge Beginner. Als wäre das noch nicht genug, kommen ein Boardercross und eine Superpipe hinzu. In der Videozone lässt man nach dem Einscannen des Skipasses die eigene Fahrt filmen, um sie direkt im Anschluss auf dem Smartphone anzuschauen oder über soziale Netzwerke zu teilen. Wie bedeutend diese riesige Area für die Szene ist, zeigt auch der Stopp der SFT Freestyle Tour in Vars, dem wohl wichtigsten Freestyle-Ski-Wettbewerb in Europa. In Risoul wartet außerdem mit dem „Surfland“ einer der größten Funparks Europa. Freestyler finden im Forêt Blanche wirklich ein außerordentlich gutes Angebot vor.

Ein Teil des gigantischen Vars Parks. © OdT Vars – Olivier Leblond/Sem sedev

5. Die Speed-Strecke Am Pic de Chabrières auf 2.715 m geht eine der berühmtesten Speed-Pisten ab: die „Les Vautours“ besitzt teilweise ein Gefälle von 98 Prozent und gehört zu den schnellsten Speedski-Strecken der Welt. Auf der 1,2 km langen Piste stellte der Italiener Simone Origone den derzeitigen Geschwindigkeitsrekord von 252,6 km/h auf. Auf der berühmten „Kilomètre Lancé“-Abfahrt finden regelmäßig Wettkämpfe statt, unter anderem die alljährlich im April stattfindenden „Speed Masters“, bei denen sich die besten Schnellfahrer messen und hoffen, den Weltrekord erneut zu knacken. Zu diesem Spektakel dürfen am Event-Tag auch schaulustige Fußgänger auffahren. Der untere Teil der Strecke ist für den öffentlichen Skibetrieb geöffnet, wo unter Anleitung das Speedfahren erlernt werden kann.

Der Weltrekordhalter Simone Origone auf der Speedstrecke. © Bastien Montes/Tamtam Photo

6. Das Freeride-Gelände Vars und der Forêt Blanche sind bei Tiefschneefans bekannt als Extremskiregion. Abseits der Pisten wartet ein forderndes Gelände auf alle Freerider. Hunderte Passagen führen von den Gebirgsketten der l’Eyssina und Chabrières ab. Viele sind innerhalb eines einstündigen Aufstiegs erreichbar. Wer nicht so viel Kraft für den Anstieg aufwenden möchte, hat immer noch eine Auswahl von rund 20 Routen, die mit den Skiliften von Vars aus bequem erreichbar sind. Es warten jungfräuliche Abfahrten wie die „y“, Entonnoir“, „Petit Col“ oder „La Banana“ mit Couloirs (Steilrinnen) und markanten Felsformationen für extreme Cliffdrops.

7. Das Actionsport-Angebot In Vars werden nicht nur für Kids zahlreiche Aktivitäten abseits der Pisten angeboten: Die 2 km lange Rodelbahn ist auch für Erwachsene ein rasanter Spaß, erst recht, wenn man mit zehn anderen Rodlern in einer Schlittenkette im „Snake Gliss“ sitzt. Motorsportfans können auch mal ohne Skier oder Snowboard, sondern mit dem Skidoo durch den Tiefschnee düsen. Wer natürliche PS bevorzugt, kann sich oberhalb vom St.-Marie-Sessellift in die Kunst des Mushens (Hundeschlitten fahren) einweisen lassen. Für gute Skifahrer, die beim Carven gerne ein wenig abheben und fliegen wollen, ist das Speedriding, eine Mischung aus Kiteschirmfliegen und Skifahren, sicherlich eine tolle Erfahrung. Gemütlicheres Fliegen beim Paragliding oder eine Fackelabfahrt am Abend gehört zum vielseitigen Angebot des Tourismusbüros. Wer nach Risoul hinüberfährt, findet außerdem Anlagen zum Quad-Bike oder Zipline fahren. Fazit: Im Forêt Blanche wird es niemandem langweilig!

In Vars kann man das Mushen erlernen. © TamTam Photo

Weitere Artikel der Serie: Teil 1: Rauris Teil 2: Winterberg Teil 3: Engelberg Teil 4: Valfréjus Teil 5: Sulden Teil 6: Obsteig

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