Reiseziel-Check: 7 gute Gründe für Valfréjus

30. Juni 2015 - Katharina Teudt

Die Sommermonate sind die beste Zeit, um den nächsten Skiurlaub zu buchen. Doch wohin soll die Reise gehen? In unserer Serie geben wir jeweils sieben gute Gründe für Reiseziele, die unbedingt in die Skiurlaubsplanung aufgenommen werden sollten.

Teil 4: Valfréjus

Die Skistation, das Herz von Valfréjus. © Office du Tourisme Valfréjus

Im Norden der französischen Alpen, umgeben vom mächtigen Vanoise-Massiv, erstreckt sich das Mauriennetal bis zur Grenze Italiens. Am Ende des Tals ruht das sympathische Valfréjus auf 1.550 m direkt am Berg. Manche nennen es abgelegen, andere unberührt – jedenfalls versprühen das Dörfchen und die Skistation Valfréjus einen echt alpinen Charme. Sieben Gründe, warum sich ein Skiurlaub in Valfréjus lohnt:

1. Das kuschelige Dorf Schon die Anreise nach Valfréjus gestaltet sich angenehm einfach, obwohl es im bergigen Gelände am Talschluss liegt. Über die Alpenpässe Col de l’Iseran und Col du Mont Cenis sind das Mauriennetal und Valfréjus mit Auto und Bus gut erreichbar. Mit dem Zug sind es etwa vier Stunden von Paris bis Modane, von wo es nur noch wenige Kilometer hinauf zum Resort sind. Auch der Ort selbst überzeugt sofort. Ein multifunktionaler Dorfplatz umringt von harmonischer Architektur mit viel Holz und Schiefer ergibt ein beschauliches Ambiente. Die Skistation ist hufeisenförmig um die Talstation angelegt, so dass alles, was man braucht – Cafés, Bars, Restaurants, Skiverleih, Toiletten –, nur wenige Schritte voneinander entfernt liegt. Die Hotels und Wohnhäuser schmiegen sich an den Hang und alles ist so nah beieinander, dass man sich einfach geborgen und gut aufgehoben fühlen muss.

Um Schneemangel braucht man sich in Vafréjus nicht zu sorgen. © Karin Theolier – Résidence La Turra

Vor allem für Familien mit Kindern bietet das Örtchen einiges an Freizeitaktivitäten. Der Eislaufplatz auf dem Dorfplatz ist laut Angaben der Betreiber so lang geöffnet, bis das Eis schmilzt – und das kann in diesen Höhenlagen dauern. Das Tourismusbüro richtet außerdem ein familiengerechtes Programm mit Holzschnitzkursen, Märchenabenden, Schneeschuh- und Fackelwanderungen aus.

2. Das familienfreundliche Skigebiet Von der Talstation geht es mit der Gondel in kurzer Fahrtzeit ins Herz des Skigebiets auf das Plateau d’Arrondaz in 2.222 m Höhe. Hier tummeln sich Skischulgruppen auf der Spielwiese, Freestyler im Funpark und Genießer auf der Sonnenterrasse der Hütte. Mit insgesamt zehn Liften, 24 Pisten mit 70 km Gesamtlänge und 80 Schneekanonen ist Valfréjus bestens und vollwertig aufgestellt. Alle Anlagen sind sehr modern – kein Lift im Skigebiet ist älter als 6 Jahre –, so dass man schnell und komfortabel nach oben kommt.

Die Mittelstation am Plateau d’Arrondaz auf 2.222 m. © Olivia Zdrilic – Valfréjus

Eines der größten Anliegen von Valfréjus ist die Förderung des Skinachwuchses. Dementsprechend gibt es eine Kids-Area an der Mittelstation, ein Betreuungsangebot für Kleinkinder und mehrsprachige Skischulen. Mit einem 6er-Sessellift geht es von der Mittelstation zum Punta Bagna auf 2.737 m, dem höchsten Punkt im Skigebiet. Hier führen mehrere blaue, eine rote und eine schwarze Piste ab.

3. Die 12 km-Talabfahrt Nach dem Vergnügen am Punta Bagna geht es irgendwann wieder gen Tal. Es gibt zwei Talabfahrten, von denen eine bis zur Gondel-Station beim „Hufeisen“ zurückführt: die Piste „Jeu“. Auf diese blaue Abfahrt ist Valfréjus besonders stolz, da sie behutsam in die Berglandschaft gelegt wurde und somit ein Sinnbild für natürlichen Skispaß in einer intakten Natur darstellt. Erreichbar über die blauen Pisten 26/27/28 oder die rote 25, führt die ‚Jeu‘ über 12 km bis ganz nach unten. Die Strecke ist zwar im unteren Bereich recht flach, hat aber – wenn man genug Schwung holt – nie Ziehweg-Charakter. So kann man einfach entspannt laufen lassen und sich umschauen, während man über die Bergflanken und später durch Waldabschnitte mit Serpentinen, an Bachläufen, über Brücken und an verlassenen Bunkern ehemaliger französischer Befestigungsanlagen vorbeigleitet. Weniger der fahrerische Anspruch, sondern vielmehr die vielseitige Aussicht und das Naturerlebnis machen den Reiz dieser Abfahrt aus.

4. Der Bob Park Ein Highlight des Skigebietes ist der Bob Park am Charmasson-Lift. Zwei rasante Bahnen mit jeweils 2 km Länge führen Rodelfans den bewaldeten Charmasson hinunter. Mehrere Streckenverläufe mit Steilkurven, Hindernissen, einem beleuchteten 35 m-Tunnel und abendlichem Flutlicht gehören zur Ausstattung des abwechslungsreichen Parks. Auf der illuminierten Waldstrecke herrscht laut Betreiber-Angabe am Abend eine geradezu magische Atmosphäre. Wer das pure Rodeln zu langweilig findet, kann mit dem Snake Gliss eine ausgefallenere Variante ausprobieren: Bei dem „Schlangenrodel“ werden mehrere Bobs hintereinander gehängt, so dass eine Gruppe von bis zu zwölf Personen gemeinsam den Hang hinabschlängelt. Tickets für den Bob Park gibt es an der Liftkasse und kosten je Fahrt um die 8,50 €, vier Fahrten gibt es für ca. 25 €. Die Liftfahrt, die robusten roten Kunststoff-Schlitten und natürlich der Helm sind im Preis inbegriffen.

5. Trendsport Speedriding Speedriding nennt sich der Trendsport, der nur in Valfréjus angeboten wird. Die Abfahrt erfolgt hauptsächlich im Gelände, es handelt sich also vor allem um eine attraktive Variation für Freerider. Bei der Mischung aus Kitesurfen und Skifahren ist dem Fahrer ein 8 bis 15 m² großer Schirm auf den Rücken geschnallt, dank dem er Felsabschnitte überfliegen kann. Da bekommt der Cliff Jump eine ganz neue Dimension. Am Roc Rouge, dem roten Felsen, veranstaltet die Skiflugschule Ataka die „Flugstunden auf Skiern“. Die Skilehrer sind Paragliding-Ausbilder mit einer speziellen Qualifikation für Speedriding. Für die Kurs-Teilnahme muss man kein Freeride-Crack sein und braucht keine Flugerfahrung. Dafür dürfen nur solide Skifahrer, die mindestens eine rote Piste bewältigen können, teilnehmen. Es gibt drei verschiedene Pilot-Lizenzen, die man in Wochenendkursen erwerben kann. Ein besonderer Nervenkitzel-Spaß, der bislang einzigartig in Frankreich ist!

Speedriding vereint Skifahren und Paragliding. © Office du Tourisme Valfréjus

6. Notre-Dame du Charmaix Die Notre-Dame du Charmaix ist eine alte Kapelle aus dem 15. Jahrhundert und die meistbesuchte Pilgerstätte im Mauriennetal. Sie steht auf einem steilen Felsen im Ortsteil Charmaix und ist über eine steinerne Brücke erreichbar. Im Inneren ist ein heiliges Relikt zu bewundern: die Marmorfigur der Jungfrau von Charmaix mit dem Jesuskind. Sie besteht aus weißem Marmor, der schwarz angemalt ist. Eine weitere Besonderheit der 4 kg schweren schwarzen Statue ist die Position des kleinen Jesus, dessen Kopf den der Madonna überragt. Dies gilt als außergewöhnliche Madonnen-Darstellung. Der Sage nach wurde die Figur im Jahre 1401 an der Stelle entdeckt, wo heute die Kapelle steht. Seitdem wird sie darin aufbewahrt und jedes Jahr von zahlreichen Pilgern und Skitouristen besucht.

7. Die Muséobar Für kulturell Interessierte hat der Talort Modane unterhalb von Valfréjus ein museales Schätzchen zu bieten. Die Muséobar, das „Museum an der Grenze“, erzählt die Geschichte des Grenzdorfes Modane, angefangen beim Leben im Bergdorf Ende des 19. Jahrhunderts hin zur florierenden Ortschaft des frühen 20. Jahrhunderts. Neben den Ausstellungsräumen, gefüllt mit zahlreichen Dokumenten und Exponaten der damaligen Zeit, versetzen Nachbauten von stilechten Cafés aus der Jahrhundertwende die Besucher zurück in die Zeit des „fin de siècle“ und der Annexion Savoyens zu Frankreich. Antike Kunstspielklaviere und ein Salon mit Tanzfläche und Jugendstil-Verzierungen geben den Räumlichkeiten das glanzvolle Ambiente der Belle Epoque. Das Museum beleuchtet die Entwicklung des kleinen Dorfes an der Grenze zwischen Frankreich und Italien auf eindrucksvolle Weise. Nicht nur für Instrumente- und Jugendstil-Liebhaber sehenswert!

Weitere Artikel der Serie: Teil 1: Rauris Teil 2: Winterberg Teil 3: Engelberg

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