Pistenspaß, Seilbahnen, Service: Das ist neu in den Skigebieten

28. September 2017 - Katharina Teudt

Der Winter naht und somit auch die Skisaison, für die sich die Skigebiete auf ein Neues aufgerüstet haben. Die Bergbahnbetreiber und Gemeinden haben wieder Millionen Euro investiert, um das Wintersport-Angebot am Berg noch schneesicherer, noch moderner, noch vielseitiger zu machen. SnowTrex stellt die größten Neuerungen und Investitionen vor.

Neues vom höchsten Punkt Deutschlands: die neue Zugspitzbahn kommt.

Spieljochbahn Fügen

Einer unserer Lieblingsplätze ist das Zillertal. Hier, im „aktivsten Tal der Welt“, erwarten Wintersportler in diesem Winter gleich mehrere Neuerungen. Die wohl größte und spannendste Entwicklung ist am Spieljoch bei Fügen zu verfolgen. Hier wurde der erste Schritt zur Verbindung der Skigebiete Spieljoch und Hochzillertal-Hochfügen realisiert. Konkret wurden die Gondelbahnen I+II der Spieljochbahn erneuert. Zwei moderne Tal- und Bergstationen warten im neuen Gewand und mit verbessertem Service und Komfort auf, darunter Kinderbetreuung und ein Skidepot.

An der Bergstation ist das schicke Panorama-Restaurant „Bergloft“ entstanden. Es ist bequem über eine Rolltreppe erreichbar, besitzt eine Lounge und eine große Sonnenterrasse. Außerdem neu im Skigebiet: eine Funslope und ein Snowpark nebst Funslope und Rennstrecke am Onkeljochlift, Beschneiungsanlagen sowie ein großzügiges Anfängerskigelände im Talbereich für Kinder ab zehn Jahren. Ganz neu ist auch eine 5,5 km lange Rodelbahn, die von der Berg- zur Mittelstation führt. Die Eröffnung der neuen Spieljochbahn steht pünktlich zum Saisonstart im Dezember 2017/2018 auf dem Programm.

Visualisierung der Talstation der neuen Spieljochbahn.

Für den Winter 2018/2019 ist schließlich die Eröffnung der „Peak-to-Peak“-Verbindung geplant, die das Spieljoch nahtlos an das Skigebiet Hochzillertal-Hochfügen anschließt. Die neue 3S-Bahn besitzt 20er-Gondeln und schwebt an der höchsten Stelle 1.000 m über dem Boden. Die Fahrt vom Spieljoch (Onkeljoch) ins benachbarte Kaltenbach (Riederer Wetterkreuz) dauert mit der neuen Bahn nur elf Minuten. Das lang geplante Mammutprojekt der Schultz-Gruppe hat ein Investitionsvolumen von rund 75 Millionen Euro.

Neue Rekordseilbahn an der Zugspitze

Auch in Deutschland wurde dieses Jahr ein Riesenprojekt finalisiert: die neue Zugspitzbahn. Der Ersatz für die ehemalige Eibseebahn übertrifft, laut Betreiber, in Größe und Komplexität alle bisherigen Unternehmungen der Bayerischen Zugspitzbahn. Immerhin stellt die Seilbahn drei technische Weltrekorde auf: Mit 127 m besitzt die Bahn die weltweit höchste Stahlbaustütze für Pendelbahnen, den weltweit größten Gesamthöhenunterschied von 1.945 m in einer Sektion sowie das weltweit längste freie Spannfeld mit 3.213 m. Besonderer Clou: Beheizte Fensterscheiben sorgen während der Fahrt stets für klare Sicht. Die Jungfernfahrt der Rekordbahn ist am 21.12.2017.

Grafische Darstellung der Talstation der neuen Zugspitzbahn.

Schmittenhöhe mit neuem areitXpress

Ein ordentliches Upgrade hat der Areit-Express im Skigebiet Schmittenhöhe erfahren. Der neuen Gondelbahn wurde eine große Portion Komfort hinzugefügt: Moderne 10er-Kabinen mit Sitzheizung, Einsprechanlagen und kostenfreiem WLAN sorgen für den gewünschten Komfort währen der 7-minütigen Fahrt. Rund 50 Prozent mehr Förderleistung verspricht die neue Bahn, das entspricht bis zu 3.600 Personen pro Stunde, die auf die Schmitten gelangen. An der Bergstation erwarten die Fahrgäste unter anderem einen Sportshop und die Skischule.

Linkerhand des Ausstiegs befindet sich ein weiteres Highlight: Die neue AreitLounge. Im modernen Alpenchic mit Holz und Fellen können Wintersportler hier stilvoll speisen. Für den bequemeren Umstieg an der Mittelstation sind zudem Rolltreppen geplant. Sie führen zum Einstieg in die Areitbahn II und III, die bis auf 1.900 m ins Zentrum des Skigebiets auffährt. Vom 07. bis 09.12.2017 wird die offizielle Eröffnung des Areit-Express‘ mit Livekonzert und Hüttengaudi gefeiert.

Visualisierung der neuen Talstation des Areit Express’.

Starbesetzter Sessellift in Ischgl

Der Après-Ski-Hotspot Nummer 1 hat für diesen Winter einige Verbesserungen an Infrastruktur und Beschneiung vorgenommen. Das neue Lift-Highlight in Ischgl ist die neue „Palinkopfbahn D1“ im Zentrum des Skigebiets. Die neue 6er-Sesselbahn von Doppelmayr besitzt ergonomisch geformte Sitze und Sitzheizung. Die Bahn fährt in rund 5 Minuten zum Palinkopf (2.864 m) und somit zu einem der höchsten Punkte im Skigebiet auf. Spezielles Design-Schmankerl: Die Rückseiten der Sessel zieren die Konterfeis der Stars, die bisher bei den Top-of-the-Mountain-Konzerten aufgetreten sind. Rund 12 Millionen Euro hat die Anlage mit neuestem D-Line-System gekostet.

Darüber hinaus wurde auf der Schweizer Samnaun-Seite des Skigebiets das Berg-Restaurant Alp Trida renoviert und mit dem Speicherteich Vierböden ein weiteres Wasser-Reservoir für die künstliche Beschneiung errichtet.

Sessel der neuen Palinkopfbahn mit Bildern der Top-of-the-Mountain-Stars.

Sölden: James Bond Ausstellung 007 Elements

In Sölden schwimmt man noch immer auf der Welle des “Spectre”-Hype. Vor zwei Jahren drehte Hollywood an mehreren Spots im Skigebiet den 24. Bond-Film. Nun öffnet auf über 3.000 m am Gipfel des Gaislachkogels, unweit des IceQ-Restaurants, die James-Bond-Erlebniswelt „007 Elements“. Der futuristische Bau ist direkt in den Berg gebaut und über einen Tunnel erreichbar. Film-Interessierte können in dem modernen Museum in mehreren Ausstellungsräumen mehr über den berühmten Geheimagenten und die Filmproduktion von „Spectre“ erfahren.

Ganzer X-press in der Wildkogel-Arena

Knapp 13 Millionen Euro hat das aktuelle Projekt „Ganzer X-Press“ der Bergbahnen Wildkogel gekostet. Im Skigebiet Wildkogel-Arena fährt ab diesem Winter die neue 10er-Gondelbahn von der Ganzer Grundalpe auf das Pfeifferköpfl auf. Somit wird die 6er-Pfeifferköpfl-Bahn entlastet. Die Bergstationen der beiden Lifte liegen etwa 60 m voneinander entfernt. Die neue Bahn verspricht höchsten Komfort auf ihrer 4-minütigen Fahrt. Das verbaute Leitner-System „DirektDrive“ ist besonders umweltschonend, da energieeffizient und geräuscharm. Mit dem Bau der neuen Trasse werden auch neue Skiareale erschlossen: Freerider freuen sich auf etwa 15 ha Tiefschneehang, der dank der neuen Bahn erreichbar ist. Zudem kommt ein neuer 2,5 km langer Pistenabschnitt hinzu. Das Angebot im Skigebiet wächst somit auf insgesamt 64 Pistenkilometer.

Zwei neue Bahnen im Kleinwalsertal

Im österreichischen Kleinwalsertal gibt es ebenfalls eine groß angelegte Neuerung: Am Ifen nehmen zwei brandneue Seilbahnen den Betrieb auf. Genauer gesagt sind es die zwei Sektionen der neuen Ifen-Bahn, die mit neuer Tal-, Zwischen- und Bergstation inklusive Panoramarestaurant ihr Komfort-Level erheblich ausbaut. Die Anlage ist zudem die erste im Allgäu und in Vorarlberg, die der modernen D-Line des Herstellers Doppelmayr entstammt. Somit gehört das Skigebiet am Ifen nun zum State of the Art in Sachen Liftanlagen. Die Eröffnung der Ifen-Bahn ist kurz vor Weihnachten am 23.12.2017 geplant.

Visualisierung der Bergstation der Ifen-Bahn mit Sonnenterrasse.

Neuer Freizeitspaß in Mayrhofen

Im lebendigen Zentrum des hinteren Zillertals erwarten die Gäste einige besondere Neuerungen. Ein Freizeit-Highlight in Mayrhofen ist der Panorama-Eislaufplatz, der mitten im Skigebiet errichtet wurde. Das Schlittschuh-Rund liegt direkt an der Bergstation der Penkenbahn auf einer großen Panoramaterrasse.

Zum Funsport-Angebot im Skigebiet Mayrhofen kommt der neue „Fun Ride Gerent“. Die Spaßabfahrt liegt an der Piste Nr. 11 und erweitert das bestehende Angebot des Fun Ride Ahorn und des Fun Ride Penken, einem Teil des Penken Snowparks. Für Wanderer wurde am Penken ein neuer Winterwanderweg angelegt, der von der Bergstation der Kombibahn Penken bis zur Granatkapelle am Penkenjoch führt. Hilfreich und informativ ist die neue „Mayrhofner Mountain App“. Sie navigiert durch das Skigebiet und gibt Infos zu allen Attraktionen auf und neben der Piste.

Das Fun-Ride-Angebot am Ahorn wird ausgebaut.

Neue 10er-Seilbahn in Finkenberg

Gleich nebenan, in Finkenkberg, steht eine große Lifteröffnung an: Die ehemalige 4er-Zubringerbahn ins Skigebiet wurde durch eine moderne 10er-Gondelbahn ersetzt. Die erste Sektion der neuen „Finkenberg I“ wird diesen Winter eröffnet. Mit Sitzheizung und WLAN-Empfang geht es in 7 Minuten zur Bergstation auf 1.760 m. Mit der „D-Line“-Technologie ausgestattet, zählt auch diese Einseilumlaufbahn zu den top-modernen Modellen am Berg. Die Jungfernfahrt ist für den 02.12.2017 geplant.

Alpbachtal mit Alpine Coaster & Wildschönau mit neuer Bahn

Das Skigebiet Ski Juwel gilt schon jetzt als eines der familienfreundlichsten und schönsten Skigebiete Tirols. Nun wird das Freizeitvergnügen im Alpbachtal um eine Familienattraktion erweitert: der „Alpbachtaler Lauser Sauser“. Am Wiedersbergerhorn (2.127 m) bietet der neue Ganzjahres-Alpine-Coaster unter dem Motto „Lass‘ sausen!“ Schienenrodel-Spaß mit Fotopoint und Geschwindigkeitsmessung.

Die zweite Neuigkeit im Ski Juwel kommt aus der Wildschönau. Nach dem Umbau der Schatzbergbahn erstrahlt diese als moderne 8er-Gondelbahn. Von Auffach geht es nun schneller und komfortabler auf den Schatzberg. Die neue Bahn braucht für die 912 Höhenmeter nur noch 13 Minuten. Auch Rollstuhlfahrer können bequem in die Gondel einsteigen. 17,5 Millionen Euro haben sich die Bergbahnen den Neu- bzw. Umbau der drei Seilbahnstationen kosten lassen.

Wann kommt die Skischaukel Kaunertal-Langtaufers?

Die Antwort auf diese Frage ist noch offen. Geplant ist die Skiverbindung zwischen dem Kaunertaler Gletscher in Österreich und Langtaufers in Italien schon lange. Doch die finale Genehmigung steht immer noch aus. Zuletzt gab es ein negatives Umweltgutachten und Zugeständnisse seitens der Projektbetreiber. Derzeit läuft die Beurteilung des Projekts durch die Landesregierung, es bleibt also spannend. Sollte die Liftverbindung bewilligt werden, wird die Umsetzung im Obervinschgau über 26 Millionen Euro verschlingen.

Neuer Kartenverbund Zwei-Länder-Arena im Vinschgau

Vor diesem Hintergrund fast symbolhaft ist der Zusammenschluss der Skigebiete im Vinschgau mit Nauders zum Liftverbund „Zwei-Länder-Arena“. Die Skigebiete von Sulden, Trafoi, Watles, Schöneben, Haideralm und Nauders sind ab Dezember 2017 mit einen Skipass befahrbar. Der größte gemeinsame Skipassverbund zwischen Nord- und Südtirol umfasst sechs Skigebiete mit insgesamt 211 Pistenkilometer – und das grenzüberschreitend von Österreich nach Italien. Ab dem Zwei-Tages-Skipass können alle Pisten des neuen Verbundes genutzt werden.

Viel Spaß beim Entdecken!

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